{"id":6541,"date":"2015-12-09T21:27:56","date_gmt":"2015-12-09T20:27:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6541"},"modified":"2015-12-09T21:29:17","modified_gmt":"2015-12-09T20:29:17","slug":"norma-paris-theatre-des-champs-elysees","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6541","title":{"rendered":"NORMA &#8211; Paris, Th\u00e9\u00e2tre des Champs-\u00c9lys\u00e9es"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Vincenzo Bellini (1801-1835), Oper in zwei Akten, Libretto: Felice Romani nach Alexandre Soumet, UA: 26. Dezember 1831 Mailand, Teatro alla Scala<\/p>\n<p>Regie\/B\u00fchne: St\u00e9phane Braunschweig, Choreographie: Johanne Saunier, Kost\u00fcme: Thibault Vancraenenbroeck, Licht: Marion Hewlett<\/p>\n<p>Dirigent: Riccardo Frizza, Orchestre de chambre de Paris, Choeur de Radio France, Einstudierung: Sofi Jeannin.<\/p>\n<p>Solisten: Maria Agresta (Norma), Sonia Ganassi (Adalgisa), Marco Berti (Pollione), Riccardo Zanellato (Oroveso), Sophie Van de Woestyne (Clotilde), Marc Larcher (Flavio).<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 8. Dezember 2015 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<div id=\"attachment_6542\" style=\"width: 650px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Paris-TCE-Norma.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-6542\" class=\"size-full wp-image-6542\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Paris-TCE-Norma.jpg\" alt=\"NORMA -\" width=\"640\" height=\"392\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Paris-TCE-Norma.jpg 640w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Paris-TCE-Norma-300x184.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-6542\" class=\"wp-caption-text\">NORMA &#8211;<\/p><\/div>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Norma, die Tochter des Druiden Orveso ist selbst Priesterin und h\u00f6chste moralische Instanz ihrer Gemeinschaft. Gleichzeitig aber hat sie eine geheime, verbotene Liebesbeziehung mit Pollione, dem Oberbefehlshaber der r\u00f6mischen Besatzungstruppen in Gallien, dem sie zwei S\u00f6hne geboren hat. Um ihren Geliebten zu sch\u00fctzen, ruft Norma bei der Zeremonie im Tempel die sanfte Mondg\u00f6ttin an, und bittet um Frieden, statt Rebellion und Krieg gegen die R\u00f6mer zu fordern, wie die Gallier es w\u00fcnschen. Nach der Zeremonie erscheint Pollione. Er hat Norma fallengelassen und wirbt jetzt um die junge Priesterin Adalgisa. Diese verspricht nach langem Z\u00f6gern mit ihm nach Rom zu ziehen. Sie vertraut Norma ihre Gewissensqualen an. Norma zeigt Verst\u00e4ndnis bis sie erf\u00e4hrt, um wen es sich handelt. Um sich an ihrem Liebhaber zu r\u00e4chen, spielt sie mit dem Gedanken seine Kinder zu t\u00f6ten. Doch Adalgina verhindert es. Sie verzichtet auf ihre Liebe zu Pollione, als sie Normas Schicksal erf\u00e4hrt, und will nun Pollione \u00fcberreden, zu Norma und ihrer beider Kindern zur\u00fcckzukehren. Als Pollione sich weigert, droht Norma, Adalgisa \u00f6ffentlich des Verrats anzuklagen. Doch schlie\u00dflich klagt sie sich selbst an. Sie vertraut dem entsetzten Oroveso ihre Kinder an. Als Pollione, sieht, was er angerichtet hat, findet er seine Liebe zu Norma wieder und folgt ihr in den Flammentod.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>St\u00e9phane Braunschweigs Inszenierung der Trag\u00f6die <em>Norma<\/em> \u00fcberzeugt nicht, aber sie steht dem Genu\u00df der Oper gl\u00fccklicherweise auch nicht sonderlich im Wege. Bei ihm wird der Druidentempel zu einem Betonbunker der Widerstandsk\u00e4mpfer, wo man heimlich Pistolen verteilt. Das steht in krassem Gegensatz zu dem Messing-Doppelbett (<em>\u00e0 la<\/em> <em>La Traviata<\/em>) vor einen roten Wandvorhang, in dem die beiden Kinder Normas schlafen. Beide Teile sollen das Doppelleben der Norma symbolisieren. Die heilige Eiche Irminsul wird zu einem Bonzai unter Glasglocke, erst im zweiten Akt schwebt ein richtiger Baum vom Himmel auf die B\u00fchne herunter. Die Kost\u00fcme sind einfache Stra\u00dfenanz\u00fcge f\u00fcr die M\u00e4nner, hellblaue lange Kittel f\u00fcr die Frauen, alles unter dicken farblosen Winterm\u00e4nteln. Die Choreographie ist sehr mittelm\u00e4\u00dfig, wobei der Druidenritus in eine Art Hexensabbat ausartet.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p><strong>Maria Agresta<\/strong> singt die schwierige Titelrolle mit vollem, kraftvollem Sopran. Es gelingt ihr sowohl die Leichtigkeit der lyrischen <em>bel canto<\/em>-Szenen als auch die dramatischen, leidenschaftlichen Ausbr\u00fcche schauspielerisch wie stimmlich ausdrucksstark und einleuchtend zu gestalten. Die f\u00fcr eine S\u00e4ngerin so ber\u00fchmt tr\u00fcgerisch-schwere <em>casta diva-<\/em>Arie (1. Akt, 4. Szene) singt sie mit lang ausgedehnten, klaren Gesangslinien. Dieselbe Subtilit\u00e4t finden wir bei <strong>Sania Ganassi<\/strong> als Adalgina. Beide junge S\u00e4ngerinnen haben hin und wieder noch etwas Schwierigkeiten, die dramatischen Spitzent\u00f6nen souver\u00e4n zu meistern. Ansonsten \u00e4hneln sich ihre Stimmen und verschmelzen und erwidern einander sehr reizvoll in der Duettszene (2. Akt, 3. Szene), sowohl im lyrischen <em>Mira, o Norma <\/em>wie im zuversichtlichen<em> Si, fino all\u2019ore estreme. <\/em><\/p>\n<p><strong>Marco Berti<\/strong> hat eine klangvolle metallisch timbrierte Tenorstimme, doch fehlt ihm leider f\u00fcr die Belcanto-Rolle des Pollione die n\u00f6tigen stimmlichen Feinheiten. <strong>Riccardo Zanellatos<\/strong> kraftvoller Ba\u00df kommt in seinen beiden Arien mit Chor wirkungsvoll zu Geltung. Der <strong>Choeur de Radio France<\/strong> ist auffallend gut einstudiert. <strong>Riccardo Frizza<\/strong> dirigiert das ausgezeichnete <strong>Orchestre de chambre de Paris<\/strong> (mit einem hervorragenden Bl\u00e4serensemble), den Chor und die Solisten mit Genauigkeit und verhaltener Dynamik, die alle romantischen Exzesse vermeidet.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Trotz der entt\u00e4uschenden Inszenierung war es musikalisch, von kleineren M\u00e4ngeln abgesehen, eine sehr gute und erfreuliche Auff\u00fchrung einer besonders sch\u00f6nen, aber schwierigen Oper.<\/p>\n<p>Es gab sehr viel Applaus f\u00fcr die S\u00e4nger und Musiker und einige Buh-Rufe f\u00fcr den Regisseur.<\/p>\n<p>Alexander Jordis-Lohausen<\/p>\n<p>Bild: Th\u00e9\u00e2tre des Champs-\u00c9lys\u00e9es<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Maria Agresta (Norma)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Vincenzo Bellini (1801-1835), Oper in zwei Akten, Libretto: Felice Romani nach Alexandre Soumet, UA: 26. 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