{"id":6219,"date":"2015-02-28T11:47:56","date_gmt":"2015-02-28T10:47:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6219"},"modified":"2015-03-09T11:53:01","modified_gmt":"2015-03-09T10:53:01","slug":"die-fledermaus-meiningen-suedthueringisches-staatstheater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6219","title":{"rendered":"DIE FLEDERMAUS &#8211; Meiningen, S\u00fcdth\u00fcringisches Staatstheater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Johann Strau\u00df d.J. (1825-1899), Operette in drei Akten, Libretto: Richard Gen\u00e9e und Karl Haffner, Dialogfassung von Joachim Schamberger, UA: 5. April 1874 Wien. Theater an der Wien<\/p>\n<p>Regie: Joachim Schamberger, B\u00fchne: Helge Ullmann, Kost\u00fcme: Kerstin Jacobssen<\/p>\n<p>Dirigent: Arturo Alvarado, Meininger Hofkapelle und Chor, Choreinstudierung: Sierd Quarre.<\/p>\n<p>Solisten: Rodrigo Porras Garulo (Gabriel von Eisenstein), Sonja Freitag (Rosalinde), Stephanos Tsirakoglou (Frank), Carolina Krogius (Prinz Orlofsky), Daniel Szeili(Alfred), Stan Meus (Dr. Falke), Thomas L\u00fcllig (Dr. Blind), Monika Reinhard (Adele), Cordula Rochler (Ida), Peter Bernhardt (Frosch).<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 27. Februar 2015 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><b><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/Meiningen-Fledermaus.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-6220\" alt=\"Meiningen Fledermaus\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/Meiningen-Fledermaus.jpg\" width=\"638\" height=\"422\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/Meiningen-Fledermaus.jpg 638w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/Meiningen-Fledermaus-300x198.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 638px) 100vw, 638px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/b><\/p>\n<p>Eisenstein hat nach einem Maskenball den als Fledermaus verkleideten Dr. Falke blamiert. Dieser r\u00e4cht sich auf einem Fest des Prinzen Orlofsky: Eigentlich sollte Eisenstein im Gef\u00e4ngnis eine Strafe absitzen, doch l\u00e4\u00dft er sich gerne \u00fcberreden, mit auf das Fest zu kommen. Auf dem Fest begegnen ihm sein Stubenm\u00e4dchen Adele, die sich unter dem Namen \u201eOlga\u201c vorstellt, und eine maskierte ungarische Gr\u00e4fin, bei der es sich jedoch um seine Gattin Rosalinde handelt. Mit dem Gef\u00e4ngnisdirektor Frank schlie\u00dft er im Rausch Freundschaft. Als Eisenstein am n\u00e4chsten Morgen im Gef\u00e4ngnis eintrifft, um seine Strafe anzutreten, mu\u00df er entdecken, da\u00df mittlerweile jemand anderes, n\u00e4mlich Alfred, der ehemalige Liebhaber seiner Frau, unter dem Namen \u201eEisenstein\u201c einsitzt. Turbulent l\u00f6st sich das Spiel schlie\u00dflich auf.<\/p>\n<p><b>Auff\u00fchrung<\/b><\/p>\n<p>Die Handlung beginnt w\u00e4hrend der Ouvert\u00fcre, es wird erz\u00e4hlt wie Eisenstein seinen Freund Falke betrunken und halbnackt auf dem Bahnsteig des Meininger Bahnhofs aussetzt. Wir befinden uns zur Entstehungszeit der Operette, zur Zeit von Herzog Georg II. von Sachsen-Meiningen, und blicken in die Gr\u00fcnderzeit-Villa der Eisensteins, die sogar eine Spielzeug-Eisenbahn besitzen. Auf dem Bahnsteig Meiningen startet der Salonwagen des F\u00fcrsten Orlofsky auf der Strecke Meiningen-Eisenach-Coburg \u2013 es spielt ein Streichquartett. Die Verwandlung wird mit Zwischenvorh\u00e4ngen und Musikeinlagen wie <i>Bahn frei<\/i> oder <i>Unter Donner und Blitz<\/i> verdeckt. Das Gef\u00e4ngnis verf\u00fcgt wie die Eisenstein-Villa \u00fcber eine Empore, die zu der oberen Reihe der Zellen f\u00fchrt. Auch die ansehnliche Garderobe entspricht der Gr\u00fcnderzeit.<\/p>\n<p><b>S\u00e4nger und Orchester<\/b><\/p>\n<p>Zugegeben, eine <i>Fledermaus<\/i> Auff\u00fchrung steht mit der Besetzung der drei Hauptrollen Eisenstein, Rosalinde und Adele. Diese m\u00fcssen nicht nur hohe, s\u00e4ngerische Anforderungen erf\u00fcllen, sonder auch als Charakterdarsteller gl\u00e4nzen \u2013 die Pointen der meist als Sylvesterburleske servierten Operette m\u00fcssen ja entsprechend serviert werden. Selten gelingt es dem vergn\u00fcgungss\u00fcchtigen Kammerm\u00e4dchen Adele, sich in den Vordergrund zu singen. <b>Monika Reinhard<\/b> hingegen ist nicht nur eine absolut wortverst\u00e4ndliche Operettensoubrette, nein, auch jeder Ton wird messerscharf serviert, also eine echte <i>Unschuld vom Lande<\/i>, da meldet sich ein zuk\u00fcnftiger schwerer Koloratur-Sopran. Gl\u00e4nzend aufgelegt ist <b>Rodrigo Porras Garulo<\/b>, ein s\u00fcdl\u00e4ndischer Tenor mit gro\u00dfer Strahlkraft und besonders hohem Stehverm\u00f6gen, der den Eisenstein als Gigolo zelebriert: <i>Dieser Anstand, so manierlich!<\/i> <b>Sonja Freitag<\/b> ist eine ebenb\u00fcrtige Rosalinde. Sie gestaltet ihren schweren Sopran mit Verve und stahlharten Koloraturen, die viel Freude machen, vor allem im <i>Cs\u00e1rd\u00e1s<\/i>. <b>Carolina Krogius <\/b>verf\u00fcgt \u00fcber eine sehr bewegliche, tief timbrierte Mezzo-Stimme, die aber auch Glanz in den hohen Lagen verbreitet. Die\u201em\u00e4nnlichen Rolle\u201c Orlofsky wird sie jederzeit glaubhaft gestalten. <b>Thomas L\u00fcllig <\/b>ist ein sicher stotternder Advokat Blind, <b>Stan Meus <\/b>(Dr. Falke) ein sprachlich hervorragend akzentuierender Tenorbuffo in einer Bariton-Rolle und <b>Stephanos Tsirakoglou <\/b>ein solider, samtig-weicher Ba\u00df-Bariton, der einen verdorbenen Gef\u00e4ngnisdirektor Frank singt. Dirigent <b>Arturo Alvarado <\/b>sieht diese Operette als \u201eernste Komische Oper\u201c. Die heitere, spritzige Wirkung der Strau\u00df-Melodien will sich nicht recht einstellen, kein champagner-seliger Walzerklang <i>im Feuerstrom der Reben<\/i>, kaum Tempoversch\u00e4rfungen und Knalleffekte, er zelebriert die Melodielinien etwas zu akademisch. Viel glaubhafter der bestens eingestellt Chor, der wirklich gierig ist, weil <i>ein Souper heut&#8216; uns winkt<\/i>.<\/p>\n<p><b>Fazit<\/b><\/p>\n<p>Eine <i>Fledermaus<\/i>-Premiere Ende Februar nach der Sylvester und Karnevalszeit? Nein, das ist durchdacht: Sie findet neun Monate vor der n\u00e4chsten Sylvester-Saison statt, und man hat nun viel Zeit um Auff\u00fchrungspraxis zu sammeln. Gar nicht n\u00f6tig: Szenenapplaus und Begeisterung rundum sind ein beredtes Zeichen. Nicht nur s\u00e4ngerisch werden hier H\u00f6chstleistungen geboten, die neue Dialogfassung enth\u00e4lt alle sonst nur nebenbei erw\u00e4hnten Handlungsstr\u00e4nge (Wieso hei\u00dft das St\u00fcck \u201eFledermaus\u201c?) und ist auch zeitlos witzig, wenn die Eisensteins von Anfang an die angeblich kranke Tante Adeles durchschauen: Tagesaktuelle Pointen hingegen passen nicht in die Gr\u00fcnderzeit.<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Foto Ed<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Ensemble und Chor<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 27. Februar 2015 (Premiere), Eine Fledermaus-Premiere Ende Februar nach der Sylvester und Karnevalszeit? 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