{"id":659,"date":"2009-05-13T15:20:18","date_gmt":"2009-05-13T13:20:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=659"},"modified":"2010-03-21T23:42:59","modified_gmt":"2010-03-21T22:42:59","slug":"darmstadt-staatstheater-die-verkaufte-braut","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=659","title":{"rendered":"Darmstadt, Staatstheater &#8211; DIE VERKAUFTE BRAUT"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Bed\u0159ich Smetana (1824-1884), Komische Oper in drei Akten, Text von Karel Sabina, Deutsch von Kurt Honolka, UA: 30.05.1866 Interimstheater, Prag<br \/>\nRegie: Vernon Mound, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Paul Edwards, Choreographie: Anthoula Papadakis, Choreinstudierung: Andr\u00e9 Weiss, Zaubertechnische Beratung: Richard Pinner<br \/>\nDirigent: Lukas Beikircher, Chor des Staatstheaters Darmstadt, Staatsorchester Darmstadt<br \/>\nSolisten: David Pichlmaier (Kruschina), Niina Keitel (Ludmila), Allison Oakes (Marie), Thomas Mehnert (Micha), Elisabeth Hornung (H\u00e1ta), Jeffrey Treganza (Wenzel), Mark Adler (Hans), Andreas Daum (Frau Kezal), u.a.<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 10. Mai 2009 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/05\/darmstadt-verkaufte-braut.jpg\" TITLE=\"darmstadt-verkaufte-braut.jpg\"><img SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/05\/darmstadt-verkaufte-braut.jpg\" ALT=\"darmstadt-verkaufte-braut.jpg\" ALIGN=\"right\" \/><\/a>Marie ist nicht nach Feiern zumute, denn sie soll ihren zuk\u00fcnftigen Ehemann kennen lernen, den ihre Eltern f\u00fcr sie ausgesucht haben. Doch ihr Herz geh\u00f6rt Hans, von dessen Elternhaus aber niemand etwas wei\u00df. Der Heiratsvermittler Kezal soll Marie mit Wenzel, dem Sohn Michas verheiraten, wie es beider Eltern bereits vor Jahren vereinbart hatten. Aber Marie lehnt diese Verbindung ab. In der Dorfschenke macht sie ihm weis, da\u00df seine Braut ihm das Leben zur H\u00f6lle machen werde und bringt Wenzel so von seinen Heiratspl\u00e4nen ab. Unterdessen redet Kezal mit Hans und l\u00e4\u00dft ihn ein Schriftst\u00fcck unterzeichnen, in dem er f\u00fcr 300 Gulden auf Marie verzichtet. Allerdings stellt Hans die Bedingung, da\u00df nur Michas Sohn Marie heiraten darf. Die Dorfbewohner sind entsetzt \u00fcber diesen Verkauf. Als ein Zirkus in den Ort kommt, verliebt sich Wenzel in die T\u00e4nzerin. Marie ist so entt\u00e4uscht von ihrem geliebten Hans, da\u00df sie nur noch allein sein will. Hans findet sie todtraurig und sagt zu Kezal, sie werde auf jeden Fall Michas Sohn heiraten, was Marie noch viel mehr zusetzt. Doch schlie\u00dflich kl\u00e4rt sich alles auf: Hans ist Michas Sohn aus erster Ehe, und er und Marie feiern Hochzeit.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nDer Zuschauer findet sich in einem amerikanischen Hochzeitshotel, in dem es vor 60er Jahre-Kitsch, toupierten Hochfrisuren und Pailletten nur so wimmelt. Hans\u2019 Auftritt erinnert an John Travolta in Grease, stilecht mit E-Gitarre und Motorrad. Marie mimt die brave Hotelbedienung in schwarzem Etuikleid. Das B\u00fchnenbild bleibt durchgehend gleich: Tapeten mit pinkfarbenen Barockornamenten an den W\u00e4nden, eine schwarz-wei\u00dfe Treppe auf der linken B\u00fchnenseite, zur rechten ein gelber Bar-Tresen, schwarz-wei\u00df karierter Fu\u00dfboden, die Toiletten detailgetreu mit Ladies und Gents \u00fcberschrieben. Im ersten Akt ist die B\u00fchne Festsaal des Hotels mit gro\u00dfen runden Tischen und goldenen St\u00fchlen, im zweiten wird in der Hotelbar ohne Tische Wenzels Junggesellenabschied gefeiert, im dritten Akt wird aus der Bar ein Tanzsaal mit rosa Luftballons und zum Ende f\u00e4hrt eine riesige Hochzeitstorte mit Hans und Marie als Brautpaar auf die B\u00fchne.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\nZu Anfang schien <strong>Allison Oakes<\/strong> noch ein wenig unsicher, doch sehr schnell hatte sie zu ihrer gewohnten Stimmqualit\u00e4t gefunden und sang eine damenhafte Marie voller Gef\u00fchl und  sch\u00f6nem Klang. <strong>Mark Adler<\/strong>s Tenor beeindruckte durch seine Nat\u00fcrlichkeit, seine weiche Stimme pa\u00dfte perfekt zu dem verliebten Hans. Herausragend war auch <strong>Jeffrey Treganza<\/strong> als Wenzel, der den trotteligen Taugenichts mit gewohnt sicherer Stimmbeherrschung verk\u00f6rperte. Jedes Stottern, jedes Lallen, jedes Hicksen wirkte vollkommen authentisch und im Flu\u00df. Die schillerndste Figur des Abends war zweifelsohne <strong>Andreas Daum<\/strong> als Transvestit Frau Kezal, der durch seinen kr\u00e4ftigen, sonoren Ba\u00df grandios aus dem Ensemble hervorstach. Bei jedem Auftritt in neuer funkelnder Robe war seine Freude an der Partie zu sp\u00fcren, die durch die sehr tiefe Lage eine Herausforderung an den S\u00e4nger darstellt. Sie schien ihm wie auf den Leib geschneidert. Das <strong>Orchester <\/strong>unter <strong>Lukas Beikircher<\/strong> spielte rhythmisch sehr akzentuiert, vor allem die Holzbl\u00e4ser gl\u00e4nzten in den Tanzszenen. Auch der Chor des Staatstheaters sang auf h\u00f6chstem Niveau.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nEine wunderbare Interaktion der S\u00e4nger untereinander, die teils zu wahren H\u00f6chstleistungen auflaufen, macht diese Auff\u00fchrung zu einem sch\u00f6nen Erlebnis. Ein Besuch lohnt auch schon allein wegen der beinahe zur Travestieshow ausartenden Auftritte Andreas Daums, die f\u00fcr viele Lacher im Publikum sorgten. Wer allerdings die tschechische Nationaloper in einer traditionellen Inszenierung kennt, wird sich mit der Darmst\u00e4dter Fassung ein wenig schwer tun.<br \/>\nSophia Kr\u00fcger<\/p>\n<p>Bild: Barbara Aum\u00fcller<br \/>\nDas Bild zeigt David Pichlmaier (Kruschina), Niina Keitel (Ludmila), Allison Oakes (Marie) und Andreas Daum (Kezal).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Bed\u0159ich Smetana (1824-1884), Komische Oper in drei Akten, Text von Karel Sabina, Deutsch von Kurt Honolka, UA: 30.05.1866 Interimstheater, Prag Regie: Vernon Mound, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Paul Edwards, Choreographie: Anthoula Papadakis, Choreinstudierung: Andr\u00e9 Weiss, Zaubertechnische Beratung: Richard Pinner Dirigent: Lukas Beikircher,<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=659\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[93,1],"tags":[],"class_list":["post-659","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-darmstadt-staatstheater","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/659","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=659"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/659\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1346,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/659\/revisions\/1346"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=659"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=659"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=659"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}