{"id":649,"date":"2009-05-11T11:13:34","date_gmt":"2009-05-11T09:13:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=649"},"modified":"2009-05-12T11:19:02","modified_gmt":"2009-05-12T09:19:02","slug":"berlin-staatsoper-unter-den-linden-orlando-paladino-ritter-roland","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=649","title":{"rendered":"Berlin, Staatsoper Unter den Linden &#8211; ORLANDO PALADINO &#8211; RITTER ROLAND"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Joseph Haydn (1732 \u2013 1809), Dramma eroicomico in drei Akten, Text von Nunziato Porta, UA: Eszterh\u00e1za 1782<br \/>\nRegie: Nigel Lowery und Amir Hosseinpour, B\u00fchnenbild\/Kost\u00fcme: Nigel Lowery, Choreographie: Amir Hosseinpour, Dramaturgie: Francis H\u00fcsers, Licht: Olaf Freese<br \/>\nDirigent: Ren\u00e9 Jacobs, Freiburger Barockorchester<br \/>\nSolisten: Marlis Petersen (Angelica), Pietro Spagnoli (Rodomonte), Tom Randle (Orlando), Magnus Staveland (Medoro), Sunhae Im (Eurilla), Victor Torres (Pasquale), Alexandrina Pendatchanska (Alcina), Arttu Kataja (Licone und Caronte)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 8. Mai 2009 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a TITLE=\"berlin-staatsoper-orlando.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/05\/berlin-staatsoper-orlando.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"berlin-staatsoper-orlando.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/05\/berlin-staatsoper-orlando.jpg\" \/><\/a>Der in die K\u00f6nigin Angelica verliebte Ritter Orlando durchstreift die W\u00fcste, um sie und ihren Geliebten Medoro zu treffen. Sein Verstand ist getr\u00fcbt, und er ist einzig von dem Wunsch nach Rache f\u00fcr seine entt\u00e4uschte Liebe beherrscht. Als es ihm endlich gelingt, die beiden zu stellen, schreitet die Zauberin Alcina ein. Doch auch sie vermag nicht, den verwirrten und rasenden Orlando zu heilen. Dazu schickt sie ihn in die Unterwelt. Dort trinkt er Wasser aus Lethe, dem Flu\u00df des Vergessens, vergi\u00dft so seine ungl\u00fcckliche Liebe und kann nun mit Angelica und Medoro Frieden schlie\u00dfen.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nDekoration und Kost\u00fcme sind keiner bestimmten geschichtlichen Epoche zuzuordnen, sondern zeigen alle Schaupl\u00e4tze als rein phantastische Landschaften. Die Beleuchtung ist nach dem Vorbild der B\u00fchnen im 18. Jahrhundert mitunter historisch, d.h. vorne unten am B\u00fchnenrand angebracht. Die Regie versucht, die z.T. drastischen Wechsel zwischen heroischem und komischem Geschehen deutlich zu machen. In den komischen Abschnitten geht es dabei sehr nerv\u00f6s zu, die Darsteller untermalen ihren Gesang mit hastigen Gesten und im Hintergrund sind etliche ebenso unruhig agierende Komparsen zu sehen.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\n<strong>Sunhae Im<\/strong> (Eurilla) besitzt von allen Akteuren des Abends sicherlich die am meisten ausgeglichene Stimme und vermochte in allen Beziehungen zu \u00fcberzeugen. Bei allen anderen S\u00e4ngern zeigt sich eine m\u00f6glicherweise dem (zu) gro\u00dfen Zuschauerraum geschuldete Tendenz, die T\u00f6ne zu massiv zu singen, wodurch die Beweglichkeit der Stimmen leidet. Um nicht mi\u00dfverstanden zu werden: Die Solisten dieses Abends beherrschen ihr Metier au\u00dferordentlich gut und liefern grundsolide Leistungen. Allerdings fehlte an diesem Abend ein stimmlicher Glanzpunkt. <strong>Marlis Petersen<\/strong> (Angelica) besitzt eine ausgeglichene, bewegliche Stimme. Ihre mit Koloraturen gespickte Partie ist sicherlich die gr\u00f6\u00dfte s\u00e4ngerische Herausforderung dieser Oper, die sie allerdings nicht souver\u00e4n zu meistern imstande war. Einige Spitzent\u00f6ne waren intonatorisch unsauber ebenso wie die Koloraturen, insbesondere die abw\u00e4rts gesungenen, die sie zudem ein wenig verwischte. <strong>Tom Randle<\/strong> gab zwar einen \u00fcberzeugenden rasenden Orlando, doch fehlte ihm \u2013 wie den anderen m\u00e4nnlichen Protagonisten \u2013 ein raumf\u00fcllendes Timbre, das dem hochdifferenzierten Spiel des <strong>Freiburger Barockorchester<\/strong>s als gleichwertig an die Seite zu stellen gewesen w\u00e4re. Artikulatorisch, rhythmisch und klanglich wurde der Text der Haydnschen Partitur unter <strong>Ren\u00e9 Jacobs\u2019<\/strong> Leitung, wie zu erwarten war, musterg\u00fcltig vorgef\u00fchrt. Die dankbarste Partie der Oper ist sicherlich die des Pasquale, die von <strong>Victor Torres<\/strong> darstellerisch, aber leider nicht musikalisch rundum zufriedenstellend gestaltet wurde. Insbesondere seine burleske Arie im ersten Akt wurde offensichtlich zu schnell dirigiert, denn hier kam er mit dem Textvortrag nicht hinterher.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nDer gro\u00dfartigste Akteur des Abends ist das Orchester unter seinem prominenten Dirigenten. Wer Haydns Oper in musikalisch historischem Gewande erleben m\u00f6chte, wird hier voll auf seine Kosten kommen. Die s\u00e4ngerischen Leistungen waren demgegen\u00fcber nicht derart exzellent. Keiner der S\u00e4nger der Hauptpartien vermochte musikalisch mitzurei\u00dfen. Darstellerisch ist die gesamte Inszenierung zu unruhig geraten. Man hat den Eindruck, als wenn die Regie Humor mit Hektik verwechselt. Jedenfalls sind viele der zu sehenden Aktionen alles andere als \u00fcberzeugend, weder inhaltlich noch vom Timing der Akteure her. Generell d\u00fcrfte dieses f\u00fcr unsere Begriffe recht altert\u00fcmliche Libretto nur schwer \u00fcberzeugend in Szene zu setzen sein. Andererseits gibt es aber auch keine regietheatertypischen Entgleisungen und keine brutalen Verst\u00f6\u00dfe gegen den originalen Text. Mit Einschr\u00e4nkungen zu empfehlen.<br \/>\nDr. Martin Knust<\/p>\n<p>Bild: Ruth Walz<br \/>\nDas Bild zeigt: Tom Randle als Orlando und Sunhae Im als Eurilla.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Joseph Haydn (1732 \u2013 1809), Dramma eroicomico in drei Akten, Text von Nunziato Porta, UA: Eszterh\u00e1za 1782 Regie: Nigel Lowery und Amir Hosseinpour, B\u00fchnenbild\/Kost\u00fcme: Nigel Lowery, Choreographie: Amir Hosseinpour, Dramaturgie: Francis H\u00fcsers, Licht: Olaf Freese Dirigent: Ren\u00e9 Jacobs, Freiburger<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=649\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[24,1],"tags":[],"class_list":["post-649","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-berlin-staatsoper-unter-den-linden","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/649","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=649"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/649\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=649"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=649"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=649"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}