{"id":6300,"date":"2015-05-18T21:07:24","date_gmt":"2015-05-18T20:07:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6300"},"modified":"2015-05-20T08:39:58","modified_gmt":"2015-05-20T07:39:58","slug":"le-petit-faust-dr-faust-junior-muenchen-theater-am-gaertnerplatz","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6300","title":{"rendered":"LE PETIT FAUST \u2013 DR. FAUST JUNIOR &#8211; M\u00fcnchen, Theater am G\u00e4rtnerplatz"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von: Florimond Ronger alias Herv\u00e9 (1825-1892), Operette in drei Akten, Text: Hector Cr\u00e9mieux und Adolphe Jaime UA: 23. April 1869 Paris, Th\u00e9\u00e2tre des Folies-Dramatiques<\/p>\n<p>Regie: Rudolf Frey, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Rainer Sinell, Choreografie: Beate Vollack<\/p>\n<p>Dirigent: Michael Brandst\u00e4tter und das Orchester des Staatstheaters am G\u00e4rtnerplatz<\/p>\n<p>Solisten: David Sitka (Faust), Elaine Ortiz Arandes (Mephisto), Alexandra Flood (Marguerite), Maximilian Mayer (Valentin), Sarah Mzali-Aristidou (Lisette), Andromahi Raptis (Clorinde), Doroth\u00e9e (Vict\u00f3ria De Sousa Real)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 16. Mai 2015 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/M\u00fcnchen-Le-petit-Faust.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-6301\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/M\u00fcnchen-Le-petit-Faust.jpg\" alt=\"M\u00fcnchen Le petit Faust\" width=\"595\" height=\"396\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/M\u00fcnchen-Le-petit-Faust.jpg 595w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/M\u00fcnchen-Le-petit-Faust-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 595px) 100vw, 595px\" \/><\/a>Vorbemerkung<\/strong><\/p>\n<p><em>Le petit Faust<\/em> ist in zweifacher Weise eine Parodie: sowohl auf die Literaturvorlage von Goethe, als auch auf die zehn Jahre zuvor vertonte Oper von Gounod.<\/p>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Doktor Faust hadert mit seinem Schicksal. Als Valentin seine Schwester Marguerite in seine Obhut \u00fcbergibt, verliebt sich Faust sofort. Mephisto bietet Faust einen Handel an: Sch\u00f6nheit, Jugend und Reichtum als Gegenleistung f\u00fcr seinen Verstand. Faust willigt ein und lebt von nun an ein freiz\u00fcgiges Leben. Aber er kann Marguerite nicht vergessen. Er findet sie wieder und h\u00e4lt sofort um ihre Hand an. Da er reich ist, sieht Marguerite in ihm eine gute Partie und willigt ein. Valentin, der aus dem Krieg zur\u00fcckkehrt, versucht die Verbindung zu verhindern. Im Kampf ersticht Faust Valentin. Doch Valentins Geist verflucht die Ehe. Als Faust Marguerite gesteht, da\u00df er seinen gesamten Reichtum aufgeben will, zeigt Marguerite ihr wahres Gesucht und verflucht den M\u00f6rder ihres Bruders. Aber Mephisto zwingt das Paar bis in alle Ewigkeit aneinander gekettet zu tanzen.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Die B\u00fchne der M\u00fcnchner Reithalle ist zweigeteilt: auf der linken Seite spielt das Orchester in einem abgetrennten Separee, in der Mitte ist die Hauptb\u00fchne. Der hintere Bereich wird durch ein Tor abgetrennt, \u00fcber dem im zweiten und dritten Akt die \u00dcberschrift <em>l\u2019enfer<\/em> (<em>H\u00f6lle<\/em>) zu lesen ist. Die kahle B\u00fchne l\u00e4\u00dft viel Raum f\u00fcr das wilde Schauspiel der Darsteller, gespickt mit einer gro\u00dfen Portion Humor, dabei lebt das St\u00fcck besonders von Showeinlagen, wie einer Tanzanimation des Publikums. Die Kost\u00fcme spiegeln das Flair des 19. Jahrhunderts wider: die Damen tragen weit ausgestellte Korsettkleider in metallischen Erdt\u00f6nen, die Soldaten erscheinen in blau-roten Uniformen.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Die Kooperation des Theaters mit der Hochschule f\u00fcr Musik ist eine Symbiose aus erfahrenen Darstellern und dem Nachwuchs. Insgesamt erg\u00e4nzt sich das zu einem runden Gesamtbild. Die Ouvert\u00fcre stimmt mit beschwingten Walzerrhythmen ein in die leichte Tanz- und Unterhaltungsmusik: <strong>Michael Brandst\u00e4tter<\/strong> dirigiert sehr ausgewogen und l\u00e4\u00dft viel Raum f\u00fcr die Entfaltung der Instrumente. Sanfte T\u00f6ne in den Bl\u00e4sern wechseln sich mit beschwingtem Geigenspiel ab. Die Crescendo-B\u00f6gen werden bis zum H\u00f6hepunkt gesteigert. <strong>David Sitkas<\/strong> (Faust) Interpretation des Faust, ist die eines gutm\u00fctigen, eher vertrottelten Alten, seine jugendliche Tenorstimme verleiht ihm eine sehr zarte Seite, dabei singt er sehr akzentuiert und scharf in den H\u00f6hen. Seine Mitstreiterin <strong>Elaine Ortiz Arandes<\/strong> (Mephisto) besticht in der Hosenrolle des Mephistos mit einem erz\u00e4hlerischen Sopran, ihr Timbre klingt leicht silbrig und ist in der H\u00f6he volumin\u00f6s. Ein besonderer Genu\u00df ist der Auftritt von <strong>Alexandra Flood<\/strong> (Marguerite): sie zeigt die gesamte Bandbreite des gesanglichen K\u00f6nnens, von in der Bruststimme gesungenen tiefen T\u00f6nen bis die im <em>sotto voce<\/em> gehauchter Spitzent\u00f6nen. Ihr agiler, sehr schlanker Sopran klingt in den Koloraturen leicht und flink, dabei legt sie besonders viel Wert auf die kom\u00f6diantische Interpretation ihrer Rolle, jodelt, kreischt und zetert mit ihrer Stimme. Als Josephine Baker Verschnitt im 1920er Jahre Kleid legt sie im zweiten Akt gewisserma\u00dfen eine flotte Sohle aufs Parkett und animiert sogar das Publikum zum mittanzen. Als m\u00e4nnlicher Gegenpart besticht <strong>Maximilian Mayer<\/strong> (Valentin), dessen majest\u00e4tischer Tenor Qualit\u00e4ten eines Heldentenors hat. Das scheppernde Timbre seiner metallischen Stimme zeigt er nicht nur im Milit\u00e4raufmarsch im ersten Akt, sondern auch als beschw\u00f6rende Reinkarnation, die seine Schwester vor der Ehe mit Faust warnt. F\u00fcr einen dramatischen H\u00f6hepunkt sorgt der <strong>Chor<\/strong> im dritten Akt: der synchrone und sehr harmonische Gesang von M\u00e4nner und Frauenstimmen ist rhythmisch und, von der Intonation her, perfekt aufeinander abgestimmt.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Die M\u00fcnchner Inszenierung zeigt mit der Herv\u00e9 Auff\u00fchrung mal eine ganz andere Facette der Operette und beeindruckt durch Originalit\u00e4t und Humor. Aus musikalischer Sicht ist es sch\u00f6n, jungen Talenten bei ihrer Arbeit zusehen zu k\u00f6nnen, die sich alle Male mit den gestandenen Profis messen k\u00f6nnen. Allen voran Alexandra Flood und Maximilian Mayer, die eine hervorragende Figur machen.<\/p>\n<p>Melanie Joannidis<\/p>\n<p>Bild: Christian POGO Zach<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Alexandra Flood (Marguerite), Chor, Statisterie<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 16. 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