{"id":647,"date":"2009-05-07T09:06:28","date_gmt":"2009-05-07T07:06:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=647"},"modified":"2009-05-11T09:14:45","modified_gmt":"2009-05-11T07:14:45","slug":"wurzburg-mainfranken-theater-tannhauser-und-der-sangerkrieg-auf-wartburg","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=647","title":{"rendered":"W\u00fcrzburg, Mainfranken Theater &#8211; TANNH\u00c4USER UND DER S\u00c4NGERKRIEG AUF WARTBURG"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Richard Wagner, Musik und Test, Gro\u00dfe romantische Oper in drei Aufz\u00fcgen, UA: Dresdener Fassung 1845, Pariser Fassung,1861, Regie: Hermann Schneider, B\u00fchne: Falko Herold, Choreografie: Anna Vita<br \/>\nDirigent: Jonathan Seers, Philharmonisches Orchester W\u00fcrzburg, Ballett, Chor und Extrachor des Mainfranken Theaters W\u00fcrzburg<br \/>\nSolisten: Stefan Klemm (Landgraf Herrmann), Paul McNamara (Tannh\u00e4user), Heiko Trinsinger (Wolfram), Randall Bills (Walther), Johann F. Kirsten (Biterolf), David Fielder (Heinrich), Ipca Ramanovic (Reinmar), Anja Eichhorn (Elisabeth), Karen Leiber (Venus), Anna Nesyba (Hirt)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 2. Mai 2009 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a TITLE=\"wurzburg-tannhauser.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/05\/wurzburg-tannhauser.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"wurzburg-tannhauser.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/05\/wurzburg-tannhauser.jpg\" \/><\/a>Der S\u00e4nger Tannh\u00e4user hat lange Zeit im Venusberg zugebracht, dem legend\u00e4ren Zufluchtsort der antiken Liebesg\u00f6ttin im Mittelalter. Der permanenten erotischen Ekstase \u00fcberdr\u00fcssig, will Tannh\u00e4user sie verlassen. Seine R\u00fcckkehr in die irdische Welt wird von ihrem Fluch begleitet, da\u00df er sein Heil auf Erden nie finden m\u00f6ge. Von seinen Freunden und k\u00fcnstlerischen Konkurrenten wird er \u00fcberredet, an seine alte Wirkungsst\u00e4tte, die Wartburg, zu einem S\u00e4ngerwettstreit zur\u00fcckzukehren. Thema des Wettstreits ist das Wesen der Liebe, der Preis ist Elisabeth, die Tannh\u00e4user in Zuneigung ergeben ist. W\u00e4hrend seines Beitrags gesteht Tannh\u00e4user jedoch seinen Aufenthalt im Venusberg, und nur Dank des Eintretens von Elisabeth darf er sein Leben behalten unter der Bedingung, nach Rom zu pilgern und f\u00fcr seine Verfehlung beim Papst um Absolution zu bitten. Der aber \u00fcberantwortet Tannh\u00e4user der ewigen Verdammnis, vor der ihn das selbstlose Opfer Elisabeths rettet.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nDer W\u00fcrzburger Intendant Hermann Schneider setzt auf leerer B\u00fchne einzig die B\u00fchnentechnik ein.<br \/>\nDabei hatte es mit einem Knalleffekt begonnen, denn die Balletteinlage (erster Akt) wird von Anna Vita als wahrhaft exstatischer Bacchantenreigen choreographiert. Projektionen von schwimmenden Nixen unterst\u00fctzen den \u00e4sthetischen Eindruck.<br \/>\nNach seiner Flucht aus dem Venusberg vor den zu Schlangen mutierten Bacchanten ger\u00e4t Tannh\u00e4user in einen Wintereinbruch in den Bergen (dargestellt mit einer Rampe). Zwar singt der Hirt vom Mai und pflanzt Fr\u00fchlingsblumen, die Jagdgesellschaft als Seilschaft tr\u00e4gt jedoch Winterkleidung.<br \/>\nDie Wartburg ist zun\u00e4chst eine leere B\u00fchne mit einem Loch in der Mitte, durch das dann die G\u00e4ste mittels Drehb\u00fchne und quietschenden Hubpodium hereingehoben werden. Die Umgruppierung der S\u00e4nger und des Chores hat teilweise komische Z\u00fcge. Tannh\u00e4user wird durch das Opfer Elisabeths (sie stirbt) erl\u00f6st, was durch den gr\u00fcnen Hirtenstab des Hirten dargestellt wird.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\nIn W\u00fcrzburg werden gewisserma\u00dfen die H\u00f6hepunkte aus beiden Fassungen zusammengef\u00fchrt: Zun\u00e4chst die Pariser Fassung mit dem Bacchanal (Ballett-Einlage) und der ausf\u00fchrlichen Fassung des Duetts Venus\/Tannh\u00e4user im ersten Akt, danach der Sprung in die Dresdener Fassung mit dem l\u00e4ngeren S\u00e4ngerkrieg und der stringenteren Schlu\u00dffassung.<br \/>\n<strong>Jonathan Seers<\/strong> hat gen\u00fcgend Erfahrung mit dieser Fassung, denn er zeichnete schon in den Neunzigern f\u00fcr die erste Tannh\u00e4user-Produktion verantwortlich und kehrte jetzt als alter und neuer GMD ans Haus zur\u00fcck. Es wird wundervoll ausmusiziert mit Klangwolken, die sich wie Duftwolken \u00fcber die Zuh\u00f6rer senken und sie lyrisch einh\u00fcllen. Die Emotion, die Dramatik der Romantik gehen dabei aber unter, Lautst\u00e4rkewechsel und Tempobeschleunigungen sind zu selten, z.B. um die Emotionen beim S\u00e4ngerwettstreit darzustellen.<br \/>\n<strong>Paul McNamara<\/strong> ist ein Nachwuchstenor, der mit seinem Rollendeb\u00fct als Tannh\u00e4user erste Erfahrungen sammelt. Er teilt sich seine Kr\u00e4fte klug ein, so im Duett mit Venus oder Elisabeth. Leider kann er sich in diesen Duetten nicht durchsetzen, denn sowohl <strong>Anja Eichhorn<\/strong> (Elisabeth) und <strong>Karen Leiber<\/strong> (Venus) sind erfahrene Soprane, wobei man auch sagen mu\u00df, da\u00df <strong>Anja Eichhorn<\/strong> ein zu dramatischer, zu lauter Sopran f\u00fcr das Haus ist. <strong>Karen Leiber<\/strong> hingegen kann auch mit leisen T\u00f6nen \u00fcberzeugen. Entdeckung des Abends ist <strong>Stefan Klemm<\/strong>, der ein Ba\u00dfbariton mit sehr sicherer H\u00f6he und Tiefe ist und ebenfalls die Gesangslinie gut gestaltet, die sich fast <em>unendlich<\/em> anh\u00f6rt. \u00c4hnliches kann man \u00fcber den Bariton <strong>Heiko Trinsinger<\/strong> sagen, der sich mit der Romanze <em>O! Du mein holder Abendstern<\/em> in die Herzen (nicht nur) der weiblichen Zuh\u00f6rer singt. Ausgezeichnet sind auch die kleinen Rollen besetzt, unter denen der lyrische Nachwuchstenor <strong>Randall Bills<\/strong> als Walter und <strong>Anna Nesyba<\/strong> als Hirt mit sch\u00f6ner H\u00f6he hervorstechen.<br \/>\nFazit<br \/>\nEinhelliger Applaus f\u00fcr eine Produktion, die man als beispielhaft f\u00fcr die Leistungsf\u00e4higkeit einer st\u00e4dtischen B\u00fchne bezeichnen kann. Auch wenn die Inszenierung emotionslos und statisch wirkte (gerade   bei einer romantische Oper) und die Umbauten nicht gerade lautlos \u00fcber die B\u00fchne gingen, setzte doch das Bacchanal ein eindrucksvolles Zeichen. F\u00fcr ein Stadttheater ein sehr sch\u00f6ner Abend!<br \/>\nOliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Falk von Traubenberg<br \/>\nDas Bild zeigt: Der Einzug der G\u00e4ste in der Wartburg mit quietschendem Hubpodium.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Richard Wagner, Musik und Test, Gro\u00dfe romantische Oper in drei Aufz\u00fcgen, UA: Dresdener Fassung 1845, Pariser Fassung,1861, Regie: Hermann Schneider, B\u00fchne: Falko Herold, Choreografie: Anna Vita Dirigent: Jonathan Seers, Philharmonisches Orchester W\u00fcrzburg, Ballett, Chor und Extrachor des Mainfranken Theaters<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=647\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,66],"tags":[],"class_list":["post-647","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","category-wurzburg-mainfranken-theater"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/647","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=647"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/647\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=647"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=647"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=647"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}