{"id":6683,"date":"2016-05-02T15:39:23","date_gmt":"2016-05-02T14:39:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6683"},"modified":"2016-05-06T16:02:27","modified_gmt":"2016-05-06T15:02:27","slug":"don-pasquale-greifswald-theater-vorpommern","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6683","title":{"rendered":"DON PASQUALE &#8211; Greifswald, Theater Vorpommern"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Gaetano Donizetti (1797-1848), Opera buffa in 3 Akten, Libretto: Giovanni Domenico Ruffini und Gaetano Donizetti nach Angelo Anelli, UA: 3. Januar 1843 Paris, Th\u00e9\u00e2tre-Italien<\/p>\n<p>Regie\/B\u00fchne: Klaus Gehre, B\u00fchne: Mai Gogishvili, Kost\u00fcme: Mai Gogishvili, Licht: Kristen Heitmann, Dramaturgie: Stephanie Langenberg, Sascha L\u00f6schner, Animation Live-Film: Christiane Waak und Stephan Waak<\/p>\n<p>Dirigent: Florian Csizmadia, Philharmonisches Orchester und Opernchor des Theaters Vorpommern, Choreinstudierung: Rustam Samedov<\/p>\n<p>Solisten: Thomas Rettensteiner (Don Pasquale), Alexandru Constantinescu (Dr. Malatesta), Joska Lehtinen (Ernesto), Jardena Fl\u00fcckiger (Norina), Valmar Saar (Notar) u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 30. April 2016 (Premiere, deutsche Fassung: Klaus Gehre)<\/p><\/blockquote>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Greifswald-Don-Pasquale.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-6686 alignright\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Greifswald-Don-Pasquale.jpg\" alt=\"Theater Vorpommern: &quot;Don Pasquale&quot;, Opera buffa in drei Akten von Gaetano Donizetti, Premiere in Greifswald : 30.4.2016, in Stralsund: 21.5.2016 Musikalische Leitung: Florian Csizmadia Inszenierung: Klaus Gehre Buehne: Klaus Gehre \/ Mai Gogishvili Kostueme: Mai Gogishvili Choere: Rustam Samedov Dramaturgie: Stephanie Langenberg\/Sascha Loeschner mit: Joska Lehtinen (als Ernesto) Jardena Flueckiger (als Norina) Thomas Rettensteiner (als Don Pasquale) Alexandru Constantinescu (als Dr. Malatesta) Valmar Saar \/ Alexej Trochin (als Notar) \u00a9 MuTphoto\/ Braun  e-mail: info@mutphoto.de\" width=\"577\" height=\"385\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Greifswald-Don-Pasquale.jpg 577w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Greifswald-Don-Pasquale-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 577px) 100vw, 577px\" \/><\/a><strong>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Der \u00e4ltere, aber sehr reiche Junggeselle Don Pasquale denkt ans Heiraten. Auch seinen Neffen Ernesto, der die mittellose Norina liebt, beabsichtigt er, diesen mit einer wohlhabenden Adligen zu verheiraten. Als dieser sich weigert, beschlie\u00dft Pasquale ihn zu enterben und setzt ihn au\u00dferdem kurzerhand vor die T\u00fcr. Gemeinsam mit Don Pasquales Arzt Malatesta entwirft Norina einen Plan, um Ernesto zur\u00fcck zu gewinnen: Malatesta stellt sie als seine Schwester Sofronia vor, in die sich Don Pasquale sofort verliebt. Daraufhin geht Norina inkognito eine Scheinehe mit Don Pasquale ein und entpuppt sich als Hausdrachen. Kein Wunder, da\u00df Pasquale sich schnell von ihr befreien m\u00f6chte. Nachdem Sofronia ihre wahre Identit\u00e4t als Norina aufgedeckt hat, stimmt Don Pasquale letztendlich der Heirat Ernestos mit\u00a0 Norina zu.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung <\/strong><\/p>\n<p>W\u00e4hrend das Publikum den Saal betritt, wird auf der B\u00fchne bereits gearbeitet. Im vorderen Bereich befinden sich diverse Kameras und Hilfsmittel, die f\u00fcr eine Live-Film-Produktion ben\u00f6tigt werden. W\u00e4hrend die Ouvert\u00fcre erklingt, wird \u2013 anders als bei im Libretto angegeben \u2013 auf einer erh\u00f6hten, schmalen B\u00fchne die Vorgeschichte dargestellt. Auf einer Projektionswand im Hintergrund ist ein Live-Film zu sehen, welcher dem Publikum Hinweise zum Geschehen, den Schaupl\u00e4tzen und Gedanken der Akteure gibt. So tr\u00e4umt die mittellose Norina in den Bergen Aserbaidschans von einer besseren Zukunft in New York. Mit Hilfe von Karten und verschiedenen Transportmitteln kann das Publikum ihren Reiseweg verfolgen. Als sie Ernesto in New York trifft, macht es <em>boom<\/em> und die beiden verlieben sich. Mit dem Puppenpaar Ken und Barbie, welches als Markenzeichen Klaus Gehres gilt, wird das Streben nach Geld und Liebe stilisiert. Somit holt er die klassische Handlung nicht direkt in die Gegenwart, sondern setzt Elemente der Popkultur ein und \u00fcberarbeitet passend die Gesangstexte. Die Inszenierung der Oper hingegen kommt ohne klassisches B\u00fchnenbild und mit nur wenigen Requisiten aus.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester <\/strong><\/p>\n<p>Das ausgesprochen harmonische und klanglich ausgewogene S\u00e4ngerensemble sorgt f\u00fcr viele musikalische \u00dcberraschungen. Alle Stimmen verbinden sich einwandfrei zu einem ansprechenden Ensembleklang und bewahren dabei stets ihren eigenen Ausdruck. Schauspielerisch stellt die Inszenierung eine gro\u00dfe Herausforderung f\u00fcr die Beteiligten dar, da diese aufgrund des zeitweise aufdringlichen Live-Film-Konzepts etwas untergehen. Doch die S\u00e4nger meistern ihre Rollen mit Bravour. <strong>Thomas Rettensteiner <\/strong>verk\u00f6rpert mit einem guten Gesp\u00fcr f\u00fcr Komik den reichen alten Don Pasquale und spielt diesen so \u00fcberzeugend, als w\u00e4re die Rolle f\u00fcr ihn geschrieben worden. Mit seinem vollt\u00f6nenden und beweglichen Bariton zeigt er eine gesangliche Glanzleistung und geh\u00f6rt zu den Lieblingen des Abends. Auch <strong>Alexandru Constantinescu<\/strong> (Dr. Malatesta) besticht gesanglich wie darstellerisch. Seine ausgeglichene, klangvolle Stimme verleiht er ein angenehmes Vibrato. Durch warme Nuancen gl\u00e4nzt sein Bariton mit klarem und kernigem Charakter.<\/p>\n<p><strong>Jardena Fl\u00fcckiger<\/strong> (Norina) schm\u00fcckt ihren kr\u00e4ftigen, leuchtenden Sopran klangsch\u00f6n mit weichen, geschmeidigen Koloraturen. Sie stellt eine wunderbar sch\u00fcchterne Sofronia, sowie Don Pasquales verschwenderische, herrische Ehefrau dar. W\u00e4hrend des Finalduetts, gemeinsam mit dem technisch brillanten <strong>Joska Lehtinen <\/strong>(Ernesto), gewinnen beide Stimmen an Volumen und W\u00e4rme. Als smarter und wendiger Neffe besticht der Tenor mit nat\u00fcrlicher, kraftvoller Stimme. Auch <strong>Valmar Saar <\/strong>(Notar) ist auf Grund seines vollt\u00f6nenden Ba\u00dfbaritons zu erw\u00e4hnen.<\/p>\n<p>Der im dritten Akt auftretende <strong>Opernchor <\/strong>tr\u00e4gt zu einem ausgewogenen Gesamtklang bei und Klaus Gehres umgeschriebener <em>Chor der Moral<\/em> wird passend an das Publikum gerichtet. Das <strong>Philharmonische Orchester<\/strong> Vorpommern spielt beschwingt und farblich nuanciert unter dem sicheren Dirigat von <strong>Florian Csizmadia<\/strong>. Dabei ist das dynamische Verh\u00e4ltnis zwischen Orchester und S\u00e4ngern an den meisten Stellen ausgewogen.<\/p>\n<p><strong>Fazit <\/strong><\/p>\n<p>Mit dem Puppenpaar Ken und Barbie, welches als Markenzeichen Klaus Gehres gilt, wird das Streben nach Geld und Liebe stilisiert. Somit holt er die klassische Handlung nicht direkt in die Gegenwart, sondern setzt Elemente der Popkultur ein und \u00fcberarbeitete\u00a0 die Gesangstexte. So werden die Arien und Rezitative in deutscher Sprache gesungen, was der Textverst\u00e4ndlichkeit zugute kommt. Jedoch wirken Musik und Sprachflu\u00df dadurch etwas weniger rund. Die Inszenierung der Oper hingegen kommt ohne klassisches B\u00fchnenbild und mit nur wenigen Requisiten aus.<\/p>\n<p>Ob die Handlung eine Modernisierung des Stoffes braucht, sei dahingestellt. Jedenfalls funktioniert es und wird gut angenommen. Jedoch dr\u00e4ngen sich die Live-Filme, die handwerkliches Geschick voraussetzen, immer wieder in den Vordergrund. Dadurch k\u00f6nnen Musik und Handlung nicht immer verfolgt werden. Phasenweise gibt es eine Reiz\u00fcberflutung, die manch einen \u00fcberfordern kann. Schlie\u00dflich waren es andere Elemente, die das Publikum im leider keineswegs vollbesetzten Greifswalder Theater zu einem langanhaltenden Schlu\u00dfapplaus bewegten.<\/p>\n<p>Judith Hering<\/p>\n<p>Bild: Mu Tphoto \/ Barbara Braun<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Jardena Fl\u00fcckiger (Norina), Thomas Rettensteiner (Don Pasquale), Alexandru Constantinescu (Dr. Malatesta)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Gaetano Donizetti (1797-1848), Opera buffa in 3 Akten, Libretto: Giovanni Domenico Ruffini und Gaetano Donizetti nach Angelo Anelli, UA: 3. 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