{"id":6639,"date":"2016-03-21T16:08:38","date_gmt":"2016-03-21T15:08:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6639"},"modified":"2016-04-07T16:01:08","modified_gmt":"2016-04-07T15:01:08","slug":"elektra-essen-aalto-theater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6639","title":{"rendered":"ELEKTRA  &#8211; Essen, Aalto \u2013 Theater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Richard Strauss (1864-1949), Trag\u00f6die in einem Aufzug, Libretto: Hugo von Hofmannsthal, UA: 25. Januar 1909 Dresden, Hofoper<\/p>\n<p>Regie: David B\u00f6sch, B\u00fchne: Patrick Bannwart, Maria Wolgast, Kost\u00fcme: Meentje Nielsen, Licht-Design: Michael Bauer, Dramaturgie<\/p>\n<p>Drigient: Georg Fritzsch, Tom\u00e1\u0161 Netopil, Essener Philharmoniker und Opernchor, Choreinstudierung: Patrick Jaskolka,<\/p>\n<p>Solisten: Doris Soffel (Klyt\u00e4mnestra), Rebecca Teem (Elektra), Kathrin Kapplusch (Chrysothemis), Rainer Maria R\u00f6hr (Aegisth), Almas Svilpa (Orest) u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 19. M\u00e4rz 2016 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Essen-Elektra.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-6640\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Essen-Elektra.jpg\" alt=\"Essen Elektra\" width=\"632\" height=\"421\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Essen-Elektra.jpg 632w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Essen-Elektra-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 632px) 100vw, 632px\" \/><\/a>Kurzinhalt <\/strong><\/p>\n<p>Elektra lebt seit der Ermordung ihres Vaters Agamemnon durch ihre Mutter Klyt\u00e4mnestra und ihren Liebhaber Aegisth in st\u00e4ndiger Trauer und sinnt auf\u00a0 Rache. Ihr Bruder Orest soll Klyt\u00e4mnestra und Aegisth t\u00f6ten, sobald dieser wieder am Hof erscheint. Verkleidet als Dienstbote taucht Orest tats\u00e4chlich am Hofe auf und, nach einem kurzen Treffen mit Elektra, t\u00f6tet er zuerst seine Mutter, dann ihren Liebhaber. Beide Geschwister sind nach der Tat zutiefst verst\u00f6rt; Elektra sieht sich nach dem Tod ihrer Mutter ihr Leben ohne weiteren Inhalt.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung <\/strong><\/p>\n<p>Das B\u00fchnenbild ist mit wei\u00dfen, blutbefleckten Platten ausgekleidet. In die Blutflecken hineingeschrieben sind die Worte: <em>MAMA, WHERE IS PAPA? <\/em>Verschiedene Gegenst\u00e4nde liegen auf dem Boden, unter anderem ein Schaukelpferd und drei Kinderst\u00fchle, ein Kinderbett und mehrere Putzeimer. Au\u00dferdem stehen viele rot leuchtende Kerzen in verschiedenen Gruppierungen auf dem B\u00fchnenboden verteilt. Im Laufe der Vorstellung werden mehrere angedeutete Tierkadaver von der Decke heruntergelassen.<br \/>\nElektra tr\u00e4gt ein schlichtes wei\u00dfes Kleid. Zuerst barfu\u00df, zieht sie sich am Ende leuchtend rote Schuhe an. Chrysothemis dagegen tr\u00e4gt ein gr\u00fcnblaues Kleid mit Turnschuhen. Ihre Haare sind ordentlich frisiert, im Gegensatz zu Elektras ungeordnetem Haar. Klyt\u00e4mnestra ist in ein schwarzes, gl\u00e4nzendes Gewand gekleidet. Im Haar und an Armen und Hals tr\u00e4gt sie viel Edelsteinschmuck und in ihre Oberarme sind jeweils zwei \u00d6sen eingelassen, mit denen sie im Raum eingespannt werden kann. Orest tr\u00e4gt einen unauff\u00e4lligen schwarzen Mantel mit Kapuze, ebenso wie Aegisth, der schwarz und zur\u00fcckhaltend gekleidet ist.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester <\/strong><\/p>\n<p>Das au\u00dfergew\u00f6hnlich gro\u00dfe Orchester unter der Leitung von <strong>Tom\u00e1s Netopil<\/strong> mu\u00dfte sich direkt zu Beginn recht stark unterordnen. Gelegentlich war die Balance zwischen Orchester und dem einleitendem <strong>Chor<\/strong> der <strong>M\u00e4gde<\/strong> ein wenig ung\u00fcnstig und ging zu Lasten der Textverst\u00e4ndlichkeit. Dies \u00e4nderte sich allerdings gl\u00fccklicherweise mit Auftritt der Elektra, gesungen von <strong>Rebecca Teem<\/strong>. Diese vermochte so gekonnt mit der Begleitung umzugehen, da\u00df nicht nur jedes Wort verst\u00e4ndlich war, sondern da\u00df auch ein deutlicher musikalischer Bezug zum Orchester h\u00f6rbar wurde. Sie schaffte es, ihrer Stimme mit jeder Arie eine etwas andere Farbe zu verleihen, was ihr auch im Dialog mit anderen Solisten zugute kam. <strong>Kathrin Kapplusch <\/strong>in der Rolle ihrer Schwester Chrysothemis bildete einen gutes kontrastierenes Team. Ihre Stimme, wenn auch \u00e4hnlich durchsetzungsstark, zeichnete sich besonders durch ihre Helligkeit und\u00a0 durch ihre Gesanglichkeit aus. Von ihr kamen die besonders weichen, melodischen und runden Passagen, wodurch sie der Figur einen recht kindlichen Charme verlieh.<br \/>\n<strong>Doris Soffel <\/strong>begeisterte fast am meisten durch ihre Darstellung der Klyt\u00e4mnestra mit einer rauhen, mitunter h\u00e4\u00dflichen, manchmal fast schreienden Stimme. Gerade deshalb, und auch, weil sie in dieser Klangfarbe nicht blieb, sondern ebenfalls mit ruhigen, w\u00e4rmeren Passagen \u00fcberzeugen konnte, geb\u00fchrte ihr f\u00fcr diese Leistung Respekt. <strong>Almas Svilpa <\/strong>(Orest) \u00fcberzeugte vor allem durch die Schlichtheit seines Gesanges im Kontrast zu den exzentrischen weiblichen Hauptfiguren. Er gab der nur kurz auftretenden Figur in ihrer Einfachheit eine Spannung, die von seinem Auftreten an sehr gut und zielgerichtet das Ende einleitete.<\/p>\n<p><strong>Fazit <\/strong><\/p>\n<p>Das Publikum zeigte sich ausgesprochen begeistert. Besonders\u00a0 Rebecca Teem (Elektra), aber auch ihre Kolleginnen Kapplusch und Soffel ernteten frenetischen Applaus. Bemerkenswert war die besondere Begeisterung des Publikums f\u00fcr die Arbeit der B\u00fchnen \u2013 und Kost\u00fcmbildner. Mit ihrem relativ schlichten, aber recht blutigen B\u00fchnenbild haben sie offenbar den Geschmack der Besucher getroffen.<\/p>\n<p>Sarah Heemann<\/p>\n<p>Bild: Matthias Jung<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Doris Soffel (Klyt\u00e4mnestra)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Richard Strauss (1864-1949), Trag\u00f6die in einem Aufzug, Libretto: Hugo von Hofmannsthal, UA: 25. 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