{"id":622,"date":"2009-04-10T10:59:38","date_gmt":"2009-04-10T08:59:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=622"},"modified":"2009-04-11T11:05:04","modified_gmt":"2009-04-11T09:05:04","slug":"wiesbaden-staatstheater-tristan-und-isolde","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=622","title":{"rendered":"Wiesbaden, Staatstheater &#8211; TRISTAN UND ISOLDE"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Richard Wagner (Musik und Text), Handlung in drei Aufz\u00fcgen, UA: 10. Juni 1865, K\u00f6nigliches Hof- und Nationaltheater M\u00fcnchen<br \/>\nInszenierung: Dietrich Hilsdorf, B\u00fchne: Dieter Richter, Kost\u00fcme: Renate Schmitzer<br \/>\nDirigent: Marc Piollet, Orchester und Herrenchor des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden<br \/>\nSolisten: Alfons Eberz (Tristan), K\u00f6nig Marke (Bernd Hofmann), Isolde (Jayne Casselmann), Kurwenal (Thomas de Vries), Melot (Angus Wood), Silvia Hablowetz (Brang\u00e4ne), Jud Perry (Stimme &#8218;Frisch weht der Wind&#8217;\/Shepherd), Reinhold Schreyer-Morlock (Maraiche)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 5. April 2009 (2. Vorstellung nach der Premiere am 21.03.09)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a TITLE=\"wiesbaden-tristan.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/04\/wiesbaden-tristan.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"wiesbaden-tristan.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/04\/wiesbaden-tristan.jpg\" \/><\/a>Auf der \u00dcberfahrt nach Kornwall, wo die Irin Isolde den englischen K\u00f6nig Marke heiraten soll, erz\u00e4hlt Isolde Brang\u00e4ne, wie Tristan ihren Verlobten Morold t\u00f6tete und dabei selbst verwundet wurde. Da nur Isolde das Heilmittel f\u00fcr das Gift, mit dem sie das Schwert pr\u00e4pariert hatte, besitzt, reiste Tristan zu ihr. Isolde will ihren Verlobten r\u00e4chen, erhebt das Schwert gegen Tristan, doch dann treffen sich ihre Blicke und sie verschont ihn.<br \/>\nIsolde bittet Brang\u00e4ne um einen Todestrunk f\u00fcr sich und Tristan. Diese jedoch gibt Isolde einen Liebestrunk. Tristan und Isolde trinken ihn und verfallen einander. Dennoch heiratet Isolde K\u00f6nig Marke. Heimlich treffen sie sich immer wieder, bis Melot sie ertappt. Er verwundet Tristan schwer. Tristan wird von Kurwenal in seine Heimat Kareol gebracht. Isolde reist ihm hinterher, um ihn zu heilen. Marke hat es ihr erlaubt, da er von dem Liebestrank erfahren hat. Im Fieberwahn sieht Tristan Isoldes Schiff ankommen und rei\u00dft sich seine Wunde auf. Isolde kommt zu sp\u00e4t, Tristan liegt im Sterben. Isolde h\u00e4lt ihr Versprechen und folgt Tristan in den Tod.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nDer Vorhang hebt sich zum Innenraum eines Schiffes. Brang\u00e4ne und Isolde, in langen schwarzen Gew\u00e4ndern, liegen auf schmutzigen Matratzen. Die Besatzung tr\u00e4gt Uniformen, die mit ihren hohen Stiefeln und weiten Hosen NS-Uniformen gleichen. Das B\u00fchnenbild im zweiten Akt ist imposant. Fast bis unter die Decke und weit nach hinten erstreckt sich der k\u00f6nigliche Raum mit Marmorw\u00e4nden, einem goldenen Schreibtisch und einem gro\u00dfen runden Bett, auf dem Isolde, wie ein verliebtes M\u00e4dchen, nach ihrem Tristan schmachtet. Marke, als alternder K\u00f6nig, mit grauem Haar und zittrigen H\u00e4nden, wird im Rollstuhl auf die B\u00fchne gefahren. Melot entzieht langsam Isolde den Mantel, den Tristan vorher sch\u00fctzend um sie gelegt hat. Warum im dritten Akt das B\u00fchnenbild des ersten Aktes (Schiffsinnenraum) wiederverwendet wurde, ist unklar, spielt der Akt doch eigentlich in Kareol. Man k\u00f6nnte annehmen, da\u00df der Schiffsinnenraum nun ein Krankenzimmer darstellt. Isolde sucht mit verbunden Augen und H\u00e4nden, tastend und orientierungslos, ihren Tristan, findet statt dessen Marke Sie l\u00e4\u00dft sich, im Glauben es sei ihr Geliebter, an Markes Seite nieder. In der Schlu\u00dfszene schreitet Isolde zum B\u00fchnenrand, w\u00e4hrend sich der Vorhang hinter ihr schlie\u00dft. Sie wirft noch ein Blick zur\u00fcck, dann wendet sie ihr Gesicht gen Himmel.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\nTrotz hervorragender Solisten erh\u00e4lt den gr\u00f6\u00dften Applaus heute das <strong>Orchester<\/strong> des Wiesbadener Staatstheaters. Mit Pr\u00e4zision und Leidenschaft hauchen die Musiker, insbesondere die ph\u00e4nomenalen Streicher, dem nahendem Schiff der Liebe Tristan und Isoldes und dem fortschreitenden Unheil Leben ein. <strong>Jayne Casselmann<\/strong> singt eine mitrei\u00dfende Isolde. Da\u00df sie kurzfristig eingesprungen und erst am Mittag angereist war, merkt selbst der genaue Beobachter kaum. Die durchweg erstklassigen Solisten haben keine M\u00fche, gegen die pomp\u00f6se, sinfonische Wagnermusik anzusingen. <strong>Alfons Eberz<\/strong> (Tristan) steigert sich mit seinem harten Tenor im Laufe der Oper auf ein hohes, klangvolles Niveau. <strong>Angus Wood<\/strong> (Melot), ebenfalls Tenor, jedoch weicher und mindestens genauso kraftvoll, begeistert das Publikum erneut. <strong>Thomas de Vries<\/strong>&#8218; Bariton (Kurwenal) steht den Ten\u00f6ren in nichts nach und erntet ebenfalls Bravorufe. <strong>Silvia Hablowetz<\/strong> (Brang\u00e4ne) gl\u00e4nzt mit ihrer klaren Stimme neben Jayne Casselmann, der Abend geh\u00f6rte jedoch eindeutig letzterer.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nAllein um in den Genu\u00df der Glanzleistung des Orchesters zu kommen, lohnt sich der Besuch dieser Oper. Sehr gute Solisten, ein ansprechendes B\u00fchnenbild und eine tragisch-sch\u00f6ne Inszenierung runden den Abend ab. Nur dem sch\u00f6nen Sommertag ist es wohl zuzuschreiben, da\u00df diese gelungene Vorstellung nicht restlos ausverkauft war.<\/p>\n<p>Janine Schreier<\/p>\n<p>Bild: Martin Kaufhold<br \/>\nDas Bild zeigt: Von rechts: sitzend: Silvia Hablowetz (Brang\u00e4ne), Angus Wood (Melot), Bernd Hofmann (Marke), auf dem Stuhl im Vordergrund: Alfons Eberz (Tristan).<br \/>\nLiegend auf dem Bett Isolde (Jayne Casselmann).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Richard Wagner (Musik und Text), Handlung in drei Aufz\u00fcgen, UA: 10. 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