{"id":630,"date":"2009-05-02T15:20:32","date_gmt":"2009-05-02T13:20:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=630"},"modified":"2009-05-03T15:26:06","modified_gmt":"2009-05-03T13:26:06","slug":"wuppertal-opernhaus-la-porta-delle-legge-%e2%80%93-das-tor-zum-gesetz","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=630","title":{"rendered":"Wuppertal, Opernhaus &#8211; LA PORTA DELLE LEGGE \u2013 DAS TOR ZUM GESETZ"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Salvatore Sciarrino, Musik und Text nach Vor dem Gesetz (T\u00fcrh\u00fcterlegende) aus dem Romanfragment Der Proze\u00df von Franz Kafka<br \/>\nRegie: Johannes Weigand, Ausstattung: J\u00fcrgen Lier, Video: Jakob Creutzburg, Dramaturgie: Karin Bohnert, Licht: Sebastian Ahrens<br \/>\nDirigent: Hilary Griffiths; Sinfonieorchester Wuppertal<br \/>\nSolisten: Ekkehard Abele (Der Mann I), Gerson Sales (Der Mann II), Michael Tews (Der T\u00fcrh\u00fcter)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 25. April 2009 (Premiere, Urauff\u00fchrung)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a TITLE=\"wuppertal-gesetz.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/05\/wuppertal-gesetz.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"wuppertal-gesetz.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/05\/wuppertal-gesetz.jpg\" \/><\/a>Ein Mann steht vor dem Tor zum Gesetz und m\u00f6chte eintreten. Der T\u00fcrh\u00fcter verweigert ihm jedoch den Eintritt. Eventuell sei es aber sp\u00e4ter m\u00f6glich, das Tor zu durchschreiten. Doch auch im Lauf der Jahre verweigert der T\u00fcrh\u00fcter stets den Eintritt, wenn der Mann seinen Monolog unterbricht und erneut um Einla\u00df bittet. So wartet er vor dem Tor, bis er stirbt. Nach dem Tod des Mannes ist die Oper jedoch nicht zu Ende: Ein neuer Mann trifft auf, der seinem Vorg\u00e4nger optisch gleicht, lediglich die verschiedene Stimmlage stellt einen Unterschied dar. Auch diesem Mann wird kein Einla\u00df gew\u00e4hrt, egal wie oft er den T\u00fcrh\u00fcter bittet. Nachdem auch dieser Mann verstorben ist und der T\u00fcrh\u00fcter das Tor zum Gesetz wieder verschlie\u00dft, treten beide M\u00e4nner zusammen auf und blicken auf ihre Zeit vor dem Tor zur\u00fcck.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nDas B\u00fchnenbild ist sehr sparsam gestaltet: Quer \u00fcber die B\u00fchne verlaufen gelbe Vorh\u00e4nge, die in der Mitte der B\u00fchne ein Tor offen lassen. Dahinter ist eine helle wei\u00dfe Fl\u00e4che zu sehen. Zudem steht ein Stuhl auf der B\u00fchne, auf dem der T\u00fcrh\u00fcter sitzt. Im ersten Teil der Oper wird das Tor immer gr\u00f6\u00dfer, bis die Vorh\u00e4nge ganz von der B\u00fchne verschwunden sind. Nach dem Tod des Mannes schlie\u00dft sich w\u00e4hrend des zweiten Teiles der Oper das Tor wieder langsam, dieses Mal jedoch am B\u00fchnenrand mit schwarzen Vorh\u00e4ngen. Mit dem erneuten Tod des Mannes schlie\u00dft sich das Tor dieses Mal jedoch komplett. Bei dem darauf folgenden Finale werden auf einem transparenten Vorhang, hinter dem die beiden gleich gekleideten M\u00e4nner auftreten, zahlreiche Pater-noster-Aufz\u00fcge in verschiedenen Tiefen gezeigt, die mit jeweils einem Insassen, gekleidet wie die beiden M\u00e4nner, auf und ab fahren. Dann verschwindet ein Aufzug nach dem anderen, bis die Oper zu Ende ist. Gekleidet sind die beiden M\u00e4nner in schwarzen Anz\u00fcgen, der T\u00fcrh\u00fcter tr\u00e4gt eine grauen Anzug und gelegentlich einen Mantel.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\n<strong>Salvatore Sciarrino <\/strong>gestaltet seine Oper im Stil des Minimalismus; das sparsam eingesetzte Orchester spielt viele sich st\u00e4ndig wiederholende Motive. <strong>Hilary Griffiths<\/strong> f\u00fchrt das<strong> Sinfonieorchester Wupperta<\/strong>l durch die Urauff\u00fchrung und erzeugt dabei eine sehr beklemmende Stimmung, die die B\u00fchnenatmosph\u00e4re unterstreicht. Dabei flie\u00dfen auch einige moderne Mittel ein, wie z.B. das dezent zischend-pfeifende Ger\u00e4usch einer Windmaschine. Die drei Gasts\u00e4nger hinterlassen einen guten Eindruck: <strong>Ekkehard Abele<\/strong> (Der Mann I) hat seine starken Momente in den Zeiten des Z\u00f6gerns und Zauderns, wenn ihn der T\u00fcrh\u00fcter einmal mehr abgewiesen hat. Wenn er mit seinen <em>vorrei intrare- ich m\u00f6chte eintreten<\/em> um Einla\u00df bittet, w\u00fcnscht man sich ein wenig mehr Kraft in der Stimme. <strong>Gerson Sales<\/strong> (Der Mann II) folgt ihm nach. Sein glasklarer und niemals schriller Countertenor hat genau diese Durchschlagskraft, die ihn zum besten Mann des Abends machen, da er auch in den intimen Momenten mit fast zerbrechlicher Stimme voll zu \u00fcberzeugen wei\u00df. <strong>Michael Tews<\/strong> (Der T\u00fcrh\u00fcter) tr\u00e4gt seine Partie mit vollem, rundem Ba\u00df vor, was optimal zu der Rolle des \u00dcberlegenen in der Beziehung pa\u00dft. Diese wei\u00df er durch seine \u00fcbertriebene Mimik und Gestik noch zu unterstreichen.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nF\u00fcr die Freunde der neuen Musik ist ein Opernbesuch in der neuen Oper von Sciarrino nat\u00fcrlich Pflicht. Wer sich mit diesem Stil jedoch schwer tut, den werden auch die gelungene musikalische Leistung und die Inszenierung nur schwerlich \u00fcberzeugen. In der Urauff\u00fchrung wurden alle Beteiligten, von den S\u00e4ngern \u00fcber die Regie bis zum Komponisten, allerdings begeistert gefeiert. Die Lekt\u00fcre des Programmheftes und dort speziell die Anmerkungen des Komponisten selbst \u00fcber die Intention seines neuen Werkes ist jedoch dringend angeraten. So wird aus dem zun\u00e4chst schwer verdaulichen Werk ein gelungener Opernabend, der zum Nachdenken \u00fcber die heutige Gesellschaft, Isolation, B\u00fcrokratie und abstumpfende Wiederholungen anregt.<br \/>\nMalte Wasem<\/p>\n<p>Bild: Michael H\u00f6rnschemeyer<br \/>\nDas Bild zeigt: Immer wieder verweigert der T\u00fcrh\u00fcter (Michael Tews) dem Mann (Gerson Sales) den Eintritt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Salvatore Sciarrino, Musik und Text nach Vor dem Gesetz (T\u00fcrh\u00fcterlegende) aus dem Romanfragment Der Proze\u00df von Franz Kafka Regie: Johannes Weigand, Ausstattung: J\u00fcrgen Lier, Video: Jakob Creutzburg, Dramaturgie: Karin Bohnert, Licht: Sebastian Ahrens Dirigent: Hilary Griffiths; Sinfonieorchester Wuppertal Solisten:<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=630\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,97],"tags":[],"class_list":["post-630","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","category-wuppertal-opernhaus"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/630","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=630"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/630\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=630"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=630"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=630"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}