{"id":6223,"date":"2015-03-17T16:30:11","date_gmt":"2015-03-17T15:30:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6223"},"modified":"2015-03-20T16:37:37","modified_gmt":"2015-03-20T15:37:37","slug":"hoffmanns-erzaehlungen-bonn-oper","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6223","title":{"rendered":"HOFFMANNS ERZ\u00c4HLUNGEN &#8211; Bonn, Oper"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Jacques Offenbach, Phantastische Oper in f\u00fcnf Akten, Libretto von Jules Barbier, UA: 10. Februar 1881 Paris, Op\u00e9ra-Comique, Salle Favart<\/p>\n<p>Regie: Renaud Doucet, Kost\u00fcme\/B\u00fchne: Andr\u00e9 Barbe, Dirigent: Hendrik Vestmann, Beethoven Orchester Bonn, Chor des Theaters Bonn (Einstudierung: Volkmar Olbrich)<\/p>\n<p>Solisten: S\u00e9bastien Gu\u00e8ze (Hoffmann), Susanne Blattert (La Muse, Nicklausse, Netta Or (Olympia, Antonia, Giuletta, Stella), Martin Tzonev (Lindorf, Copp\u00e9lius, Dr. Miracle, Dapertutto), Christian Georg (Cochenille, Frantz, Pitichinaccio), Rolf Broman (Luther, Crespel), Johannes Mertes (Andr\u00e9s, Spalanzani), Charlotte Quadt (Stimme der Mutter) u.a., T\u00e4nzerinnen und T\u00e4nzer<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 15. M\u00e4rz 2015 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><b><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/Hoffmann-2432-3.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-6224\" alt=\"THEATER BONN: HOFFMANNS ERZ\u00c4HLUNGEN\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/Hoffmann-2432-3.jpg\" width=\"641\" height=\"426\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/Hoffmann-2432-3.jpg 641w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/Hoffmann-2432-3-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 641px) 100vw, 641px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/b><\/p>\n<p>Ester Akt: In der Weinstube Lutter &amp; Wegners zecht Hoffmann mit Studenten. Das Gespr\u00e4ch dreht sich um Hoffmanns zahlreiche ungl\u00fcckliche Amouren. Schlie\u00dflich dr\u00e4ngen die Studenten Hoffmann dazu, das Lied vom Zwerg<i> Klein-Zack<\/i> zu singen. Zweiter Akt, <i>Olympia<\/i>: Der Physiker Spalanzani hat die mechanische Puppe Olympia geschaffen. F\u00fcr die \u201elebendigen\u201c Augen beim mysteri\u00f6sen Coppelius bezahlt er mit ungedecktem Wechsel. Zus\u00e4tzlich verkauft er eine Brille. Hoffmann sieht durch die Brille Olympia und keine noch so absurde Schw\u00e4che der Puppe hindert ihn daran, sich in sie zu verlieben. Der \u00fcber den geplatzten Wechsel w\u00fctende Coppelius zerst\u00f6rt Olympia vor den Augen Hoffmanns. Dritter Akt <i>Antonia<\/i>: Hoffmann liebt die sch\u00f6ne Antonia. Sei will ihm zuliebe auf eine Karriere verzichten, da sie krank ist. Doch dann singt sie doch und stirbt. Vierter Akt <i>Giulietta<\/i> im Palazzo in Venedig: Die G\u00e4ste beim Kartenspiel. Wegen eines Diamanten l\u00e4\u00dft sich Giulietta auf Dapertutto ein. Hoffmann ersticht Giuliettas Diener Pitichinaccio, den Giulietta geliebt hat. Er mu\u00df fliehen. F\u00fcnfter Akt (Wirtshaus von Lutter &amp; Wegner): Hoffmann ist betrunken im Kreis der Studenten, die ein trauriges Lied \u00fcber das Leid der Liebe anstimmen. Nach Ende der Auff\u00fchrung von <i>Don Giovanni<\/i> erscheint Stella im Wirtshaus, wird aber von Hoffmann abgewiesen. Bevor Lindorf mit Stella davonziehen kann, verspottet ihn Hoffmann in einer letzten Strophe des Lieds vom <i>Zwerg Klein-Zack<\/i>.<\/p>\n<p><b>Auff\u00fchrung<\/b><\/p>\n<p>In Bonn h\u00e4lt sich der franz\u00f6sische Regisseur an die beiden Rahmen gebenden Akte zu Beginn und am Schlu\u00df. Die Weinstube ist zur H\u00f6llenbar umbenannt und die diabolische Figur des Lindorf, sp\u00e4ter Copp\u00e9lius, dann Dr. Miracle und Dapertutto wird als fantasievolle Varianten einer Ausgeburt der H\u00f6lle in Szene gesetzt. Besonders eindringlich die Dracula-Version als Dr. Miracle. Das B\u00fchnenbild, in dem ein abgebranntes Theater stets im Hintergrund erhalten bleibt, bietet eine F\u00fclle von fantasievollen Bildern: Olympia wird in einer an fr\u00fche Science Fiction Filme erinnernden Kulisse zum Leben erweckt; ein Kind als Begleiter des Copp\u00e9lius mit mehreren K\u00f6pfen und Augen bietet einen spektakul\u00e4ren Anblick. Antonia, halb Skelett, halb Sch\u00f6nheit im Stil des Fin de Si\u00e8cle, residiert \u2013 todgeweiht \u2013 im Eispalast. Revuehafte Kulisse, fliegende Gondeln und ein orgiastisches Treiben bebildern den Giulietta-Akt, der in Venedig spielt. Die H\u00f6llenbar ist im Stil eines Tingeltangels in Szene gesetzt.<\/p>\n<p><b>S\u00e4nger und Orchester<\/b><\/p>\n<p>Musikalisch wird die Auff\u00fchrung von den beiden Protagonisten Hoffmann, <b>S\u00e9bastien Gu\u00e8ze<\/b>, und der Darstellerin aller vier weiblichen Charaktere, <b>Netta Or<\/b>, getragen. Ihre Sopranstimme verf\u00fcgt \u00fcber lyrische Intensit\u00e4t ebenso wie dramatische F\u00fclle. Au\u00dferordentlich beweglich geht sie die Partien der von ihr dargestellten K\u00fcnstlerinnen an. <b>S\u00e9bastien Gu\u00e8ze<\/b>, eine Einspringer in der Premiere, hat in Wiesbaden die k\u00fcrzere Fassung des Hoffmann gesungen und kann mit seiner m\u00fchelosen Interpretation der gro\u00dfen Tenorpartie jugendliche H\u00f6hen und profunde Stimmf\u00fchrung angedeihen lassen. Seine junge Erscheinung ist zudem ein Plus f\u00fcr die Rolle. Aus den Nebenrollen ist <b>Susanne Blattert<\/b> als Muse und Nikalusse hervorzuheben. Sie bringt f\u00fcr die Mezzopartie alles mit, zudem wirkt ihre B\u00fchnenerscheinung. Als B\u00f6sewicht vom Dienst kann <b>Martin Tzonev <\/b>(Dapertutto u.a.) mit seinem schwarzen Ba\u00df gl\u00e4nzen. Sein Spiel als diabolische Verk\u00f6rperung ist \u00fcberzeugend. Am Pult des Beethovenorchesters geht <b>Hendrik Vestmann<\/b> auf die differenzierte und in verschiedenen Stilen changierende Partitur mit Kennerschaft ein.<\/p>\n<p><b>Fazit<\/b><\/p>\n<p>Musikalisch war die Auff\u00fchrung der Premiere eine gro\u00dfartige Leistung, Orchester und S\u00e4ngerschar, nicht zuletzt der gl\u00e4nzende Chor musizierten und agierten engagiert. Die \u00fcppige und \u00fcberbordende Fantasie von Regisseur <b>Renaud Doucet<\/b> und seinem Kost\u00fcm- und B\u00fchnenbildner, <b>Andr\u00e9 Barbe<\/b> waren weitgehend ein Augenschmaus. Einige Regieanweisung mutete jedoch unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig voyeuristisch an wie die \u00fcbertriebene Darstellung einer Animierdame in der H\u00f6llenbar, die allein auf ihre weibliche Reize fokussierte Darstellung der Olympia und die nicht zuletzt revuehafte Atmosph\u00e4re im <i>Giulietta<\/i>-Akt wirkte etwas pl\u00fcschig und kitschig. Besonders stimmig in seiner \u00c4sthetik wirkte der <i>Antonia<\/i>-Akt. Alles in allem eine sehr fantasievolle und musikalisch h\u00f6renswerte Auff\u00fchrung.<\/p>\n<p>Felicitas Zink<\/p>\n<p>Bild: Thilo Beu<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Giulietta (Netta Or), Nicklausse(Susanne Blattert), Hoffmann(S\u00e9bastien Gu\u00e8ze),<\/p>\n<p>Chor, Statisterie<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 15. 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