{"id":6339,"date":"2015-06-22T20:29:10","date_gmt":"2015-06-22T19:29:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6339"},"modified":"2015-06-22T20:29:10","modified_gmt":"2015-06-22T19:29:10","slug":"west-side-story-leipzig-oper","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6339","title":{"rendered":"WEST SIDE STORY &#8211; Leipzig, Oper"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Leonard Bernstein (1918-1990), Musical in zwei Akten, Libretto: Stephen Sondheim, Idee: Jerome Robbins, Buch: Arthur Laurents, UA: 26. September 1957, New York City<\/p>\n<p>Regie: Mario Schr\u00f6der, B\u00fchne\/Kost\u00fcme\/Video: Andreas Auerbach u. Paul Zoller<\/p>\n<p>Dirigent: Ulf Schirmer, Gewandhausorchester und Chor, Leipziger Ballett<\/p>\n<p>Solisten: Myrthes Monteiro (Maria), Carsten Lepper (Tony), Erdmuthe Kriener (Anita), Andreas Wolfram (Riff), Rupert Markthaler (Bernardo), Ronan dos Santos Clemente (Chino), Laura Costa Chaud (Anybodys), Anna Preckeler (A Girl), Tom Schimon (Action) u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 20. Juni 2015 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/Leipzig-WestSideStory.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-6340\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/Leipzig-WestSideStory.jpg\" alt=\"Leipzig WestSideStory\" width=\"638\" height=\"425\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/Leipzig-WestSideStory.jpg 638w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/Leipzig-WestSideStory-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 638px) 100vw, 638px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Im New York der 1950er Jahre rivalisieren zwei Banden Jugendlicher, US-amerikanischen Jets und puertoricanischen Sharks um das Recht der Stra\u00dfe. Riff, dem Anf\u00fchrer der Jets, gelingt es Tony, den ausgestiegenen Mitbegr\u00fcnder der Bande, f\u00fcr einen kl\u00e4renden abschlie\u00dfenden Kampf beider Banden zu gewinnen. Tony aber verliebt sich in Maria, die Schwester von Bernardo, dem Bandenchef der Sharks. In einem Kampf wird Riff von Bernardo t\u00f6dlich niedergestochen und er selber von Tony. Tony kann Maria davon \u00fcberzeugen, da\u00df es keine Absicht war, ihren Bruder zu t\u00f6ten. Letztendlich wird auch Tony sein Leben lassen und Maria betrauert den Tod ihres Geliebten.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Die B\u00fchne wird von einer Stra\u00dfenflucht bestimmt, die von Neonlaternen ges\u00e4umt wird. Zusammen mit Projektionen und Leinw\u00e4nden ergeben sich wechselnde Standorte, die den Zuschauer an den Drugstore oder in die Disco versetzen. Hinzu treten \u00fcberdimensionale T-Tr\u00e4ger, die von oben herabkommend die bedr\u00fcckende innere Last der Protagonisten und ihres Umfeldes widerspiegeln. Die jungen Bandenmitglieder tragen authentische Stra\u00dfengang-Kleidung, und in der Disco-Szene treten in Ganzk\u00f6rperkost\u00fcmen Comic-Helden, wie Captain America, Superman oder Mickey Mouse hinzu.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Um es vorweg zu nehmen: Das Zusammenspiel von S\u00e4ngern, T\u00e4nzern und Orchester bildet in dieser Inszenierung eine fabelhafte Einheit, welche f\u00fcr das St\u00fcck unabdingbar sind. Die Leistung der T\u00e4nzer ist derartig atemberaubend und auf den Punkt, da\u00df man sich fragt, woher sie noch ihren Atem zum Singen nehmen. So sind z. B. die Tanzbattles der rivalisierenden Banden ph\u00e4nomenal gut umgesetzt, und diese Darbietung wird sogar noch durch die Leichtigkeit der singenden T\u00e4nzer in der <em>Gee, Officer Krupke<\/em>-Szene des zweiten Aktes in den Zenit des k\u00fcnstlerisch Machbaren gehoben. <strong>Carsten Lepper<\/strong> verk\u00f6rpert den idealtypisch vertr\u00e4umten, jugendlichen Tony. So wird sein <em>Maria<\/em> von seinem strahlend geschmeidigen Tenor in glanzvolle Sph\u00e4ren getragen. In den Duetten mit ihm bei <em>Tonight<\/em> und <em>One Hand, One Heart<\/em> verzaubert die hinrei\u00dfend gut besetzte <strong>Myrthes Monteiro<\/strong> (Maria) mit stimmlich jugendlicher Frische und gl\u00fchend-glei\u00dfenden H\u00f6hen, die niemals flach abfallen, sondern mit raumgreifender F\u00fclle aufhorchen lassen. <strong>Andreas Wolfram<\/strong> (Riff) besticht trotz enormer t\u00e4nzerischer Leistung mit einem breiten Stimmfundament, das den Jet-Song des ersten und vor allem <em>Cool<\/em> des zweiten Aktes mitrei\u00dfend akzentuiert. Neben <strong>Anna Preckeler<\/strong> (A Girl), die das <em>Somewhere<\/em> in leuchtend lyrische Farben webt, sind es auch die Leistungen der \u00fcbrigen Darsteller, die \u00fcber alle Ma\u00dfen \u00fcberzeugen. Dazu leistet auch das gl\u00e4nzend aufgestellte <strong>Gewandhausorchester<\/strong> einen wesentlichen Beitrag. <strong>Ulf Schirmer<\/strong> leitet den Klangk\u00f6rper kongenial mitrei\u00dfend durch die ethnischen Klangkaskaden sowie auch durch die luxuri\u00f6s ausgekosteten lyrischen Nummern und peitscht es in den Battle-Szenen zu ungemein aufw\u00fchlender Tiefendramatik, die dem Zuh\u00f6rer fast den Atem raubt.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Die Inszenierung stellt einen lupenreinen Diamanten am Sternenhimmel der Oper Leipzig dar. Die Leistungen der S\u00e4nger, T\u00e4nzer und des Orchesters zeigt eine ideal mitrei\u00dfende Symbiose, die f\u00f6rmlich den Zuschauer mit eindringlichster Dramatik, Spielwitz und getanzter Gro\u00dfartigkeit geradezu aus den Sitzen rei\u00dft. V\u00f6llig zu Recht wird dieser fabelhafte Abend mit frenetischem, nicht enden wollendem Applaus belohnt. West Side Story at its best!<\/p>\n<p>Dr. Andreas Gerth<\/p>\n<p>Bild: Ida Zenna<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Tony (Carsten Lepper) &amp; Maria (Myrthes Monteiro)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 20. 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