{"id":6207,"date":"2015-02-03T22:02:22","date_gmt":"2015-02-03T21:02:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6207"},"modified":"2015-02-19T22:05:23","modified_gmt":"2015-02-19T21:05:23","slug":"i-masnadieri-die-raeuber-weimar-nationaltheater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6207","title":{"rendered":"I MASNADIERI &#8211; DIE R\u00c4UBER &#8211; Weimar, Nationaltheater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giuseppe Verdi (1813-1901), Melodramma tragico in 4 Akten, Libretto: Andrea Maffei nach dem Schauspiel Die R\u00e4uber (1780) von Friedrich von Schiller, UA: 22. Juli 1847 London, Her Majesty\u2019s Theatre<\/p>\n<p>Regie: Volker L\u00f6sch, B\u00fchne\/Videokonzeption: Carola Reuther<\/p>\n<p>Dirigent: Martin Hoff, Staatskapelle Weimar, Opernchor des DNT, Einstudierung: Markus Oppeneiger<\/p>\n<p>Solisten: Daeyoung Kim (Maximilian, Graf von Moor), Jaesig Lee (Karl), Alik Abdukayumov\u00a0 (Franz), Heike Porstein (Amalia, eine Waise, Nichte des Grafen), J\u00f6rn Eichler (Hermann), Alexander G\u00fcnther (Roller), (Pfarrer Moser, Rolle gestrichen) u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 31. Januar 2015 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><b><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/Weimar-Raeuber.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-6208\" alt=\"DNT Weimar \/ DIE R\u00c4UBER (I Masnadieri) von Giuseppe Verdi \/ Musikalische Leitung: Martin Hoff \/ Regie: Volker L\u00f6sch \/ B\u00fchne: Carola Reuther \/ Kost\u00fcme: Cary Gayler \/ Premiere: 31.1.2015, Gro\u00dfes Haus \/ auf dem Foto: Jaesig Lee (Karl Moor), Alexander G\u00fcnther (Roller), Herren des DNT-Opernchores \/ Foto: Matthias Horn\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/Weimar-Raeuber.jpg\" width=\"686\" height=\"457\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/Weimar-Raeuber.jpg 686w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/Weimar-Raeuber-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 686px) 100vw, 686px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/b><\/p>\n<p>Durch eine Intrige erreicht Franz, da\u00df sein \u00e4lterer Bruder Karl nicht mehr nach Hause zur\u00fcckkehren kann. Karl schlie\u00dft sich einer R\u00e4ubertruppe an. Der Diener Hermann teilt im Auftrag von Franz seinem Vater mit, da\u00df Karl sei im Kampf gefallen sei, f\u00e4llt dieser in Ohnmacht. Alle halten ihn f\u00fcr tot, doch Franz kerkert seinen Vater im Schlo\u00dfkeller ein. Danach will er Amalia zwingen, ihn zu heiraten, was sie w\u00fctend ablehnt. Sie flieht in die W\u00e4lder und trifft auf Karl mit seiner Bande. Karl begibt sich zum Schlo\u00df, wo er seinen Vater findet, gibt sich ihm aber nicht zu erkennen. Franz aber kann der R\u00e4uberbande entgehen. Da er sich von seiner R\u00e4uberbande nicht trennen kann, aber Amalie nicht integrieren will, ersticht er Amalie.<\/p>\n<p><b>Auff\u00fchrung<\/b><\/p>\n<p>Bei dieser Auff\u00fchrung kann man eigentlich nicht von einem \u00fcblichen B\u00fchnenbild oder normaler szenischer Umsetzung der Anweisungen im Libretto sprechen.<\/p>\n<p>Eine leere B\u00fchne wird farbig ausgeleuchtet. Dabei werden Bilder von Geb\u00e4uden oder Landschaften Th\u00fcringens wie der Wartburg oder dem Lager Buchenwald eingeblendet. Zentraler Bestandteil sind die comicartigen Sprechblasen, mit Texte, die Personen zuordnet werden. Grundlage dabei ist die grob vereinfachte \u00dcbersetzung des Librettos. Durch eine andere Schrift erkennbar, werden Zitate und Aussagen aller derzeitigen politischen Str\u00f6mungen zu den Themen <i>Deutschland, Demokratie, politische Entwicklungen, Gewalt, Hoffnung und \u00c4ngste<\/i> gezeigt: Eine Gegen\u00fcberstellung politischer Standpunkte. Auch die Kost\u00fcme entstammen dem Hier und Jetzt: Die R\u00e4uberbande ist eine rechtsradikale Schl\u00e4gerbande, die B\u00fcrger schwanken zwischen Pegida-Demonstranten und Zuwanderern mit Kopftuch oder in Vollverschleierung. Karl Moor pa\u00dft mit vielen T\u00e4towierungen und Tarnfleck-Hose zu den R\u00e4ubern, w\u00e4hrend Franz Moor, der Regent Moor und Hermann Politiker-Anz\u00fcge tragen. Amalia kleidet sich im Schlabberlook mit Anti-Hakenkreuz-Pullover.<\/p>\n<p><b>S\u00e4nger und Orchester<\/b><\/p>\n<p><i>I Masnadieri<\/i> mag zwar eine fr\u00fche Verdi-Oper sein, jedoch ist die Tenor-Rolle des Franz Moor sehr anspruchsvoll. <b>Jaesig Lee<\/b> gestaltet diese Rolle so, wie es sein sollte: Strahlend hell und mit viel italienischem Schmelz in der Kehle: Gerade der Dialog mit Amalia im dritten Akt erf\u00e4hrt heftigen Szenen-Applaus. <b>Heike Porstein<\/b> ist mit ihrem harten, kr\u00e4ftigen Sopran eher die leidende Liebhaberin als die kindliche Ziehtochter Amalia. \u00dcberzeugend spielt der s\u00fcdkoreanische Ba\u00df <b>Daeyoung Kim<\/b> mit seiner vollt\u00f6nenden Stimme den sterbenden Regenten Moor, auch wenn ihm ab und zu in der Tiefe die Luft ausgeht. <b>Alik Abdukayumov<\/b> kann den vielschichtigen Franz Moor mit schwarzer B\u00f6sartigkeit \u00fcberzeugend zeichnen. Gleiches gelingt <b>Alexander G\u00fcnther<\/b> als durchschlagsstarker und erz\u00e4hlfreudiger Bariton mit dem b\u00f6sen R\u00e4uber Roller oder <b>J\u00f6rn Eichler<\/b> als devoten Diener Hermann. Einen sehr positiven Eindruck hinterl\u00e4\u00dft der, der mit exakten Eins\u00e4tzen und im Zusammenspiel von Solisten und Orchester gl\u00e4nzt. Der f\u00fchrende Gestalter des Abends und schlagenden Beweises, da\u00df sich die Besch\u00e4ftigung mit dem fr\u00fchen Verdi lohnt, ist ohne Zweifel <b>Martin Hoff<\/b>, der mit viel Dynamik und Klangbildern des Verismo Solisten, Chor und Orchester auch im Sturm der Tempoversch\u00e4rfungen zusammenh\u00e4lt.<\/p>\n<p><b>Fazit<\/b><\/p>\n<p>Musikalisch ist die Wiedergabe der Interpretation in der italienischen Originalsprache der fr\u00fchen Verdi-Oper bis auf kleine Striche (die Rolle des Pfarrer Moser ist gestrichen) originalgetreu und schon wegen <b>Jaesig Lee<\/b> als Karl ein Erfolg. Die \u00dcbertitelung mittels Sprechblasen, die, neben der rudiment\u00e4ren \u00dcbersetzung des Librettos, auch Zitate von Vertretern aller politischen Parteien und Spektren enthalten, spiegeln den derzeitigen innenpolitischen Streit in Deutschland wieder, speziell in Sachsen und Th\u00fcringen. Die Grundsatz-Frage ist aber, ob eine gut gemeinte politische Stellungnahme auch hilfreich f\u00fcr eine Opern ist. So \u00a0f\u00fchrt die \u00fcbergest\u00fclpte, slapstickartige Personenf\u00fchrung, die die Rahmenhandlung der Oper ad absurdum f\u00fchrt, zur Erheiterung des Publikums. Heftiger und langer Beifall des gesamten Auditoriums.<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Matthias Horn<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Jaesig Lee (Karl Moor), Herren des Opernchores<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 31. 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