{"id":6515,"date":"2015-11-11T12:42:42","date_gmt":"2015-11-11T11:42:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6515"},"modified":"2015-12-01T12:46:45","modified_gmt":"2015-12-01T11:46:45","slug":"la-cenerentola-muenchen-staatstheater-am-gaertnerplatz","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6515","title":{"rendered":"LA CENERENTOLA  &#8211; M\u00fcnchen, Staatstheater am G\u00e4rtnerplatz"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Gioachino Rossini (1792-1868), Dramma giocoso in 2 Akten, Libretto: Jacopo Ferretti nach dem M\u00e4rchen <em>Cendrillon <\/em>von Charles Perrault (1697), UA: 25. Januar 1817 Rom, Teatro Valle<\/p>\n<p>Regie: Brigitte Fassbaender, B\u00fchne und Kost\u00fcme: Dietrich von Grebmer<\/p>\n<p>Dirigent: David Charles Abell, Orchester und Herren-Chor des Staatstheaters am G\u00e4rtnerplatz, Choreinstudierung: Felix Meybier<\/p>\n<p>Solisten: Arthur Espiritu (Don Ramiro), Vittorio Prato (Dandini), Marco Filippo Romano (Don Magnifico), Frances Lucey (Clorinda), Dorothea Spilger (Tisbe), Diana Haller (Angelina), Istvan Kovacs (Alidoro)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 9. November 2015 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/M\u00fcnchen-Cenerentola.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-6516\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/M\u00fcnchen-Cenerentola.jpg\" alt=\"M\u00fcnchen Cenerentola\" width=\"619\" height=\"457\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/M\u00fcnchen-Cenerentola.jpg 619w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/M\u00fcnchen-Cenerentola-300x221.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 619px) 100vw, 619px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Aschenbr\u00f6del Angelina, unterdr\u00fcckt von ihren Stiefschwestern Clorinda und Tisbe sowie ihrem Stiefvater Don Magnifico, ist freundlich zum als Bettler verkleideten Alidoro. Dieser war ins Haus des Don Magnifico gekommen, um f\u00fcr seinen Herrn, Prinz Don Ramiro, Ausschau nach einer Braut zu halten. Diener Dandini, als Prinz verkleidet, kommt mit seinem \u201eDiener\u201c Don Ramiro, um zu einem Ball ins Schlo\u00df zu laden. Angelina und Don Ramiro verlieben sich Hals \u00fcber Kopf. Beim Schlo\u00dfball, wohin Angelina mit Alidoros Hilfe gelangt, treffen sich Angelina und \u201eDiener\u201c Ramiro wieder. Beim Abschied schenkt sie ihm einen Armreif. Ein zuf\u00e4lliger Unfall von Ramiro vor Don Magnificos Haus f\u00fchrt die beiden erneut zusammen, doch jetzt erscheint Ramiro als Prinz. Er erkennt Angelina an ihrem Armreif und heiratet sie zum Verdru\u00df ihrer Stiefschwestern.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Mit bunten Bildern und phantasievollen Kost\u00fcmen wird der m\u00e4rchenhafte Charakter dieser Produktion von Anfang an deutlich: Auf einer sonst leeren B\u00fchne und vor einem wechselnd farbigen Hintergrund entsteht das Haus des Don Magnifico durch das Hereinfahren von zwei gro\u00dfen Zier-Schr\u00e4nken und einem antikisierenden Kaminherd. Eine moderne Dusche wird einfach aus der Seitenwand des Schranks gezogen, Auftritte durch die Schr\u00e4nke sind gang und g\u00e4be. Das Schlo\u00df des Don Ramiro ist im Hintergrund als Neuschwanstein zu erkennen, im Inneren des Schlosses ist die Venusgrotte aus Schlo\u00df Linderhof zu sehen, Don Ramiro selbst sieht Ludwig II sehr \u00e4hnlich. Beim Ball ist der Hofstaat historisierend gekleidet, beim Besuch des Don Magnifico erscheint man im modernen Trenchcoat mit Schal, Hut \u2013 und blauen Handschuhen. Ansonsten bedient man sich aus dem \u00fcblichen zeitlosen Fundus, aus dem auch Disney-Musicals ausgestattet werden.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Rossinis Meisterwerk h\u00f6rt sich mitrei\u00dfend einfach an, es ist aber musikalisch sehr anspruchsvoll, was Rossini von den S\u00e4ngern verlangt. Ein sch\u00f6nes Beispiel ist die Titelrolle, hier erf\u00fcllt <strong>Diana Haller<\/strong> als Cenerentola alle Anforderungen: Da gelingen furiose Spitzent\u00f6ne leuchtend und ohne Probleme, da rollen die schwierigen Koloraturen scheinbar m\u00fchelos hintereinander weg. Umjubelt gefeiert wird ebenso <strong>Arthur Espiritu <\/strong>als \u201eTraumprinz\u201c Don Ramiro: Diesem italienischen Tenor par excellence gelingen ohn Anstrengung die weitesten H\u00f6henspr\u00fcnge und mit Beweglichkeit die anspruchsvollen Passagio. <strong>Vittorio Prato <\/strong>als \u201eErsatz-Prinz und Diener\u201c Dandini steht ihm in nichts nach, er wirkt nur etwas zur\u00fcckhaltender und etwas leiser. <strong>Istvan Kovacs <\/strong>erf\u00fcllt die Rolle des Alidoro, des Strippenziehers im Hintergrund, mit seinem volumin\u00f6sen Ba\u00df, auch in den tieferen Lagen wohltuend sicher und \u00fcberzeugt mit einer sonoren Klangfarbe. Ebenso \u00fcberzeugend <strong>Marco Filippo Romano <\/strong>als Don Magnifico: Er findet eine ideale Symbiose zwischen Aussprache, italienischem Erscheinungsbild (als Pate) und musikalischer Gesangslinie, w\u00e4hrend <strong>Dorothea Spilger <\/strong>und <strong>Frances Lucey<\/strong> \u2013 als seine T\u00f6chter Tisbe und Clorinda \u2013 die eitlen und ewig keifenden Stiefschwestern geben. Dagegen ist der Herrenchor bestens eingestellt und zieht in seinen Auftritten immer Aufmerksamkeit auf sich. <strong>David Charles Abell<\/strong> f\u00fchrt diese einzelnen, musikalisch solistischen Leistungen geschickt zusammen. Mit teilweise recht flottem Tempo f\u00fchrt er Orchester, Chor und Solisten durch die schwierigen Untiefen Rossinis.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p><em>Cenerentola<\/em> als M\u00e4rchen im Disney-Stil in vielen bunten Farben und als perfekt bis ins kleinste Detail choreographierte heitere Kom\u00f6die kann man wahrlich unbeschwert genie\u00dfen \u2013 die unsch\u00f6nen Aspekte der (gar nicht so heiteren) italienischen Fassung des Aschenputtel-Stoffes blendet man allerdings dabei aus. Die gute Stimmung \u00fcbertr\u00e4gt sich auch auf die musikalische Seite, alle S\u00e4ngerdarsteller werden umjubelt gefeiert \u2013 besonders die Rollengestaltung des Traumpaares Diana Haller und Arthur Espiritu. Es gibt Szenenapplaus f\u00fcr gelungene B\u00fchnenbilder (K\u00f6nig Ludwig und Neuschwanstein!) und am Ende f\u00fcr das Regie-Team um Brigitte Fassbaender.<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Christian POGO Zach<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Frances Lucey (Clorinda), Istvan Kovacs (Alidoro), Marco Filippo Romano (Don Magnifico), Vittorio Prato (Dandini), Dorothea Spilger (Tisbe), Diana Haller (Angelina), Arthur Espiritu (Don Ramiro), v.l.n.r., Herrenchor<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Gioachino Rossini (1792-1868), Dramma giocoso in 2 Akten, Libretto: Jacopo Ferretti nach dem M\u00e4rchen Cendrillon von Charles Perrault (1697), UA: 25. 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