{"id":6479,"date":"2015-10-25T08:41:27","date_gmt":"2015-10-25T07:41:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6479"},"modified":"2015-11-06T08:43:33","modified_gmt":"2015-11-06T07:43:33","slug":"penelope-strassburg-opera-national-du-rhin","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6479","title":{"rendered":"P\u00e9n\u00e9lope &#8211; Stra\u00dfburg, Op\u00e9ra national du Rhin"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Gabriel Faur\u00e9 (1845-1924), po\u00e8me lyrique in 3 Akten, Libretto: Ren\u00e9 Fauchois, UA: 4. November 1924 Paris, Op\u00e9ra Garnier<\/p>\n<p>Regie: Olivier Py, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Pierr-Andr\u00e9 Weitz, Licht: Bertrand Killy<\/p>\n<p>Dirigent: Patrick Davin, Orchestre symphonique de Mulhouse et Ch\u0153urs de l&#8217;Op\u00e9ra national du Rhin, Choreinstudierung: Sandrine Abello,<\/p>\n<p>Solisten: Anna Caterina Antonacci (P\u00e9n\u00e9lope), Marc Laho (Ulysse), \u00c9lodie M\u00e9chain (Eurycl\u00e9e), Sarah Laulan (Cl\u00e9one), Kristina Bitenc (M\u00e9lantho), Roc\u00edo P\u00e9rez (Phylo), Francesca Sorteni (Lydie), Lamia Beque (Alkandre), Jean-Philippe Lafont (Eum\u00e9e), Edwin Crossley-Mercer (Eurymaque), Martial Defontaine (Antoni\u00fcs), Mark Van Arsdale (L\u00e9od\u00e8s), Arnaud Richard (Ct\u00e9sippe), Camille Tresmontant (Pisandre), Aline Gozlan (Eurynome) u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 23. Oktober 2015 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/Stra\u00dfburg-Penelope.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-6480\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/Stra\u00dfburg-Penelope.jpg\" alt=\"Stra\u00dfburg Penelope\" width=\"403\" height=\"606\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/Stra\u00dfburg-Penelope.jpg 403w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/Stra\u00dfburg-Penelope-200x300.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 403px) 100vw, 403px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Penelope wartet auf die R\u00fcckkehr ihres Gatten Odysseus. Dieser befindet sich seit einiger Zeit auf der R\u00fcckreise von Troja und wird von vielen bereits f\u00fcr tot gehalten. W\u00e4hrend viele Freier um Penelopes Hand anhalten, f\u00fchlt diese intuitiv, da\u00df Odysseus noch lebt und z\u00f6gert ihren Entschlu\u00df immer wieder hinaus. Odysseus erscheint als Bettler verkleidet im Palast und wird von Penelope f\u00fcrsorglich aufgenommen. Nur ihre Amme Eurykleia (Eurycl\u00e9e) erkennt ihn beim Waschen wieder. Er macht den Vorschlag, da\u00df derjenige Penelope heiraten solle, der Odysseus&#8216; Bogen spannen kann. Odysseus nutzt diese Situation, kann den Bogen spannen und t\u00f6tet dann all seine Rivalen.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Die B\u00fchne zeigt einen dunklen, bedr\u00fcckenden Raum mit einer sich st\u00e4ndig bewegenden Drehb\u00fchne, auf der andeutungsweise die Arkaden einer antiken Arena sowie metallene Ger\u00fcste zu sehen sind. Der Hintergrund ist in wei\u00dfgraue Nebenschwaden geh\u00fcllt, w\u00e4hrend die Protagonisten ebenfalls gro\u00dfenteils in schwarzer Kleidung auftreten. Ein Krankenbett, auf dem der sterbende Laertes zu sehen ist, steht in seiner wei\u00dfen Farbe dazu in starkem Kontrast. Die Regie arbeitet gerne mit Symbolen wie Poseidons Dreizack und einem komplement\u00e4r sich verschiebenden Fries mit dem Muster \u201elaufender Hund\u201c, was die Wogen des Meeres und die Reise des Odysseus pantomimisch nachspielt. Die Szene wird im weiteren durch einen lebendigen Hund zu Beginn sowie durch Reiter und auf braunfarbenem Pferd im dritten Akt belebt.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Abwechslungsreich und differenziert gestaltet der junge Dirigent <strong>Patrick Davin<\/strong> den Orchesterklang dieses farbenreichen Werkes. Vor allem die rhythmischen Wechsel von 5\/8- \u00fcber 9\/8- bis zu 12\/8-Takten sind ein Charakteristikum, das diese musikalische Interpretation neben der differenzierten Gestaltung der einzelnen Instrumentengruppen auszeichnet. Im weiteren \u00fcberdeckt der teils \u00fcppige Orchesterklang an keiner Stelle die S\u00e4nger, welche sich stimmlich ohne gro\u00dfe Kraftanstrengungen entfalten k\u00f6nnen. Da ist in erster Linie <strong>Anna Caterina Antonacci<\/strong> in der Titelpartie der P\u00e9n\u00e9lope zu nennen, die an diesem Abend eine beachtliche Leistung vollbringt. Sie transportiert in ihrem Timbre vor allem die Schwere und die Melancholie dieser Partie, die durch teils k\u00fcrzere, teils l\u00e4ngere Monologe charakterisiert. Die Amme Eurycl\u00e9e wird von <strong>\u00c9lodie M\u00e9chain<\/strong> gesungen, einer schweren Altstimme, die phasenweise etwas unbeweglich erscheint und auch in ihrer Deklamation etwas schwerf\u00e4llig wirkt. Stark besetzt sind an diesem Abend vor allem die M\u00e4nner in den Baritonpartien mit <strong>Edwin Crossley-Mercer<\/strong> als Eurymaque und <strong>Jean-Philippe Lafon<\/strong> in der Partie des Hirten Eum\u00e9e. Jean-Philippe Lafon interpretiert die Partie des alten Hirten Eum\u00e9e mit einem sonoren, obertonreichen Timbre, das angenehm zu h\u00f6ren ist. Vor allem Edwin Crossley-Mercer \u00fcberzeugt mit einem klaren schillernden Timbre sowie einer pr\u00e4zis erarbeiteten Artikulation, wie sie die meisten anderen S\u00e4nger an diesem Abend leider vermissen lassen. Dies \u00fcberrascht insbesondere deshalb, weil die Mehrzahl der K\u00fcnstler franz\u00f6sische Muttersprachler sind, aufgrund ihrer s\u00e4ngerischen Ausbildung, wie in unseren Tagen \u00fcblich, den Fokus schwerpunktm\u00e4\u00dfig auf eine reine Stimmbildung ohne besondere Ber\u00fccksichtigung der Sprachlichkeit gerichtet haben, was bei einem derart textlastigen Werk wie P\u00e9n\u00e9lope nicht zu \u00fcberh\u00f6ren ist.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Das Problem der Inszenierung von <strong>Olivier Py<\/strong> ist eine offensichtliche Orientierungslosigkeit. Dem Regisseur scheinen die opernhaften Bezugspunkte zu fehlen, was in erster Linie darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren ist, da\u00df bei Faur\u00e9 das musikdramatische Element in den Hintergrund r\u00fcckt und der epische Charakter von Homers Dichtung in die Komposition \u00fcbertragen wird. Die g\u00e4ngigen Mittel der Regie greifen hier also nur bedingt. F\u00fcr den Zuschauer hat der Abend gewisse L\u00e4ngen, was durch den Verzicht auf eine Pause zeitlich wieder ausgeglichen wird. Immerhin hat man sich in Stra\u00dfburg die M\u00fche gemacht, das wenig verbreitete Libretto im franz\u00f6sischen Original abzudrucken.<\/p>\n<p>Daniel Rilling<\/p>\n<p>Bild: Klara Beck<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Anna Caterina Antonacci (P\u00e9n\u00e9lope)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Gabriel Faur\u00e9 (1845-1924), po\u00e8me lyrique in 3 Akten, Libretto: Ren\u00e9 Fauchois, UA: 4. 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