{"id":655,"date":"2009-05-11T23:30:07","date_gmt":"2009-05-11T21:30:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=655"},"modified":"2009-05-13T00:13:30","modified_gmt":"2009-05-12T22:13:30","slug":"koln-oper-samson-et-dalila","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=655","title":{"rendered":"K\u00f6ln, Oper &#8211; SAMSON ET DALILA"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Camille Saint-Sa\u00ebns (1835-1921), Oper in drei Akten, Libretto von Fernand Lemaire (1832-1879), UA: 2. 12.1877, Weimar, Hoftheater<br \/>\nRegie: Tilman Knabe, B\u00fchne: Beatrix von Pilgrim, Kost\u00fcme: Kathi Maurer, Licht: Andreas Frank<br \/>\nDirigent: Enrico Delamboye, G\u00fcrzenichorchester, Chor und Extrachor<br \/>\nSolisten: Ray M. Wade jr. (Samson), Ursula von den Steinen (Dalila), Egils Silins (Oberpriester), Wilfried Staber (Abim\u00e9lech), Markus Hollop (alter Hebr\u00e4er) u.a.<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 9. Mai 2009 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/05\/koln-samson.jpg\" TITLE=\"koln-samson.jpg\"><img SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/05\/koln-samson.jpg\" ALT=\"koln-samson.jpg\" ALIGN=\"right\" \/><\/a>Gaza um 1150 v. Chr. Samson stellt sich den Hebr\u00e4ern, die von den Philistern unterdr\u00fcckt werden, als von Gott verhei\u00dfener Retter. Abimel\u00e9ch, Satrap von Gaza, verh\u00f6hnt dem Hebr\u00e4er-Gott und wird von Samson get\u00f6tet. Sodann verw\u00fcsten die Hebr\u00e4er die Felder der Philister. Die Philister fliehen.<br \/>\nDie Philisterin Dalila l\u00e4dt Samson zu einem Liebestreffen. Dalila erwartet den in sie verliebten Samson zu einem erneuten Liebestreffen. Dabei verr\u00e4t ihr Samson als Liebesbeweis das Geheimnis seiner Kraft: Sein bisher ungeschorenes Haupthaar. Dalila ruft die Philister herbei, denn sie will Rache nehmen an den Hebr\u00e4ern. Samson wird kahl geschoren und geblendet. Im Gef\u00e4ngnis beklagt er sein Schicksal und bittet Gott um Erbarmen. Bei ihrer Siegesfeier verh\u00f6hnen die Philister zusammen mit Dalila Samson. Dieser bittet Gott, ihm noch einmal seine alte  Kraft zur\u00fcckzugeben und vermag die S\u00e4ulen des Dagontempels zum Einsturz zu bringen, worunter er, Dalia und alle Philister begraben werden.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<br \/>\n<\/strong>Eine Bombendetonation. Schreiende, ver\u00e4ngstigte Menschen.. Auf der sich \u00f6ffnenden B\u00fchne liegen  Opfer  der Detonationen, Sanit\u00e4ter und \u00c4rzte hasten herbei, um die Opfer zu bergen. Feuer brennt. Erneute Explosionen zwingen alle sich zu ducken, grauer Staub rieselt herab. Rauch steigt im Hintergrund auf.  Die Philister st\u00fcrmen in gr\u00fcnen Uniformen und Stahlhelmen mit Maschinenpistolen auf die B\u00fchne. Der Oberpriester zun\u00e4chst als Iman gekleidet, sp\u00e4ter mit schwarzem Anzug und wei\u00dfem Hemd. In Massenszenen stellen  Statisten Vergewaltigungen und Erschie\u00dfungen dar. Der Ha\u00df Dalilas gegen\u00fcber den Hebr\u00e4ern wird gegen Ende des ersten Aktes zus\u00e4tzlich dadurch motiviert, da\u00df auch sie Opfer einer \u2013versuchten (?)-Vergewaltigung durch die Hebr\u00e4er wird. Samson schreitet hier ein, zunehmend fasziniert von Dalila. Der erste und der dritte Akt spielen in einer angedeuteten Ruinenkulisse mit steil aufragenden Stahltr\u00e4gern, lediglich die Stra\u00dfenlaternen sind noch in Takt und werden im Rahmen der Lichtregie gen\u00fctzt. Der zweite Akt spielt in einem Schlafzimmer. Dalila empf\u00e4ngt Samson in schwarzer Reizw\u00e4sche.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\nAuch am Premierenabend konnte  <strong>Ursula Hesse von den Steinen<\/strong>(Dalila) ihre Stimme noch nicht einsetzen. F\u00fcr sie sang <strong>Irina Mishura<\/strong>. Frau Hesse macht auf der B\u00fchne eine gute Figur, w\u00e4hrend Irina Mishuras Mezzosopran vom B\u00fchnenrand her voll und gef\u00fchlsecht klang. Der texanische Tenor  <strong>Ray M. Wade<\/strong>(Samson), \u00fcberzeugte in seiner Rolle sowohl darstellerisch wie s\u00e4ngerisch.<br \/>\nDer lettische Ba\u00dfbariton <strong>Egils Silins<\/strong> (Oberpriester) war mehr Verf\u00fchrer als echter Geistlicher. Seine Stimme war geschmeidig und seine Intonation souver\u00e4n. Das <strong>G\u00fcrzenichorchester<\/strong> unter <strong>Enrico Delamboye<\/strong> war der Aufgabe jederzeit gewachsen, wobei angemerkt werden mu\u00df, da\u00df die Musik  bei so viel Aufruhr um das B\u00fchnengeschehen ins Hintertreffen geriet.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nSchon im Vorfeld der Premiere wurde Regisseur Tilmann Knabe wegen der brutalen Gewaltszenen massiv angegriffen. Regisseur Knabe bringt die alttestamentarische Opernhandlung in den aktuellen Konflikt zwischen Israel und den Pal\u00e4stinensern im Gazastreifen vor einem halben Jahr. Des weiteren bringt Knabe im zweiten Akt eine unn\u00f6tige sexistische, voyeuristische Tendenz auf die B\u00fchne. Das Regiekonzept entfernt sich dar\u00fcber hinaus in einigen Szenen vom Libretto und von der Aussage der Musik. Das Ballett beinhaltet eine groteske Massenvergewaltigung der Hebr\u00e4er mit anschlie\u00dfender Erschie\u00dfung, eine Szenerie, zu der die Musik so gar nicht passen will.<br \/>\nDie teilweise am Rande der Geschmacklosigkeit angesiedelte Inszenierung, die Gewalt durch die Darstellungsweise verherrlicht, schiebt sich demnach eindeutig vor die Musik. Sie nimmt ganz die Aufmerksamkeit des Zuschauers in Anspruch, so da\u00df die Musik zur Nebensache verkommt. Wer nur der Musik wegen in die Oper geht, ist eindeutig mit einer CD besser bedient. Am Ende blieb der erwartete Theaterskandal aus, der Applaus f\u00fcr S\u00e4nger, Choristen, Statisten und Orchester war lang und anhaltend. Lediglich beim Erscheinen von Tillmann Knabe mischten sich in den Applaus neben begeisterten Bravorufen einige Mi\u00dffalls\u00e4u\u00dferungen.<br \/>\nKatharina Rupprich<\/p>\n<p>Bild: Klaus Lefebvre<br \/>\nDas Bild zeigt: Wilfried Staber (Abim\u00e9lech), Ray M. Wade jr. (Samson), Chor und Extrachor<br \/>\nder Oper K\u00f6ln.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Camille Saint-Sa\u00ebns (1835-1921), Oper in drei Akten, Libretto von Fernand Lemaire (1832-1879), UA: 2. 12.1877, Weimar, Hoftheater Regie: Tilman Knabe, B\u00fchne: Beatrix von Pilgrim, Kost\u00fcme: Kathi Maurer, Licht: Andreas Frank Dirigent: Enrico Delamboye, G\u00fcrzenichorchester, Chor und Extrachor Solisten: Ray<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=655\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3,1],"tags":[],"class_list":["post-655","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-koln-buhnen-der-stadt","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/655","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=655"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/655\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=655"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=655"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=655"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}