{"id":6284,"date":"2015-05-06T19:54:15","date_gmt":"2015-05-06T18:54:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6284"},"modified":"2015-05-14T15:09:55","modified_gmt":"2015-05-14T14:09:55","slug":"macbeth-paris-theatre-des-champs-elysees","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6284","title":{"rendered":"MACBETH &#8211; Paris, Th\u00e9\u00e2tre des Champs-\u00c9lys\u00e9es"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Guiseppe Verdi (1813-1901), Oper in vier Akten (Version 1865), Libretto von Francesco Maria Piave und Andrea Maffei, nach Shakespeare,\u00a0UA: 14. M\u00e4rz 1847 Florenz, Teotro della Pergola, 2. Version: 19. April 1865 Paris, Th\u00e9\u00e2tre Lyrique<\/p>\n<p>Regie\/B\u00fchne: Mario Martone, Kost\u00fcme: Urasula Patzak, Choreographie: Rafaella Giodano, Licht: Pasquale Mari<\/p>\n<p>Dirigent: Daniele Gatti, Orchestre National de France, Ch\u0153ur de Radio France, Chorleiter St\u00e9phane Petitjean<\/p>\n<p>Solisten: Roberto Frontali (Macbeth), Susanna Branchini (Lady Macbeth), Andrea Mastroni (Banquo), Jean-Fran\u00e7ois Borras (Macduff), Sophie Pondijclis (Ehrendame der Lady Macbeth), J\u00e9r\u00e9my Duffau (Malcolm)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 4. Mai 2015 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<div id=\"attachment_6287\" style=\"width: 597px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Paris-TCE-Macbeth.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-6287\" class=\"size-full wp-image-6287\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Paris-TCE-Macbeth.jpg\" alt=\"MACBETH -\" width=\"587\" height=\"378\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Paris-TCE-Macbeth.jpg 587w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Paris-TCE-Macbeth-300x193.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 587px) 100vw, 587px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-6287\" class=\"wp-caption-text\">MACBETH &#8211;<\/p><\/div>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Drei Hexen weissagen Macbeth die K\u00f6nigsw\u00fcrde und seinem Freund Banquo, Stammvater von K\u00f6nigen zu werden. Damit die Prophezeiung in Erf\u00fcllung geht, \u00fcberredet die machthungrige Lady Macbeth ihren Mann, den K\u00f6nig zu ermorden. Der Sohn des ermordeten K\u00f6nigs, Malcolm, der geflohen ist, wird des Mordes verd\u00e4chtigt. Macbeth wird K\u00f6nig. Der Weissagung wegen mu\u00df nun auch Banquo ermordet werden, aber seinem Sohn gelingt es zu fliehen. W\u00e4hrend eines Festes erscheint dem K\u00f6nig das Gespenst Banquos. Die G\u00e4ste fliehen entsetzt vor Macbeth\u2019 Geistesverwirrung. Beim Hexensabbat erkl\u00e4ren die Hexen dem K\u00f6nig, er sei sicher solange der Wald von Birnam sich nicht auf seine Burg zubewege. Malcolms Heer r\u00fcckt gegen des K\u00f6nigs Burg vor. Jeder Krieger tr\u00e4gt einen Zweig vor sich her, den er im Wald von Birnam abgeschnitten hat. Lady Macbeth durchlebt schlafwandlerisch-verwirrt alle ver\u00fcbten Mordtaten und stirbt. In der Schlacht wird Macbeth von Macduff, dessen Familie er get\u00f6tet hat, erschlagen. Malcolm wird K\u00f6nig.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p><strong>Mario Martone<\/strong> und sein Team haben eine minimalistische Inszenierung geschaffen, die den Erfordernissen der Oper v\u00f6llig gerecht wird. Nur wenige Requisiten, je nach Szene: ein Thron, eine Festmahlstafel, drei abstrakt leuchtende Durchg\u00e4nge, ein Riesenspiegel, ein Schattenwald. Hin und wieder ein Videoeinsatz zur Untermalung. Sonst ist die B\u00fchne leer und dunkel oder nur stellenweise beleuchtetet. Schwarze Umh\u00e4nge f\u00fcr die Hexen, dunkle Kleider, Hosen und Hemden f\u00fcr das Volk, auch f\u00fcr Macbeth, wenn er nicht einen purpurnem K\u00f6nigsmantel oder eine stilisierte R\u00fcstung mit Helm und Stiefeln tr\u00e4gt. Lady Macbeth mit langem roten Kleid. Malcolm und Macduff kommen auf zwei edlen, sch\u00f6n aufgez\u00e4umten Pferden auf die B\u00fchne geritten, (die sich erstaunlicherweise trotz des donnernden Orchesters ruhig verhalten!). Die Choreographie der Hexench\u00f6re ist einfach, aber lebendig.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p><strong>Roberto Frontalis<\/strong> hell timbrierter Bariton hat die Farbe eines Heldentenors. Als Macbeth erreicht er, stimmlich und schauspielerisch, vor allem in zweiten Teil der Oper die volle dramatische Dimension seiner Rolle. Sein Dialog mit dem Hexenchor <em>Che fate voi, misteriose donne? \u2013 Was wirkt ihr da, ihr grauen Spukgestalten<\/em> (3. Akt, 3. Szene) ist sicherlich eine der st\u00e4rksten Momente der Auff\u00fchrung. <strong>Susanna Branchini<\/strong> ist eine eindrucksvolle Lady Macbeth. Ihre Stimme besitzt im Piano eine sanfte lyrische Resonanz and im Forte, mit starkem Vibrato, eine sich voll auslebende Schallkraft, die auch bei vollen Chorszenen noch dominiert. Von ihrem Auftreten im ersten Akt mit der Arie und Cabaletta <em>Nel d\u00ec della vittoria io le incontrai \u2013 Sie begegneten mir am Tage des Sieges<\/em> bis zur ergreifenden Wahnsinnszene <em>Una macchia \u2026 \u00e8 qui tuttora! \u2013 Dieser Fleck hier \u2026 kommt immer wieder!<\/em> (4. Akt, 4. Szene) lebt sie Lady Macbeth. Beide Interpreten geben hier gute Beispiele f\u00fcr s\u00e4ngerische Vergegenw\u00e4rtigung, f\u00fcr Darstellen im Singen. <strong>Andrea Mastroni<\/strong> ist mit tiefem und klangvollem Ba\u00df der ungl\u00fcckliche Banquo. <strong>Jean-Francois Borras<\/strong> (Macduff) gl\u00e4nzt in seiner Rachearie<em> O figli! o figli miei! \u2013 Oh meine Kinder<\/em>! (4. Akt, 1. Szene). Zu unterstreichen sei noch die dramatische St\u00e4rke des vielseitigen Chorgesangs. Daniele Gatti dirigiert Soli, Chor und Orchester kraftvoll, aber verhalten.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Mit Macbeths innovativem musikalischem Stil leitet Verdi in seine zweite gro\u00dfe Schaffensperiode \u00fcber. Zum ersten Mal in dieser Oper \u00fcberl\u00e4\u00dft de Komponist die Charakterzeichnung seiner Protagonisten nicht dem Gesang allein, sondern setzt <em>dramatische Szenen, in denen eine fast prosahafte Deklamation Macbeths von einem Orchestersatz gest\u00fctzt wird, dessen Motivik zur Darstellung des Seelenzustandes ebenso beitr\u00e4gt wie der Gesang<\/em>. (Silke Leopold\/Robert Maschka, <em>Who\u2019s who in der Oper<\/em>).<\/p>\n<p>Dieses schwierige \u00dcbergangswerk Verdis hat das Th\u00e9\u00e2tre des Champs-\u00c9lys\u00e9es nun in einer ausgezeichneten Auff\u00fchrung mit diesem Schwerpunkt auf Musik und Drama auf die B\u00fchne gebracht. Der Applaus war einhellig.<\/p>\n<p>Alexander Jordis-Lohausen<\/p>\n<p>Bild: Vincent Pontet<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Roberto Frontali (Macbeth), Susanna Branchini (Lady Macbeth)<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 4. Mai 2015 (Premiere), Roberto Frontalis hell timbrierter Bariton hat die Farbe eines Heldentenors. 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