{"id":6492,"date":"2015-10-10T18:05:22","date_gmt":"2015-10-10T17:05:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6492"},"modified":"2015-11-24T18:07:30","modified_gmt":"2015-11-24T17:07:30","slug":"la-sonnambula-muenchen-gaertnerplatztheater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6492","title":{"rendered":"LA SONNAMBULA &#8211; M\u00fcnchen, G\u00e4rtnerplatztheater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Vincenco Bellini (1801-1835); Melodramma in zwei Akten, Libretto: Felice Romani nach einem Libretto von Eug\u00e8ne Scribe zum Ballett <em>La sonnambule<\/em> (1827) von Jean-Pierre Aumer, UA: 6. M\u00e4rz 1831 Mailand, Teatro Carcano<\/p>\n<p>Regie: Michael Sturminger, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Andreas Donhauser, Renate Martin<\/p>\n<p>Dirigent: Marco Comin, Orchester, Chor und Extrachor Staatstheater am G\u00e4rtnerplatz, Choreinstudierung: Felix Meybier<\/p>\n<p>Solisten: Maxim Kuzmin-Karavaev (Graf Rodolfo), Anna Agathonos (Teresa), Jennifer O&#8217;Loughlin (Amina), Alessandro Luciano (Elvino), Maria Nazarova (Lisa), Martin Hausberg (Alessio)u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 8. Oktober 2015 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/M\u00fcnchen-La-Sonnambula.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-6493\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/M\u00fcnchen-La-Sonnambula.jpg\" alt=\"M\u00fcnchen La Sonnambula\" width=\"606\" height=\"404\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/M\u00fcnchen-La-Sonnambula.jpg 606w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/M\u00fcnchen-La-Sonnambula-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 606px) 100vw, 606px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Die Hochzeit von Amina und Elvino steht kurz bevor. Die \u00f6ffentliche Verlobung findet in Lisas Gasthaus statt, in dem sich Graf Rodolfo auch einquartiert. In der Nacht verirrt sich die schlafwandelnde Amina in Rodolfos Zimmer. Am n\u00e4chsten Morgen findet Elvino Amina schlafend auf dem Bett des Grafen, beschuldigt sie der Untreue und will nun wieder Lisa heiraten. Der Graf versucht Aminas Unschuld zu beweisen und der Dorfgemeinde das Ph\u00e4nomen des Schlafwandelns zu erkl\u00e4ren. Genau in diesem Moment erscheint die schlafwandelnde Amina. Alle erkennen, da\u00df ein schlafwandelnder Mensch nicht bei Sinnen ist. Auch Elvino ist nun von Aminas Unschuld \u00fcberzeugt und der Hochzeit steht nichts mehr im Wege.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Eine relativ einfache B\u00fchnenausstattung erweist sich als \u00e4u\u00dferst praktisch: Den Hintergrund zeigt mit Hilfe einer Video-Projektion einer Gebirgslandschaft mit sprudelndem Wasser. Diese Projektion l\u00e4\u00dft sich gegen weitere naturalistische Wald- oder Gebirgslandschaften austauschen. Auf einem Podest f\u00e4hrt das luxuri\u00f6se G\u00e4ste-Zimmer (mit durchsichtigen R\u00fcckw\u00e4nden!) auf die B\u00fchne, gediegene Holz-Tische und St\u00fchle bilden den Versammlungsraum, der mit Blumen und Tischt\u00fcchern auch festlich geschm\u00fcckt werden kann. Die detailverliebten Kost\u00fcme entsprechen der italienischen Mode um 1830 und lassen einige modische Parallelen zum deutschen Biedermeier zu.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p><em>Es stimmt, da\u00df Bellini schwach ist was Harmonie und Orchestrierung anbelangt: aber er ist reich an Gef\u00fchlen und (&#8230;) Melancholie (&#8230;), gibt es lange, lange, lange Melodien, wie niemand vor ihm sie geschaffen hat. Und was f\u00fcr Wahrheit und Ausdruckskraft! <\/em>So \u00e4u\u00dferte sich Verdi \u00fcber Bellini, und er h\u00e4tte sicherlich an diesem Abend beif\u00e4llig genickt, begeistert von den S\u00e4ngern, die vermitteln k\u00f6nnen, welcher Glanz, welche Strahlkraft aus dem Belcanto leuchten kann. Einer der Leistungstr\u00e4ger ist <strong>Alessandro Luciano<\/strong> in der Tenorrolle des Elvino. Er klettert ohne h\u00f6rbare Anstrengung oder Stemmen in die h\u00f6chsten H\u00f6hen und zaubert mit klarer Stimme ein schwieriges Legato nach dem anderen hervor. Man h\u00f6rt, da\u00df hier viel Erfahrung als Rodolfe im <em>Wilhelm Tell <\/em>(Pesaro) vorhanden ist. Eine mehr als ebenb\u00fcrtige Partnerin hat er in <strong>Jennifer O&#8217;Loughlin<\/strong> als seine Schlafwandlerin Amina. Traumhaft sichere Koloraturen, deren Schwierigkeitsgrad der <em>K\u00f6nigin der Nacht<\/em> in nichts nachstehen, eine klare, reine und dynamische Stimme, mit der sie das Publikum spielerisch um den Finger wickelt: Mit der Schlu\u00dfarie, mit der sie ihre Liebe zu Elvino erkl\u00e4rt. <em>Ah! Non credea mirarti, Si presto estinto, O fiore \u2013 Ah! Ich h\u00e4tte nicht geglaubt, oh Blume, dich so schnell verwelken zu sehen.<\/em> <strong>Maxim Kuzmin-Karavaev<\/strong> ist als Graf Rodolfo als weicher klangverliebter Ba\u00df mit Reichweite bis zu den exponierten H\u00f6hen unterwegs. Ihm w\u00fcrde man in diesen H\u00f6hen auch einen Tenor abnehmen. <strong>Maria Nazarova<\/strong> als verliebte Wirtin Lisa, macht den jugendlichsten Eindruck, und kann mit ihrer hellen Stimme viele Reize entwickeln. Ihr perlendes Singen im Legato ist bemerkeswert. Auch die Nebenrollen k\u00f6nnen in diesem Konzert der Stimmen mithalten. <strong>Anna Agathonos<\/strong> ist Teresa, die nachdenkliche Ziehmutter der Amina, <strong>Martin Hausberg<\/strong> der lethargisch gescheiterte Liebhaber Alessio. <strong>Marco Cumin<\/strong>, der richtige Mann am Pult, d\u00e4mpft das Orchester. Die S\u00e4nger haben keine Probleme, musikalisch zu dominieren und im Orchester den idealen Begleiter zu finden. Besonders in der messerscharfen \u00dcberakustik des Prinzregententheaters eine wahrhafte Leistung. Auch dem bestens disponierten <strong>Chor<\/strong> des G\u00e4rtnerplatztheaters gelingt ein harmonisches Zusammenspiel mit Orchester und Solisten. Es ist schon faszinierend, wie leicht und brillant sich Bellini anh\u00f6rt, obwohl die gesangstechnischen Anspr\u00fcche hoch sind.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>S\u00e4mtliche Vorstellungen sind ausverkauft (auch unter der Woche!) und das Publikum tobt vor Begeisterung \u00fcber die S\u00e4nger, das Orchester und die Regie: Eine Produktion, die einer Staatsoper w\u00fcrdig ist! Und ein Beleg, da\u00df Belcanto-S\u00e4ngeropern keineswegs nur eine langweilige, einfach gestrickte Handlung bieten, sondern dank einer durchdachten und handwerklich soliden Personenregie zusammen mit einer einfachen, aber phantasievollen B\u00fchnenausstattung zu einem sehr spannenden Opernabend f\u00fchren. Da capo!<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Thomas Dashuber<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Jennifer O&#8217;Loughlin (Amina), Alessandro Luciano (Elvino) und Chor und Extrachor Staatstheater am G\u00e4rtnerplatz<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Vincenco Bellini (1801-1835); Melodramma in zwei Akten, Libretto: Felice Romani nach einem Libretto von Eug\u00e8ne Scribe zum Ballett La sonnambule (1827) von Jean-Pierre Aumer, UA: 6. 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