{"id":6635,"date":"2016-03-22T12:01:34","date_gmt":"2016-03-22T11:01:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6635"},"modified":"2016-04-07T15:51:12","modified_gmt":"2016-04-07T14:51:12","slug":"lohengrin-osnabrueck-theater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6635","title":{"rendered":"LOHENGRIN &#8211; Osnabr\u00fcck, Theater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Richard Wagner (1813-1883), romantische Oper, UA: 28. August 1850 Weimar, Gro\u00dfherzogliches K\u00f6niglichen Hoftheater<\/p>\n<p>Regie: Yona Kim; B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Margrit Flagner, Hugo Holger Schneider<\/p>\n<p>Dirigent: Andreas Hotz, Osnabr\u00fccker Symphonieorchester, Opernchor und Extrachor, Herren des coruso Opernchors, Choreinstudierung: Markus Lafleur<\/p>\n<p>Solisten: Jos\u00e9 Gallisa (Heinrich der Vogler), Chris Lysack (Lohengrin), Lina Liu (Elsa), Rhys Jenkins (Friedrich von Telramund), Andrea Baker (Ortrud) u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 19. M\u00e4rz 2016 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Osnabr\u00fcck-lohengrin_3.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright  wp-image-6637\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Osnabr\u00fcck-lohengrin_3.jpg\" alt=\"Osnabr\u00fcck lohengrin_3\" width=\"412\" height=\"631\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Elsa, die Tochter des k\u00fcrzlich verstorbenen Herzogs, wird von Friedrich von Telramund des Brudermords bezichtigt. K\u00f6nig Heinrich, der in Brabant eintrifft um Krieger zu rekrutieren, fordert ein Gottesgericht. Als sich niemand findet um f\u00fcr Elsa zu streiten, taucht der Gralsritter Lohengrin \u2013 in einem Boot, gezogen von einem Schwan \u2013 auf, gibt seine Herkunft aber nicht preis. Er gewinnt den Kampf, schenkt Telramund das Leben und h\u00e4lt um Elsas Hand an. Diese bricht, verunsichert von Telramund und dessen Frau Ortrud, schon in der Hochzeitsnacht ihren Schwur und fragt nach Lohengrins Namen. Telramund erscheint und wird von Lohengrin get\u00f6tet, woraufhin der Ritter am n\u00e4chsten Tag, vor den Augen aller, seine Herkunft verr\u00e4t und seinen Schwan ruft, um zum Gral zur\u00fcckzukehren. Der Schwan ist in Wirklichkeit der verzauberte Bruder Elsas und der rechtm\u00e4\u00dfige Herzog von Brabant.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Aus Platzgr\u00fcnden sitzt das Orchester in Osnabr\u00fcck auf der Hinterb\u00fchne, gut sichtbar f\u00fcr das Publikum. Der Orchestergraben kann so Teil des B\u00fchnenbildes werden und ist durch eine wei\u00dfe Treppe mit der Hauptb\u00fchne verbunden. Die Kost\u00fcme sind \u00fcberwiegend in blassen Grau- und Beiget\u00f6nen gehalten, das Gefolge Heinrichs tr\u00e4gt (wie der K\u00f6nig selbst) blaue Uniformen, die an den ersten Weltkrieg erinnern. Das B\u00fchnenbild ist schlicht gehalten, an den Seiten werden verschiedene Gem\u00e4lde projiziert.<br \/>\nIm zweiten Akt gleicht die Vorderb\u00fchne einer verlassenen Probeb\u00fchne mit leeren St\u00fchlen und Notenst\u00e4ndern, zwischen denen die S\u00e4nger agieren. Die Auff\u00fchrung beginnt mit einem Standbild aller Beteiligten auf der B\u00fchne, durch einen transparenten Vorhang vom Publikum getrennt. Dieser hebt sich noch w\u00e4hrend des Vorspiels und einige Mitwirkende verschwinden \u00fcber die wei\u00dfe Treppe in den B\u00fchnengraben. Das Schlafgemach des Brautpaares entsteht im dritten Akt durch ein h\u00e4ngendes wei\u00dfes Tuch und die Lichtstimmung.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Das Osnabr\u00fccker Symphonieorchester l\u00e4\u00dft unter der Leitung von <strong>Andreas Hotz <\/strong>aufhorchen und leitet die Solisten souver\u00e4n durch knapp viereinhalb Stunden Oper. Lediglich ganz zu Beginn des Vorspiels w\u00fcnscht man sich noch etwas filigraneren Streicherklang und die Reiterm\u00e4rsche im dritten Akt k\u00f6nnten noch wuchtiger sein. Vor allem die tiefen Stimmen erzeugen zu Beginn des zweiten Aktes eine bedrohliche Stimmung, die die in n\u00e4chster N\u00e4he spielenden S\u00e4nger nicht \u00fcbert\u00f6nen. Besonders <strong>Andrea Baker<\/strong>, die im ersten Akt nur wenig zu singen hat, zeichnet zu Beginn und im Verlauf des zweiten Aktes eine furiose Ortrud. Mit schauspielerischem Talent und schneidender Stimme, die aber nie unangenehm metallisch wird, zieht sie das Publikum in ihren Bann und erntet daf\u00fcr am Schlu\u00df anschwellenden Applaus, Jubelrufe und Pfiffe vom Publikum.<\/p>\n<p>Vergleichbar ist die Reaktion bei <strong>Lina Liu <\/strong>(Elsa). Sie ist festes Ensemblemitglied und in Osnabr\u00fcck vielen aus den gro\u00dfen Opern Verdis und Puccinis bekannt. Mit <em>Lohengrin<\/em> gibt sie ihr Wagner-Deb\u00fct und l\u00e4\u00dft den geneigten H\u00f6rer im ersten Akt erahnen, da\u00df sie sich in der italienischen Oper wohler f\u00fchlt. Nach der ersten Pause schleift sie dann allerdings kaum noch T\u00f6ne an und erzeugt schon zu Beginn des zweiten Aktes mit ihrer Arie <em>Euch L\u00fcften, die mein Klagen<\/em> G\u00e4nsehaut. Besonders \u00fcberzeugen k\u00f6nnen auch <strong>Dennis S\u00f6r\u00f6s<\/strong> (Heerrufer) und <strong>Jos\u00e9 Gallisa<\/strong> (Heinrich der Vogler). Beide singen gut verst\u00e4ndlich, wobei S\u00f6r\u00f6s auch in der H\u00f6he einen runden, noblen Klang entwickelt, w\u00e4hrend Gallisa in der tiefen Lage etwas mit Druck nachhilft. <strong>Rhys Jenkins <\/strong>(Friedrich von Telramund) kann sich besonders im ersten Akt profilieren, <strong>Chris Lysack <\/strong>(Lohengrin) steigert sich kontinuierlich. Auch er gibt in Osnabr\u00fcck sein Wagner-Deb\u00fct und h\u00e4lt sich zu Beginn merklich zur\u00fcck. Im dritten Akt ist eine deutliche Steigerung zu h\u00f6ren, singt er nun auch im Piano mit voller Stimme und zieht mit einer ergreifenden Gralserz\u00e4hlung die Aufmerksamkeit der Zuschauer auf sich.<\/p>\n<p>Einen bleibenden Eindruck hinterl\u00e4\u00dft der Osnabr\u00fccker <strong>Opernchor.<\/strong> Unterst\u00fctzt durch den Extrachor und Herren des <strong>coruso Opernchors<\/strong> meistert besonders der M\u00e4nnerchor die teilweise sehr anspruchsvollen Passagen. In sehr homogenem, rundem Klang verschmelzen die drei Ensembles zu einem einzigen Klangk\u00f6rper, der nicht selten auch schauspielerisch in die Szene integriert ist. Mit stehenden Ovationen honoriert das Osnabr\u00fccker Publikum die Leistung des gesamten Ensembles<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Nach einem <em>Tannh\u00e4user<\/em> 2008 wagt sich das vergleichsweise kleine Haus in Osnabr\u00fcck wieder an eine Wagner-Oper und begeistert. Eine unaufgeregte Auff\u00fchrung in Osnabr\u00fcck, die gerade deshalb sehenswert ist. Ein kleines Haus w\u00e4chst \u00fcber sich hinaus und liefert eine Inszenierung, die ein altes Kunstwerk in ein neues Licht stellt, ohne es \u00fcberstrahlen. Ein gut gef\u00fchrtes Orchester, interagierende Solisten und ein Chor, der \u00fcber sich hinaus w\u00e4chst, tun ihr \u00fcbriges. Mit stehenden Ovationen honoriert das Osnabr\u00fccker Publikum die Leistung des gesamten Ensembles.<\/p>\n<p>Aaron Bredemeier<\/p>\n<p>Bild: J\u00f6rg Landsberg<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Lina Liu (Elsa), Andrea Baker (Ortrud)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Richard Wagner (1813-1883), romantische Oper, UA: 28. 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