{"id":6324,"date":"2015-06-08T20:06:04","date_gmt":"2015-06-08T19:06:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6324"},"modified":"2015-06-08T20:06:04","modified_gmt":"2015-06-08T19:06:04","slug":"die-prinzessin-von-trapezunt-theater-baden-baden","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6324","title":{"rendered":"DIE PRINZESSIN VON TRAPEZUNT &#8211; Theater Baden-Baden"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Jacques Offenbach (1819-1880), Op\u00e9ra-bouffe in drei Akten, Libretto: Charles Nuitter und Etienne Victor Tr\u00e9feu de Tr\u00e9val, UA: 31. Juli 1869 Baden-Baden, Theater am Goetheplatz,<\/p>\n<p>Regie: Anna Drescher B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Hudda Chukri Dramaturgie: Maximilian Anton Hagemeyer<\/p>\n<p>Dirigent: Martin Nagashima Toft, Philharmonie Baden-Baden<\/p>\n<p>Solisten: Tayoung Lee (Cabriolo), Amelie Petrich (Zanetta), Elisandra Meli\u00e1n (Regina), Nadine Kettler (Paola), David Fischer (Tremolini), Oliver Jacobs (F\u00fcrst Kasimir), Hongmee Youn (Raphael), Nikolaj Alexander Brucker (Sparadrap)<\/p>\n<p>Kooperation mit dem Festspielhaus Baden-Baden, der Stiftung Berliner Philharmoniker, der \u201eAkademie Musiktheater heute\u201c, der Deutsche Bank Stiftung und der Philharmonie Baden-Baden<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 6. Juni 2015 (Premiere 28.03.2015)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/Theater-Baden-Baden-Die-prinzessin.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-6326\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/Theater-Baden-Baden-Die-prinzessin.jpg\" alt=\"Theater Baden-Baden  Die prinzessin\" width=\"638\" height=\"425\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/Theater-Baden-Baden-Die-prinzessin.jpg 638w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/Theater-Baden-Baden-Die-prinzessin-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 638px) 100vw, 638px\" \/><\/a>Vorbemerkung<\/strong><\/p>\n<p>Das Theater Baden-Baden wurde nach den Pl\u00e4nen des franz\u00f6sischen Architekten Charles Couteau in den 1860er Jahren errichtet und 1862 eingeweiht. F\u00fcr die Theaterer\u00f6ffnung komponierte Hector Berlioz die Oper <em>B\u00e9atrice et B\u00e9n\u00e9dict<\/em>, die am 9. August desselben Jahres dort unter dem Komponisten ihre Urauff\u00fchrung erlebte. Neben Berlioz gastierten u.a. auch Johannes Brahms, Richard Strauss und Johann Strau\u00df an diesem Haus, das somit auf eine ruhmreiche historische Tradition zur\u00fcckblicken kann. Nicht zuletzt hat auch Jacques Offenbach selbst die Urauff\u00fchrung seiner <em>Princesse de Tr\u00e9bizonde<\/em> in Baden-Baden geleitet. Das Geb\u00e4ude wurde in den 1990er Jahren aufwendig restauriert und beeindruckt die Besucher bis zum heutigen Tag durch sein geschmackvolles historisches Ambiente.<\/p>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Cabriolo leitet eine Akrobatentruppe mit seiner Schwester Paola, seinen T\u00f6chtern Regina und Zanetta dem Clown Tremolini. Regina liebt Tremolini, gleichzeitig hat sich Prinz Raphael in Zanetta verliebt, die in der Wachsfigurenausstellung die in die Br\u00fcche gegangene Puppe der Prinzessin von Trapezunt nachstellt. Raphaels Vater Casimir w\u00fcrde seinen Sohn nicht unstandesgem\u00e4\u00df verheiraten, weswegen er ihn durch seinen Diener Sparadrap bewachen l\u00e4\u00dft, welcher sich in Paola verliebt. Raphael hat heimlich ein Lotterielos in Cabriolos Kasse geschmuggelt, die Truppe gewinnt das Schlo\u00df. Bei einem Souper der Verliebten im Scho\u00df platzt Casimir herein. Im letzten Moment stellt sich heraus, da\u00df Casimir in jungen Jahren eine Zirkusakrobatin geheiratet haben soll. Durch Zufall l\u00f6sen sich die Standesunterschiede auf und alle Paare k\u00f6nnen heiraten.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Das B\u00fchnenbild ist einfach gehalten: zu Beginn eine Litfa\u00dfs\u00e4ule, Kletterstangen und ein paar Requisiten. Im zweiten Akt ist ein scherenschnittartiges Schlo\u00df zu sehen, das einer Kinderzeichnung entstammen k\u00f6nnte, im dritten Akt wechselt die Szene in eine Zirkusmanege. Die Kost\u00fcme sind in weiten Teilen der Commedia dell&#8217;arte entlehnt. Die Inszenierung stammt von der Stipendiatin Anna Drescher der Stiftung \u201eMusiktheater Heute\u201c. Die Regisseurin versucht in einer flippigen Erz\u00e4hlweise die Balance zwischen der Commedia dell&#8217;arte und der heutigen Zeit zu finden. Offenbachs Op\u00e9ra-bouffe ist sehr dialoglastig, doch die deutsche Dialogfassung von Maximilian Anton Hagemeyer ist durchaus kurzweilig.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Da das Theater Baden-Baden nicht \u00fcber ein festes S\u00e4ngerensemble verf\u00fcgt, hat man f\u00fcr dieses Projekt \u00fcberwiegend junge Nachwuchsk\u00fcnstler in Kombination mit einigen Schauspiels\u00e4ngern des Ensembles engagiert. Die Dialoge sind in deutscher Sprache, die Gesangsnummern auf Franz\u00f6sisch. <strong>Amelie Petrich<\/strong> als Zanetta \u00fcberzeugt mit einem klaren beweglichen Sopran. Verspielt und ausdrucksstark beweist sie auch in den hohen Lagen eine sichere Technik. Hier k\u00f6nnte in den kommenden Jahren eine interessante stimmliche Entwicklung stattfinden. <strong>Elisandra Meli\u00e1n<\/strong> k\u00e4mpft vor allem in den Dialogen mit der deutschen Artikulation, im Franz\u00f6sischen ist ihr sprachlicher Ausdruck bereits wesentlich mehr gegl\u00e4ttet, jedoch steht sie hinsichtlich der Textverst\u00e4ndlichkeit hinter ihrer S\u00e4ngerkollegin. Mit Flei\u00df und Pr\u00e4zision agiert auch die junge S\u00fcdkoreanerin <strong>Hongmee Youn<\/strong> in der Hosenrolle des Prinzen Raphael. Allerdings merkt man ihr an, welche Herausforderung sie mit den Dialog- und Gesangstexten hat. Auch ihr Gesang wirkt zwar stimmlich passabel, jedoch sehr bla\u00df und k\u00fchl im Ausdruck. <strong>David Fischer<\/strong> dagegen interpretiert die Partie des Tremolini mit kr\u00e4ftigem Timbre und einer sauberen franz\u00f6sischen Artikulation. Der Bariton <strong>Taeyoung Lee<\/strong> singt \u00e4u\u00dferst stimmgewaltig den Cabriolo. Auch hier sind in Dialog und Gesang noch gewisse Sprachdefizite zu erkennen, sein Timbre ist dagegen durchdringend und beinahe etwas zu kr\u00e4ftig im Gegensatz zu den anderen S\u00e4ngern. Erfrischende Schauspielkunst lieferten dagegen <strong>Oliver Jacobs<\/strong> (F\u00fcrst Casimir), Nikolaj <strong>Alexander Brucker<\/strong> (Sparadrap) und <strong>Nadine Kettler<\/strong> (Paola), die in den Ensembles auch Gesangspartien \u00fcbernehmen. Diese wirken in der musikalischen Einstudierung von Judith Kubitz und Martin Nagashima Toft sehr ausgeglichen und lassen die Unterschiede zu den professionellen S\u00e4ngern in den Hintergrund treten. \u00dcberraschend ist die \u00fcberdurchschnittlich gute Akustik des Opernhauses. Trotz reger B\u00fchnenaktion innerhalb der Gesangsnummern hat der Raum keine akustischen L\u00f6cher, die den H\u00f6reindruck vermindern oder st\u00f6ren. Die Philharmonie Baden-Baden \u00fcberzeugt hier als Opernorchester. Die solistischen Passagen, wie u.a. in Violine und Klarinette, sind sanft und lyrisch, das Orchester ist sehr gut einstudiert worden. Aus dem Orchestergraben steigt ein in sich geschlossener warmer Klang, der nie die Solisten \u00fcbert\u00f6nt.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Ein am Ende musikalisch doch sehr gelungener Opernabend. Allerdings schade, da\u00df an diesem Haus meist nur zwei Opernproduktionen im Jahr gastieren. Ein Ausflug ans Theater Baden-Baden ist auf alle F\u00e4lle zu empfehlen.<\/p>\n<p>Daniel Rilling<\/p>\n<p>Bild: Stephanie Schweigert<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Oliver Jacobs (F\u00fcrst Kasimir), David Fischer (Tremolini), Tayoung Lee (Cabriolo), Amelie Petrich (Zanetta), Hongmee Youn (Raphael), Elisandra Meli\u00e1n (Regina), Nikolaj Alexander Brucker (Sparadrap), Nadine Kettler (Paola) v.l.n.r.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 6. 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