{"id":628,"date":"2009-03-22T12:50:54","date_gmt":"2009-03-22T10:50:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=628"},"modified":"2009-04-20T12:55:13","modified_gmt":"2009-04-20T10:55:13","slug":"bremen-theater-am-goetheplatz-maometto-secondo","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=628","title":{"rendered":"Bremen, Theater am Goetheplatz &#8211; MAOMETTO SECONDO"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Gioachino Rossini (1792-1868), Dramma per musica in zwei Akten, Libretto: Cesare della Valle, UA: 03.12.1820, Neapel<br \/>\nRegisseur: Michael Hampe, B\u00fchne: Alberto Andreis, Kost\u00fcme: Maria Chiara Donato<br \/>\nDirigent: Daniel Montan\u00e9, Bremer Philharmoniker und Chor des Theater Bremen, Einstudierung:  Tarmo Vaask<br \/>\nDramaturgie: Hans-Georg Wegner<br \/>\nSolisten: Istv\u00e1n Kov\u00e1cs (Maometto II.), Anna Pegova (Anna Erisso), Luis Olivares (Paolo Erisso), Nadja Stefanoff (Calbo) u.a.<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 15. M\u00e4rz 2009 (Premiere, \u00dcbernahme  vom Rossini Opera Festival, Pesaro 2008)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a TITLE=\"bremen-maometto.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/04\/bremen-maometto.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"bremen-maometto.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/04\/bremen-maometto.jpg\" \/><\/a>Anna verliebt sich auf einer Schiffsreise in den Sultan Maometto, der seine wahre Identit\u00e4t nicht preisgibt. Bei der Eroberung der Zitadelle Negroponte werden Annas Vater Erisso (Statthalter) und Offizier Calbo, die die Venezianer befehligen, gefangengenommen. Maometto bietet ihnen Frieden an, wenn sie sich ergeben. Erisso und Calbo lehnen ab, woraufhin sie hingerichtet werden sollen. Anna, die den Kampf miterlebt hat, bittet den Sultan, ihren Vater zu verschonen. Dabei erkennt sie in ihm ihren Geliebten. Unter der Drohung, sie w\u00fcrde sich umbringen, l\u00e4\u00dft Maometto ihrem Vater und Calbo die Fessel abnehmen. Erisso mu\u00df mit ansehen, wie seine Tochter ins feindliche Lager gebracht wird. In seinem pr\u00e4chtigen Zelt versucht Maometto Anna, von seiner Liebe zu \u00fcberzeugen, bis diese nachgibt. Als er sich erneut zum Kampf r\u00fcsten mu\u00df, verlangt Anna von ihm ein sie sch\u00fctzendes Pfand und bekommt seinen Siegelring. Am Grab ihrer Mutter l\u00e4\u00dft Erisso Anna schw\u00f6ren, da\u00df sie ihr Vaterland nicht verraten hat. Als Beweis daf\u00fcr gibt sie ihm den Siegelring, und die beiden k\u00f6nnen fliehen. Dadurch erringen die Venezianer den Sieg gegen\u00fcber Maometto. Anna stellt sich den aufgebrachten T\u00fcrken und dem Sultan, der au\u00dfer sich vor Zorn seinen Siegelring zur\u00fcckfordert. Da ersticht Anna sich und stirbt in den Armen ihres Geliebten.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nMichael Hampe inszenierte in der historischen Spielzeit von 1473. Die Protagonisten trugen f\u00fcr die damalige Zeit etwas zu pr\u00e4chtige Kost\u00fcme. Dabei steckten die Venezianer in graublauen R\u00fcstungen mit stahlfarbenen Helmen und die gegnerischen Muselmanen (T\u00fcrken) in rot-goldfarbenen Gew\u00e4ndern mit gl\u00e4nzenden Brustschilden und turban\u00e4hnlichen Kopfbedeckungen. Alle M\u00e4nner trugen Lederstiefel und S\u00e4bel, alle Frauen bodenlange Kleider.<br \/>\nDie B\u00fchnenbilder wirkten wie Gem\u00e4lde. \u00dcber den jeweils im Mittelpunkt der Handlung stehenden Gegenstand (Mauer, Kreuz, Grab) wurde das Wesentliche der Szene ausgedr\u00fcckt.<br \/>\nMit der Beleuchtung auf der B\u00fchne wurde erreicht, sich in die jeweilige Tageszeit des aufziehenden Morgens oder der sich verdunkelnden Nacht gut einzuf\u00fchlen.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\nDen S\u00e4ngerinnen und S\u00e4ngern des Chores gelang es, den muselmanischen und venezianischen Frauen und Soldaten darstellerisch und musikalisch w\u00e4hrend der gesamten Auff\u00fchrung eine tragende Rolle zu geben. Pr\u00e4zise und aufmerksam in ihren Eins\u00e4tzen, differenziert in der Lautst\u00e4rkensteuerung vom feinen Piano bis zum gro\u00dfen Forte unterstrichen sie die jeweilige Stimmung. Sie lie\u00dfen kleine Szenenwechsel kaum merkbar ineinander \u00fcberflie\u00dfen und gaben der Oper mit dem Kriegsrat der Soldaten einen h\u00f6chst eindrucksvollen Anfang.<br \/>\n<strong>Daniel Montan\u00e9<\/strong>, der erste Kapellmeister des Hauses, begeisterte mit den Bremer Philharmonikern \u00fcber die drei Stunden der Auff\u00fchrungsdauer. Sauber intonierende Blechbl\u00e4ser, aber auch fein gesetzte Klarinettensoli zeichneten auftauchenden Kriegsl\u00e4rm sowie Aufbruchs- oder Abschiedsstimmung mit ihren hereinbrechenden Gef\u00fchlen musikalisch nach. Das Harfenspiel als Verbindung zum Himmlischen war ein besonderer musikalischer Leckerbissen.<br \/>\nDie koloraturengespickte Stimmf\u00fchrung in der Komposition stellte an die vier Solisten au\u00dferordentliche Anspr\u00fcche. Allen voran sang <strong>Nadja Stefanoff <\/strong>(Calbo) ihre sich zum Ende hin fulminant steigernden Partien mit einem unglaublichen Stimmumfang und wurde zum Publikumsliebling des Abends. <strong>Anna Pegova<\/strong> (Anna Erisso) gelange es mit ihren kraftvollen und klagenden Melodien von starker Ausstrahlung die schwierige Ambivalenz ihrer Rolle den Zuschauer sp\u00fcren zu lassen. <strong>Istv\u00e1n Kov\u00e1cs<\/strong> (Maometto) gab dem t\u00fcrkischen Herrscher zwar ein \u00e4u\u00dferst passendes Gesicht, aber sein Ba\u00df klang manchmal etwas zu angestrengt. <strong>Luis Olivares<\/strong> (Paolo Erisso) k\u00f6rperliche Pr\u00e4senz f\u00fcllte seine Rolle als verzweifelter Vater und loyaler Statthalter im wahrsten Sinne des Wortes aus. Stimmlich gelang ihm dies mit Ausnahmen ebenfalls.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nDiese \u00fcppig ausgestattete Rossini Oper \u2013 eine Opera seria und keine Opera buffa \u2013 ber\u00fchrte \u00fcber die Spannung der kaum l\u00f6sbaren Schwierigkeiten zwischen Vater und Tochter sowie \u00fcber die immer wieder ausgebremste Angriffslust der politischen Feinde, die dramatisch und musikalisch differenziert gestaltet wurden. Hampe stellte die historischen Zusammenh\u00e4nge zwar etwas plakativ auf die B\u00fchne, aber er unterlie\u00df eine ansonsten gerne gewagte \u00dcbertragung in die heutige Zeit. Das Publikum wu\u00dfte das offenbar zu sch\u00e4tzen und dankte mit donnerndem Applaus.<br \/>\nCarola Jakubowski<\/p>\n<p>Bild: J\u00f6rg Landsberg<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Anna (Anna Pegova) bittet um die Freilassung der Gefangenen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Gioachino Rossini (1792-1868), Dramma per musica in zwei Akten, Libretto: Cesare della Valle, UA: 03.12.1820, Neapel Regisseur: Michael Hampe, B\u00fchne: Alberto Andreis, Kost\u00fcme: Maria Chiara Donato Dirigent: Daniel Montan\u00e9, Bremer Philharmoniker und Chor des Theater Bremen, Einstudierung: Tarmo Vaask<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=628\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[72,1],"tags":[],"class_list":["post-628","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bremen-theater-am-goetheplatz","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/628","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=628"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/628\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=628"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=628"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=628"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}