{"id":639,"date":"2009-04-30T10:43:38","date_gmt":"2009-04-30T08:43:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=639"},"modified":"2009-05-04T10:48:31","modified_gmt":"2009-05-04T08:48:31","slug":"lubeck-theater-andrea-chenier","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=639","title":{"rendered":"L\u00fcbeck, Theater &#8211; ANDREA CH\u00c9NIER"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Umberto Giordano (1867-1948), Drama mit geschichtlichem Hintergrund in vier Bildern,<br \/>\nLibretto: Luigi Illica (1857-1919), UA: 28. M\u00e4rz 1896, Teatro alla Scala, Mailand<br \/>\nRegie: Bernd Reiner Krieger, B\u00fchnenbild\/Kost\u00fcme: Dieter Kla\u00df, Choreographie: Martina W\u00fcst, Dramaturgie: Diane Ackermann, Beleuchtung: Georg Marburg<br \/>\nDirigent: Philippe Bach, Philharmonisches Orchester L\u00fcbeck, Chor und Extrachor des Theater L\u00fcbeck<br \/>\nSolisten: Mario Diaz (Andrea Ch\u00e9nier), Antonio Yang (Carlo G\u00e9rard), Ausrine Stundyte (Maddalena de Coigny),  Hye-Sung Na (Bersi), Roswitha C. M\u00fcller (Komtesse de Coigny\/Die alte Madelon), Andreas Haller (Roucher\/Fl\u00e9ville\/Fouqier-Tinville), Steffen Kubach (Mathieu), Patrick Busert (Abb\u00e9\/Incroyable) und Titus Witt (Haushofmeister\/Dumas\/Schmidt)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 24. April 2009 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/05\/lubeck-chenier.jpg\" TITLE=\"lubeck-chenier.jpg\"><img SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/05\/lubeck-chenier.jpg\" ALT=\"lubeck-chenier.jpg\" ALIGN=\"right\" \/><\/a>Im Anwesen der Coignys soll am Vorabend der Franz\u00f6sischen Revolution ein Fest stattfinden, f\u00fcr welches Carlo G\u00e9rard mit seiner Dienerschaft die n\u00f6tigen Vorbereitungen trifft. Unter den G\u00e4sten befindet sich der Dichter Andrea Ch\u00e9nier, der sich weigert, eine Kostprobe seines Werkes zu geben. Daraufhin erlaubt sich Maddalena de Coigny einen Scherz mit ihm, was Ch\u00e9nier ermutigt, eine Kritik an der Gesellschaft zu \u00fcben. Von Ch\u00e9niers Stimmung angesteckt, st\u00f6rt G\u00e9rard das Fest mit einigen Revolution\u00e4ren, was seine Entlassung bewirkt. Einige Jahre sp\u00e4ter ist die Revolution zur Gewaltherrschaft ausgeartet und Ch\u00e9nier w\u00e4hnt sich nicht mehr in Sicherheit, so da\u00df ihn sein Freund Roucher zur Flucht bewegen will. Einzig Maddalena, die ihm Liebesbriefe zukommen lie\u00df, h\u00e4lt ihn davon ab. Die beiden treffen sich heimlich, doch G\u00e9rard, der Maddalena ebenfalls begehrt und mittlerweile ein Anh\u00e4nger Robespierres ist, st\u00f6rt das Treffen. Es kommt zu einem Kampf zwischen den beiden M\u00e4nnern, in dem G\u00e9rard verwundet wird. Ch\u00e9nier wird festgenommen und G\u00e9rard verfa\u00dft die Anklageschrift. Maddalena spielt ihm ihre Liebe vor, woraufhin er versucht die Verurteilung zu verhindern. Doch der Proze\u00df ist nicht mehr anzuhalten, so da\u00df Ch\u00e9nier zum Tode verurteilt wird. Maddalena und Ch\u00e9nier gehen gemeinsam in den Tod.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nDie Fest-Szene zeigt einen goldenen, mit Kronleuchtern und vielen Kerzenst\u00e4ndern ausgestatteten Saal. Die Kleidung der G\u00e4ste ist ganz im Rokoko-Stil gehalten: Reifr\u00f6cke f\u00fcr die Frauen und Roben f\u00fcr die M\u00e4nner. Einzig Maddalena hebt sich davon ab, sie tr\u00e4gt ein schlichtes, wei\u00dfes Kleid und eine rote Rose im Haar. Das Revolutionstreiben wird mit einem roten Hintergrund angedeutet, auf dem man einen Trikoloren-Fahnentr\u00e4ger und Ausz\u00fcge aus der Verfassung zu sehen bekommt. Auf Bannern kann man Parolen wie Es lebe die Republik! lesen. Auf der B\u00fchne herrscht wirres Treiben durch die B\u00fcrger, die \u00e4rmliche, in Naturfarben gehaltene Kleidung tragen. Das Gef\u00e4ngnis wird durch d\u00fcstere Lichteffekte und Sp\u00e4rlichkeit, man kann lediglich die Kerkert\u00fcr erkennen, umgesetzt.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\n<strong>Ausrine Stundyte<\/strong> (Maddalena de Coigny) ist die erste, die an diesem Abend begeistert. Den Wandel vom kindlichen M\u00e4dchen im unschuldigen wei\u00dfen Kleid zur erwachsenen, standhaften Frau kann sie schauspielerisch authentisch umsetzen. In ihrem Gesang ist es nicht anders: Ihr Sopran wirkt in der ersten Arie noch gewollt verspielt, steigert sich dann aber zu fester Ausdrucksst\u00e4rke durch ihre gut ausgeloteten Tiefen und ihre eindringlichen, intonationssicheren H\u00f6hen. <em>Mario Diaz<\/em> (Andrea Ch\u00e9nier) kann den verst\u00f6rten Dichter perfekt umsetzen: Sein Tenor klingt rein und deutlich und immer gelingt es ihm gef\u00fchlvolle Akzente zu setzen. Bei dem Bariton <strong>Antonio Yang<\/strong>, der Carlo G\u00e9rard verk\u00f6rpert, ist der Eindruck nicht anders. Die Rolle des Revolution\u00e4ren ist ihm auf den Leib geschrieben: Die St\u00f6rung des Fests, die Beeinflussung der B\u00fcrger, sowie die Gerichtsszene verk\u00f6rpert er mit Selbstsicherheit und Pr\u00e4senz. Als einer der vielen H\u00f6hepunkte ist das Schlu\u00df-Liebesduett zwischen Maddalena und Ch\u00e9nier zu nennen, in dem sie sich gef\u00fchlvoll ihrem Schicksal hingeben: <em>In unserem Tod triumphiert die Liebe!<\/em><br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nMit diesem ausstattungs-aufwendigen Geschichtsdrama zieht das Theater L\u00fcbeck alle Register: Perfekt besetzte Solopartien, imposantes B\u00fchnenbild und starke Revolutionsszenen mit unz\u00e4hligen Statisten. Ein Opernabend, der im Ged\u00e4chtnis bleibt. Zwischenapplaus und Bravos gibt es schon nach den gro\u00dfen Arien und auch zum Schlu\u00df ist das Publikum kaum mehr zu b\u00e4ndigen.<\/p>\n<p>Frederike Arns<br \/>\nBild: Lutz Roesler<br \/>\nDas Bild zeigt Andreas Haller als Pierre Fl\u00e9ville (links neben dem Fl\u00fcgel),<br \/>\nAntonio Yang als Carlo G\u00e9rard (rechts neben dem Fl\u00fcgel),<br \/>\nMario Diaz als Andrea Ch\u00e9nier (Mitte),<br \/>\nRoswitha C. M\u00fcller als Komtesse de Coigny (links neben dem Tisch),<br \/>\nAusrine Stundyte als Maddalena de Coigny (rechts),<br \/>\nden Chor, Extrachor und die Statisterie des Theater L\u00fcbeck.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Umberto Giordano (1867-1948), Drama mit geschichtlichem Hintergrund in vier Bildern, Libretto: Luigi Illica (1857-1919), UA: 28. 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