{"id":6282,"date":"2015-04-10T19:51:16","date_gmt":"2015-04-10T18:51:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6282"},"modified":"2015-05-14T15:09:01","modified_gmt":"2015-05-14T14:09:01","slug":"salzburg-osterfestspiele-salzburg","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6282","title":{"rendered":"SALZBURG, Osterfestspiele Salzburg"},"content":{"rendered":"<blockquote><p><strong><em>Cavalleria rusticana<\/em><\/strong><\/p>\n<p>von Pietro Mascagni (1863-1945), Melodramma in einem Aufzug, Libretto: Giovanni Targioni-Tozetti und Guido Mensaci nach Giovanni Verga, UA: 17. Mai 1890 Rom, Teatro Constanzi<\/p>\n<p>Regie\/B\u00fchne: Philipp St\u00f6lzl, Kost\u00fcme: Ursula Kudrna<\/p>\n<p>Dirigent: Christian Thielemann, S\u00e4chsische Staatskapelle Dresden, S\u00e4chsischer Staatsopernchor Dresden, Salzburger Bachchor, Salzburger Festspiel und Theater Kinderchor, Choreinstudierung: J\u00f6rn Hinnerk Andresen<\/p>\n<p>Solisten: Liudmyla Monastryska (Santuzza), Stefania Toczyska (Mamma Lucia), Jonas Kaufmann (Turiddu), Ambrogio Maestri (Alfio) Annalisa Stroppa (Lola)<\/p>\n<p><strong><em>I Pagliacci (Der Bajazzo)<\/em><\/strong><\/p>\n<p>von Ruggero Leoncavallo (1857-1919), Libretto: Ruggero Leoncavallo, UA 1892, Mailand<\/p>\n<p>Solisten: Maria Agresta (Nedda), Jonas Kaufmann (Canio), Tansel Akzeybek (Beppo), Dimitri Platanias (Tonio), Alessio Arduini (Silvio)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 6. April 2015<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/Salzburg-CavPag_Andreas_J_Hirsch_6.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-6297\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/Salzburg-CavPag_Andreas_J_Hirsch_6.jpg\" alt=\"Salzburg CavPag_Andreas_J_Hirsch_6\" width=\"640\" height=\"427\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/Salzburg-CavPag_Andreas_J_Hirsch_6.jpg 640w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/Salzburg-CavPag_Andreas_J_Hirsch_6-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p><strong><em>Cavalleria rusticana<\/em><\/strong><em>:<\/em> Santuzza und Turiddu sind eigentlich ein Liebespaar, aber Turiddu verbringt die Nacht mit seiner ehemaligen Geliebten Lola, die sich w\u00e4hrend seiner Soldatenzeit mit dem Fuhrmann Alfio verheiratet hatte. Santuzza erf\u00e4hrt von der Untreue und konfrontiert damit Turiddu, welcher sie daraufhin verl\u00e4\u00dft. Santuzza verr\u00e4t Turiddu an Alfio, welcher diesen zum Duell fordert, was f\u00fcr Turiddu t\u00f6dlich endet. Mit dem ber\u00fchmt gewordenen veristischen Schrei der Santuzza f\u00e4llt der Vorhang.<\/p>\n<p><strong><em>Pagliacci:<\/em><\/strong> Canio entdeckt, da\u00df seine Frau Nedda ihn betr\u00fcgt und will von ihr den Namen des Liebhaberwissen. Doch beide m\u00fcssen auf die B\u00fchne, die Vorstellung beginnt. In dem St\u00fcck stellt Canio den betrogenen Ehemann Bajazzo dar und fordert von Colombine\/Nedda den Namen ihres Liebhabers. Als Nedda sich weigert, t\u00f6tet Canio voller Wut Nedda auf der B\u00fchne &#8211; und ihren zu Hilfe eilenden Liebhaber.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p><strong>Philipp St\u00f6lzl<\/strong> hat ein geniales Konzept gefunden, um die gewaltige B\u00fchnenbreite des Gro\u00dfen Festspielhauses optimal ausnutzen zu k\u00f6nnen: mittels Rahmen wird die B\u00fchne in sechs unabh\u00e4ngige Fenster (drei oben, drei unten) aufgeteilt. Diese k\u00f6nnen von Personen genutzt werden, aber auch f\u00fcr Bilder oder f\u00fcr Videoprojektionen. So sind unterschiedliche Perspektiven auf das Handlungsgeschehen m\u00f6glich, Details k\u00f6nnen fokussiert dargestellt werden, mit Bildern Assoziationen geweckt oder Stimmungen vermittelt werden. Auf diese Weise kann man einzelne Personen beim dem Kirchgang in Gro\u00dfaufnahme darstellen oder die Zuschauerreaktionen w\u00e4hrend der <em>Bajazzo<\/em>-Vorstellung detailliert sehen. In <em>Cavalleria rusticana<\/em> wird eher mit einer in schwarz-wei\u00df gehaltenen Optik gearbeitet, w\u00e4hrend in <em>Pagliacci<\/em> eher Bonbonfarben vorherrschen. In <em>Cavalleria rusticana<\/em> herrscht die typische zeitlos-historische sizilianische Landhausmode vor, Alfio ist der \u00f6rtliche Pate im gestreiften Anzug. Hingegen spielt <em>Pagliacci<\/em> eher in der heutigen Zeit, die Kost\u00fcme f\u00fcr die <em>Bajazzo<\/em>-Auff\u00fchrung entsprechen den historischen Vorgaben und sind eindeutig als Harlekin oder Colombine erkennbar.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Im Zentrum des Interesses und Grund f\u00fcr die \u00fcberbordende Nachfrage des Publikums steht der Auftritt von Opernlieblings <strong>Jonas Kaufmann<\/strong> als Turiddu und Canio. Es wird deutlich, da\u00df er weniger ein Wagner-Tenor ist, er vielmehr seine Dom\u00e4ne im italienischen Fach hat. Seine Stimme ruht in sich selbst, das Piano leuchtet, die H\u00f6hen strahlen, die Nuancen der Farbgebung der italienischen Verve sind unersch\u00f6pflich. Die Leiden des Canio sind jederzeit glaubhaft, sein <em>Ridi, pagliaccio \u2013 Lache, Bajazzo<\/em> ist auch ohne Fortissimo mitrei\u00dfend und aufw\u00fchlend. Eine ebenb\u00fcrtige Partnerin ist <strong>Maria Agresta<\/strong> als warmherzige, vollt\u00f6nende Nedda, w\u00e4hrend sich <strong>Liudmyla Monastryska<\/strong>(Santuzza) eher durch einen zu schneidenden Sopran auszeichnet. <strong>Ambrogio Maestri<\/strong> leiht einen zur\u00fcckhaltenden Mafia-Paten Alfio die Stimme, hingegen zeichnet sich <strong>Annalisa Stroppa<\/strong> als Lola mit jugendlich naiv dynamisch, leichten Sopran aus. <strong>Tansel Akzeybek<\/strong> (Beppo) verf\u00fcgt \u00fcber einen lyrischen Tenor mit gro\u00dfer Reichweite, <strong>Dimitri Platanias<\/strong> (Tonio) charakterisiert einen vielschichtigen Intriganten, <strong>Alessio Arduini<\/strong> zeigt sich als strahlender jugendlicher Liebhaber Silvio. Er scheint auch Potential f\u00fcr das Tenorfach zu haben.<\/p>\n<p>\u00dcber all dem schwebt <strong>Christian Thielemann<\/strong>, der mit der S\u00e4chsischen Staatskapelle eindrucksvoll unter Beweis stellt, da\u00df er nicht nur f\u00fcr die deutsche Romantik zust\u00e4ndig ist, sondern auch ein H\u00e4ndchen f\u00fcr den italienischen <em>Verismo<\/em> hat. Da wird keine Effekthascherei betrieben, sondern mit genau kalkulierten Tempo- und Lautst\u00e4rken\u00e4nderungen gearbeitet, die dann in wahren Explosionen der Gef\u00fchle enden. Trotz der Lautst\u00e4rke werden die Solisten nie zugedeckt, sondern optimal in den Orchesterklang eingebettet.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Musikalisch ein herausragender Abend, mit zwei Stars der Opernszene: Zum einen \u00fcberzeugt Christian Thielemann mit der Staatskapelle mit viel Gef\u00fchl f\u00fcr eine Italianit\u00e0 und Jonas Kaufmann ist f\u00fcr Rollen im italienischen Fach eine der herausragendsten Besetzungen unserer Tage. Dazu kommt ein sinnstiftender Einsatz des Regietheaters, denn <strong>Philipp St\u00f6lzl<\/strong> bebildert die Handlung anschaulich an Originalschaupl\u00e4tzen anstatt dem Publikum Erl\u00e4uterungen aufzudr\u00e4ngen. Grund genug f\u00fcr das Publikum, einen rundum gelungenen, \u00e4u\u00dferst spannenden Opernabend heftig zu feiern.<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Andreas J. Hirsch<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: die totale B\u00fchne<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 6. 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