{"id":6651,"date":"2016-03-25T15:55:40","date_gmt":"2016-03-25T14:55:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6651"},"modified":"2025-10-10T17:29:08","modified_gmt":"2025-10-10T16:29:08","slug":"orgelkonzert-olivier-latry-koelner-philharmonie","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6651","title":{"rendered":"Orgelkonzert Olivier Latry &#8211; K\u00f6lner Philharmonie"},"content":{"rendered":"<p><strong>Orgelkonzert Olivier Latry, Titulaire-Organist von Notre Dame, Paris<\/strong><\/p>\n<blockquote><p>Johann Sebastian Bach (1685-1750): Fantasie und Fuge g-Moll BWV 542<\/p>\n<p>Johannes Brahms (1833-1897) Aus den elf Choral-Vorspiele op. 122 (1896)<br \/>\n<em>Herzlich tut mich erfreuen, O Gott, du frommer Gott, O Welt, ich mu\u00df dich lassen<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p>Franz Liszt (1811-1886) Variationen \u00fcber zwei Motive der h-Moll Messe von J.S. Bach (1862)<\/p>\n<p>Charles Tournemire (1870-1939) <em>Victimae paschali laudes<\/em> aus: <em>Cinq Improvisation<\/em> f\u00fcr Orgel, transkribiert von Maurice Durufl\u00e9 (1958)<\/p>\n<p>Olivier Messiaen (1908-1992): <em>Joie et Clart\u00e9<\/em> <em>des Corps glorieux<\/em>, aus: <em>Les Corps glorieux<\/em> (1939)<\/p>\n<p>Thierry Escaich (geb. 1965), <em>Cinq Versets sur Victimae Paschali<\/em> (1991)<br \/>\nOlivier Latry (geb. 1962) Improvisation<\/p>\n<p>Konzertbesuch: 22. M\u00e4rz 2016<\/p><\/blockquote>\n<p>1985 gewann Olivier Latry als 23j\u00e4hriger den Wettbewerb in der Nachfolge von Pierre Cocherau an Notre Dame. Damit wurde er einer der (damals) vier Titulaires der Orgel.<br \/>\nSein Ruf als einer der wichtigsten Organisten der heutigen Zeit wuchs seither durch viele Konzerte und Meisterkurse.<\/p>\n<p>Zum zweiten Mal nach 2008 spielte der Kathedralorganist die Klais-Orgel der Philharmonie in K\u00f6ln, wo sich an diesem Abend in dem amphitheatralischen Halbrund eine gro\u00dfe Zahl Orgelliebhaber einfinden. Man hatte den Orgeltisch inmitten der B\u00fchne plaziert , so da\u00df die Spielk\u00fcnste m\u00fchelos zu verfolgen waren.<\/p>\n<p>Das Programm respektierte die Zeit der Karwoche: im ersten Teil deutsche Komponisten (Der Ungar Liszt lebte ja viele Jahr in Weimar) und im zweiten Teil franz\u00f6sische Orgelmeister.<\/p>\n<p>Bei der gro\u00dfangelegten Fantasie und Fuge g-Moll zu Anfang kann man gut die Schw\u00e4chen und St\u00e4rken der Klais-Orgel bemerken: f\u00fcr die Fantasie fehlt der Hall, den man vom Klang in Kirchen kennt; f\u00fcr die Fuge allerdings ist das ein Vorteil, da sie in gro\u00dfer Klarheit dargestellt werden kann, trotz des ziemlich raschen Tempos, das Latry vorlegt. Aber seine spieltechnische Souver\u00e4nit\u00e4t bew\u00e4ltigt dieses leicht.<\/p>\n<p>Die Brahms-Chor\u00e4le, die Johannes Brahms ein Jahr vor seinem Tod in Bad Ischl anfertigte, erlebt man mit all ihrer Traurigkeit und Innigkeit geradezu mit, da Latry, in einigem Unterschied zu anderen franz\u00f6sischen Organisten, sie geradezu \u201edeutsch\u201c vortr\u00e4gt.<\/p>\n<p>Ein \u00fcberw\u00e4ltigendes Ergebnis von Spiel und Registerkunst kann man beim Vortrag der monumentalen Liszt-Komposition, Variationen \u00fcber die Motive <em>Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen und des Cruzifixus<\/em> von Joh. Sebastian Bachs h-Moll Messe wiederum erleben. Dieses Werk birgt die Gefahr, da\u00df die vielen einstimmigen L\u00e4ufe zusammen mit den gewaltigen \u201eAkkordstellen\u201c ihren Zusammenhang verlieren, was zu Spannungsverlust f\u00fchrt.<br \/>\nNicht bei dem Pariser Organist!<br \/>\nMit gro\u00dfem Ernst und \u00fcberw\u00e4ltigender Spieltechnik, wo\u00a0 die Virtuosit\u00e4t des dauernden Registerwechsels hinzukommt, erlebt man Liszts leidenschaftliche Meditation \u00fcber die beiden Motive. Wenige Organisten werden in der Lage sein, ihm das nachzumachen.<\/p>\n<p>Nach der Pause er\u00f6ffnet Olivier Latry mit den franz\u00f6sischen Orgelmeistern eine andere Welt.<br \/>\nZun\u00e4chst die Komposition von Charles Tournemire, C\u00e9sar Francks Nachfolger an der Orgel von Sainte Clotilde (Paris, der kaum je in Deutschland gespielte Ostergesang (<em>Victimae paschali laudes<\/em> \u2013 <em>Lob dem Opferlamm<\/em>) und Messiaens <em>Joie et Clart\u00e9 \u2013 Freude und Glanz<\/em>, sechster Satz des siebenteiligen Zyklus <em>Les<\/em> <em>Corps glorieux \u2013 Die verkl\u00e4rten Leiber<\/em>.<br \/>\nAuch hier zeigt Latry die enorme Wandlungsbreite der siebzig Register der Philharmonie-Orgel. Diese beiden Kompositionen werden noch \u00fcbertroffen von der Version des Ostergesangs von Thierry Escaich, dem genialen franz\u00f6sischen Komponisten, mit den ungemein rhythmischen Finessen.<\/p>\n<p>Zum kr\u00f6nenden Abschlu\u00df darf eine ausgedehnte Improvisation auf einen Osterhymnus des Notre-Dame Organisten nicht fehlen. Sie ist umwerfend in ihrer Vielfalt und \u00dcberlegtheit.<\/p>\n<p>Frenetischer Beifall wurde mit einer Zugabe belohnt : der langsame Satz aus Widors <em>Symphonie gothique <\/em>c-Mol.<br \/>\nEin ungew\u00f6hnliches Konzert des\u00a0 stupend begabten Kathedralorganisten!<\/p>\n<p>Dr. Olaf Zenner<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Orgelkonzert Olivier Latry, Titulaire-Organist von Notre Dame, Paris Johann Sebastian Bach (1685-1750): Fantasie und Fuge g-Moll BWV 542 Johannes Brahms (1833-1897) Aus den elf Choral-Vorspiele op. 122 (1896) Herzlich tut mich erfreuen, O Gott, du frommer Gott, O Welt, ich<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6651\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[47,134],"tags":[],"class_list":["post-6651","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-aktuelles","category-featured"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6651","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=6651"}],"version-history":[{"count":5,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6651\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8692,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6651\/revisions\/8692"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=6651"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=6651"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=6651"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}