{"id":6441,"date":"2015-10-11T21:12:31","date_gmt":"2015-10-11T20:12:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6441"},"modified":"2015-10-12T21:17:06","modified_gmt":"2015-10-12T20:17:06","slug":"der-wildschuetz-dresden-semperoper","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6441","title":{"rendered":"DER WILDSCH\u00dcTZ &#8211; Dresden, Semperoper"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Albert Lortzing (1801-1851), komische Oper in drei Akten, Libretto: Albert Lortzing nach dem Lustspiel <em>Der Rehbock<\/em> oder <em>Die schuldlosen Schuldbewu\u00dften<\/em> von August von Kotzebue, UA: Leipzig 31. Dezember 1842, Stadttheater<\/p>\n<p>Regie: Jens-Daniel Herzog, B\u00fchne: Mathis Neidhardt, Kost\u00fcme: Sibylle G\u00e4deke, Licht: Stefan Bolliger<\/p>\n<p>Dirigent: Alfred Eschw\u00e9, S\u00e4chsische Staatskapelle, S\u00e4chsischer Staatsopernchor, Choreinstudierung: J\u00f6rn Hinnerk Andresen<\/p>\n<p>Solisten: Detlef Roth (Graf von Eberbach), Sabine Brohm (Gr\u00e4fin), Steve Davislim (Baron Kronthal), Emily Dorn (Baronin Freimann), Reinhild Buchmayer (Nanette), Georg Zeppenfeld (Baculus), Carolina Ullrich (Gretchen), Oliver Breite (Pankratius), Alexander F\u00f6disch (Gast)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 10. Oktober 2015 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/Dresden_Wildsch\u00fctz.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-6442\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/Dresden_Wildsch\u00fctz.jpg\" alt=\"Dresden_Wildsch\u00fctz\" width=\"606\" height=\"405\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/Dresden_Wildsch\u00fctz.jpg 606w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/Dresden_Wildsch\u00fctz-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 606px) 100vw, 606px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Schulmeister Baculus feiert seine Verlobung mit der viel j\u00fcngeren Gretchen. Da erh\u00e4lt er die Nachricht vom Grafen, da\u00df er in dessen W\u00e4ldern verbotenerweise einen Rehbock erlegt h\u00e4tte und so aus dem Amt entlassen wird. Die als Student verkleidete Baronin von Freimann bietet sich Baculus an, beim Grafen f\u00fcr ihn vorzusprechen. Dies verschafft ihr auch die Gelegenheit Baron Kronthal unter die Lupe zu nehmen, mit dem sie ihr Bruder verheiraten will. Nach zahlreichen Verwicklungen auf dem Schlo\u00df des Grafen, in deren Folge sich der Graf und der Baron in die sich als Gretchen ausgebende Baronin verlieben, erh\u00e4lt der Baron die Hand der Baronin, und es kommt heraus, da\u00df Baculus seinen eigenen Esel anstelle eines Rehbockes geschossen hat.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Im ersten Akt f\u00e4llt der Blick auf ein Schulzimmer des 19. Jahrhunderts. Mit gro\u00dfer Tafel im Hintergrund sowie einigen Schulb\u00e4nken. Das Schlo\u00df ist als drehbarer Holzbau konzipiert, der sowohl ein Billardzimmer als Schlo\u00dfinneres, wie bei Drehung auch die stilisierte Au\u00dfenseite des Schlosses zeigt. Die Kost\u00fcme sind gr\u00f6\u00dftenteils im Sinne des St\u00fcckes in der Biedermeierzeit angesiedelt.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Stimmlich gl\u00e4nzend aufgestellter Mittelpunkt des Abends ist <strong>Georg Zeppenfeld<\/strong> (Baculus). Sein samtig gef\u00e4rbter Ba\u00df mit klarem Duktus, erdigen Farben und wuchtig ausgehaltenen T\u00f6nen l\u00e4\u00dft die bekannte Arie <em>F\u00fcnftausend Taler<\/em> des zweiten Aktes zu einer Offenbarung gesanglichen Facettenreichtums werden. \u00dcberzeugend ist auch sein Spiel, wobei er die biedere Schulmeisterhaftigkeit grandios in den Vordergrund stellt. Um Zeppenfeld als Leitstern der Vorstellung gruppieren sich weitere beachtenswerte gesangliche Leistungen. So versteht es <strong>Carolina Ullrich<\/strong> als Gretchen dem Zuschauer neben den \u00fcblichen Schenkelklopfern dieser Protagonistin auch stimmlich einiges abzugewinnen. Ihr in den oberen Tonlagen lang angehaltenen T\u00f6ne weisen eine anziehende Strahlkraft aus. Ebenso verh\u00e4lt es sich bei <strong>Emily Dorn<\/strong> (Baronin). Ihr funkelnder Sopran wei\u00df selbst in der ironischen \u00dcberspitzung des Liedes <em>Bin ein schlichtes Kind vom Lande<\/em> im ersten Akt mit nuancenreicher Grazilit\u00e4t zu verzaubern. Die stimmlichen St\u00e4rken des Baritons <strong>Detlef Roth<\/strong> (Graf) kommen insbesondere bei den heiteren Szenen zum Tragen. So wird seine Heiterkeit und Fr\u00f6hlichkeit im dritten Akt eindrucksvoll und zugleich ungezwungen vorgetragen. <strong>Steve Davislim<\/strong> (Baron) setzt einen weiteren Glanzpunkt des Abends. Die Kavatine des zweiten Akts wird mittels seiner warm timbrierten Stimme mit samtig strahlendem Durchscheinen zu einem pulsierenden Edelstein, der sich in das Ohr der Zuh\u00f6rer einnistet. K\u00f6stlich ist zudem das Zusammenspiel von Roth und Davislim in der Billardszene des zweiten Akts. Spielerische Glanzpunkte werden auch durch <strong>Emily Dorn<\/strong> gesetzt, die eine herrlich \u00fcberdrehte Gr\u00e4fin gibt. Die <strong>S\u00e4chsische Staatskapelle Dresden<\/strong> unter <strong>Alfred Eschw\u00e9<\/strong> zaubert einen beschwingt leichten Klangteppich, der die luftig lyrischen, wie aber auch die mitrei\u00dfend dramatischen Passagen kongenial umsetzt. Dazu ist der <strong>S\u00e4chsische Staatsopernchor Dresden<\/strong> pr\u00e4chtig aufgestellt.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Mit dieser Inszenierung hat die Semperoper wahrlich keinen Bock geschossen, sondern versteht es, werkgerecht das St\u00fcck ausstattungstechnisch wie auch musikalisch zwischen t\u00e4nzelnder Operette und mehrdeutiger Oper auf die B\u00fchne zu bringen. Die teilweise herausragenden Leistungen aller Beteiligten, allen voran die von Georg Zeppenfeld, der am Premierenabend im Anschlu\u00df an die Auff\u00fchrung auf der B\u00fchne als Kammers\u00e4nger ausgezeichnet worden ist, wurden mit tosendem, lang anhaltendem Beifall belohnt.<\/p>\n<p>Dr. Andreas Gerth<\/p>\n<p>Bild: Matthias Creutziger<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Carolina Ullrich (Gretchen), Emily Dorn (Baronin Freimann), Georg Zeppenfeld (Baculus), Reinhild Buchmayer (Nanette)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Albert Lortzing (1801-1851), komische Oper in drei Akten, Libretto: Albert Lortzing nach dem Lustspiel Der Rehbock oder Die schuldlosen Schuldbewu\u00dften von August von Kotzebue, UA: Leipzig 31. 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