{"id":6496,"date":"2015-11-25T15:47:13","date_gmt":"2015-11-25T14:47:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6496"},"modified":"2015-11-29T11:56:50","modified_gmt":"2015-11-29T10:56:50","slug":"la-boheme-koeln-oper-staaten-haus-saal-2","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6496","title":{"rendered":"LA BOH\u00c8ME &#8211; K\u00f6ln Oper, Staaten Haus Saal 2"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giacomo Puccini (1858-1924), Oper in vier Bildern, Libretto: Luigi Illica und Giuseppe Giacosa nach Henri Murgers <em>Sc\u00e8nes de la vie de boh\u00e8me<\/em>, UA: 1. Februar 1896 Turin, Teatro Regio<\/p>\n<p>Regie: Michael Hampe, Regiemitarbeit: Eike Ecker, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: German Droghetti, Licht Andreas Gr\u00fcter, Video: Thomas Reimer, Darmaturgie Tanja FaschingDirigent: Francesco Angelico, G\u00fcrzenich-Orchester, Chor der Oper K\u00f6ln, K\u00f6lner Domchor, Choreinstudierung: Andrew Ollivant<\/p>\n<p>Solisten: Jaquelyn Wagner (Mim\u00ec), Aoife Miskelly (Musetta) Jeongki Cho (Rodolfo), Miljenko Turk (Marcello), Wolfgang Stefan Schweiger (Schaunard), Kihwan Sim (Colline), Reinhard Dorn (Benoit), Alexander Fedin (Alcindoro) u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 22. November 2015 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/K\u00f6ln-La-Boheme.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-6497 alignright\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/K\u00f6ln-La-Boheme.jpg\" alt=\"Oper K\u00f6ln La Boheme KHP 14.11.2015\" width=\"611\" height=\"407\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/K\u00f6ln-La-Boheme.jpg 611w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/K\u00f6ln-La-Boheme-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 611px) 100vw, 611px\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Rodolfo lernt seine Nachbarin Mim\u00ec kennen und beide verlieben sich Hals \u00fcber Kopf ineinander. In Mim\u00ecs Begleitung trifft er sich an sp\u00e4ten Abend im vielbesuchten Caf\u00e9 Momus im Quartier Latin in Paris mit seinen Freunden. Dort singt auch Marcellos Geliebte Musetta, die sich kurzzeitig von diesem getrennt hatte. Doch an diesem Abend vers\u00f6hnen sich beide wieder.<\/p>\n<p>Das Leben der vier Freund, der eine Maler, der andere Musiker, der dritte Philosoph und schlie\u00dflich der Maler Rodolfo verl\u00e4uft in Armut und ausgelassener Freude. Als Rodolfo von der schweren Erkrankung seiner Geliebten Mim\u00ec erf\u00e4hrt, verl\u00e4\u00dft er sie, um ihr die M\u00f6glichkeit zu geben, durch eine Beziehung mit einem reichen Mann ihre Krankheit behandeln zu lassen. Aber Mim\u00ec erscheint nach kurzer Zeit todkrank in der \u00e4rmlichen Wohnung der vier Freunde und stirbt in Rodolfos Armen.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Der Saal 2 im Staatenhaus besitzt keinen Vorhang. So erfolgen alle Bild\u00e4nderungen auf offener B\u00fchne. Bei geringer Beleuchtung werden die Kulissen (!) auf der hochgesetzten B\u00fchne so behende bew\u00e4ltigt, da\u00df die wenigen Techniker regelrechte Schattenspiele vollf\u00fchrten. Danach wurde die B\u00fchne hell beleuchtet und die Zuschauer sehen \u2013 wie von Puccini sowie den Librettisten Giacosa und Illica vorgegeben \u2013 vier B\u00fchnenbilder, einmal ein gro\u00dfes atelierartiges Zimmer mit hohem Fenster zu Stadt Paris, dann das Studentenmilieu Quartier Latin mit dem Caf\u00e9 Momus auf der rechten Seite mit einer Reihe von Tischen davor und einer Treppe, auf deren Treppenabsatz eine Reihe von Verkaufsst\u00e4nden stehen , vier H\u00e4ndler bem\u00fchen sich um die Menge an Schaulustigen, im Hintergrund erkennt man die Silhouette des Pantheon. Das dritte Bild zeigte links die Fenster eines Wirtshauses, aus dem immer mal wieder mal ein beschwipstes Paar herauskommt. Der kleine Platz davor wird im Hintergrund von einem Zollhaus mit Schranke begrenzt. Das letzte Bild entspricht dem ersten.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Zu Beginn ein gro\u00dfes Atelier. Marcello, der Maler und Rodolfo beginnen eine Unterhaltung \u00fcber die schlimme K\u00e4lte im ungeheizten Raum. Als Rodolfo vor Verzweiflung dabei ist, sein Manuskript zu verbrennen, tritt Colline ein und kurz danach der Musiker Schaunard. Dieser pr\u00e4sentiert Holz zum Heizen, Zigarren, Speisen und Wein, was mit gro\u00dfem Hallo begr\u00fc\u00dft wird. Das anschlie\u00dfende Ensemble der vier Freunde beeindruckt durch Lebhaftigkeit und Pr\u00e4zision. Es bleibt im gesamten Opernverlauf bei den musterg\u00fcltig gef\u00fchrten Ensembles.<\/p>\n<p><strong>Jeongki Cho<\/strong> (Rodolfo), Ensemblemitglied seit 2010, l\u00e4\u00dft schon im Duett mit Mim\u00ec aufhorchen: sein Tenor ist klar, sicher gef\u00fchrt und durchaus dominant gegen\u00fcber dem manchmal etwas zu forcierten Orchester unter <strong>Francesco Angelico<\/strong>. Chos schlanker Tenor erreicht, ohne irgendeine Spur von Anstrengung, die H\u00f6henlage bis zum zweigestrichenen B. Leidenschaftlich kommen die Rubati und die forcierten H\u00f6hepunkte. Perfekt ist sein h\u00e4ufiges Innehalten der Gesangslinie bei: <em>che gelida manina \u2013 wie eiskalt ist das H\u00e4ndchen<\/em>, bis zum grandiosen <em>talor dal mio forziere ruban tutti i gioelli due ladri: gli occhi belli \u2013 bisweilen stehlen zwei Diebe Juwelen aus meiner Schatzkammer: sch\u00f6ne Augen <\/em>und dem H\u00f6hepunkt mit <em>poich\u00e8 v\u2019ha preso stanza la speranza \u2013 die Hoffnung ist nun eingezogen.<\/em> Seinem Gesang schmiegt sich das Orchester mit gro\u00dfer Einf\u00fchlung an. Verdienter Beifall, der aber leider den genialen \u00dcbergang in die Tonart der anschlie\u00dfende Antwort Mim\u00ecs (Jaquelyn Wagner) zunichte macht.<\/p>\n<p>Die amerikanische S\u00e4ngerin <strong>Jaquelyn Wagner<\/strong> beginnt etwas z\u00f6gernd und leise mit: <em>mi chiamano Mim\u00ec \u2013 sie nennen mich Mim\u00ec,<\/em> steigert sich dann aber mit ungemein sanftem Sopran, der immer inniger wird. Von Beginn an besitzt ihre lyrische Stimme eine gro\u00dfe Klangf\u00fclle, die bei den Fortestellen des Orchesters m\u00fchelos die Oberhand beh\u00e4lt. Dabei kann sie ihrer Gesanglinie sowohl strahlende F\u00fclle bei <em>il primo sole \u00e8 mio, il primo baccio dell\u2019aprile \u00e8 mio \u2013 mein ist die erste Sonne, mein ist der erste Ku\u00df des April<\/em> verleihen als auch Schlichtheit bei<em> i fior ch\u2019io faccio, ahim\u00e8, non hanno odore \u2013 die Blumen, die ich sticke, ach, die haben keinen Duft <\/em>verleihen<em>.<\/em> Der folgende Beifall ist diesmal nicht st\u00f6rend, da die Rufe der Freunde, wo Rodolfo denn bliebe, die bezaubernde Liebesszene unterbrechen.<\/p>\n<p>Der zweite Akt, f\u00fcr dessen Umbau des B\u00fchnenbildes es eine kurze Unterbrechung gibt, wird zu Beginn mit langem, begeisternden Applaus begleitet: die Scheinwerfer offenbaren geradezu ein pr\u00e4chtiges Szenenbild mit vielen Menschen in bunten Kleidern. Selten bieten B\u00fchnenbilder eine solche \u00dcberraschung. Und die Ensembles wie auch die solistische Ges\u00e4nge lassen kaum einen Wunsch offen. Gro\u00dfer Star ist hier <strong>Aoife Miskelly<\/strong> (Musetta), die die kaprizi\u00f6se Freundin von Marcello in Stimme und Gestik gekonnt darstellt, zumal sie allein mit roten Haaren und rotem Kleid die Aufmerksamkeit auf sich zieht.<\/p>\n<p>Der vor K\u00e4lte mit Schneefall an der Peripherie von Paris spielende dritte Akt l\u00e4\u00dft die Zuschauer regelrechte die K\u00e4lte sp\u00fcren, die dem Schock bei Mim\u00ec, die erstmals von ihrer t\u00f6dlichen Krankheit h\u00f6rt, genau entspricht. Zuletzt empfinden die Zuschauer das traurige Ende von Mim\u00ec in Rudolfos Armen bis ins Einzelne mit.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Ein gro\u00dfer Abend, sowohl in der musikalischen Darstellung auch in den diese unterst\u00fctzende B\u00fchnenbilder. In jedem Moment der Handlung bemerkt man die \u00fcberlegene Personenf\u00fchrung. Zu verdanken ist dies der souver\u00e4nen Regie <strong>Michael Hampes<\/strong>, der musikalischen Leitung Francesco Angelico mit dem G\u00fcrzenich-Orchester und der Ch\u00f6re in der Einstudierung <strong>Andrew Ollivants<\/strong> sowie der \u00fcberragenden Solisten und S\u00e4nger der Nebenrollen. Eine Sternstunde der Oper K\u00f6ln!<\/p>\n<p>Dr. Olaf Zenner<\/p>\n<p>Bild: Paul Leclaire<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Kihwan Sim (Colline), Aoife Miskelly (Musetta), Miljenko Turk (Marcello), Jacquelyn Wagner (Mim\u00ec), Jeongki Cho (Rodolfo), Chor der Oper K\u00f6ln<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Giacomo Puccini (1858-1924), Oper in vier Bildern, Libretto: Luigi Illica und Giuseppe Giacosa nach Henri Murgers Sc\u00e8nes de la vie de boh\u00e8me, UA: 1. 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