{"id":6546,"date":"2015-11-06T21:30:48","date_gmt":"2015-11-06T20:30:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6546"},"modified":"2015-12-09T21:32:23","modified_gmt":"2015-12-09T20:32:23","slug":"ball-im-savoy-coburg-landestheater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6546","title":{"rendered":"BALL IM SAVOY &#8211; Coburg, Landestheater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Paul Abraham (1892-1960), Operette in 2 Akten, Libretto: Alfred Gr\u00fcnwald und Fritz L\u00f6hner-Beda, b\u00fchnenpraktische Rekonstruktion der Musik von Henning Hagedorn und Matthias Grimmiger, UA: 23. Dezember 1932 Berlin, Gro\u00dfes Schauspielhaus<\/p>\n<p>Regie: Tobias Materna, Ausstattung: Lorena Diaz Stephens und Jan Hendrik Neidert<\/p>\n<p>Dirigent: Roland Fister, Philharmonisches Orchester, Ballettcompany, Chor des Landestheaters Coburg (Choreinstudierung: Lorenzo Da Rio).<\/p>\n<p>Solisten: Dirk Mestmacher (Marquis Aristide), Anna G\u00fctter (Madeleine), Carolin Soyka (Daisy Parker), Niklaus Scheibli (Mustapha Bei), Gabriele K\u00fcnzler (La Tangolita), Benjamin H\u00fcbner (Celestin Formant), Stephan Ignaz (Archibald), u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 4. November 2015 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<div id=\"attachment_6547\" style=\"width: 611px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Coburg-Ball-Savoy.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-6547\" class=\"size-full wp-image-6547\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Coburg-Ball-Savoy.jpg\" alt=\"Ball im Savoy \/\/ Operette von Paul Abraham \/\/ ML Roland Fister; R Tobias Materna; B Jan Hendrik Neidert; Kost\u00fcme Lorena Diaz \/\/ Premiere 24. Oktober 2015 im Gro\u00dfen Haus des Landestheaters Coburg\" width=\"601\" height=\"401\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Coburg-Ball-Savoy.jpg 601w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Coburg-Ball-Savoy-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 601px) 100vw, 601px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-6547\" class=\"wp-caption-text\">Ball im Savoy \/\/ Operette von Paul Abraham \/\/ ML Roland Fister; R Tobias Materna; B Jan Hendrik Neidert; Kost\u00fcme Lorena Diaz \/\/ Premiere 24. Oktober 2015 im Gro\u00dfen Haus des Landestheaters Coburg<\/p><\/div>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Aristide und Madeleine haben ihre Hochzeitsreise in Venedig verbracht und feiern nun in Aristides Villa in Nizza mit vielen Freunden, darunter Mustapha Bei. Da fordert Aristides fr\u00fchere Geliebte Tangolita das alte Versprechen eines Galadiners ein \u2013 auf dem Ball im Savoy. Um ohne seine Frau dorthin gehen zu k\u00f6nnen, f\u00e4lscht man eine pers\u00f6nliche Einladung des Komponisten \u201ePasodoble\u201c zum Konzert im Hotel Savoy. Jedoch verbirgt sich hinter \u201ePasodoble\u201c die Jazzkomponistin Daisy Parker, die ihre Freundin Madeleine tats\u00e4chlich eingeladen hat: Diese denkt nun, da\u00df ihr Gatte sie betr\u00fcgt und geht in Maske auf den Ball. Nach den \u201eWirren des Balles\u201c wollen beide sich scheiden lassen. Aber durch die F\u00fcrsprachen von Celestin und Daisy Parker, da\u00df keine Seitenspr\u00fcnge begangen wurden, vers\u00f6hnt sich das Paar. Und Daisy Parker wird die siebte Frau des Mustapha Bei.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Das Einheitsb\u00fchnenbild ist wenig spektakul\u00e4r: Es besteht aus einer mehrfach abgestuften Treppenrampe, die zum Hintergrund hin durch einen hintereinander versetzt gestaffelten Vorhang abgeschlossen wird. Aber durch eine geschickt effektvolle Beleuchtung und durch wenige Dekorationsteile, wie glitzernde Showkugeln, Kronleuchter, Palmen, Sofa, Bett oder St\u00fchle, entstehen unterschiedliche R\u00e4ume wie Wohnung, Schlafzimmer, Hotelfoyer oder eben der Ballraum im Savoy. Die Treppenrampe bietet Auftrittsm\u00f6glichkeiten wie die einfache Nutzung als Showtreppe oder Foyer-Treppe. Als Kost\u00fcm findet allgemeine Gesellschaftskleidung, f\u00fcr den Ball festliche Abend -Garderobe Verwendung \u2013 alles allgemein und zeitlos gehalten. Nur wenige Accessoires (Pfauenfeder im Haar) oder sehr kr\u00e4ftige Farben und gewagte Schnitte der Kost\u00fcme haben Bezug zur Dekadenz am Ende der zwanziger Jahre.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Zugegeben, eine \u201eklassische Operette\u201c ist es nicht, denn die Abraham-Operetten zeichnen sich eher durch internationalen Jazz, ausgefallene Exotik und einen Rest von \u00d6sterreich-Ungarisch-Lokalkolorit aus. Wild und ungez\u00e4hmt ist die Spielfassung, denn es mu\u00df erst eine spielbare Partitur aus der \u201eZentralpartitur\u201c Abrahams erstellt werden. Das Coburger Landestheater \u00fcbernimmt die Spielfassung der Komischen Oper Berlin, in der auch die Arrangements von <strong>Adam Benzwi,<\/strong> <em>K\u00e4nguruh-Fox<\/em> und <em>Niagara-Fox<\/em> enthalten sind. Die beiden St\u00fccke sind dann auch H\u00f6hepunkte, gesungen von der Soubrette <strong>Carolin Soyka<\/strong> als Daisy Parker. Diese eigentliche Hauptrolle gestaltet sie in Anlehnung an Lotte Lenya. Musikalisch ist es bewundernswert wie das <strong>Philharmonische Orchester<\/strong> mit der Herausforderung zurechtkommt, als Jazz-Big-Band zu agieren. Unter der Leitung von <strong>Roland Fister<\/strong> wird es ein heiter schwungvoller Abend, voller mitrei\u00dfender Melodien. Da <em>ist es sch\u00f6n, abends bummeln zu gehen<\/em>: <strong>Anna G\u00fctter<\/strong> ist die ausdrucksstarke Soubrette, die der Madeleine die passende jugendliche Strahlkraft verleiht: Ebenso <strong>Dirk Mestmacher<\/strong> als Ehemann Aristide, der als Spieltenor gesanglich und sprachlich den Mann zwischen zwei Frauen lebhaft gestalten kann. <strong>Gabriela K\u00fcnzler<\/strong> als seine Ex-Geliebte Tangolita ist mit ihrer harten Alt-Stimme (mit Tendenz zum Mezzo) eher eine \u201erauhe Geliebte\u201c. Erw\u00e4hnenswert auch Nebendarsteller wie<strong> Stephan Ignaz<\/strong>, der aus mehreren Dienerrollen devote Charaktere formt und <strong>Benjamin H\u00fcbner<\/strong>, der schwungvoll einen Sprechgesangauftritt als Celestin hinlegt \u2013 eine Mischung aus feurigem Liebhaber und steifem Advokaten.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Ein Abend, der alle Theaterbesucher zufriedenstellt, wird szenisch ohne Regieeinf\u00e4lle, aber mit der komplexen und aufwendigen Bewegungschoreographie einer gro\u00dfen Revue, sehr ansprechend auf die B\u00fchne gestellt. Die Dekadenz und die Untergangsstimmung am Ende der zwanziger Jahre bleiben allerdings au\u00dfen vor. Trotz Verst\u00e4rkung durch Mikro Ports ist es ein musikalisch anregender Abend, der zu Sylvester zweimal ein volles Haus verspricht!<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Henning Rosenbusch<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Verwirrung im Separee: Benjamin H\u00fcbner (Celestin Formant), Anna G\u00fctter (Madeleine), Stephan Ignaz (Archibald), Dirk Mestmacher (Marquis Aristide) und Gabriele K\u00fcnzler (La Tangolita)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Paul Abraham (1892-1960), Operette in 2 Akten, Libretto: Alfred Gr\u00fcnwald und Fritz L\u00f6hner-Beda, b\u00fchnenpraktische Rekonstruktion der Musik von Henning Hagedorn und Matthias Grimmiger, UA: 23. 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