{"id":6510,"date":"2015-11-30T22:42:20","date_gmt":"2015-11-30T21:42:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6510"},"modified":"2015-12-01T12:58:01","modified_gmt":"2015-12-01T11:58:01","slug":"graefin-mariza-greifswald-theater-vorpommern","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6510","title":{"rendered":"GR\u00c4FIN MARIZA &#8211; Greifswald, Theater Vorpommern"},"content":{"rendered":"<blockquote>\n<p style=\"text-align: left;\">von Emmerich K\u00e1lm\u00e1n (1882-1953), Operette in 3 Akten, Libretto: Julius Brammer und Alfred Gr\u00fcnwald, UA: 28. Februar 1924 Wien, Theater an der Wien<\/p>\n<p>Regie: Klaus Seiffert, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Christopher Melching, Licht: Kirsten Heitmann, Dramaturgie: Stephanie Langenberg, Choreographie: Klaus Seiffert, Ralf D\u00f6rnen<\/p>\n<p>Dirigent: Florian Csizmadia, Philharmonisches Orchester und Opernchor des Theaters Vorpommern, Choreinstudierung: Rustam Samedov, Ballett Vorpommern<\/p>\n<p>Solisten: Kristi Anna Isene (Gr\u00e4fin Mariza), Dennis Marr (Tassilo), Marina Medvedeva (Lisa), Johannes Richter (Baron Zsup\u00e1n), Anna Wagner (Manja), Doris H\u00e4drich-Eichhorn (F\u00fcrstin Bozena), Tye Maurice Thomas (F\u00fcrst Populescu), Ralf Lehm (Penizek) u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 28. November 2015 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/Greifswald-Gr\u00e4fin-Mariza-3.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-6511 alignright\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/Greifswald-Gr\u00e4fin-Mariza-3.jpg\" alt=\"MGL_8066\" width=\"683\" height=\"298\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/Greifswald-Gr\u00e4fin-Mariza-3.jpg 683w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/Greifswald-Gr\u00e4fin-Mariza-3-300x131.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 683px) 100vw, 683px\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Kurzinhalt <\/strong><\/p>\n<p>Der verarmte Graf Tassilo arbeitet unter falschem Namen als Verwalter auf dem Landgut der Gr\u00e4fin Mariza. \u00dcberraschend kehrt die Gr\u00e4fin auf ihr Gut zur\u00fcck, um vor ihren unz\u00e4hligen Verehrern zu fl\u00fcchten. Sie erfindet einen Baron namens Zsup\u00e1n und m\u00f6chte schnell die Verlobung feiern \u2013 jedoch ohne Br\u00e4utigam. Doch pl\u00f6tzlich taucht wirklich ein Adliger mit dem Namen Zsup\u00e1n auf und wirbt um ihre Hand. In vier Wochen kommen sich Tassilo und Mariza n\u00e4her. Baron Zsup\u00e1n hat mittlerweile l\u00e4ngst ein Auge auf die Komtesse Lisa geworfen. Zuf\u00e4llig ger\u00e4t ein Brief Tassilos in Marizas H\u00e4nde, in welchem er seine wahre Identit\u00e4t gesteht. Daraufhin zeigt ihm die Gr\u00e4fin die kalte Schulter. Tassilos Erbtante F\u00fcrstin Bozena taucht unerwartet auf und kauft dessen verpf\u00e4ndeten G\u00fcter zur\u00fcck. Auf diese Weise wird Tassilo ein standesgem\u00e4\u00dfer Partner f\u00fcr die Gr\u00e4fin.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung <\/strong><\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Ouvert\u00fcre wird der Vorhang ge\u00f6ffnet und das Gutshaus mit S\u00e4ulen und einer Terrasse wird sichtbar. Zigeuner kommen aus einem Zigeunerwagen und beginnen zu tanzen. Mit ihrer lebensfrohen Art spielen sie eine zentrale Rolle in dieser Inszenierung. Mithilfe einer Drehb\u00fchne werden die Schaupl\u00e4tze ver\u00e4ndert. So wird die Gutshausfassade in einen prunkvollen Saal mit blauen und goldenen Farbakzenten verwandelt. Durch die gro\u00dfen Fenster kann je nach Blickwinkel immer wieder das Geschehen im Inneren und auch au\u00dferhalb des Gutes verfolgt werden. Durch B\u00fchnenaufbauten wird deutlich, da\u00df die Handlung in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg in rum\u00e4nischer Umgebung spielt. Auch der Stil der Kost\u00fcme erinnert an diese Zeit. Nur Baron Zsup\u00e1n sticht mit Zebra-Leggins, t\u00fcrkisfarbenen Umhang und einer Bauchtasche mit einem Schweinekonterfei heraus. Die Lichtregie kennzeichnet stimmungsvoll verschiedene Orte und Tageszeiten.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester <\/strong><\/p>\n<p>Die Solisten sind perfekt gew\u00e4hlt, und die Umsetzung der unterschiedlichen Charaktere gelingt zum Gro\u00dfteil mit Bravour. Besonders <strong>Dennis Marr<\/strong> (Tassilo) gl\u00e4nzt mit einer ausgeglichenen, klangvollen Stimme unter anderem in <em>Gr\u00fc\u00df mir die S\u00fc\u00dfen, die reizenden Frauen<\/em>. Durch weiche und leuchtende Nuancen beeindruckt sein Tenor. <strong>Marina Medvedeva<\/strong> singt die Passagen der kleinen Schwester Lisa mit einer passenden Keckheit, und strahlt zugleich Sicherheit aus. Ihr heller, beweglicher Sopran ist jedoch in einigen Passagen zu leise. Die technisch einwandfreie <strong>Kristi Anna Isene <\/strong>stellt eine wunderbar eingebildete, standesbewu\u00dfte und lebenslustige Gr\u00e4fin Mariza dar. Sie gl\u00e4nzt mit ihrem klaren, in allen Registern gleichm\u00e4\u00dfig kr\u00e4ftigen und flexiblen Sopran. Die nat\u00fcrliche Darstellung und sehr gute Textverst\u00e4ndlichkeit, besonders im Duett <em>Einmal m\u00f6cht\u2019 ich wieder tanzen,<\/em> runden den positiven Eindruck ab. Ebenso eindrucksvoll verk\u00f6rpert <strong>Johannes Richter<\/strong> den Wirbelwind Baron Zsup\u00e1n, den er mit dem richtigen Ma\u00df an Witz und Charme gestaltet. Sein samtener, gut fokussierter und in den H\u00f6hen strahlender Tenor hebt sich vorteilhaft vom Gesamtklang ab. <strong>Tye Maurice Thomas<\/strong> gl\u00e4nzt in seiner Rolle als F\u00fcrst Populescu. Mit klangvollem Ba\u00df singt und spricht er gekonnt \u00f6sterreichischen Dialekt. Als Zigeunerin Manja bet\u00f6rt <strong>Anna Wagner <\/strong>mit ihrem lyrischen, raumf\u00fcllenden Mezzosopran, den sie angenehm mit Vibrato anreichert, gesanglich geh\u00f6rt ihr die sch\u00f6nste Leistung des Abends. <strong>Doris H\u00e4drich-Eichhorn <\/strong>geh\u00f6rt ebenso zu den Lieblingen des Abends und spielt die Rolle der F\u00fcrstin Bozena so \u00fcberzeugend, als w\u00e4re diese f\u00fcr sie geschrieben worden.<\/p>\n<p>Der <strong>Opernchor<\/strong> nimmt aktiv am Geschehen teil. Dadurch profitiert die Vorstellung besonders vom schauspielerischen Einsatz aller Chors\u00e4nger und einem stets ausgewogenen Gesamtklang.<\/p>\n<p><strong>Florian Csizmadia<\/strong> gelingt es, das <strong>Philharmonische Orchester <\/strong>auf eine schwungvolle Reise in die Klangwelten einzustellen und mitzunehmen \u2013 einer Mischung aus Soli und Duetten, die sich in Walzern, Modet\u00e4nzen der 1920er Jahre und Zigeunerkl\u00e4ngen bewegen. Die Abstimmung zwischen Orchester und den S\u00e4ngern stimmt gut \u00fcberein.<\/p>\n<p><strong>Fazit <\/strong><\/p>\n<p>Ein kurzweiliger, unterhaltsamer und durchaus mitrei\u00dfender Operettenabend, der f\u00fcr viele Lacher im Publikum sorgt \u2013 vor allem die zum Teil abgewandelten Textpassagen. Die Inszenierung wird mit h\u00e4ufigem Szenenbeifall und schlie\u00dflich einem langanhaltendem Schlu\u00dfapplaus sowie Bravorufen gew\u00fcrdigt und hebt die Leistung des Ensembles im ausverkauften Greifswalder Theater hervor.<\/p>\n<p>Judith Hering<\/p>\n<p>Bild: Barbara Braun\/Gunnar L\u00fcsch<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Anna Wagner (Manja), Marina Medvedeva (Lisa), Kristi Anna Isene (Gr\u00e4fin Mariza) und Johannes Richter (Baron Zsup\u00e1n) sowie den Chor<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Emmerich K\u00e1lm\u00e1n (1882-1953), Operette in 3 Akten, Libretto: Julius Brammer und Alfred Gr\u00fcnwald, UA: 28. 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