{"id":637,"date":"2009-05-04T09:05:36","date_gmt":"2009-05-04T07:05:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=637"},"modified":"2009-05-04T09:05:36","modified_gmt":"2009-05-04T07:05:36","slug":"chemnitz-stadtisches-theater-la-traviata","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=637","title":{"rendered":"Chemnitz, St\u00e4dtisches Theater &#8211; LA TRAVIATA"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giuseppe Verdi (1813-1901), Melodramma in 3 Akten, Libretto: Francesco Maria Piave, UA: 6. M\u00e4rz 1853, Venedig. Regie: Yona Kim, B\u00fchnenbild: David Hohmann, Kost\u00fcme: Nadine Grellinger, Dramaturgie: Carla Neppl<br \/>\nDirigent: Domonkos H\u00e9ja, Robert-Schumann-Philharmonie, Chor der Oper Chemnitz<br \/>\nSolisten: Svetlana Katchour (Violetta Val\u00e9ry), Tiina Penttinen (Flora Bervoix), Kathleen Glose (Annina), Zurab Zurabishvili (Alfredo Germont), Hans Christoph Begemann (Giorgio Germont), Andr\u00e9 Riemer (Gastone, Vicomte de Letori\u00e8res), Matthias Winter (Baron Douphol) u. a.<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 2. Mai 2009 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a TITLE=\"chemnitz-traviata.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/05\/chemnitz-traviata.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"chemnitz-traviata.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/05\/chemnitz-traviata.jpg\" \/><\/a>Auf einem Fest der Kurtisane Violetta Val\u00e9ry, die k\u00fcrzlich von einer Krankheit genesen ist, wird der Gastgeberin von Gaston ihr neuer Verehrer Alfredo Germont vorgestellt. Baron Douphol, Violettas momentaner Liebhaber, wittert mit Recht einen Nebenbuhler, denn Germont gesteht Violetta in einem Moment der Zweisamkeit seine tiefe Zuneigung. Der Verehrer erh\u00e4lt von der bewegten Angebeteten eine Kamelie, mit der Einladung, sie am n\u00e4chsten Tag zu besuchen. Beide verlieben sich ineinander und ziehen hinaus aufs Land. Ihr Liebesgl\u00fcck wird jedoch durch die Ankunft von Alfredos Vater, Giorgio Germont, erheblich getr\u00fcbt.. Er dr\u00e4ngt Violetta, ohne Alfredos Mitwissen, seinen Sohn wieder zu verlassen, um seine Familie nicht in Verruf zu bringen. Violetta verschweigt Alfredo den Vorfall und verl\u00e4\u00dft ihn unter Liebesbezeugungen in Richtung Paris. Auf einem Ball von Violettas Freundin Flora begegnen sich Alfredo und Violetta, die wieder zu Baron Douphol zur\u00fcckgekehrt ist. Es kommt zum Eklat und Alfredo wirft Violetta zornig ein Geldb\u00fcndel vor die F\u00fc\u00dfe, um sie f\u00fcr ihre Dienste zu entlohnen. Schon bald bereut Alfredo, unter den Vorw\u00fcrfen des Vaters, seine Tat. Wochen sp\u00e4ter eilt Alfredo zur schwer erkrankten Geliebten, da er inzwischen von seinem Vater die Wahrheit \u00fcber ihre scheinbare Abwendung erfahren hat. Doch beiden bleiben nur wenige Momente der Zweisamkeit, bis sie schlie\u00dflich stirbt.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nDas B\u00fchnengeschehen wird durch alle Akte hindurch von einem gro\u00dfen Rundaufbau mit hohen T\u00fcren und Vorh\u00e4ngen dominiert, der durch dezent eingesetzte Drehb\u00fchnentechnik sowie variierende T\u00fcr- und Vorhangstellung immer neue Ein- und Ausblicke auf unterschiedliche Szenerien erlaubt. Es wird \u00fcberzeugend deutlich, da\u00df die wei\u00dfe Au\u00dfenfarbe Violettas Zartheit und Liebe wiedergibt, denn an der Au\u00dfenseite der Rotunde spielen sich auch die intimen Szenen ab. Die rote Innenfarbe jedoch ist dem woll\u00fcstig ausschweifenden Leben der B\u00e4lle und dem Schlu\u00dfbild mit herabgest\u00fcrztem Leuchter vorbehalten. Die intelligent eingesetzte Ausleuchtung intimer Szenen und der Einsatz von in wei\u00dfe Kleider geh\u00fcllten M\u00e4dchen, als Allegorie von Violettas Gef\u00fchlsleben, sorgen f\u00fcr dezente Bewegung auch au\u00dferhalb der Massenszenen. Die Ausstattung, auch der Kost\u00fcme, ist klassisch, ohne allzu verspielt oder \u00fcberbordend zu wirken. Die Ausstattungsreduktion f\u00e4llt jedoch an einigen Stellen auch eher nachteilig ins Gewicht, n\u00e4mlich wenn z. B. die Protagonisten laut Gesangstext auf Briefpapier schreiben oder dieses lesen, aber gar keines in der Hand halten.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\nDie von <strong>Svetlana Katchour<\/strong> verk\u00f6rperte Violetta ist von einer unglaublichen Zerbrechlichkeit in ihrer stimmlichen Ausgestaltung und ihrem Spiel. Ihre filigrane Technik kommt insbesondere in der Mittellage zum Tragen, wobei in den Spitzenbereichen der erstaunlich elastische Stimmumfang und das unvermutet eingesetzte Stimmvolumen aufhorchen lassen. Ihr zur Seite steht mit <strong>Zurab Zurabishvili <\/strong>(Alfredo) ein grandioser Tenor, der in der lyrischen Mittellage ebenso in seinen Bann zieht, wie in den stimmgewaltigen dramatischen Abschnitten. Sein Trinklied (Brindisi) im ersten Akt und seine Verzweiflung im letzten Akt, wie auch das Zusammenspiel beider, insbesondere im ersten und letzten Akt, beeindrucken stimmlich wie schauspielerisch \u00fcber weite Strecken. <strong>Hans Christoph Begemann<\/strong> (Giorgio Germont) kann mit seinem Bariton dramatische Glanzpunkte setzen. Die Leistungen von <strong>Tiina Penttinen<\/strong> (Flora), <strong>Kathleen Glose<\/strong> (Annina), <strong>Matthias Winter<\/strong> (Douphol), <strong>Andr\u00e9 Riemer<\/strong> (Gastone) oder auch Martin G\u00e4bler (Grenvil) f\u00fcgen sich mit solidem Gesamteindruck passend in die gesanglich gut aufgestellte Auff\u00fchrung ein. Die<strong> Robert-Schumann-Philharmonie<\/strong> unter <strong>Domonkos H\u00e9ja <\/strong>erweist sich als subtiler Klangk\u00f6rper, der sich wohltuend gegen\u00fcber den Solisten zur\u00fccknimmt und dennoch ein ausgesprochen ausgepr\u00e4gtes Profil zeigt. Der bestens gestimmte<strong> Chor der Oper Chemnitz<\/strong> zeigte bedauerlicherweise einige Temposchwankungen.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nEine schlanke Inszenierung mit intelligent zur\u00fcckhaltendem Einsatz technischer Mittel, bei der die musikalische Darbietung der teilweise gl\u00e4nzenden S\u00e4nger im Vordergrund steht. Die Zuschauer dankten es mit lang anhaltendem Applaus und Bravorufen.<br \/>\nDr. Andreas Gerth<\/p>\n<p>Bild: Dieter Wuschanski<br \/>\nDas Bild zeigt: Svetlana Katchour (Violetta) und Zurab Zurabishvili (Alfredo)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Giuseppe Verdi (1813-1901), Melodramma in 3 Akten, Libretto: Francesco Maria Piave, UA: 6. M\u00e4rz 1853, Venedig. 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