{"id":6329,"date":"2015-06-16T07:11:14","date_gmt":"2015-06-16T06:11:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6329"},"modified":"2015-06-17T07:12:41","modified_gmt":"2015-06-17T06:12:41","slug":"cosi-fan-tutte-muenchen-theater-am-gaertnerplatz","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6329","title":{"rendered":"COS\u00cc FAN TUTTE &#8211; M\u00fcnchen, Theater am G\u00e4rtnerplatz"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von: Wolfgang A. Mozart, Oper in zwei Akten, Libretto: Lorenzo Da Ponte UA: 26. Januar 1790 Wien, Burgtheater<\/p>\n<p>Regie: Olivier Tambosi, B\u00fchne: Bengt Gom\u00e9r, Kost\u00fcme: Carla Caminati<\/p>\n<p>Dirigent: Michael Brandst\u00e4tter und das Orchester des Staatstheaters am G\u00e4rtnerplatz<\/p>\n<p>Solisten: Magdalena Hinterdobler (Fiordiligi), Maria Fiselier (Dorabella), Matija Mei\u0107 (Gulielmo), Stefan Cifolelli (Ferrando), Elaine Ortiz Arandes (Despina), Holger Ohlmann (Don Alfonso)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 14. Juni 2015 (2. Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/M\u00fcnchen-Cosi-fan-tutte.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-6330\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/M\u00fcnchen-Cosi-fan-tutte.jpg\" alt=\"M\u00fcnchen Cosi fan tutte\" width=\"608\" height=\"405\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/M\u00fcnchen-Cosi-fan-tutte.jpg 608w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/M\u00fcnchen-Cosi-fan-tutte-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 608px) 100vw, 608px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Ferrando und Guglielmo sind \u00fcberzeugt von der Treue ihrer Verlobten Fiordiligi und Dorabella. Doch Don Alfonso wettet mit ihnen auf das Gegenteil: Zusammen mit dem Kammerm\u00e4dchen Despina plant er eine Intrige, um ihre Treue auf die Probe zu stellen. Die M\u00e4nner geben vor in den Krieg zu ziehen und verkleiden sich als fremdl\u00e4ndische Verehrer, mit der Absicht, ihre Verlobten in anderer Kleidung zu verf\u00fchren. Zun\u00e4chst weisen Fiordiligi und Dorabella die beiden ab. Doch nach einigem Hin und Her lassen sie sich verf\u00fchren. Als die Intrige aufgedeckt wird, klagen Fiordiligi und Dorabella Don Alfonso an, doch dieser beteuert, die Paare nur belehren zu wollen. Die wiedervereinten Paare schw\u00f6ren sich von nun an Treue und Vernunft in ihrer Beziehung walten zu lassen.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Im ersten Akt erinnert die B\u00fchne an ein Schwimmbad. Der Raum ist komplett mit wei\u00dfen Kacheln ausgekleidet, auf weitere Requisite wird komplett verzichtet. Im zweiten Akt wird mit gr\u00fcnen Bambusst\u00e4mmen versucht, eine exotische Gartenatmosph\u00e4re zu erzeugen. Glasterrarien mit Schlangen und \u00c4pfeln deuten wohl das biblische Motiv der Versuchung im Paradies an. Fiordiligi und Dorabella machen mit ihrer Kost\u00fcmierung eine Reise durch verschiedene Stilepochen: vom barocken Gew\u00e4nder mit seitlichen Reifr\u00f6cken und wei\u00dfen Per\u00fccken bis hin zu wei\u00df-roten Sch\u00fcrzenkleidern. Einziger roter Faden bleibt die Farbsymbolik wei\u00df-rot: im Laufe der Verf\u00fchrung wird die Tugend der Schwestern mehr und mehr von einer inneren <em>femme<\/em> <em>fatale<\/em> besiegt.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Schon die Ouvert\u00fcre verspricht h\u00f6chstes Niveau, bei der musikalischen Ausf\u00fchrung. <strong>Michael Brandst\u00e4tter<\/strong> dirigiert mit sehr konzentrierten Bewegungen das Andante und schenkt jedem Ton die n\u00f6tige Aufmerksamkeit. Sein Legatodirigat entfaltet von Anfang bis Ende einen weichen, sehr subtilen Klang. Die M\u00e4nnerstimmen sind in ihrer Klangfarbe sehr unterschiedlich und erg\u00e4nzen sich in den Terzetten zu einem harmonisch abwechslungsreichen Gesamteindruck. <strong>Stefan Cifolelli<\/strong> (Ferrando) hat einen klirrenden, schlanken Tenor, mit dem er kraftvoll in die H\u00f6he kommt. In der Arie <em>Un aura amoroso<\/em> \u2013 <em>Der Atem der Liebe<\/em> zeigt er gef\u00fchlvollen und differenzierten Stimmeinsatz. Im ersten Durchlauf ist er zwar etwas aufgeregt und kurzatmig, f\u00e4ngt sich aber in der Wiederholung und zeigt solides K\u00f6nnen beim An- und Abschwellen der Stimme. Sein Mitstreiter <strong>Matija Mei\u0107<\/strong> (Guglielmo) \u00fcberzeugt durch seinen leidenschaftlichen Einsatz: sein Bariton hat eine angenehm warme F\u00e4rbung, die in den H\u00f6hen strahlt und in der Tiefe sonor und klar wirkt. Besonders gut zur Geltung kommt sein technisches K\u00f6nnen in der Wutarie <em>Donne mie la<\/em> <em>fate a tanti<\/em> \u2013 <em>M\u00e4dchen, so treibt ihr\u2018s mit allen<\/em> : die schnellen Achtelspr\u00fcnge in der Melodie akzentuiert er mit Pr\u00e4zision und schmettert dem Zuh\u00f6rer in rhythmischer und tonaler Perfektion seine ganze Verachtung f\u00fcr das weibliche Geschlecht entgegen. Weniger emotional, daf\u00fcr mit stoischer Haltung, pr\u00e4sentiert sich <strong>Holger Ohlmann<\/strong> in der Rolle des erhabenen Drahtziehers Alfonso. Sein dumpfer Ba\u00df klingt fest in der Tiefe und sorgt durch intensiven Gesang besonders in der kurzen Schl\u00fcsselszene <em>Tutti accusan le donne<\/em> \u2013 <em>Alle schelten die Weiber<\/em> f\u00fcr Spannung. Die weiblichen Partien sind mit ebenfalls sehr unterschiedlichen Stimmfarben besetzt. <strong>Maria Fiselier<\/strong> (Dorabella) besticht mit sinnlich klingendem Mezzosopran, der hohen Widererkennungswert hat und dunkel und samtig klingt. Die lauten T\u00f6ne liegen ihr besser als die leisen, was in der Arie <em>Smanie implacibile \u2013 Furchtbare Qualen<\/em> besonders zum Tragen kommt.<strong> Elaine Ortiz Arandes<\/strong> (Despina) setzt in ihren Partien mit i verspieltem, k\u00fchlen Sopran auf ihr kom\u00f6diantisches Geschick und zeigt eine solide Leistung. H\u00f6hepunkt des Abends ist aber <strong>Magdalena Hinterdobler<\/strong> (Fiordiligi). Gleich in zwei Arien erbringt sie eine Glanzleistung mit ihrem lyrisch-vibrierenden Sopran, beide Male gefolgt von starkem Applaus. In <em>Come Scoglio<\/em> \u2013 <em>Wie ein Fels<\/em> besticht sie durch den weichen Wechsel zwischen Brust- und Kopfstimme und der unersch\u00fctterlichen Festigkeit in den Spitzent\u00f6nen, rhythmisch perfekt und mit gro\u00dfer Dynamik. In der Arie <em>per piet\u00e0 ben mio \u2013 oh verzeih, Geliebter<\/em> gelingen ihr selbst die harmonisch schwierigen Intervallspr\u00fcnge vom g\u2018\u2018 zum c\u00b0 mit Bravour. Im Zusammenklang mit Maria Fiseliers warmem Sopran sind auch die Terzharmonien in den Duetten ein Genu\u00df, da beide Stimmen sich gegenseitig st\u00fctzen und einen runden Klang erzeugen.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Die musikalische Leistung des Ensembles geht unter die Haut und sorgt f\u00fcr eine atemberaubende Stimmung. Leider f\u00e4llt die Inszenierung im Vergleich eher ab. Das Klamaukschauspiel und die vielen albernen Phallussymbole passen nicht immer und werden der vielschichtigen, psychologischen Dichte des Librettos kaum gerecht. Gesanglich wird man aber vor allem, dank Magdalena Hinterdobler und Matija Mei\u0107, ensch\u00e4digt. Das Publikum w\u00fcrdigte ihre Leistung mit einem besonders kr\u00e4ftigen Applaus.<\/p>\n<p>Melanie Joannidis<\/p>\n<p>Bild: Thomas Dashuber<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Magdalena Hinterdobler (Fiordiligi), Maria Fiselier (Dorabella), Elaine Ortiz Arandes (Despina), Holger Ohlmann (Don Alfonso), Stefan Cifolelli (Ferrando), Matija Mei\u0107 (Guilelmo) v.l.n.r.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 14. 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