{"id":6531,"date":"2015-11-16T20:43:37","date_gmt":"2015-11-16T19:43:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6531"},"modified":"2015-12-03T20:46:58","modified_gmt":"2015-12-03T19:46:58","slug":"le-nozze-di-figaro-figaros-hochzeit-leipzig-oper","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6531","title":{"rendered":"LE NOZZE DI FIGARO \u2013 FIGAROS HOCHZEIT &#8211; Leipzig, Oper"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) Commedia per musica (Opera buffa) in vier Akten, Libretto: Lorenzo da Ponte nach Beaumarchais UA: 1. Mai 1786 Wien, Burgtheater<\/p>\n<p>Regie: Gil Mehmert, B\u00fchne: Jens Kilian, Kost\u00fcme: Falk Bauer, Licht: Andreas Fuchs, Choreinstudierung: Alexander Stessin, Chor der Oper Leipzig<\/p>\n<p>Dirigent: Matthias Foremny, Gewandhausorchester, Cembalo: Ugo D\u2019Orazio<\/p>\n<p>Solisten: Mathias Hausmann (Graf Almaviva), Marika Sch\u00f6nberg (Gr\u00e4fin Almaviva), Olena Tokar (Susanna), Sejong Chang (Figaro), Wallis Giunta (Cherubino), Karin Lovelius (Marcellina), Milcho Borovinov (Bartolo), Sunnyboy Dladla (Don Basilio), Magdalena Hinterdobler (Barbarina), Keith Boldt (Don Curzio), Roland Schubert (Antonio), Julia Danz (Contadina 1), Lissa Meybohm (Contadina 2)<\/p>\n<p>Auff\u00fchrung: 14. November 2015 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Leipzig-Le-Nozze.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright  wp-image-6532\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Leipzig-Le-Nozze-681x1024.jpg\" alt=\"Leipzig Le Nozze\" width=\"515\" height=\"774\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Leipzig-Le-Nozze-681x1024.jpg 681w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Leipzig-Le-Nozze-200x300.jpg 200w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Leipzig-Le-Nozze.jpg 778w\" sizes=\"auto, (max-width: 515px) 100vw, 515px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Figaro bereitet seine geplante Hochzeit mit Susanna vor, m\u00f6chte sich aber zuvor die Genehmigung seines Herrn, des Grafen Almaviva, einholen. Susanna er\u00f6ffnet ihm, da\u00df der Graf ihr nicht nur nachstellt, sondern auch das \u201eHerrenrecht der ersten Nacht\u201c einfordern will. Figaro wird von der \u00e4ltlichen Haush\u00e4lterin Marcellina umgarnt und an eine fr\u00fcher vereinbarte Hochzeit mit ihr gegen Darlehen erinnert. Zus\u00e4tzliche Verwirrung stiftet der junge Page Cherubino, der die Gr\u00e4fin und \u00fcberhaupt alle Frauen liebt. Almaviva schafft sich den Nebenbuhler durch Bef\u00f6rderung in ein entferntes Regiment vom Halse. Er selbst wird von Susanna und seiner Gattin Rosina in eine Falle gelockt. Ein Tag voller Intrigen und Tollheiten, der sich am Abend doch noch in Zufriedenheit aufl\u00f6st.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Der Leipziger <em>Figaro <\/em>spielt in einem dreigeschossigen Palais mit vielen verschlossenen T\u00fcren. Das B\u00fchnenbild von <strong>Jens Kilian <\/strong>bildet eine Klassengesellschaft <em>en<\/em> <em>miniature <\/em>ab, zwischen Herrschaft und Dienern, zwischen Mann und Frau. Im Treppenbereich des Erdgeschosses, sichtbar ohne Intimsph\u00e4re, richten Figaro und Susanna ihre k\u00fcnftige eheliche Kammer ein. In der Ebene dar\u00fcber dient ein Kleiderkabinett als Ort f\u00fcr Versteck- und Verwechslungsspiele. Ganz oben residieren Graf und Gr\u00e4fin in getrennten Gem\u00e4chern, flankiert von Marmorb\u00fcsten. Vor den T\u00fcren dieser Puppenstube steht nicht die Franz\u00f6sische, sondern die 1960er Revolution, die sich mit Blumenm\u00e4dchen und Bob Dylan ihren Weg ins Palais bahnt.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Unter der Leitung von <strong>Mathias Foremny <\/strong>begleitete das <strong>Gewandhausorchester Leipzig <\/strong>S\u00e4nger und B\u00fchnengeschehen farbig und illustrativ. Deutlich brachte das Orchester musikalische Themen wie die einfache repetitive Streicherbegleitung Figaros beim Abschreiten des Zimmers oder das kreisende Holzbl\u00e4sermotiv zu Susannas Brautkranzversen zu Geh\u00f6r. Die H\u00f6rner setzten der Orchestereinleitung<\/p>\n<p>und dem Anfangsduett ein markantes Ende und kommentierten auch im weiteren Verlauf, worum sich im <em>Figaro <\/em>alles dreht, um Eifersucht, Untreue und geh\u00f6rnte Ehem\u00e4nner. Abgerundet wurde eine betont musikalische Inszenierung durch ein gut aufeinander eingespieltes Gesangsensemble. An diesem Abend nahm vor allem das Grafenpaar die B\u00fchne f\u00fcr sich ein.<\/p>\n<p><strong>Mathias Hausmann <\/strong>verlieh dem aristokratischen Sch\u00fcrzenj\u00e4ger mit klangvollem Bariton genaue Kontur. Jeder Ton wurde sicher gebildet und korrekt moduliert. <strong>Marika Sch\u00f6neberg <\/strong>\u00fcberzeugte in der Rolle der Gr\u00e4fin Rosina mit gro\u00dfer stimmlicher und darstellerischer Ausdruckspalette. In ihrer Klage <em>Dove sono i bei momenti di dolzezza e di piacer \u2013 Wo sind die sch\u00f6nen Augenblicke von S\u00fc\u00dfe und Freude<\/em> (3. Akt, 8. Szene) vermochte die Sopranistin das ungl\u00fcckliche Los der Gr\u00e4fin auf beeindruckende Weise im Klang ihrer Stimme abzubilden.<\/p>\n<p><strong>Sejong Chang <\/strong>(Figaro) wirkte dagegen darstellerisch h\u00f6lzern und musikalisch bla\u00df. Seine Stimme lie\u00df Charakter und Ausdruck vermissen, auch ein Fundament in den tiefen Lagen. Mit gefrorenem L\u00e4cheln, farbloser Linie und Ton brachte Chang <em>Se vuol ballare signor<\/em> <em>Contino \u2013 Wenn sie tanzen wollen, lieber Herr Graf <\/em>(1. Akt, 2. Szene) \u00fcber die B\u00fchne.<\/p>\n<p>Insgesamt fehlte es an Expressivit\u00e4t und Melodie. <strong>Olena Tokar <\/strong>sang den Part der Susanna fl\u00fcssig und mit Leichtigkeit. Ihre Sopranstimme von lieblichem Klang k\u00f6nnte lediglich etwas mehr Finesse in den Vortrag legen. Ber\u00fchrend harmonierte sie im Duett mit Marika Sch\u00f6neberg <em>Che soave zeffiretto \u2013 Welch sanfter<\/em><\/p>\n<p><em>Windhauch <\/em>(3. Akt, 10. Szene). <strong>Wallis Giunta <\/strong>ging in der Hosenrolle des Cherubino\/Bob Dylan ganz und gar auf. Stimmlich und darstellerisch eine Idealbesetzung. Ber\u00fchrend inszeniert und gesanglich interpretiert war das St\u00e4ndchen auf die Frauen <em>Voi che sapete che cosa \u00e8 amor \u2013 Ihr, die ihr wi\u00dft, was Liebe ist <\/em>(2. Akt, 2. Szene).<\/p>\n<p>F\u00fcr weitere musikalische H\u00f6hepunkte sorgten <strong>Milko Borovinova <\/strong>als vollt\u00f6nender und ausreichend agiler Bartolo, <strong>Karin Lovelius <\/strong>in der Rolle der Marcellina und <strong>Magdalena Hinterdobler <\/strong>mit ihrer Interpretation der Haarnadel-Arie (4. Akt, 1. Szene) <em>L\u2019ho perduta \u2013 Ich habe sie verloren<\/em>.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Die Regiearbeit von <strong>Gil Mehmert <\/strong>konzentrierte sich auf den Kern der Verwechslungskom\u00f6die: die Geschichte zweier Paare, das eine aristokratisch und ungl\u00fccklich, das andere diensteifrig und gl\u00fccklich. Die Momentaufnahme eines Mikrokosmos, in dem die pers\u00f6nlichen Beziehungen der Figuren ein Schlaglicht auf die Mi\u00dfst\u00e4nde einer Gesellschaft vor dem Umbruch werfen. Diese Lesart wurde<\/p>\n<p>unaufgeregt, mit viel Situationskomik, einer funktionierenden Personenf\u00fchrung und aufsehenerregenden Kost\u00fcmen in Szene gesetzt. Selten genug: eine Inszenierung, die vom Publikum bejubelt wurde!<\/p>\n<p>Norma Strunden<\/p>\n<p>Bild: Kirsten Nijhof<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Olena Tokar (Susanna), Mathias Hausmann (Graf Almaviva), Sunnyboy Dladla (Don Basilio)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) Commedia per musica (Opera buffa) in vier Akten, Libretto: Lorenzo da Ponte nach Beaumarchais UA: 1. 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