{"id":632,"date":"2009-03-15T22:12:05","date_gmt":"2009-03-15T20:12:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=632"},"modified":"2009-12-20T12:42:09","modified_gmt":"2009-12-20T10:42:09","slug":"stockholm-konigliche-oper-siegfried","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=632","title":{"rendered":"Stockholm, K\u00f6nigliche Oper  &#8211; SIEGFRIED"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Richard Wagner (1813 \u2013 1883), Zweiter Tag des B\u00fchnenfestspiels \u201eDer Ring des Nibelungen\u201c, Libretto vom Komponisten<br \/>\nUA 1869 Bayreuth<br \/>\nRegie: Staffan Valdemar Holm, B\u00fchnenbild und Kost\u00fcm: Bente Lykke M\u00f8ller, Licht: Torben Lendorph, Dramaturg: Stefan Johansson<br \/>\nDirigent: Gregor B\u00fchl, K\u00f6nigliche Hofkapelle<br \/>\nSolisten: Lars Cleveman (Siegfried), Niklas Bj\u00f6rling Rygert (Mime), Terje Stensvold (Wanderer), Marcus Jupither (Alberich), Katarina Dalayman (Br\u00fcnnhilde), Lennart Fors\u00e9n (Fafner), Marianne Hellgren Staykov (Waldvogel), Anna Larsson (Erda)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 12. M\u00e4rz 2009 (B Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/05\/stockholm-siegfried.jpg\" TITLE=\"stockholm-siegfried.jpg\"><img SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/05\/stockholm-siegfried.jpg\" ALT=\"stockholm-siegfried.jpg\" ALIGN=\"right\" \/><\/a>Siegfried, der Sohn der Geschwister Siegmund und Sieglinde, wird von Alberichs Bruder, dem Zwerg Mime, einsam im Wald gro\u00dfgezogen. Mimes heimliches Ziel ist es, den starken und furchtlosen J\u00fcngling gegen den Drachen Fafner aufzustacheln, damit er ihn t\u00f6te und seinem Ziehvater so den Ring verschaffe. Doch Siegfried rebelliert gegen Mime und wird zunehmend unkontrollierbar. Als er den Riesenwurm tats\u00e4chlich get\u00f6tet hat, bringt er \u00fcberraschend den Ring an sich und erkennt nun auch die List und Berechnung Mimes. Aus Zorn bringt er ihn um und macht sich auf zum Br\u00fcnnhildefelsen, um dort die Walk\u00fcre zu erwecken und ihre Liebe zu erringen. Auf dem Weg dorthin trifft er auf den Wanderer \u2013 den durch die Menschenwelt streifenden Gott Wotan \u2013 und k\u00e4mpft mit ihm. Wotans Speer, der ihm die Macht \u00fcber die Welt sicherte, wird zerschlagen und seine Herrschaft ist damit beendet. Alle zuk\u00fcnftigen Ereignisse finden nun ohne ihn statt.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nWie in den anderen Teilen dieser Ring-Inszenierung auch sind die \u00fcbersichtlichen, symmetrischen R\u00e4ume, in denen die Handlung spielt, sowie ein gewisser Zug zur Abstraktion vorherrschend. Fafners H\u00f6hle ist beispielsweise eine kleine Freiluftb\u00fchne, vor der ein stummes Publikum den Kampf des Possenrei\u00dfers Fafner mit dem jungen Siegfried beobachtet. In der ersten Szene des dritten Aufzugs wird eine soziale Lesart des Textes sichtbar, die sonst in dieser Inszenierung keine gro\u00dfe Rolle spielt: Wotan, zum machtlosen Wanderer gealtert, lauert Siegfried und Erda vor einem Haus auf, in dem eine gro\u00dfb\u00fcrgerliche Gesellschaft feiert. Erda wird eingelassen, der sichtlich heruntergekommene Wanderer hingegen nicht. Ein neues Zeitalter ist angebrochen, wie auch das Schlu\u00dfbild zeigt. War der Br\u00fcnnhildefelsen in der Walk\u00fcre noch von einer gr\u00fcnen Koppel umgeben, erheben sich nun rauchende Fabrikschornsteine in der Ferne.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\nZwar hatten sowohl<strong> Lars Cleveman<\/strong> (Siegfried) als auch <strong>Katarina Dalayman<\/strong> (Br\u00fcnnhilde) an diesem Abend mit einer Indisposition zu k\u00e4mpfen, doch war Clevemans Leistung in der Titelrolle wirklich \u00fcber jeden Zweifel erhaben. Sowohl sein Spiel als auch seine bis zum Schlu\u00df souver\u00e4n gesungene Partie hinterlie\u00dfen beim Publikum einen imponierenden Eindruck. Die von Wagner in der Partitur geforderten klanglichen Nuancen bekam man zu h\u00f6ren, etwa die sehr ruhig und mit schlanker, beinahe schon falsettartiger Tongebung zu singenden Passagen w\u00e4hrend des Waldwebens oder zu Beginn der Schlu\u00dfszene des Siegfried, aber auch die energischen Spitzent\u00f6ne in den Schmiedeliedern und das bewegliche Parlando in den Dialogen mit Mime. Leider machte es ihm das Dirigat Gregor B\u00fchls an diesem Abend nicht gerade leicht, denn B\u00fchl nahm vor allem im ersten Aufzug die Tempi zu schnell und trug zuweilen dynamisch etwas zu dick auf. Zwar kam es zu keinem wirklichen Unfall, aber seine Tendenz, die S\u00e4nger zu treiben, verwischte mitunter die melodischen Konturen und lie\u00df den Gesangstext undeutlich werden. Wie in den anderen Stockholmer Ring-Teilen auch trugen<strong> Terje Stensvold<\/strong> (Wanderer), <strong>Anna Larsson<\/strong> (Erda) und <strong>Marcus Jupither<\/strong> (Alberich) ihre Partien musterg\u00fcltig vor, wohingegen <strong>Lennart Fors\u00e9n<\/strong> (Fafner) trotz elektronischer und akustischer Verst\u00e4rkung \u2013 wie bei Wagner vorgeschrieben singt er durch ein Sprachrohr \u2013 stimmlich zu wenig beeindrucke. Der mit Abstand beste S\u00e4nger dieses Abends war allerdings ohne Zweifel <strong>Niklas Bj\u00f6rling Rygert<\/strong> als Mime, dessen unglaublich deutliche Aussprache des Deutschen, rhythmische Sicherheit und stimmliche Beweglichkeit, die ein genaues Studium seiner gro\u00dfen Vorg\u00e4nger in dieser Rolle verr\u00e4t, sich mit einer an das Akrobatische grenzenden schauspielerischen Virtuosit\u00e4t paaren, die vor allem den ersten Aufzug zu einem kurzweiligen Erlebnis machte. Allein schon seine eminente Leistung ist einen Besuch dieser <em>Siegfried<\/em>-Inszenierung wert.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nMusikalisch und von der Darstellung der Charaktere her ist dieser Siegfried grundsolide, auch wenn das Dirigat B\u00fchls leider nicht mit dem Leif Segerstams, der ebenfalls als Dirigent des Stockholmer Rings auftritt, konkurrieren kann, zumindest was das Eingehen auf die S\u00e4nger betrifft. Das B\u00fchnenbild ist weniger statisch als in der Walk\u00fcre, die Wahl der inszenatorischen Mittel ist jedoch nicht immer restlos \u00fcberzeugend. Vor allem die Bedeutung des Geschehens vor Fafners H\u00f6hle im zweiten Aufzug bleibt unklar. Dennoch wird den Darstellern in den \u00fcbrigen Teilen gen\u00fcgend Freiraum zugestanden, um ihre Figuren \u00fcberzeugend zu entwickeln.<br \/>\nDr. Martin Knust<\/p>\n<p>Bild: Mats B\u00e4cker<br \/>\nDas Bild zeigt: Marianne Hellgren Staykov als Waldvogel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Richard Wagner (1813 \u2013 1883), Zweiter Tag des B\u00fchnenfestspiels \u201eDer Ring des Nibelungen\u201c, Libretto vom Komponisten UA 1869 Bayreuth Regie: Staffan Valdemar Holm, B\u00fchnenbild und Kost\u00fcm: Bente Lykke M\u00f8ller, Licht: Torben Lendorph, Dramaturg: Stefan Johansson Dirigent: Gregor B\u00fchl, K\u00f6nigliche<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=632\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,96],"tags":[],"class_list":["post-632","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","category-stockholm-konigliche-oper"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/632","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=632"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/632\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=632"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=632"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=632"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}