{"id":6588,"date":"2016-02-18T20:25:31","date_gmt":"2016-02-18T19:25:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6588"},"modified":"2016-02-28T18:04:39","modified_gmt":"2016-02-28T17:04:39","slug":"mitridate-re-di-ponto-koenig-von-ponto-paris-theatre-des-champs-elysees","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6588","title":{"rendered":"Mitridate, R\u00e8 di Ponto, K\u00f6nig von Ponto &#8211; Paris, Th\u00e9\u00e2tre des Champs-\u00c9lys\u00e9es"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791), Opera seria in drei Akten, Libretto: Vittorio Amadeo Cigna-Santi, UA: 26. Dezember 1770 Mailand, Teatro Regio Ducale<\/p>\n<p>Regie: Cl\u00e9ment Hervieu-L\u00e9ger, B\u00fchne: Eric Ruf, Kost\u00fcme: Caroline de Vivaise, Choreographie: Fr\u00e9d\u00e9rique Plain, , Licht: Bertrand Couderc<\/p>\n<p>Dirigent: Emanuelle Ha\u00efm, <em>L<\/em><em>e Concert D\u2019Astr\u00e9e<\/em><\/p>\n<p>Solisten: Michael Spyres (Mitridate), Patricia Petibon (Aspasia), Myrt\u00f2 Papatanasiu (Sifare), Christophe Dumaux (Farnace), Sabine Devieilhe (Ismene), Cyrille Dubois (Marzio), Ja\u00ebl Azzaretti (Arbate)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 16. Februar 2016 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Vorbemerkung<\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_6589\" style=\"width: 510px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/paris-TCE.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-6589\" class=\"size-full wp-image-6589\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/paris-TCE.jpg\" alt=\"MITHRIDATE -  De Wolfgang Amadeus MOZART -  Livret de Vittorio Amedeo CIGNA SANTI -  Direction musicale : Emmanuelle HAIM -  Dramaturgie : Frederique PLAIN -  Mise en scene : Clement HERVIEU LEGER -  Decors : Eric RUF -  Costumes : Caroline DE VIVAISE -  Lumieres : Bertrand COUDERC -  Avec :  Patricia PETIBON (Aspasie) -  Myrto PAPATANASIU (Xiphares) -  Christophe DUMAUX (Pharnace) -  Cyrille DUBOIS (Marzio) -  Le : 08 02 2016 -  Au Theatre des Champs Elysees -  Photo : Vincent PONTET\" width=\"500\" height=\"306\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/paris-TCE.jpg 500w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/paris-TCE-300x184.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-6589\" class=\"wp-caption-text\">MITHRIDATE &#8211;<br \/>De Wolfgang Amadeus MOZART &#8211;<br \/>Livret de Vittorio Amedeo CIGNA SANTI &#8211;<br \/>Direction musicale : Emmanuelle HAIM &#8211;<br \/>Dramaturgie : Frederique PLAIN &#8211;<br \/>Mise en scene : Clement HERVIEU LEGER &#8211;<br \/>Decors : Eric RUF &#8211;<br \/>Costumes : Caroline DE VIVAISE &#8211;<br \/>Lumieres : Bertrand COUDERC &#8211;<br \/>Avec :<br \/>Patricia PETIBON (Aspasie) &#8211;<br \/>Myrto PAPATANASIU (Xiphares) &#8211;<br \/>Christophe DUMAUX (Pharnace) &#8211;<br \/>Cyrille DUBOIS (Marzio) &#8211;<br \/>Le : 08 02 2016 &#8211;<br \/>Au Theatre des Champs Elysees &#8211;<br \/>Photo : Vincent PONTET<\/p><\/div>\n<p>Diese erste gro\u00dfe Oper des erst 14-j\u00e4hrigen Mozart wird selten aufgef\u00fchrt. Nicht, weil das Werk nicht h\u00f6renswert w\u00e4re, im Gegenteil, es l\u00e4\u00dft schon den sp\u00e4teren, reifen Mozart ahnen, sondern weil es gesanglich eine ungeheuer schwierige Partitur ist. Mozart komponierte damals am Teatro Regio Ducale in Mailand (Vorg\u00e4nger der sp\u00e4ter von der Kaiserin Maria-Theresia gegr\u00fcndeten <em>La Scala<\/em>) zum ersten Mal f\u00fcr ein au\u00dfergew\u00f6hnlich gutes S\u00e4ngerensemble, und so entstand ein Werk, das zweifellos noch weitgehend von der koloraturfreudigen Barockoper beeinflu\u00dft ist (H\u00e4ndel war ja erst 11 Jahre tot). Diese fr\u00fche Mozartoper besteht fast nur aus zum Teil \u00fcberaus schwierigen Bravourarien, wie das verw\u00f6hnte Publikum des Teatro Regio Ducale das so w\u00fcnschte. F\u00fcr den Karneval von 1770 geschrieben wurde sie ein gro\u00dfer Erfolg.<\/p>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Als der mi\u00dftrauische K\u00f6nig Mitridate gegen Rom in den Krieg zieht, l\u00e4\u00dft er seine Verlobte Aspasia in der Obhut seiner S\u00f6hne Sifare und Farnace zur\u00fcck. Als der Tod des K\u00f6nigs verk\u00fcndet wird, wirbt Farnace sofort um Aspasia. Sie stellt sich aber unter den Schutz Sifares. Doch Mitridate ist nicht tot. Er kehrt mit Ismene, der Tochter des Partherk\u00f6nigs und Verlobten Farnaces zur\u00fcck und erf\u00e4hrt den Verrat seines Sohnes, der au\u00dferdem mit den R\u00f6mern paktiert. Farnace will nichts mehr von Ismene wissen. Mitridate beauftragt Sifare, seinen Bruder zu t\u00f6ten und Aspasia, die jetzt z\u00f6gert, den K\u00f6nig zu heiraten, umzustimmen. In der folgenden Unterredung erkl\u00e4ren sie einander ihre Liebe, doch Sifare verzichtet auf diese Liebe, w\u00e4hrend Aspasia unschl\u00fcssig ist. Farnace beschuldigt nun seinen Bruder das erreicht zu haben, wessen Mitridate ihn beschuldigt. Der K\u00f6nig fordert darauf zum Schein Aspasia auf, nicht ihn, sondern einen seiner S\u00f6hne zu heiraten. Sie offenbart ihre Liebe f\u00fcr Sifare. Der K\u00f6nig ist w\u00fctend und nun soll sie gemeinsam mit Sifare sterben. Ismene und Sifare verhindern, da\u00df Aspasia sich vergiftet. Farnace gibt seinen Pakt mit den R\u00f6mern auf und kehrt ins v\u00e4terliche Lager zur\u00fcck. Sifare gelingt es, die feindliche Flotte zu verbrennen und somit den Sieg \u00fcber die R\u00f6mer zu erringen. Sein Vater wird t\u00f6dlich verwundet. Sterbend vergibt er seinen S\u00f6hnen und vertraut Sifare Aspasia an.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Die Handlung spielt in Inneren eines etwas verstaubt wirkenden Palazzo, rechts eine Prunk-Fassade mit S\u00e4ulen, Balkon und vielen T\u00fcren, links der Blick auf eine Theaterb\u00fchne, die aber nie benutzt wird, mit einigen leeren Sitzreihen davor. In der Mitte ein Aufbau von groben Holzgestellen, die dem Ganzen den Eindruck einer schlecht aufger\u00e4umten Werkstatt verleihen. Die Kost\u00fcme sind modern und eher farblos. Nur Ismene tr\u00e4gt im letzten Akt einen leuchtend gelben, langen Rock mit einer gestickten wei\u00dfen Bluse und Aspasia ein giftgr\u00fcnes \u00dcberkleid.<\/p>\n<p>In einer fast neurotischen Besessenheit l\u00e4\u00dft der Regisseur die S\u00e4nger und S\u00e4ngerinnen sich fast ununterbrochen auf offener B\u00fchne aus-, an- oder umziehen. Die Beleuchtung der B\u00fchne ist weitgehend halbdunkel. Durch das Hinzuziehen einiger Statisten, die das Geschehen\u00a0 in Bewegung bringen, und durch die Choreographie wird die Oper belebt.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Das Ensemble der S\u00e4ngerinnen und S\u00e4nger ist von gro\u00dfer stimmlicher Qualit\u00e4t und gut auf einander eingespielt. <strong>Emanuelle Ha\u00efm<\/strong> leitet dieses Ensemble leidenschaftlich, aber pr\u00e4zise und l\u00e4\u00dft durch eine wohl dosierte Orchesterbegleitung die Stimmen voll zur Geltung kommen. <strong>Michael Spyres<\/strong>\u2019 in den hohen wie in den tiefen Lagen gut kontrollierter und klangvoller Tenor tritt sowohl im lyrischen <em>Se di lauri il crine adorno<\/em><em> (<\/em>1. Akt, 10. Szene) als auch in der fast schon den w\u00fctenden Osmin in der <em>Entf\u00fchrung<\/em> vorwegnehmenden Arie <em>Quel ribelle (1. Akt, 13. Szene)<\/em> eindrucksvoll in Erscheinung. <strong>Patricia Petitbon<\/strong> spielt und singt mit Nuance und auch in den schwierigen Koloraturen mit weicher, beherrschter Stimme die zwischen Liebe und Pflichtgef\u00fchl hin und her gerissene Aspasia wie in <em>Nel sen mi palpita dolente il core<\/em> (1. Akt, 4. Szene). Ihr Geliebter Sifare wird bewegend von <strong>Myrt\u00f2 Papatanasiu<\/strong> mit sch\u00f6ner, etwas herber, sehr beweglicher Sopranstimme interpretiert. Sie gl\u00e4nzt besonders in der von obligaten H\u00f6rnern begleiteten Arie <em>Lungi da te, mio bene <\/em>(2. Akt, 7. Szene), als auch im Liebesduett mit Aspasia am Ende des zweiten Akts, in dem die beiden Sopranstimmen stimmungsvoll verschmelzen. <strong>Christoph Dumaux<\/strong> ist mit dunklem, tiefem Kontratenor der verr\u00e4terische Farnace, wie in der hinrei\u00dfenden, fast noch an H\u00e4ndel erinnernden Dacapo Arie <em>Venga pur, minacci e frema<\/em><em> (<\/em>1. Akt, 9. Szene). Glockenklar und mit einzigartigen <em>pianissimi<\/em> \u00a0auch in den Spitzent\u00f6nen erfreut. <strong>Sabine Devieilhe<\/strong> als Ismene. Ihre Stimme hat offensichtlich noch an Reife und Sicherheit gewonnen seit ihrem bemerkenswerten Debut in L\u00e9o Delibes\u2018 Lakm\u00e9 vor zwei Jahren. <strong>Cyrille Dubois<\/strong> als Marcius und <strong>Ja\u00ebl<\/strong> <strong>Azzaretti<\/strong> als Arbate runden das ausgezeichnete Ensemble ab.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Abgesehen von der Inszenierung, der es an Glanz fehlt, die aber nicht st\u00f6rend wirkt, ist die Neuaufnahme dieser selten aufgef\u00fchrten Mozartoper eine wahre Freude.<\/p>\n<p>Alexander Jordis-Lohausen<br \/>\nBild: Vincent Pontet<br \/>\nDas Bild zeigt: Mitte links Mirt\u00f2 Papatanasiu (Safire), Mitte rechts Patricia Petibon (Aspasia)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791), Opera seria in drei Akten, Libretto: Vittorio Amadeo Cigna-Santi, UA: 26. 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