{"id":6619,"date":"2016-03-07T18:50:58","date_gmt":"2016-03-07T17:50:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6619"},"modified":"2016-03-17T18:12:51","modified_gmt":"2016-03-17T17:12:51","slug":"die-liebe-zu-den-drei-orangen-kassel-staatstheater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6619","title":{"rendered":"DIE LIEBE ZU DEN DREI ORANGEN &#8211; Kassel, Staatstheater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Sergej Prokofjew (1891-1953), Oper in vier Akten und einem Prolog, Libretto: Sergej Prokofjew nach einem Divertissement von Wsevolod E. Meyerhold und Wladimir N. Solowjow, nach einem M\u00e4rchenspiel von Carlo Gozzi, deutsche Textfassung: Werner Hinze, UA: 30. Dezember 1921, Chicago, Auditorium Theatre<\/p>\n<p>Regie: Dominique Mentha, B\u00fchne: Werner Hutterli, Kost\u00fcme: Anna Ardelius<\/p>\n<p>Dirigent: Patrik Ringborg, Staatsorchester Kassel, Opernchor und Extrachor des Staatstheaters, Choreinstudierung: Marco Zeiser Celesti<\/p>\n<p>Solisten: Tobias H\u00e4chler (Der Prinz), Ulrike Schneider (Prinzessin Clarice), Hansung Yoo (Leander), Johannes An (Truffaldino), Marian Pop (Pantalone), Marc-Olivier Oetterli (Tschelio), Inna Kalinina (Fata Morgana), Hee Saup Yoon (K\u00f6nig Treff, K\u00f6chin), Ani Yorentz (Ninetta), u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung in Kassel: 5. M\u00e4rz 2016 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<div id=\"attachment_6620\" style=\"width: 572px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Kassel-Liebe-Orangen.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-6620\" class=\"size-full wp-image-6620\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Kassel-Liebe-Orangen.jpg\" alt=\"Die Liebe zu den drei Orangen\" width=\"562\" height=\"375\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Kassel-Liebe-Orangen.jpg 562w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Kassel-Liebe-Orangen-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 562px) 100vw, 562px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-6620\" class=\"wp-caption-text\">Die Liebe zu den drei Orangen<\/p><\/div>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Im Prolog wird \u00fcber die richtige Abendunterhaltung gestritten: Die <em>Tragischen<\/em> w\u00fcnschen eine Trag\u00f6die, die <em>Komischen<\/em> eine Kom\u00f6die, die <em>Lyrischen<\/em> eine Liebesgeschichte und die <em>Hohlk\u00f6pfe<\/em> ein leichtes Unterhaltungsst\u00fcck. Die <em>L\u00e4cherlichen<\/em> k\u00fcndigen zur L\u00f6sung das St\u00fcck <em>Liebe zu drei Orangen<\/em> an: <em>K\u00f6nig Treff<\/em> sorgt sich um seinen depressiven Sohn. Minister <em>Leander<\/em> und <em>Clarice<\/em> verschw\u00f6ren sich mit der Zauberin <em>Fata Morgana<\/em> gegen den <em>Prinzen<\/em>. Nur Lachen kann den Prinzen heilen, <em>Truffaldino<\/em> versucht es mit einem Fest, aber erst ein Malheur der <em>Zauberin<\/em> bringt den <em>Prinzen<\/em> zum Lachen. Erbost verflucht ihn <em>Fata Morgana<\/em>: Der Prinz soll sich in drei Orangen verlieben. Um diese zu finden, machen sich <em>Prinz<\/em> und <em>Truffaldino<\/em> nach <em>Kreonta<\/em> auf, wo sie die drei Orangen entwenden k\u00f6nnen. Aus einer der Orangen entsteigt Prinzessin <em>Ninetta<\/em>. Sie wird zun\u00e4chst von <em>Fata Morgana<\/em> in eine Ratte verwandelt, kann aber aus diesem Bann befreit werden. <em>Ninetta<\/em> und der <em>Prinz<\/em> feiern Hochzeit.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Das B\u00fchnenbild besteht aus einer Zirkusarena, gef\u00fcllt mit Sand \u2013 eine Sitzbank-Barriere befindet sich kreisf\u00f6rmig darum herum. Im Hintergrund eine Empore auf der die sechsk\u00f6pfige Blaskapelle in Zirkusuniform thront. <em>K\u00f6nig<\/em> <em>Treff<\/em> ist der Zirkusdirektor, die anderen Rollen schl\u00fcpfen in bunte Zirkuskost\u00fcme. F\u00fcnf Clowns wuseln auch durch das Publikum, das rund um die Arena gruppiert sitzt, die Gruppen bestehen aus den Bef\u00fcrwortern der verschiedenen Theatergenres: Sie k\u00f6nnen \u00fcber Attribute wie bunte Kappen, Per\u00fccken oder Gitterk\u00f6pfe zugeordnet werden.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Die Hauptrolle des Prinzen singt er mit Verve und Ausdruck, <strong>Tobias H\u00e4chler<\/strong> ist der Rollenwechsel ins Tenorfach gut gelungen. Die Anlage zum Heldentenor ist vorhanden, die Durchschlagskraft mag sich noch entwickeln. <strong>Ulrike Schneider<\/strong> legt ein gro\u00dfes Ausdrucks- und Gestaltungsverm\u00f6gen als Prinzessin Clarice an den Tag. <strong>Hansung Yoo<\/strong> ist der servile Minister Leander, den er spielerisch als Spielbariton zeichnet. <strong>Johannes An<\/strong> ist der Spa\u00dfmacher Truffaldino vom Dienst. Er verf\u00fcgt \u00fcber eine strahlende baritonale Mittellage, seine H\u00f6hen klingen manchmal eng gef\u00fchrt. <strong>Marian Pop<\/strong> ist ein durchschlagsstarker Bariton, der auch die Nebenrolle des Pantalone aufwerten kann, genauso wie <strong>Marc-Olivier Oetterli<\/strong>, der sich als Zauberer Tschelio im Hintergrund stimmlich zur\u00fcckh\u00e4lt, um dann mit Macht einzugreifen. <strong>Inna Kalinina<\/strong> ist ein vollt\u00f6nender Mezzo und gibt der b\u00f6sen Hexe Fata Morgana Glaubw\u00fcrdigkeit und Dominanz. <strong>Hee Saup Yoon<\/strong> besitzt eine Ba\u00dfstimme mit sicherer Tiefe, der dem Zirkusdirektor K\u00f6nig Treff W\u00fcrde, Glanz und Ausstrahlung gibt und der K\u00f6chin mit viel Durchschlagskraft als resolute Herrscherin der K\u00fcche zeichnet \u2013 und daf\u00fcr Szenenapplaus erh\u00e4lt. <strong>Ani Yorentz<\/strong> ist die liebreizende Ninetta, ihr jugendlich heller und sprungsicherer Sopran \u00fcberzeugt immer und weckt Sympathien. <strong>Patrik Ringborg<\/strong> gelingt es erneut ein Fingerspitzengef\u00fchl f\u00fcr feinf\u00fchlige gro\u00dfformatige Klangwelten unter Beweis zu stellen und so dem Staatsorchester Kassel einen silbrigen, erz\u00e4hlfreudigen Klang zu entlocken. Das Orchester kann diese Harmonien geb\u00fcndelt aus dem versenkten Orchestergraben abschie\u00dfen \u2013 und Prokofjews Werk kann auch wie Zirkusmusik klingen! Eine \u00fcberzeugende Figur macht der <strong>Chor<\/strong> auch in der Zirkusarena oder als widerstreitende Interessengruppen.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Die Verlagerung der Handlung in einem Zirkus, erm\u00f6glicht m\u00e4rchenhaft bezaubernde Bilder &#8211; Zirkusclowns versuchen den Prinzen zu erheitern. Viele Verwandlungen oder Zaubereien funktionieren als Zirkustricks recht gut, zum Beispiel die Verwandlung der Ninetta aus einer Orange in eine Ratte funktioniert in der Manege glaubhaft \u2013 die Zirkus-Spielkapelle kommentiert das Spiel von der Empore. Viel Beifall, auch von rundum begeisterten Kindern: vielleicht erkl\u00e4ren Ihnen Ihre Kinder, welches Motiv Prokofjews <strong>John Williams<\/strong> f\u00fcr den <em>Marsch der Ewoks<\/em> in <em>Krieg der Sterne<\/em> verwendet hat?<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Nils Klinger<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Inna Kalinina (Fata Morgana, Zauberin), Marc-Olivier Oetterli (Tschelio, Zauberer) und Herren des Extrachores<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Sergej Prokofjew (1891-1953), Oper in vier Akten und einem Prolog, Libretto: Sergej Prokofjew nach einem Divertissement von Wsevolod E. Meyerhold und Wladimir N. Solowjow, nach einem M\u00e4rchenspiel von Carlo Gozzi, deutsche Textfassung: Werner Hinze, UA: 30. 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