{"id":6578,"date":"2016-02-02T13:14:33","date_gmt":"2016-02-02T12:14:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6578"},"modified":"2016-02-02T13:14:51","modified_gmt":"2016-02-02T12:14:51","slug":"il-trovatore-paris-opera-bastille","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6578","title":{"rendered":"Il Trovatore &#8211; Paris, Op\u00e9ra Bastille"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giuseppe Verdi (1813-1901), Oper in vier Akten, Libretto: Salvatore Cammarano, UA: 19. Januar 1853, U.A.: Rom, Teatro Apollo<\/p>\n<p>Regie: Alex Oll\u00e9, B\u00fchne: Alfons Flores, Kost\u00fcme: Lluc Castell, Licht: Urs Sch\u00f6nebaum.<\/p>\n<p>Dirigent: Daniele Callegari, Chor und Orchester der Op\u00e9ra National de Paris, Choreinstudierung: Jos\u00e9 Luis Basso<\/p>\n<p>Solisten: Ludovic T\u00e9zier (Il conte de Luna), Anna Netrebko (Leonora), Ekaterina Semenchuk (Azucena), Marcelo Alvarez (Manrico), Roberto Tagliavini (Ferrando), Marion Leb\u00e8que (Ines), Olexiy Palchikov (Ruiz), Constantin Ghircau (ein alter Zigeuner), Cyrille Lovighi (ein Bote)<\/p>\n<p>Koproduktion mit De Nationale Opera, Amsterdam<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 31. Januar 2016 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Paris-OB-Il-Trovatore.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-6579\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Paris-OB-Il-Trovatore.jpg\" alt=\"Paris OB Il Trovatore\" width=\"597\" height=\"398\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Paris-OB-Il-Trovatore.jpg 597w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Paris-OB-Il-Trovatore-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 597px) 100vw, 597px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Der Bruder des Grafen Luna soll als kleines Kind von einer Zigeunerin gestohlen und verbrannt worden sein. Leonore tr\u00e4umt vom geheimnisvollen Troubadour, in den sie sich verliebt hat. Graf Luna und Manrico, der Troubadour, die beide Leonore umwerben, treffen unter dem Fenster Leonores aufeinander. Es kommt zum bitteren Zweikampf, bei dem Manrico siegt, bringt es aber nicht \u00fcber sich, den Grafen zu t\u00f6ten. Die Zigeunerin Azucena erinnert sich wie sie, als ihre schuldlose Mutter vom alten Grafen Luna auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde, in ihrer Verwirrung statt den Sohn des Grafen, den sie gestohlen hatte, das eigene Kind ins Feuer warf.<\/p>\n<p>Graf Luna will Leonore entf\u00fchren, Manrico kann es verhindern und flieht mit ihr. Ferrando nimmt Azucena als M\u00f6rderin des Grafensohnes gefangen, Manrico eilt seiner vermeintlichen Mutter zu Hilfe, wird \u00fcbermannt und soll hingerichtet werden. Um ihn zu retten, willigt Leonore zum Schein in eine Ehe mit dem Grafen ein, nimmt aber vorher Gift. Erst nach Manricos Hinrichtung, enth\u00fcllt Azucena dem Grafen, da\u00df er soeben den eigenen Bruder get\u00f6tet hat.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p><em>Il Trovatore<\/em> ist im Grunde eine zeitlose Trag\u00f6die, die man ohne weiteres auch ins Moderne mit zeitgen\u00f6ssischen Kost\u00fcmen und Uniformen \u00fcbertragen kann, wie der spanische Regisseur Alex Oll\u00e9 und sein Team es getan haben. Der Zuschauer kann dann w\u00e4hlen, ob er die Handlung auf Grund der Stahlhelme in den spanischen B\u00fcrgerkrieg versetzen will, wobei die Armee des Grafen Luna zu der Francos wird und die Zigeuner zu Republikanern. Oder ob er das zeitlose Drama ohne Geschichtsbezug vorzieht. Die wenig inspirierte, aber neutrale Inszenierung l\u00e4\u00dft beides zu.<\/p>\n<p>Die sp\u00e4rliche Beleuchtung mit Lagerfeuern und Laternen schaffen eine entsprechend d\u00fcstere, in der Zigeunerszene fast Goyahafte Atmosph\u00e4re. Die B\u00fchnenbilder sind Variationen mit immer denselben mal h\u00f6heren, mal niedrigeren, mal \u00fcber der B\u00fchne h\u00e4ngenden viereckigen massiven S\u00e4ulen.<\/p>\n<p>Die hintere B\u00fchnenwand ist ein wie eine Wasseroberfl\u00e4che sich bewegender Spiegel, was dem Geschehen eine irreale Nuance verleiht. Auch spiegelt sich darin der von unten beleuchtete Dirigent.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Es war eine jener, vor allem f\u00fcr einen <em>Il trovatore <\/em>nicht allzu h\u00e4ufigen Auff\u00fchrungen mit vollz\u00e4hliger Starbesetzung. <strong>Anna Netrebko<\/strong> sang die Leonore, eine der anspruchsvollsten Sopranrollen Verdis, die mannigfaltigen Nuancen der Kavatinen und die Virtuosit\u00e4t der Kabaletten meisterhaft aussch\u00f6pfend. Sie war wirklich ergreifend im <em>Timor de mi \u2013 Angst um mich?<\/em> und dem anschlie\u00dfenden <em>Miserere \u2013 Erbarme dich <\/em>(M\u00f6nchchor) (4. Akt, 1.Szene) und verdiente sich damit anhaltenden Szenenapplaus<em>.<\/em> Die freudige \u00dcberraschung des Abends war <strong>Ekaterina Semenchuk<\/strong>. Faszinierend in ihrer wilden Leidenschaft spielte und sang sie mit kraftvollem, wohl abgerundetem, dramatischem Mezzosopran die Zigeunerin Azucena, die eigentliche Hauptfigur der Oper. Ihre manchmal bewu\u00dft fahlen tiefen Lagen wirken erschreckend, wie in <em>Stride la vampa!<\/em> <em>\u2013 die Flamme lodert<\/em> (2. Akt, 1. Szene) oder in der Schlu\u00dfszene. <strong>Marcelo Alvarez<\/strong> sang den feurigen Manrico mit klarem, geschmeidigem Lirico spinto-Tenor und gl\u00e4nzt nicht nur in der martialischen Stretta <em>Di quella pira<\/em> <em>\u2013 beim Anblick des gr\u00e4\u00dflichen Feuers<\/em> (3. Akt, 6. Szene), sondern vor allem auch im vorhergehenden z\u00e4rtlichen <em>Ah si, ben mio \u2013 oh du mein Gut, mit dir vereint<\/em> <strong>Ludovic T\u00e9zier<\/strong> stellt mit der ihm eigenen, vollkommen kontrollierten reinen Stimmf\u00fchrung den Grafen Luna dar. Besonders sch\u00f6n im lyrischen <em>Ardita! e qual furente amore<\/em> <em>\u2013 Gewagt! Rasende Liebe und beleidigter Stolz fordern es von mir<\/em> (2. Akt, 2. Szene). Schlie\u00dflich sei in den Nebenrollen noch der klangvolle Ba\u00df <strong>Roberto Tagliavinis<\/strong> erw\u00e4hnt. Hervorzuheben sei auch der <strong>Chor<\/strong>, der als Soldaten, Nonnen oder Zigeuner, die Handlung wirkungsvoll unterstrich. <strong>Daniele Callegari<\/strong> dirigierte Soli, Chor und Orchester und wurde der stark rhythmischen Partitur voll gerecht.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>In kurzem Abstand zwischen <em>Rigoletto<\/em> (1851) und <em>La Traviata<\/em> (1853) entstanden, ist dieses Werks durch sein Libretto sicherlich das unvollkommenste der drei, musikalisch aber steht es den beiden anderen Opern an funkelnder Leuchtkraft nicht nach. Ein besonders erfreulicher Premierenabend mit viel wohlverdientem Applaus.<\/p>\n<p>Alexander Jordis-Lohausen<\/p>\n<p>Bild: Charles Duprat<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Anna Netrebko (Leonore) und Ludovic T\u00e9zier (Graf Luna)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Giuseppe Verdi (1813-1901), Oper in vier Akten, Libretto: Salvatore Cammarano, UA: 19. 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