{"id":6202,"date":"2015-02-16T19:21:28","date_gmt":"2015-02-16T18:21:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6202"},"modified":"2015-02-16T19:21:28","modified_gmt":"2015-02-16T18:21:28","slug":"le-grand-macabre-essen-aalto-musiktheater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6202","title":{"rendered":"LE GRAND MACABRE &#8211; Essen, Aalto-Musiktheater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Gy\u00f6rgy Ligeti (1923-2006)<i>, <\/i>Opera in two acts, Libretto: Michael Meschke und Gy\u00f6rgy Ligeti, frei nach Michel de Ghelderodes Schauspiel<\/p>\n<p><i>La Balade du Grand Macabre<\/i>, UA: 12. April 1978 Stockholm, K\u00f6nigliche Oper<\/p>\n<p>Dirigent: Dima Slobodeniouk<\/p>\n<p>Regie: Mariame Cl\u00e9ment, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Julia Hansen, Video: fettFilm, Choreinstudierung: Alexander Eberle, Dramaturgie: Janina Zell<\/p>\n<p>Solisten: Susanne Elmark (Gepopo und Venus), Elizabeth Cragg (Amanda), Karin Strobos (Amando), Jake Arditti (F\u00fcrst Go-Go), Ursula Hesse von den Steinen (Mescalina), Rainer Maria R\u00f6hr (Piet vom Fa\u00df), Heiko Trinsinger (Nekrotzar), Tijl Faveyts (Astradamors), Jeffrey Dowd (Wei\u00dfer Minister), Karel Ludvik (Schwarzer Minister), Opernchor und Statisterie des Aaalto-Theaters, Essener Philharmoniker<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 14. Februar 2015 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><b><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/Essen-Le-grand_macabre_12.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-6203\" alt=\"Le Grand Macabre Aalto Opernhaus Essen\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/Essen-Le-grand_macabre_12.jpg\" width=\"633\" height=\"422\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/Essen-Le-grand_macabre_12.jpg 633w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/Essen-Le-grand_macabre_12-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 633px) 100vw, 633px\" \/><\/a>Kurzinhalt <\/b><\/p>\n<p>Nekrotzar steigt aus seinem Grab auf um das Ende der Welt herbeizuf\u00fchren und trifft zuf\u00e4llig auf das Liebespaar Amando und Amanda, die auf der Suche nach einem ungest\u00f6rten Ort sind, um sich lieben zu k\u00f6nnen. Piet vom Fa\u00df, der sie dabei beobachtet hatte, wird Nekrotzars Helfer und folgt ihm. Der Hofastrologe Astradamors wird von seiner Frau Mescalina gepeinigt, als er den herannahenden Kometen entdeckt. Nekrotzar und Piet erscheinen und Astradamors schlie\u00dft sich ihnen an. F\u00fcrst Go-Go ger\u00e4t in Panik aufgrund eines Massenaufstandes. Nekrotzar betrinkt sich mit seinen Gehilfen so stark, da\u00df er es nicht schafft, die Welt zu zerst\u00f6ren.<\/p>\n<p><b>Auff\u00fchrung<\/b><\/p>\n<p>W\u00e4hrend aller vier Bilder ist die Auff\u00fchrung nicht nur auf die B\u00fchne beschr\u00e4nkt, sondern findet im ganzen Saal statt: die S\u00e4nger und Musiker machen auch den Publikumsraum und die R\u00e4nge zum Schauplatz des Geschehens. Die B\u00fchne selbst ist ein gr\u00fcner Kasten, in dem f\u00fcr jedes Bild eine neue Kulisse errichtet wird: im ersten Bild steht ein \u00fcberladener Schreibtisch unter einer gro\u00dfen Leinwand, auf der\u00a0 teilweise Texte und Bilder gezeigt werden. Im zweiten Bild dominiert ein Himmelbett. Ein Brunnen, aus dem zeitweise eine Muschel mit der Venus aufsteigt, erg\u00e4nzt das Bild. Die Kulisse des dritten Bildes ist ganz im Stil eines amerikanischen Regentenb\u00fcros eingerichtet: gro\u00dfe Fenster, cremefarbene Sitzm\u00f6bel und ein gro\u00dfer Schreibtisch im Zentrum. W\u00e4hrend des dritten Bildes spielt sich vieles vor dem geschlossenen Vorhang ab, ein Tisch, mehrere Gl\u00e4ser und Weinflaschen sind die einzigen Requisiten. Alle Akteure tragen im Laufe der Auff\u00fchrung verschiedene, der Situation angepa\u00dft absurde Kost\u00fcme.<\/p>\n<p><b>S\u00e4nger und Orchester <\/b><\/p>\n<p>Positiv hervorzuheben ist zuallererst die Vielfalt, mit der es dem gesamten Ensemble gelang, dieses polarisierende Werk mit Leben zu f\u00fcllen. Die Essener Philharmoniker unter von Dima Slobodeniouk musizierten mit Autohupen und anderen Alltagsgegenst\u00e4nden ebenso frisch wie auf ihren eigenen Instrumenten. Sie zeigten sich im Vorspiel wie auch in ihren Zwischenspielen als wandlungsf\u00e4higer, eigenst\u00e4ndig agierender Klangk\u00f6rper, begleiteten andererseits die S\u00e4nger stets einf\u00fchlsam, so da\u00df diese sich trotz ihrer extrem anspruchsvollen Passagen nie zu sehr verausgaben mu\u00dften. <b>Heiko Trinsinger<\/b> in der Rolle des Nekrotzar \u00fcberzeugte durch seine der Rolle angemessen durchdringende Stimme, die durch eine sehr klare Artikulation gest\u00fctzt wurde. Im Zusammenspiel mit <b>Rainer Maria R\u00f6hr <\/b>(Piet vom Fa\u00df) wurde au\u00dferdem die Bedeutung des mimischen Ausdrucks klar: eine teuflische Gestalt wie Nekrotzar lebt nat\u00fcrlich auch von b\u00f6sartigen Grimassen. <b>Tijl Faveyts <\/b>(Astradamors) zeigte als Ba\u00df eine auff\u00e4llig wandlungsf\u00e4hige Stimme: bei den gro\u00dfen Ambitus der Stimmf\u00fchrung in Ligetis Vorlage bew\u00e4ltigte er m\u00fchelos die tiefsten und die h\u00f6chsten T\u00f6ne, die selbst einen Tenor herausgefordert h\u00e4tten. <b>Ursula Hesse von den Steinen <\/b>in der Rolle der m\u00e4nnerhungrigen Mescalina zeigte besondere schauspielerische Qualit\u00e4ten. In den gesprochenen Teilen zeigte sich auch der klangliche Unterschied zwischen ihrer Singstimme und ihrer Sprechstimme \u2013 ein angenehmer Kontrast, der gut zu der von ihr verk\u00f6rperten Rolle passte. <b>Susanne Elmark<\/b> (Gepopo und Venus) brachte durch ihren hellen Sopran eine weitere angenehme Farbe in die Musik. Durch ihre Rollen mimisch und schauspielerisch recht festgelegt, konzentrierte sie sich vor allem auf eine reine Klangdarstellung, die nach den vielen visuellen Eindr\u00fccken eine angenehme, beruhigte Wirkung hatte. Die Rolle des F\u00fcrsten Go-Go fordert den S\u00e4nger technisch wie darstellerisch besonders. <b>Jake Arditti <\/b>meisterte diese Herausforderung jedoch gl\u00e4nzend und erntete daf\u00fcr einigen Applaus. Das Duo <b>Jeffrey Dowd<\/b> und <b>Karel Ludvik <\/b>als Wei\u00dfer und Schwarzer Minister harmonierte ebenso wunderbar wie das von <b>Elizabeth Cragg<\/b> und <b>Karin Strobos<\/b> dargestellte Liebespaar Amanda und Amando miteinander und im Dialog mit anderen Figuren.<\/p>\n<p><b>Fazit<\/b><\/p>\n<p>Anders als aus einzelnen gemurmelten Kommentaren zu schlie\u00dfen war, spendete das Publikum reichlich Applaus und belohnte das Ensemble damit f\u00fcr zwei Stunden harte Arbeit. Besonders der Hauptdarsteller Trinsinger kam beim Publikum gut an: als er sich noch einmal alleine verbeugte, erhoben sich gro\u00dfe Teile des Publikums. Ein h\u00f6chst sehenswertes Werk am Aalto-Theater!<\/p>\n<p>Sarah Heemann<\/p>\n<p>Bild: Matthias Jung<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Karin Strobos (Amanda), Elizabeth Cragg (Amando) (v.l.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 14. 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