{"id":6419,"date":"2015-10-01T07:38:08","date_gmt":"2015-10-01T06:38:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6419"},"modified":"2015-10-02T07:42:51","modified_gmt":"2015-10-02T06:42:51","slug":"madame-butterfly-paris-opera-bastille","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6419","title":{"rendered":"MADAME BUTTERFLY &#8211; Paris, Op\u00e9ra Bastille"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giacomo Puccini (1858-1924), Tragedia giapponese in drei Akten (revidierte Version), Libretto: Luigi Illica und Guiseppe Giacosa nach David Belasco, UA: 17. Februar 1904 Mailand, Teatro alla Scala, revidierte Version: Brescia, 28. Mai 1904<\/p>\n<p>Regie und B\u00fchne: Robert Wilson, Kost\u00fcme: Frida Parmeggiani, Licht: Heinrich Brunke und Robert Wilson, Choreographie: Suzushi Hanayagi, Dramaturgie: Holm Keller<\/p>\n<p>Dirigent: Daniele Rustioni, Chor und Orchester der Op\u00e9ra National de Paris, Choreinstudierung: Jos\u00e9 Luis Basso<\/p>\n<p>Solisten: Ermonela Jaho (Cio-Cio San), Piero Pretti (Pinkerton), Annalisa Stroppa (Suzuki), Gabriele Viviani (Sharpless), Nicola Pamio (Goro), Tomasz Kumiega (Prinz Yamadori), Mikhail Kolelishvili (der Onkel Bonze) u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 30. September 2015<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/Paris-Butterfly.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-6420\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/Paris-Butterfly.jpg\" alt=\"Paris Butterfly\" width=\"595\" height=\"397\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/Paris-Butterfly.jpg 595w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/Paris-Butterfly-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 595px) 100vw, 595px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Der amerikanische Marineoffizier Pinkerton ist bezaubert von der erst 15j\u00e4hrigen Geisha Cio-Cio San und beschlie\u00dft, sie zu heiraten. Sie ist gl\u00fccklich und nimmt diese Hochzeit sehr ernst. F\u00fcr ihn ist es nur ein Spiel mit ihr und dem Leben. Ein Onkel des jungen M\u00e4dchens, ein Bonze, verst\u00f6\u00dft sie aus der Familie, weil sie zum Glauben ihres Mannes \u00fcbergetreten ist. Bald darauf f\u00e4hrt Pinkerton nach Amerika zur\u00fcck. Drei Jahre wartet Cio-Cio San auf seine R\u00fcckkehr und gebiert ihm w\u00e4hrend der Zeit einen Sohn. Trotz ihrer prek\u00e4ren finanziellen Lage lehnt sie den Heiratsantrag des Prinzen Yamadori ab. Der amerikanische Konsul \u00fcberbringt einen Brief, der Pinkertons Ankunft ank\u00fcndigt. Die junge Frau ist \u00fcberzeugt, da\u00df er jetzt endg\u00fcltig zu ihr zur\u00fcckkehrt und l\u00e4\u00dft das Haus mit Blumen schm\u00fccken. Doch Pinkerton kommt mit seiner amerikanischen Frau, die ihr vorschl\u00e4gt, ihren Sohn zu adoptieren. Pinkerton selbst wagt es nicht, sich zu zeigen. Cio-Cio San, verzweifelt und entehrt, verabschiedet sich von ihrem Sohn und gibt sich den Tod.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Robert Wilsons Inszenierung ist nun schon \u00fcber 20 Jahre alt, aber sie ist immer noch sehenswert und inzwischen zu einem Meilenstein geworden. Es ist eine karge, minimalistische Sicht der Geschichte der kleinen Gaisha, die verf\u00fchrt und im Stich gelassen wird. Die B\u00fchne ist leer, die F\u00e4rbung des Hintergrunds spiegelt wirkungsvoll die jeweilige Stimmung wieder. Vereinzelte Scheinwerfer schaffen hin und wieder kleine, vor\u00fcbergehende Intimszenen im leeren Raum. Die Kost\u00fcme sind die eines nicht einmal japanischen, sondern eines orientalischen M\u00e4rchens. Aber auch hier ist es eine meist nur in schwarz, manchmal in wei\u00df gehaltene, lange, altert\u00fcmlich stilisierte Bekleidung ohne Farben. Die kleine Geisha \u00e4hnelt eher einer alt\u00e4gyptischen Prinzessin, der japanische Bonze einem Priester des Zarathustra. Die Choreographie l\u00e4\u00dft nur selten ein wenig menschlicher Ann\u00e4herung zu. Meist stehen die Protagonisten weit von einander entfernt. Stilisiert ist auch die Gestik, vor allem die der Arme und H\u00e4nde. Ob sie dabei vom japanischen No-Theater inspieriert ist oder von alt\u00e4gyptischen Tempelfresken, ist schwer zu sagen.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Nach <em>La Traviata<\/em> vor einem Jahr (siehe OPERAPOINT 2014, Heft 4) feiert <strong>Ermonela Jaho<\/strong> erneut einen Triumpf an der Pariser Oper, diesmal als Butterfly. Schon ihr Auftritt im ersten Akt mit einem makellos-strahlendem hohen D gibt den Ton an. Ihre Stimme erf\u00fcllt mit W\u00e4rme den kalten Raum. Doch im Sinne der Inszenierung interpretiert sie die sensible kleine Geisha \u2013 musikalisch wie schauspielerisch \u2013 hingebungsvoll, aber etwas verhalten, mit dem ihr eigenen Feingef\u00fchl und Nuance \u2013 Zierlich, fragil, grazi\u00f6s. Ihr gegen\u00fcber steht <strong>Piero Pretti<\/strong> als Pinkerton mit kraftvollem, sch\u00f6n timbriertem Heldentenor. Beide Stimmen verschmelzen wundervoll im bewegenden Duett am Ende des ersten Akts <em>Viene la sera. <\/em><strong>Annalisa Stroppa<\/strong> singt mit vollem dunklem, wenn auch nicht sehr umfangreichem Mezzosopran die treue Dienerin Suzuki. Sehr reizvoll im Blumenduett mit Cio-Cio San im zweiten Akt. <strong>Gabriele Vivianis<\/strong> stellt mit ausdrucksstarkem Bariton den Konsul Sharpless dar. Nicola Pamio, Tomasz Kumiega und Mikhail Kolelishvili erg\u00e4nzen das ausgezeichnete Ensemble.<\/p>\n<p>Daniele Rustioni dirigiert Soli, Chor und Orchester mit Schwung, aber hat offensichtlich hin und wieder Schwierigkeiten zu verhindern, da\u00df die Instrumente die \u00dcberhand gewinnen.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Eine musikalisch ausgezeichnete Auff\u00fchrung im Rahmen einer \u00e4sthetisch-eisigkalten Inszenierung. Ein bemerkenswerter Abend! Es gab viel wohlverdienten Applaus.<\/p>\n<p>Alexander Jordis-Lohausen<\/p>\n<p>Bild: Christian Leiber, OnP<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Ermonela Jaho (Cio-Cio San), die neue Frau von Pinkerton Annalisa Stroppa (Suzuki), Piero Pretti (Pinkerton), v.l.n.r.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Giacomo Puccini (1858-1924), Tragedia giapponese in drei Akten (revidierte Version), Libretto: Luigi Illica und Guiseppe Giacosa nach David Belasco, UA: 17. 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