{"id":6382,"date":"2015-06-28T08:00:40","date_gmt":"2015-06-28T07:00:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6382"},"modified":"2015-09-04T08:03:03","modified_gmt":"2015-09-04T07:03:03","slug":"die-hochzeit-des-figaro-nuernberg-staatstheater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6382","title":{"rendered":"DIE HOCHZEIT DES FIGARO &#8211; N\u00fcrnberg, Staatstheater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) Commedia per musica in vier Akten, Libretto: Lorenzo da Ponte nach Beaumarchais UA: 1. Mai 1786 Wien, Burgtheater<\/p>\n<p>Regie: Mariame Clement, B\u00fchne und Kost\u00fcme: Julia Hansen<\/p>\n<p>Dirigent: Peter Tilling, Staatsphilharmonie N\u00fcrnberg, Opernchor des Staatstheaters N\u00fcrnberg, Chorleitung Tarmo Vaask.<\/p>\n<p>Solisten: Nicolai Karnolsky (Figaro), Michaela Maria Mayer (Susanna), Jochen Kupfer (Graf Almaviva), Hrachuhi Bassenz (Gr\u00e4fin Almaviva), Solgerd Isalv (Cherubino), Laura Demjan (Barbarina), Taehyun Jun (Bartolo), Leila Pfister (Marcellina), Hans Kittelmann (Basilio), Sebastian K\u00f6chig (Don Curzio), Sebastien Parotte (Antonio).<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 27. Juni 2015 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Nuernberg-Figaro-gp-0201.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-6383\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Nuernberg-Figaro-gp-0201.jpg\" alt=\"Nuernberg Figaro gp 0201\" width=\"576\" height=\"384\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Nuernberg-Figaro-gp-0201.jpg 576w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Nuernberg-Figaro-gp-0201-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 576px) 100vw, 576px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Figaro und Susanna sind Bedienstete des Grafen Almaviva und wollen heiraten. Cherubino entdeckt, da\u00df der Graf Susanna nachstellt und deshalb will der Graf ihn als Offizier hinwegbef\u00f6rdern. Nachdem Cherubino der Gr\u00e4fin ein Liebeslied vorgetragen hat, klopft der w\u00fctende Graf an die T\u00fcr. Cherubino kann aus dem Fenster fl\u00fcchten, der Graf findet nur Susanna vor. Der G\u00e4rtner Antonio berichtet, er habe Cherubino aus dem Fenster springen sehen, aber Figaro behauptet, er w\u00e4re es selbst gewesen. In den Tumult platzt Marcellina, die Figaro im Gegenzug f\u00fcr ein ihr gegen\u00fcber abgegebenes Heiratsversprechen Geld geliehen hat und nun auf das Eheversprechen pocht. Die Heirat ist vom Tisch, als sich herausstellt, da\u00df Marcellina Figaros Mutter ist. Nachts im Park erwartet die Gr\u00e4fin in Susannas Kleidern den treulosen Ehemann. Figaro glaubt hingegen, seine Ehefrau will ihn betr\u00fcgen. Einige Verwirrungen. Sp\u00e4ter finden die Paare wieder zueinander.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Auf einer sonst leeren B\u00fchne, vor einem helleuchtenden Hintergrund stehen barocke M\u00f6bel, je nach Bedarf zusammen gestellt. Wir sehen W\u00e4sche auf der Leine im zuk\u00fcnftigen Zimmer der Susanna, einen Sessel, den Cherubino zum Verstecken benutzt, ein Cembalo f\u00fcr die Klavierstunden mit Basilio und ein Prunkbett im Zimmer der Gr\u00e4fin. Laub, Schuppen und Schaukel finden sich im Garten. Die W\u00e4nde fehlen und erm\u00f6glichen so den Blick auf die im Moment nicht ben\u00f6tigten Darsteller im gr\u00e4flichen Schlo\u00df, die sich ihren Alltagsgesch\u00e4ften hingeben. Nur im Zimmer der Gr\u00e4fin bildet eine gro\u00dfe Schrankwand mit T\u00fcren einen r\u00fcckw\u00e4rtigen Abschlu\u00df. Die farbenfrohe Kleidung entspricht den barocken Gewohnheiten.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Die bemerkenswerteste Leistung des Abends erbringt<strong> Jochen Kupfer<\/strong> als Graf Almaviva. Ausgehend von seiner durchschlagskr\u00e4ftigen baritonalen Mittellage tr\u00e4gt seine makellos vollt\u00f6nende Stimme sowohl in der Tiefe als auch in der H\u00f6henlage. Zusammen mit seiner Diktion und Rolleninterpretation kann man von \u201eMa\u00dfstab setzen\u201c reden. <strong>Hrachuhi Bassenz<\/strong> ist im Gegensatz dazu eine nachdenkliche Gr\u00e4fin. Ihr schwerer und eloquenter Koloratursopran hat das richtige Verh\u00e4ltnis zwischen Kraft und Strahlglanz und verf\u00fcgt auch \u00fcber ein wirkliches z\u00e4rtliches verhaltenes Pianissimo mit dem sie ihre Auftrittsarie <em>Porgi, amor, qualche ristoro \u2013 Gib, Liebe, etwas Linderung meinem Schmerz<\/em> zum Erlebnis macht. <strong>Michaela Maria Mayer<\/strong> mit ihrem schlanken, sauber gef\u00fchrten, manchmal etwas eindimensionalen Sopran ist die richtige Stimme f\u00fcr die jugendlich naive Susanna. <strong>Nicolai Karnolsky<\/strong> wirkt anfangs indisponiert, kann sich aber im Laufe des Abends etwas davon befreien. Seine tiefe markige Ba\u00dfstimme kann dem Figaro einen vielschichtigen Charakter verleihen. <strong>Hans Kittelmann<\/strong> ist ein eloquenter Basilio, klingt aber etwas nasal. <strong>Taehyun Jun<\/strong> als wahrlich b\u00f6sartiger Ba\u00df charakterisiert die Figur des Bartolo zutreffend, auch wenn er manchmal tremoliert. <strong>Sebastian K\u00f6chig<\/strong> ist ein herrlich stotternder Don Curzio, <strong>Leila Pfister<\/strong> stimmlich eine Hexe namens Marcellina. <strong>Solgerd Isalv<\/strong> hat Probleme die m\u00e4nnlichen Momente der Hosenrolle des Cherubino zu gestalten. Vielleicht kam der Sprung aus dem N\u00fcrnberger Opernstudio in diese Hauptrolle etwas \u00fcberraschend fr\u00fch. Es will ihr nicht so recht gelingen, in der Arie <em>Voi che sapete che cosa \u00e8 amor \u2013 Ihr, die ihr wi\u00dft, was Liebe ist <\/em>mit dem Tempo Schritt zu halten, Noten auszusingen oder Text zu artikulieren. Das liegt aber auch an dem sehr flotten Dirigat: <strong>Peter Tilling <\/strong>fehlt irgendwie der Esprit f\u00fcr die zeitlose, \u201erevolution\u00e4re\u201c musikalische Kom\u00f6die Mozarts. Schon durch die Ouvert\u00fcre f\u00fchrt er die Staatsphilharmonie N\u00fcrnberg zu hastig, musikalische Kostbarkeiten werden dabei \u00fcbergangen. Figaros Arie <em>Non pi\u00f9 andrai, farfallone amoroso \u2013 Du streichst nicht mehr \u2026 woe eom verliebter Schmetterling umher<\/em> (ein Spottlied auf die anstehende Milit\u00e4rzeit Cherubinos) ist kein Marsch, sondern eher ein H\u00f6llenritt.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Dieser Figaro nimmt szenisch als heitere Sommerverwechslungskom\u00f6die f\u00fcr sich ein \u2013 allein schon wegen der farbenpr\u00e4chtigen barocken Kost\u00fcme. Die Handlung folgt dem originalen Plot und bem\u00fcht sich, die komplizierten Verstrickungen zu erl\u00e4utern \u2013 besonders hinsichtlich der verlorenen Nadel. Lediglich die Verwendung eines nicht ganz zeitgem\u00e4\u00dfen Karabiners ist zu bem\u00e4ngeln: Figaro schwingt den Karabiner am Anfang gegen den Grafen, der Graf betritt mit dem Karabiner das Zimmer der Gr\u00e4fin und die Gr\u00e4fin ringt dem Grafen mit vorgehaltener Waffe die Entschuldigung ab, die schon deshalb niemanden \u00fcberzeugt. Musikalisch hebt sich Jochen Kupfer hinsichtlich Durchschlagskraft und B\u00fchnenpr\u00e4senz ohrenf\u00e4llig vom ebenfalls hochklassigen Ensemble ab. St\u00fcrmischer Applaus zum Schlu\u00df!<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Ludwig Olah<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Versteckspiel um den Sessel herum: Solgerd Isalv (Cherubino), Michaela Maria Mayer (Susanna), Jochen Kupfer (Graf Almaviva)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 27. 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