{"id":620,"date":"2009-04-09T10:50:37","date_gmt":"2009-04-09T08:50:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=620"},"modified":"2009-04-11T10:59:35","modified_gmt":"2009-04-11T08:59:35","slug":"munster-stadtische-buhnen-das-schlaue-fuchslein","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=620","title":{"rendered":"M\u00fcnster, St\u00e4dtische B\u00fchnen &#8211; DAS SCHLAUE F\u00dcCHSLEIN"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Leo\u0161 Jan\u00e1\u010dek  (1854-1928), Oper in drei Akten, Libretto: Leo\u0161 Jan\u00e1\u010dek nach einer Novelle von Rudolf T\u011bsnohl\u00eddek, UA: 6.11.1924, Br\u00fcnn.          Regie: Wolfram Mehring, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Roberto Rosello,  Dramaturgie: Jens Ponath, in Deutscher Sprache mit deutschen \u00dcbertexten<br \/>\nDirigent: Hendrik Vestmann, Sinfonieorchester M\u00fcnster, Opernchor, Theaterkinderchor Gymnasium Paulinum,  Choreinstudierung: Donka Miteva.<br \/>\nSolisten: Annette Johansson (F\u00fcchsin), Judith Gennrich (Fuchs), Peter Kovacs (F\u00f6rster), Suzanne McLeod (Frau F\u00f6rsterin), Fritz Steinbacher (Schulmeister), Plamen Hidjov (Pfarrer), Donald Rutherford (H\u00e1raschta),  u.v.a..<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 4. April 2009 (Premiere).<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a TITLE=\"munster-fuchslein.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/04\/munster-fuchslein.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"munster-fuchslein.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/04\/munster-fuchslein.jpg\" \/><\/a>Eine kleine F\u00fcchsin wird vom F\u00f6rster gefangen und zu Hause angeleint. Ihre Augen erinnern den F\u00f6rster an ein Zigeunerm\u00e4dchen, das er einst f\u00fcr eine Nacht erobert hatte. Eines Tages ruft die F\u00fcchsin die Hennen zur Rebellion gegen den Hahn auf, der sie st\u00e4ndig zur Arbeit antreibt und selbst nichts tut. V\u00f6llig \u00fcberraschend t\u00f6tet die F\u00fcchsin die Federtiere. Als die F\u00fcchsin zur Strafe daf\u00fcr erschossen werden soll, rei\u00dft sie sich von der Leine los und entflieht in den Wald. Sie trifft auf einen Fuchs, in den sie sich verliebt. Fuchs und F\u00fcchsin verbinden und vermehren sich und machen sich \u00fcber die Dummheit der Menschen lustig. Die F\u00fcchsin f\u00e4llt schlie\u00dflich einem Wilderer zum Opfer. Der F\u00f6rster, der vergeblich seine F\u00fcchsin sucht, entdeckt im Wald eine ganz junge F\u00fcchsin, vielleicht das Junge seiner entlaufenden F\u00fcchsin.<br \/>\nIn dieser Art Fabelm\u00e4rchen wird der ewigen Kreislauf von Werden und Vergehen, Lieben und Betr\u00fcgen, Fressen und gefressen werden dargestellt. Schicksale der Tier- und Menschenwelt greifen ineinander.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nZu Anfang: Vier gro\u00dfe Strohballen auf der B\u00fchne, ein alter Holzwagen auf der linken Seite, das noch nicht abgeerntete Kornfeld vor der projizierten Skyline einer Gro\u00dfstadt dahinter. Die Tiere des Waldes laufen munter umher, w\u00e4hrend die Ger\u00e4usche der Stadt \u2013 das Rauschen befahrener Stra\u00dfen und das Hupen der Autos den Kontrast bilden.<br \/>\nDie Tiere versammeln sich schlie\u00dflich, und erst hier setzt das Sinfonieorchester ein. Die Skyline verwandelt sich in einem blauen Himmel, die Idylle der Natur spiegelt sich in der Farbenpracht und in den sinfonischen Kl\u00e4ngen des Orchesters. Der Specht zeigt kurzhackige Bewegungen, das Eichh\u00f6rnchen sitzt auf einem Strohballen, flink umherguckend,  mit den Vorderpfoten das Nu\u00dfknabbern andeutend. Die Libelle t\u00e4nzelt leicht umher. Insgesamt wird die Inszenierung von den jeweils charakteristischen Tierbewegungen und -gestiken, pantomimischen Darstellungen und Handlungsabl\u00e4ufen zu den Kl\u00e4ngen der Musik getragen. Es blitzt &#8211;  vier schwarze Raben erscheinen auf der B\u00fchne, gefolgt von dem F\u00f6rster. Der Himmel wandelt sich von blau zu lila. Die Lichteffekte verst\u00e4rken w\u00e4hrend der gesamten Auff\u00fchrung das idyllische Naturambiente. Die Masken und Kost\u00fcme der darstellenden Tiere sind der Vorgabe der Natur gut nachempfunden und bilden insgesamt ein buntes Farbspektrum. Au\u00dfergew\u00f6hnlich viele Kinder \u00fcbernehmen in dieser Inszenierung aktiv die Rolle der kleineren bzw. j\u00fcngeren Tiere des Waldes.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\nDieses Werk wird auditiv haupts\u00e4chlich von dem <strong>Sinfonieorchester<\/strong> getragen, welches unter der Leitung von <strong>Hendrik Vestmann<\/strong> harmonisch, melodisch und rhythmisch allen Anspr\u00fcchen gerecht wird. Die Lautst\u00e4rkebalance zwischen Orchester und Vokalisten f\u00e4llt an einigen Stellen jedoch massiv auseinander. Die vielen zarten Vokalstimmen werden von den Orchesterkl\u00e4ngen nicht selten \u00fcbert\u00f6nt. <strong>Annette Johansson<\/strong> (F\u00fcchsin) spielt die Rolle der F\u00fcchsin theatralisch sehr gekonnt. Stimmlich \u00fcberzeugt sie durch sichere Intonation, geht aber h\u00e4ufig in der Lautst\u00e4rke des Orchesterapparates unter. <strong>Peter Kovacs<\/strong> (F\u00f6rster) hat Dank seiner kr\u00e4ftigen Baritonstimme mehr Geh\u00f6r gefunden. Mit <strong>Judith Gennrich<\/strong> (Fuchs) ist der Sopran-Vorgabe des Komponisten entgegen gekommen. Sie spielt die Rolle exzellent und tritt stimmlich volumin\u00f6ser hervor als Annette Johansson. <strong>Fritz Steinbacher<\/strong> (Schulmeister) gl\u00e4nzt mit einer sehr kr\u00e4ftigen und brillanten Tenorstimme. Er ist unter den Vokalisten dieses Abends hervorzuheben. Mit Ausdruck und hoher Textverst\u00e4ndlichkeit singt er bravour\u00f6s. Der<strong> Kindertheaterchor<\/strong> des Gymnasium Paulinum f\u00fcgt sich mit einem zarten Chorgesang in die m\u00e4rchenhafte Stimmung der Inszenierung ein.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nJan\u00e1\u010dek beobachtete die Sprache seiner Landsleute genauso wie die Laute der Natur. In diesem Werk sind diese Naturbeobachtungen fantastisch eingeflossen. Die \u201eSprachmelodie\u201c, die seinen Stil pr\u00e4gt, erm\u00f6glicht ohne h\u00e4ufige Gesangsnummern einen flie\u00dfenden Handlungsstrom. Die Besetzung des Fuchses mit einer m\u00e4nnlichen Stimme h\u00e4tte die Ausgewogenheit der Stimmenverteilung gut getan. Neben den vielen zarten Stimmen st\u00f6rt die mangelnde Textverst\u00e4ndlichkeit der meisten Vokalisten, die trotz deutscher Sprache das Mitlesen der deutschen \u00dcbertexte notwendig macht. Die Lichteffekte und die Kost\u00fcmierung der Darsteller sowie deren darstellerische Leistung zu den Kl\u00e4ngen des Sinfonieorchesters sind die Elemente, die die Inszenierung zu einem Augen- und Ohrenschmaus machen.<br \/>\nBritta Wandschneider<\/p>\n<p>Bild: Michael H\u00f6tnschemeyer<br \/>\nDas Bild zeigt das Ensemble.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Leo\u0161 Jan\u00e1\u010dek (1854-1928), Oper in drei Akten, Libretto: Leo\u0161 Jan\u00e1\u010dek nach einer Novelle von Rudolf T\u011bsnohl\u00eddek, UA: 6.11.1924, Br\u00fcnn. 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