{"id":6319,"date":"2015-06-03T20:53:34","date_gmt":"2015-06-03T19:53:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6319"},"modified":"2015-06-07T21:11:09","modified_gmt":"2015-06-07T20:11:09","slug":"giulio-cesare-in-egitto-julius-caesar-in-aegypten-berlin-komische-oper","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6319","title":{"rendered":"GIULIO CESARE IN EGITTO \u2013 JULIUS C\u00c4SAR IN \u00c4GYPTEN &#8211; Berlin, Komische Oper"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Georg Friedrich H\u00e4ndel (1685-1759), Dramma per musica in drei Akten in italienischer Sprache mit \u00dcbertiteln in Deutsch, Englisch, Franz\u00f6sisch und T\u00fcrkisch. Libretto: Nicola Francesco Haym. UA: 20. Februar 1724 London, King\u2019s Theatre Haymarket<\/p>\n<p>Regie: Lydia Steier, B\u00fchne: Katharina Schlipf, Kost\u00fcme: Ursula Kudrna, Dramaturgie: Johanna Wall, Licht: Diego Leetz<\/p>\n<p>Dirigent: Konrad Jungh\u00e4nel mit dem Orchester der Komischen Oper Berlin<\/p>\n<p>Solisten: Dominik K\u00f6ninger (Julius C\u00e4sar), Valentina Farcas (Cleopatra), Ezgi Kutlu (Cornelia), Theresa Kronthaler (Sesto Pompeo), Anna Bernacka (Tolomeo), G\u00fcnter Papendell (Achillas), Mika Yoneszawa (Solo-Violine)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 31. Mai 2015 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Vorbemerkung<\/strong><\/p>\n<p>In dieser Produktion sind die Rezitative und Arien teilweise gek\u00fcrzt, die Rollen des Curio und Nireno gestrichen. Stattdessen sind Pompeo sowie die Kinder Cleopatra und Tolomeo dazu gedichtet. Damit ist das Gleichgewicht der Charakterzeichnung und der Handlung gest\u00f6rt.<\/p>\n<div id=\"attachment_6320\" style=\"width: 594px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/Berlin-KomischeCesare_4310.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-6320\" class=\"size-full wp-image-6320\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/Berlin-KomischeCesare_4310.jpg\" alt=\"DRAMA2015081-4310\" width=\"584\" height=\"390\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/Berlin-KomischeCesare_4310.jpg 584w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/Berlin-KomischeCesare_4310-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 584px) 100vw, 584px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-6320\" class=\"wp-caption-text\">DRAMA2015081-4310<\/p><\/div>\n<p><strong>Kurzinhalt <\/strong><\/p>\n<p>Julius C\u00e4sar eilt nach \u00c4gypten, um seinen Widersacher Pompeo zu besiegen. Pompeos nichts ahnende Gattin Cornelia dr\u00e4ngt C\u00e4sar, mit ihm Frieden zu schlie\u00dfen. Der Herrscher ist bereit auf ihren Antrag einzugehen. Doch zur Begr\u00fc\u00dfung serviert ihm Pharao Tolomeo den abgeschlagenen Kopf des Pompeo. Der Kaiser verabscheut diese Greueltat an einen r\u00f6mischen Staatsb\u00fcrger und schw\u00f6rt Rache. Achillas erwartet von Tolomeo die Erf\u00fcllung seines Versprechens: f\u00fcr die Ermordung des Pompeo die sch\u00f6ne Cornelia, seine Witwe, zu bekommen. Allerdings wird Cornelia auch vom Pharao begehrt. Anstatt sich die Regentschaft mit seiner gleichberechtigten Schwester Cleopatra zu teilen, regiert Tolomeo alleine. Cleopatra sieht in der Ankunft C\u00e4sars ihre Chance und will C\u00e4sars Herz erobern. Dies gelingt ihr auf Anhieb und eine gegenseitige, innige Liebesbeziehung entsteht.<\/p>\n<p>Es kommt zum Kampf. Achillas ist von seinem Herrn entt\u00e4uscht. Im Sterben \u00fcbergibt er C\u00e4sar die Gewalt \u00fcber seine Truppen. C\u00e4sar macht Cleopatra zur K\u00f6nigin \u00c4gyptens.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung <\/strong><\/p>\n<p>Das Lichtgestaltung von <strong>Diego<\/strong> <strong>Leetz<\/strong> steigert durch \u00e4ndert Farb\u00e4nderungen effektvoll die \u00e4sthetische Wirkung der Bilder. Die B\u00fchne stellt einen hohen Barocksaal in renovierungsbed\u00fcrftigem Zustand dar. Links und rechts schlie\u00dfen sich zwei Nebenr\u00e4ume an, deren sehr breite Seitenw\u00e4nde sie schmaler erscheinen lassen. Blumen und Bl\u00e4tterranken schm\u00fccken vergoldete Gesimse. Ein rotes Sofa, ein Gem\u00e4lde und ein Spiegel m\u00f6blieren das linke Zimmer. Einige Hirschgeweihe zieren die Zimmerw\u00e4nde im rechten Raum. Die B\u00fchnenmitte dominiert eine gro\u00dfe T\u00fcr mit einer schwarz gedeckten Tafel davor. Auf der Tafel liegen ein \u00fcbergro\u00dfer Fisch, einige Obstschalen und ein gro\u00dfer Schinken. Dazwischen landet auch der abgetrennte Kopf des Pompeo. Sp\u00e4ter verwandelt sich die Tafel in drei Terrarien mit jeweils darin liegenden lebensgro\u00dfen Krokodilen. Der Chor tritt in schwarzer, opulenter Garderobe auf, teilweise tragen die S\u00e4nger auff\u00e4llige Glatzen. C\u00e4sar erscheint auf einem wei\u00dfen Pferd, flankiert von Cornelia und Sesto Pompeo. Cleopatras Kleid ist in Ockergold mit ausgestelltem Unterrockgitter. Im selben Kost\u00fcm und Maske sind alle Frauen des pharaonischen Harems gekleidet. Sp\u00e4ter erscheint Cleopatra in schwarzer Reizw\u00e4sche, dar\u00fcber geschn\u00fcrtem wei\u00dfen Tuch und Overknee-Lederstiefel. C\u00e4sar tr\u00e4gt ein wei\u00dfes Hemd, eine Tr\u00e4gerhose und dar\u00fcber eine braune Weste.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Das Orchester musizierte auf historischen Instrumenten. Sein gepflegter Klang wurde zwischendurch gest\u00f6rt durch Klatschen und Trampeln des Chores und der Statisten oder der Schmerzensschreie Sestos. <strong>Konrad<\/strong> <strong>Jungh\u00e4nel<\/strong> f\u00fchrte das Orchester musikalisch auf vollkommener Weise. Doch die klangsch\u00f6nen Ch\u00f6re waren etwas albern im Auftreten. Zentrale Rolle der Oper zeigte sich in <strong>Valentina<\/strong> <strong>Farcas<\/strong> (Cleopatra) leidend und liebend mit einem warmen Sopran, deutlich in der Aussprache und meisterhaft ausgesungenen Koloraturen vor allem in <em>V\u2019adoro pupille<\/em><em> \u2013 Ich bete euch an, ihr Augen<\/em> (2. Akt). Ihren Geliebten Julius C\u00e4sar gab<strong> Dominik<\/strong> <strong>K\u00f6ninger <\/strong>mit einer \u00fcberzeugenden B\u00fchnenpr\u00e4senz. Der Mezzosopran von <strong>Ezgi<\/strong> <strong>Kutlu<\/strong> (Cornelia) faszinierte mit ihrem Timbre, war durchsetzungsstark und brillant. Sie spielte ihre Eins\u00e4tze zauberhaft und die in der Rolle ihres Sohnes fungierende <strong>Theresa<\/strong> <strong>Kronthaler<\/strong> (Sesto Pompeo) wirkte knabenhaft, klar und leidenschaftlich. Mit vielen Seufzern ergreifend und temperamentvoll gestaltete sie Sestos Arie <em>Svegliatevi nel core, furie d\u2019un alma offesa \u2013 Erwache im Herzen, Wut einer gekr\u00e4nkten Seele <\/em>(1. Akt) mit flie\u00dfendem Registerwechsel. Gemeinsam meisterten sie makellos ihr Duett <em>Son nata a lagrimar \u2013Zum Weinen bin ich geboren <\/em>(1. Akt). Den brutalen Pharao sang die Altistin <strong>Anna<\/strong> <strong>Bernacka<\/strong> (Tolomeo). Besonders klangsch\u00f6nen Eins\u00e4tze von Achillas waren <strong>G\u00fcnter<\/strong> <strong>Papendell<\/strong> vorbehalten, die Verzierungen klangen in <em>Tu sei cor di questo core<\/em><em> \u2013 <\/em><em>Du bist das Herz meines Herzens<\/em> (1. Akt) m\u00fchelos und angenehm in der Tiefe. <strong>Mika<\/strong> <strong>Yoneszawa<\/strong> (Solo-Violine) brillierte mit ihren Eins\u00e4tzen in C\u00e4sars Arie <em>Se in fiorito ameno prato \u2013 Wenn auf der lieblichen Blumenwiese <\/em>(2. Akt) und harmonierte mit dem Bariton von<strong> Dominik<\/strong> <strong>K\u00f6ninger <\/strong>(Julius C\u00e4sar).<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Diese kurzweilige Auff\u00fchrung ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Interessant wurden die Kadenzen der historischen Praxis getreu verziert und durchzuf\u00fchrt. Das offensichtlich ber\u00fchrte Publikum w\u00fcrdigte die \u00e4sthetische und musikalische Leistung mit herzlichem Applaus und Bravorufen. Einige Buhs gingen in Richtung des Regieteams. Sie schufen ein weiteres Element in der Zerst\u00f6rungskunst unserer Kultur.<\/p>\n<p>Ruta Akelyte Hermann<\/p>\n<p>Bild: IKO Freese\/drama-berlin.de<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Anna Bernacka (Tolomeo), G\u00fcnter Papendell (Achillas) und auf dem Tisch; Dominik K\u00f6ninger (C\u00e4sar)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 31. 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