{"id":6437,"date":"2015-10-11T09:19:16","date_gmt":"2015-10-11T08:19:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6437"},"modified":"2015-10-25T22:07:58","modified_gmt":"2015-10-25T21:07:58","slug":"theodora-paris-theatre-des-champs-elysees","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6437","title":{"rendered":"THEODORA &#8211; Paris, Th\u00e9\u00e2tre des Champs-\u00c9lys\u00e9es"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Georg Friedrich H\u00e4ndel (1685-1759), Oratorium in drei Akten, Libretto: Thomas Morell nach Robert Boyle, UA: 16. M\u00e4rz 1750 London, Royal Theatre, Covent Garden<\/p>\n<p>Regie: Stephen Langridge, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Alison Chitty, Licht: Fabrice Kebour Choreographie: Philippe Giraudeau<\/p>\n<p>Dirigent: William Christie, Chor und Orchester <em>Les Arts Florissants<\/em><\/p>\n<p>Solisten: Katherine Watson (Theodora), St\u00e9phanie d\u2019Oustrac (Irene), Philippe Jaroussky (Didymus), Kresimir Spicer (Septimus), Callum Thorpe (Valens)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 10. Oktober 2015 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<div id=\"attachment_6438\" style=\"width: 682px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/Paris-TCE-Theodora.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-6438\" class=\"size-full wp-image-6438\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/Paris-TCE-Theodora.jpg\" alt=\"THEODORA -\" width=\"672\" height=\"393\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/Paris-TCE-Theodora.jpg 672w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/Paris-TCE-Theodora-300x175.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 672px) 100vw, 672px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-6438\" class=\"wp-caption-text\">THEODORA &#8211;<\/p><\/div>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Der r\u00f6mische Statthalter Valens in Syrien beschlie\u00dft den Geburtstag des Kaisers Diokletian mit einem grossen Weiheopfer f\u00fcr Jupiter zu feiern. Schwere Strafen erwarten alle, die nicht daran teilnehmen wollen. Der Gardeoffizier Septimus ist beauftragt das durchzusetzen. Der Soldat Dydimus, insgeheim selbst Christ, pl\u00e4diert f\u00fcr Toleranz den Christen gegen\u00fcber, doch der Machthaber ist unerbittlich. Als Theodora, ein frommes M\u00e4dchen der herrschenden Klasse sich zu Christentum bekennt, wird sie von der christlichen Gemeinde und ihrer Vorsteherin Irene freundlich aufgenommen. Sie weigert sich dann auch, ihre neue Religion zu verleugnen, wird verhaftet. Zur Strafe soll sie nicht get\u00f6tet, sondern als Prostituierte den Soldaten ausgeliefert werden. Es gelingt Dydimus, der Theodora liebt, mit Septimus\u2019 Hilfe ins Gef\u00e4ngnis einzudringen und Theodora zu \u00fcberreden, mit ihm Kleider zu tauschen, um sich zu retten. Dydimus wird daf\u00fcr zum Tode verurteilt. Um Dydimus zu retten, stellt sich daraufhin Theodora dem Statthalter, der nun beide zum Tode verurteilt.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Die Geschichte der Christenverfolgung unter Kaiser Diokletian im antiken Syrien gleicht erstaunlich der Christenvorfolgung in Syrien in unserer heutigen Zeit. Es erscheint daher naheliegend und einleuchtend, da\u00df Stephen Langridge und sein Team das Geschehen des Oratoriums in eine moderne Diktatur verlegt hat. Die Machthaber sind zwar in der Inszenierung eine mond\u00e4ne, korrupte Oberschicht, aber die \u00fcbrigen Merkmale einer Schreckensherrschaft, d.h. Einsch\u00fcchterung, Festnahme, Hinrichtung, sexuelle Versklavung, das Verbrennen heiliger B\u00fccher etc sind vorhanden.<\/p>\n<p>Die Oberschicht ist in glitzernden, langen, schwarzen Abendkleidern und Smoking gekleidet, die Christen in einfache helle Leinengew\u00e4nder. Das Milit\u00e4r tr\u00e4gt Uniform mit Gewehren oder Pistolen. Das B\u00fchnenbild ist in st\u00e4ndiger Bewegung durch ein geschicktes Hin- und Herschieben von hohen einfachen Steinfassaden, was st\u00e4ndig neue gr\u00f6ssere oder kleinere R\u00e4ume schafft. Bald ist es eine Orgien-Tafelrunde, bald stimmungsvoll die n\u00e4chtliche Christengemeinde bei Kerzenlicht, bald ein Kerker oder eine Kaserne. Mit vielen kleinen Regiedetails wird der Geschichte des Oratoriums Leben eingehaucht. Beleuchtung und Choreographie unterstreichen diese Versuche wirkungsvoll.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester <\/strong><\/p>\n<p><strong>Katherine Watson<\/strong> singt mit bewunderswert klarer Stimmf\u00fchrung die Theodora und bew\u00e4ltigt m\u00fchelos die Melismen ihrer Rolle. Sie hat eine starke, etwas herbe Sopranstimme, die <em>in Angels, ever bright and fair<\/em> (1. Akt, 5. Szene) besonders ausdruckvoll zur Geltung kommt. An manchen anderen Stellen hingegen h\u00e4tte man sich eine weichere, lyrischere Interpretation gew\u00fcnscht. <strong>Philippe Jaroussky <\/strong>(Didymus) spielt, wie man es bei ihm gew\u00f6hnt ist, auf seinen Stimmb\u00e4ndern wie ein gro\u00dfer Virtuose auf einem Instrument. Doch die Magie dieser hervorragenden Kontratenorstimme kommt hier nur selten voll zur Geltung, noch am ehesten in <em>Sweet rose and lily <\/em>(2. Akt, 5. Szene). Man hat nicht das Gef\u00fchl, da\u00df er sich in seiner Rolle ganz wohl f\u00fchlt. Dennoch ist das Duett der beiden tragisch Liebenden <em>To thee, thou glorious son of worth<\/em> (2. Akt, 5. Szene) wundersch\u00f6n. Sehr beeindruckend ist <strong>St\u00e9phanie d\u2019Oustrac <\/strong>als Irene mit warmen, vollen Klangfarben und ruhig getragenem Legato<em>, <\/em>wie in<em> As with rosy steps the morn advancing <\/em>(1. Akt, 4. Szene). <strong>Callum Thorp<\/strong> kraftvolle, sonore Ba\u00dfstimme ergibt den unerbittlichen Statthalter. <strong>Kresimir Spicer<\/strong> singt und spielt Septimus, den rauhen Krieger mit dem f\u00fchlenden Herz. Sein sch\u00f6n timbrierter Tenor gl\u00e4nzt besonders in der Bravourarie <em>Dread the fruit of Christian folly<\/em> (1. Akt, 5. Szene). And last, but not least, sei der hervorragende Chor <strong><em>Les<\/em><\/strong> <strong><em>Arts Florissants<\/em><\/strong> erw\u00e4hnt, der in dem ganzen Geschehen eine ausschlaggebende Rolle spielt. <strong>William Christie<\/strong> dirigiert Soli, Chor und Orchester mit dem ihm \u00fcblichen musikalischen Feingef\u00fchl.<\/p>\n<p><strong>Fazit <\/strong><\/p>\n<p>H\u00e4ndel vorletztes Oratorium, das einzige, das einen christlichen Stoff des Neuen Testaments behandelt, ist von einer sehr ernsten, intensiven, fast etwas d\u00fcsteren Atmosph\u00e4re gepr\u00e4gt. Bei aller musikalischen Sch\u00f6nheit ist hier nichts mehr von dem strahlendem Glanz und Pomp eines <em>Judas Maccabeus oder<\/em> eines <em>Salomon<\/em> \u00fcbrig geblieben. Das Th\u00e9\u00e2tre des Champs Elys\u00e9es hat dieses selten gegebene Werk nun in einer musikalisch wie szenisch sehr sch\u00f6nen Auff\u00fchrung dem Publikum zug\u00e4nglich gemacht. Es wurde jubelnd aufgenommen.<\/p>\n<p>Alexander Jordis-Lohausen<\/p>\n<p>Bild: Vincent PONTET<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Theodora (Katherine Watson) in der Mitte, Irene (St\u00e9phanie d\u2019Oustrac) li. von ihr, Chor<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Georg Friedrich H\u00e4ndel (1685-1759), Oratorium in drei Akten, Libretto: Thomas Morell nach Robert Boyle, UA: 16. M\u00e4rz 1750 London, Royal Theatre, Covent Garden Regie: Stephen Langridge, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Alison Chitty, Licht: Fabrice Kebour Choreographie: Philippe Giraudeau Dirigent: William Christie, Chor<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6437\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":6438,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[134,1,128],"tags":[],"class_list":["post-6437","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-featured","category-allgemein","category-paris-theatre-des-champs-elysees"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6437","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=6437"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6437\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6440,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6437\/revisions\/6440"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/6438"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=6437"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=6437"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=6437"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}