{"id":645,"date":"2009-05-02T09:00:29","date_gmt":"2009-05-02T07:00:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=645"},"modified":"2009-05-11T09:06:25","modified_gmt":"2009-05-11T07:06:25","slug":"karlsruhe-badisches-staatstheater-don-carlos","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=645","title":{"rendered":"Karlsruhe, Badisches Staatstheater &#8211; DON CARLOS"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giuseppe Verdi (1813-1901), Oper in f\u00fcnf Akten (Modena-Fassung, 1886), Libretto: Joseph M\u00e9ry und Camille Du Locle nach dem Dramatischen Gedicht Don Karlos, Infant von Spanien (1805) von Friedrich Schiller, UA: 11. M\u00e4rz 1867, Th\u00e9\u00e2tre Imp\u00e9rial de l\u2019Op\u00e9ra, Paris<br \/>\nDirigent: Justin Brown, Badische Staatskapelle<br \/>\nRegie: Robert Tannenbaum, B\u00fchne: Christian Floeren, , Kost\u00fcme: Ute Fr\u00fchling<br \/>\nSolisten: Konstantin Gorny (Philipp II.), Keith Ikaia-Purdy (Don Carlos), Armin Kolarczyk (Rodrigo), Ulrich Schneider (Gro\u00dfinquisitor), Luiz Molz (M\u00f6nch); Barbara Dobrzanska (Elisabeth von Valois), Sabina Willeit (Prinzessin Eboli), Clara Lim (Tebaldo) u.a.<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 25. April 2009 (Premiere, in italienischer Sprache)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a TITLE=\"karlsruhe-don-carlos.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/05\/karlsruhe-don-carlos.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"karlsruhe-don-carlos.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/05\/karlsruhe-don-carlos.jpg\" \/><\/a>Don Carlos, Sohn K\u00f6nig Philipps II von Spanien, trifft im Wald von Fontainebleau auf die ihm versprochene K\u00f6nigstochter Elisabeth von Valois. Als er sich zu erkennen gibt, entdecken beide ihre gegenseitige Zuneigung. Kurz danach erscheint der Page Tebaldo \u00fcberbringt Elisabeth den Beschlu\u00df K\u00f6nig Philipps, da\u00df dieser selbst sie zur Gattin will. Auf diese Weise soll der Frieden zwischen Spanien und Frankreich gesichert werden.<br \/>\nIm Kloster San Just trifft Carlos auf seinen aus dem durch Glaubenskriege zerr\u00fctteten Flandern zur\u00fcckgekehrten Freund Rodrigo. Er gesteht Rodrigo seine Zuneigung zu Elisabeth, woraufhin dieser Carlos \u00fcberzeugt, er solle von Philipp seine Entsendung nach Flandern ersuchen.<br \/>\nIn einer l\u00e4ngeren Unterredung bittet Rodrigo von Philipp, die grausame Unterwerfung Flanderns zu beenden. Der K\u00f6nig, der den Verdacht hat, da\u00df sein Sohn Carlos ein Verh\u00e4ltnis mit seiner Gattin hat, bittet er, mit Elisabeth zu sprechen. In einem Autodaf\u00e9 werden die sechs flandrischen Deputierten dem Flammentod \u00fcbergeben. Als sich Carlos dagegen stellt, wird er im Auftrag des K\u00f6nigs von Rodrigo entwaffnet und ins Gef\u00e4ngnis geworfen. In einem Gespr\u00e4ch Phillips mit dem Gro\u00dfinquisitor dr\u00e4ngt dieser ihn, den als R\u00e4delsf\u00fchrer angesehene Rodrigo zu t\u00f6ten. Sodann wird Rodrigo, der Carlos im Gef\u00e4ngnis  besucht, ohne Vorwarnung erschossen. Doch Rodrigo wird von Philipp erschossen. Phillip l\u00e4\u00dft Carlos frei. Dieser eilt zum Kloster St. Just, um zum letzten Mal Elisabeth zu sehen. Sie werden von Phillips Soldaten \u00fcberrascht, doch Carlos kann sich ins Kloster retten.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nDie B\u00fchne bietet in allen f\u00fcnf Akten im Kern dasselbe Bild: Als \u201edoppelter\u201c Boden dient eine schwebende Metallfl\u00e4che, unter welcher im ersten Akt, halb unter der B\u00fchne versunken, der Chor auf enger Fl\u00e4che zusammengedr\u00e4ngt ist, w\u00e4hrend die Protagonisten auf der Metallfl\u00e4che agieren. Im ersten Bild des zweiten Aktes wird der Zuschauer geblendet von einem die B\u00fchnenvertikale ausf\u00fcllenden leuchtenden Neonkreuz. Die Stimme Karls V. erklingt aus Lautsprechern Ei voleva regnare sul mondo -er wollte \u00fcber die Welt regieren. Im zweiten Bild stellt eine in gr\u00fcnes Licht getauchte B\u00fchne die k\u00f6niglichen G\u00e4rten dar. Die Hofdamen tragen zeitgen\u00f6ssische Trachten. In der Autodaf\u00e9-Szene erscheinen seitlich der B\u00fchne Projektionen s\u00e4mtlicher Gewaltherrscher von Mussolini bis Osama Bin Laden. Im vierten Akt zeigt die B\u00fchne den K\u00f6nig auf einem Berg von Elektroschrott, meist alte Bildschirme.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\nMakellos sang <strong>Barbara Dobrzanska<\/strong> in ihrer Rolle als Elisabeth mit ihrer klaren, schlanken und von Vibrato nicht \u00fcberladenen Stimme. Auch das Freundschaftsduett von Carlos und Rodrigo <em>Dio che nell&#8217;alma infondere \u2013 Gott, der du in der Seele einbringst<\/em> mit stimmlicher Sicherheit und Pr\u00e4zision. Nicht minder <strong>Sabina Willeit<\/strong> als Eboli, etwas dunkler im Timbre, doch v\u00f6llig zu Recht vom Publikum nach ihrem <em>Schleierlied<\/em> vor den Toren des Klosters St. Just <em>Nei giardin \u2013 del bello Saracin &#8211;<\/em><em> in den G\u00e4rten des sch\u00f6nen Sarazenen<\/em> st\u00fcrmisch bejubelt, ebenso <strong>Konstantin Gorny<\/strong> (Phillipp II.) bei seiner Arie <em>Ella giammai m&#8217;amo \u2013  sie hat mich nie geliebt.<\/em> <strong>Keith Ikaia-Purdy<\/strong> (Carlos) meisterte, trotz einer etwas gepre\u00dften Stimme, die Partie erstklassig. Auf h\u00f6chstem Niveau musizierte die <strong>Badische Staatskapelle<\/strong> unter <strong>Justin Brown<\/strong>.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nDieser Opernabend ist w\u00e4rmstens zu Empfehlen. Das B\u00fchnenbild ist allerdings aufgrund seiner sozialkritischen Ausrichtung sehr karg. Der Zuschauer wird jedoch durch die Glanzleistungen von S\u00e4ngern und Orchester entsch\u00e4digt.<br \/>\nDaniel Rilling<\/p>\n<p>Bild: Jaqueline Krause-Burberg<br \/>\nDas Bild zeigt: Barbara Dobrzanska (Elisabeth), Ulrich Schneider (Gro\u00dfinquisitor), Konstantin<br \/>\nGorny (Phillip II.), Armin Kolarczyk (Rodrigo)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Giuseppe Verdi (1813-1901), Oper in f\u00fcnf Akten (Modena-Fassung, 1886), Libretto: Joseph M\u00e9ry und Camille Du Locle nach dem Dramatischen Gedicht Don Karlos, Infant von Spanien (1805) von Friedrich Schiller, UA: 11. 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