{"id":6242,"date":"2015-03-24T18:18:16","date_gmt":"2015-03-24T17:18:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6242"},"modified":"2015-03-30T18:22:07","modified_gmt":"2015-03-30T17:22:07","slug":"madama-butterfly-leipzig-oper","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6242","title":{"rendered":"MADAMA BUTTERFLY &#8211; Leipzig, Oper"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giacomo Puccini (1858-1924), Oper in zwei Akten, Libretto von Giuseppe Giacosa und Luigi Illica, UA: 17. Februar 1904 Mailand, Teatro alla scala<\/p>\n<p>Regie: Aron Stiehl, B\u00fchne: Frank Philipp Schl\u00f6\u00dfmann, Kost\u00fcme: Sven Bindseil<\/p>\n<p>Dirigent: Anthony Bramall, Gewandhausorchester und Chor der Oper Leipzig<\/p>\n<p>Solisten: Karah Son (Cho-Cho-San), Susanne Gritschneider (Suzuki), Gaston Rivero (Pinkerton), Carolin Schumann (Kate), Sebastian Fuchsberger (Yamadori), J\u00fcrgen Kurth (Konsul Sharpless), Dan Karlstr\u00f6m (Goro), Milcho Borovinov(Bonzo), Ricardo Llamas M\u00e1rquez (Kommissar)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 22. M\u00e4rz 2015 (Premiere: 14. M\u00e4rz 2015)<\/p><\/blockquote>\n<p><b><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/Leipzig-Madama-Butterfly.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-6243\" alt=\"Leipzig Madama Butterfly\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/Leipzig-Madama-Butterfly.jpg\" width=\"330\" height=\"496\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/Leipzig-Madama-Butterfly.jpg 330w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/Leipzig-Madama-Butterfly-199x300.jpg 199w\" sizes=\"auto, (max-width: 330px) 100vw, 330px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/b><\/p>\n<p>Der Marineoffizier Pinkerton hat in Nagasaki ein Haus samt Dienerschaft erworben. Er heiratet die Geisha Cho-Cho-San, genannt Butterfly, unter Anwesenheit einiger G\u00e4ste. Pinkerton und Butterfly verbringen danach die Hochzeitsnacht. Es vergehen drei Jahre und Pinkerton schickt seiner R\u00fcckkehr einen Brief voraus, zu dessen Verlesung der Konsul nicht kommt, da Butterfly ihn mit aufgeregten Fragen best\u00fcrmt und ihm das aus der Hochzeitsnacht hervorgegangene Kind zeigt. Der Brief k\u00fcndigt an, was nun folgt: Pinkerton trifft mit seiner amerikanischen Ehefrau Kate ein. Tief betroffen will Butterfly das Kind Kate und Pinkerton \u00fcberlassen. Sie selber aber ersticht sich aus entt\u00e4uschter Liebe.<\/p>\n<p><b>Auff\u00fchrung<\/b><\/p>\n<p>Im ersten Akt markiert ein auf der B\u00fchne geparktes Auto Pinkertons Ankunft in Nagasaki. Mehrere lebensgro\u00dfe Pappfiguren unterschiedlicher Frauentypen verk\u00f6rpern dabei den exotischen \u201eHeiratsmarkt\u201c. Das B\u00fchnenbild wird im weiteren Verlauf des St\u00fcckes im zentralen Bereich von mehreren Stellwandelementen aus Holz und Reispapier dominiert, die Pinkertons Haus bilden. Diese Unterkunft, die im weiteren Handlungsverlauf mit amerikanisierenden Ausstattungselementen eingerichtet ist, zerf\u00e4llt nach Pinkertons erster Abreise, so da\u00df sie mittig zu beiden Seiten auseinanderkippt.<\/p>\n<p><b>S\u00e4nger und Orchester<\/b><\/p>\n<p>Puccinis Oper steht und f\u00e4llt mit dem Spannungsfeld, das durch das Zusammentreffen von westlichen Anschauungen und \u00f6stlicher Lebensphilosophie gepr\u00e4gt ist. Diesen Umstand machen sich die beiden Hauptakteure zu eigen. So markiert <b>Karah Son<\/b> mit ihrem funkelnd wendigen Sopran eine zwischen Zuversicht und stiller Sehnsucht getriebene Butterfly. Im Liebesduett mit Pinkerton am Ende des ersten Aktes leuchtet die Stimme in den H\u00f6hen heller als die Sterne im B\u00fchnenhintergrund, wobei die sich weit \u00f6ffnende Sopranstimme in den Folgeakten mit vollem, dramatisch fokussierenden Klangrausch aufwartet. <b>Gaston Rivero<\/b> ist der kongeniale Gegenpart zu Karah Son. Sein Spiel zeigt den Wandel vom unbedarften Dandy zum zerrissenen Familienvater. Mit gl\u00e4nzend schillernden H\u00f6hen und einem breiten Basisvolumen erschlie\u00dft sein Tenor den von klarem Duktus bestimmten Klanghimmel, der in den Duetten mit der Titels\u00e4ngerin nahezu magisch erscheinende, getragene musikalische Momente schafft. Auch <b>Susanne Gritschneider<\/b> lenkt die Aufmerksamkeit mit ihrem warm timbrierten Mezzosopran auf sich, der mit nachhaltig getragenem Druck grazile Wendigkeit beweist. Ihrer Leistung stehen auch die weiteren S\u00e4nger in keiner Weise nach. So gelingt es <b>J\u00fcrgen Kurth<\/b> als von F\u00fcrsorge getriebenen Sharpless mit gebrochen akzentuiertem, lichten Bariton, seine Hin- und Hergerissenheit gekonnt zum Ausdruck zu bringen. Tenor <b>Dan Karlstr\u00f6m<\/b> verk\u00f6rpert dazu in idealer Weise den windigen Gesch\u00e4ftsmann, der einem sogar seine Gro\u00dfmutter vermachen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Das <b>Gewandhausorchester<\/b> unter <b>Anthony Bramall<\/b> versteht es, sich mittels durchzugsstarken Spiels nicht in schw\u00fclstiger, musikalischer Sentimentalit\u00e4ten zu verlieren. Vielmehr wird eine frei atmende Atmosph\u00e4re geschaffen, welche die S\u00e4nger in den Vordergrund stellt. Der <b>Opernchor<\/b> beweist dazu schwebend lyrische Qualit\u00e4ten, gepaart mit zupackend dramatischer Akzentuierung.<\/p>\n<p><b>Fazit<\/b><\/p>\n<p>Die Inszenierung l\u00f6st sich, obwohl sie bewu\u00dft klischeehaft das Spannungsfeld ehemaliger west-\u00f6stlicher Lebensphilosophie bedient, von Raum und Zeit und erhebt die gezielt dramatisch \u00fcberh\u00f6hte Handlung zu einem grundlegenden Konflikt, nicht zwischen Kulturen, sondern vielmehr zwischen Menschen und ihren Handlungen und deren Ansichten. Zusammen mit der teilweise \u00fcberragenden musikalischen Leistung von S\u00e4ngern und Orchester gelingt ein fulminanter Opernabend, der mit gro\u00dfen Bildern zu Recht mit tosendem Applaus bedacht wurde.<\/p>\n<p>Dr. Andreas Gerth<\/p>\n<p>Bild: Kirsten Nijhof<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Karah Son (Cho-Cho-San) und Gaston Rivero (Pinkerton)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 22. 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