{"id":641,"date":"2009-04-21T20:39:19","date_gmt":"2009-04-21T18:39:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=641"},"modified":"2009-05-05T20:45:16","modified_gmt":"2009-05-05T18:45:16","slug":"essen-aalto-theater-nabucco","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=641","title":{"rendered":"Essen, Aalto-Theater &#8211; NABUCCO"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giuseppe Verdi, Libretto: Temistocle Solera, Dramma lirico, UA: 9. M\u00e4rz 1842, Mailand<br \/>\nRegie: Andreas Baesler, B\u00fchne: Harald Thor<br \/>\nDirigent:: Noam Zur, Essener Philharmoniker, Opern- und Extrachor des Aalto-Theaters, Choreinstudierung: Alexander Eberle<br \/>\nSolisten: Marco Chingari (Nabucco), Felipe Rojas Velozo (Ismaele), Michail Ryssov (Zaccaria), Francesca Patan\u00e9 (Abigaille), Bea Robein (Fenena)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 11. April 2009 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a TITLE=\"essen-nabucco.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/05\/essen-nabucco.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"essen-nabucco.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/05\/essen-nabucco.jpg\" \/><\/a>Nabucco, der K\u00f6nig von Babylon, belagert die Stadt Jerusalem. Seine Tochter Fenena wird von den Hebr\u00e4ern als Geisel gefangen genommen. Sie verliebt sich in Ismaele, den Neffen des Hohenpriesters Zaccaria. Die beiden werden ein Paar. Als Nabucco den Tempel einnimmt, droht Zaccaria Fenena zu t\u00f6ten. Ismaele rettet sie aber. Nabucco l\u00e4\u00dft den Tempel niederbrennen und \u00fcbergibt seiner Tochter Fenena den Thron, w\u00e4hrend er in einen weiteren Feldzug zieht. Fenenas Schwester, Abigaille, findet heraus, da\u00df sie eigentlich von einer Sklavin abstammt. Hinzu kommt, da\u00df auch sie Ismaele liebt. Sie<br \/>\nmi\u00dfg\u00f6nnt ihrer Schwester die Machtstellung und ihre Beziehung mit Ismaele und plant Rache. Nabucco kehrt aus dem Krieg zur\u00fcck und will  nicht nur wieder K\u00f6nig sein, sondern auch noch als Gott verehrt werden. Er wird vom Blitz getroffen und mit Wahnsinn bestraft. Abigaille nutzt die Schw\u00e4che des K\u00f6nigs aus: sie rei\u00dft die Macht an sich, versklavt  die Hebr\u00e4er und verurteilt Fenena und Ismaele mit den anderen zum Tode. Nabucco l\u00e4\u00dft sie ebenfalls verhaften, um sich daf\u00fcr zu r\u00e4chen, da\u00df er ihre Schwester bevorzugt hat. Im Gef\u00e4ngnis betet Nabucco aus Verzweiflung zu Jahwe, dem Gott der Hebr\u00e4er, und wird erh\u00f6rt. Er kann das Liebespaar retten und l\u00e4\u00dft alle Gefangenen befreien. Zaccaria, der Hohepriester der Hebr\u00e4er, anerkennt ihn als wahren K\u00f6nig. Abigaille sieht ihre Schuld ein und nimmt sich das Leben.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nDer Tempel der Hebr\u00e4er wurde durch einen Obelisken angedeutet, der j\u00fcdische Schriftzeichen zeigte und als Altar diente. Eine drehbare Konstruktion, die von der Form an das r\u00f6mische Colosseum erinnerte, stellte den Palast Nabuccos dar. Darin gab es einen Treppenaufgang und mehrere Fenster, die wie Schauk\u00e4sten aussahen. Die Kost\u00fcme ordneten den Schauplatz der Moderne zu. Sie waren zeitgen\u00f6ssisch: schlicht, aber aussagekr\u00e4ftig. Abigaille beispielsweise erschien in blauer Soldatenuniform und war mit einem Maschinengewehr bewaffnet. Die Hebr\u00e4er hatten gemischte Kleidung an, manche glichen Rabbinern. Nabucco zeigte sich im eleganten Anzug mit langem Mantel. Seine K\u00f6nigsrobe, Umhang, Zepter und Krone, wurden zuerst in einem der Schauk\u00e4sten pr\u00e4sentiert und sp\u00e4ter von Abigaille angelegt, Das sollte wohl die Machtergreifung symbolisieren.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\nVon Anfang an war die musikalische Pr\u00e4senz aller Mitwirkenden auffallend. Bei der Ouvert\u00fcre gab Noam Zur ein  schnelles Tempo vor, das vom Orchester aber befolgt wurde. Auch die S\u00e4nger pa\u00dften sich dem Eifer des Dirigenten an und sangen technisch einwandfrei. Besonders der Chor der Hebr\u00e4er ist zu erw\u00e4hnen, der allein durch seine zahlenm\u00e4\u00dfige Gr\u00f6\u00dfe auffiel. Gesanglich brachte er ein unglaubliches Volumen auf die B\u00fchne. Dabei wirkten die einzelnen Stimmen wie ein gut eingespieltes Team. Dies verdeutlichte besonders die Einheit der Hebr\u00e4er untereinander. <strong>Michail Ryssov<\/strong> (Zaccaria) konnte durch seinen volumin\u00f6sen und stabilen Ba\u00df den f\u00fcrsorglichen Charakter seiner Rolle sehr gut darbieten. Als Hohepriester versuchte er sein Volk zu erbauen und ihm Hoffnung zu schenken. Ganz anders hingegen agierte <strong>Francesca Patan\u00e9<\/strong> (Abigaille), deren energischer und an einigen Stellen fast schriller Sopran dennoch einer der H\u00f6hepunkte des Abends war. Sie verk\u00f6rperte Rachsucht und Ha\u00df durch aggressive Gesten. Z.B. zielte sie am Anfang mit einem Maschinengewehr auf alle, die ihr im Weg standen. Besonders betroffen von ihrer Machtbesessenheit war <strong>Marco Chingari<\/strong> (Nabucco). Er gab einen sehr charismatischen Nabucco ab. Aber seine Baritonstimme wurde h\u00e4ufig von seiner Gegenspielerin Francesca Patan\u00e9 mit ihrer lauten Stimme \u00fcbert\u00f6nt.  <strong>Chingari <\/strong>Stimme zeichnete sich aber durch ein sehr dunkles und erhabenes Timbre aus, das wiederum zu einem K\u00f6nig sehr gut pa\u00dfte. Die leibliche Tochter des Tyrannen Fenena wurde von <strong>Bea Robein<\/strong>  gespielt. Sie verk\u00f6rperte mit ihrem warmen Mezzosopran die G\u00fcte und Liebe zum j\u00fcdischen Volk. <strong>Felipe Rojas Velozo<\/strong> (Ismaele) machte mit seiner sehr klaren Tenorstimme auf sich aufmerksam.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nBemerkbar war, da\u00df die unterschiedlichen Gef\u00fchle, die in Verdis Musik zum Ausdruck gebracht werden, auch die Zuschauer ergriffen. Dies war ein gro\u00dfer Verdienst der Auff\u00fchrung. Insgesamt blieb es der Vorlage n\u00e4mlich sehr treu. Besonders heftigen Beifall und Begeisterungsausrufe gab es vom Publikum f\u00fcr Francesca Patan\u00e9 und Michaill Ryssov. Ein sehenswertes St\u00fcck mit vielen H\u00f6hepunkten.<br \/>\nMelanie Joannidis<\/p>\n<p>Bild: Matthias Jung<br \/>\nDas Bild zeigt: Francesca Patan\u00e9 (Abigaille), Michael Haag (Oberpriester des Baal), Opern- und Extrachor des Aalto-Theaters, Marco Chingari (Nabucco), Felipe Rojas Velozo (Ismaele), Bea Robein (Fenena)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Giuseppe Verdi, Libretto: Temistocle Solera, Dramma lirico, UA: 9. 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