{"id":6180,"date":"2015-02-07T10:26:43","date_gmt":"2015-02-07T09:26:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6180"},"modified":"2015-02-12T09:17:55","modified_gmt":"2015-02-12T08:17:55","slug":"la-clemenza-di-tito-strassburg-opera-national-du-rhin","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6180","title":{"rendered":"La Clemenza di Tito &#8211; Stra\u00dfburg, Op\u00e9ra national du Rhin"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Wolfgang Amadeus Mozart (1756\u20131791), Dramma serio per musica, Libretto: Caterino Tommaso Mazzol\u00e0 nach dem Dramma per musica (1734) von Pietro Metastasio, UA: 6. September 1791 Prag, Gr\u00e4flich Nostizsches National Theater<\/p>\n<p>Regie: Katharina Thoma, B\u00fchne: Julia M\u00fcer, Kost\u00fcme: Irina Bartels, Licht: Olaf Winter<\/p>\n<p>Dirigent: Andreas Spering, Orchestre symphonique Mulhouse, Chor der Op\u00e9ra national du Rhin, Einstudierung: Sandrine Abello<\/p>\n<p>Solisten: Benjamin Bruns (Tito), Jacquelyn Wagner (Vitellia), St\u00e9phanie d&#8217;Oustrac (Sesto), Chiara Skerath (Servilia), Anna Radziejewska (Annio), David Bizic (Publio)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 6. Februar 2015 (Premiere)<b><i><\/i><\/b><\/p><\/blockquote>\n<p><b><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/StrasbourgTito.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-6182\" alt=\"StrasbourgTito\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/StrasbourgTito.jpg\" width=\"600\" height=\"400\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/StrasbourgTito.jpg 600w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/StrasbourgTito-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/b><\/p>\n<p>Vitellia, Tochter des entmachteten Kaisers Vitellius, plant ein Attentat auf Kaiser Tito. Dieser hat nicht sie, sondern Benerice, Prinzessin von Jud\u00e4a, zur Gemahlin erw\u00e4hlt. In ihrem Verlangen nach dem Thron stiftet sie Sesto, den engsten Vertrauten des Kaisers, zum Komplott an. Aus Liebe zu Vitellia steckt er das Kapitol in Brand und ersticht den vermeintlichen Kaiser. In diesem Moment erf\u00e4hrt Vitellia, da\u00df sie von Tito zur Throngemahlin ausgerufen wurde. Tito entkommt dem Mordanschlag, ist aber fest von der Unschuld Sestos\u2019 \u00fcberzeugt. Als Sesto ihm die Gr\u00fcnde seiner Tat verschweigt, unterzeichnet Titus im Zorn dessen Todesurteil. Nun erst erkennt Vitellia die Folgen ihrer Intrige und ist bereit, dem Kaiser alles zu beichten. Titus ist bereit, allen zu verzeihen. <b><i><\/i><\/b><\/p>\n<p><b>Auff\u00fchrung<\/b><\/p>\n<p>Die Regisseurin setzt in erster Linie auf eine Drehb\u00fchne, die in stetem Wechsel vier unterschiedliche Schaupl\u00e4tze zeigt, so den Palast des Kaisers in schwarzem Marmor, das B\u00fcro Vitellias im Stil der 1950er Jahre, einen Privatraum im selben Stil sowie einen Au\u00dfenbereich, in dem sich Servilia als G\u00e4rtnerin bet\u00e4tigt. St\u00f6rend ist vor allem, da\u00df die von Mazzol\u00e0 und Mozart gestrichene Vorgeschichte pantomimisch w\u00e4hrend der Ouvert\u00fcre bei sich st\u00e4ndig drehender B\u00fchne skizziert wird. Das feste Ger\u00fcst der musikalischen Einleitung wird so bei offenem Vorhang in starke Unruhe versetzt.<\/p>\n<p><b>S\u00e4nger und Orchester<\/b><\/p>\n<p><b>Andreas Spering<\/b> entlockt den Stra\u00dfburger Philharmonikern einen lebhaften musikdramatischen Klang. Vor allem die Wahl der Tempi haucht diesem dramaturgisch wohl schw\u00e4chsten Werk Mozarts neues Leben ein. Am eindrucksvollsten sind die Arien mit Soloklarinette und Bassetthorn. Die Interpretation des Solisten rei\u00dft die Zuh\u00f6rer mit und \u00fcbertrumpft vor allem bei Vitellias <i>Non pi\u00f9 di fiori vaghe catene \u2013 Nicht mehr der Blumen sch\u00f6ne Ketten<\/i> den s\u00e4ngerischen Glanz. Leider verf\u00e4llt <b>Jacquelyn Wagner<\/b> in dieser Partie oft ins Ausdruckslose und ihre Charakterisierung bleibt stets k\u00fchl, von Verzweiflung und Rachegel\u00fcsten merkt man wenig. <b>Benjamin Bruns<\/b> als Tito meistert seine Partie anst\u00e4ndig, doch hat man stets das Gef\u00fchl, der Tenor w\u00fcrde sich im deutschen Repertoire wie z.B. einem Max im <i>Freisch\u00fctz<\/i> oder einem Florestan in <i>Fidelio<\/i> mehr zu Hause f\u00fchlen. <b>St\u00e9phanie d&#8217;Oustrac<\/b> dagegen verbindet als Sesto auf brillante Weise die weibliche Hosenrolle mit dem Timbre eines Countertenors. Ihre sprachliche Artikulation ist lobenswert und zeigt ihr gro\u00dfes Einf\u00fchlungsverm\u00f6gen f\u00fcr das italienische Fach. Hieran sollten sich viele S\u00e4ngerkollegen ein Beispiel nehmen! Ebenso <b>David Bizic<\/b> als Publio, der neben einigen Ensembles nur eine Arie zu singen hat, durch seine kr\u00e4ftige Ba\u00dfstimme den Zuh\u00f6rer stets aufhorchen l\u00e4\u00dft. <b>Anna Radziejewska<\/b> neigt an vielen Stellen zu Forcierungen innerhalb der musikalischen Phrasen sowie teilweise etwas ungl\u00fccklich plazierte <i>messa di voce<\/i>, doch f\u00fcgt sich ihr Mezzosopran u.a. im Duett mit Sesto <i>Deh prendi un dolce amplesso \u2013 Nimm diese liebliche Umarmung<\/i> in das lyrische Gesamtbild. <b>Chiara Skerath<\/b> (Servilia) neigt an einigen Stellen zur Dramatisierung ihrer eher lyrisch angelegten Partie. Ihr Sopran ist hell und eindringlich. Die Klarheit des <b>Opernchors<\/b> \u00fcberrascht. Selten h\u00f6rt man eine solche Transparenz bei einer absolut klaren Textverst\u00e4ndlichkeit. Die bekannte Schwachstelle in <i>La clemenza di Tito<\/i> sind bekanntlich die sperrigen Rezitative des Mozart-Sch\u00fclers Franz-Xaver S\u00fc\u00dfmayr. Leider neigen alle Interpreten zu einer modernen Alltagsdeklamation, wodurch die Anmut und h\u00f6fische Eleganz von Metastasios Worten v\u00f6llig zerst\u00f6rt wird. Dies hat sicherlich niemals den Redegewohnheiten eines Kaiserhofes entsprochen, weder in Wien noch im alten Rom.<\/p>\n<p><b>Fazit<\/b><b><\/b><\/p>\n<p>Dank der guten Akustik des Stra\u00dfburger Opernhauses, das 1804 erbaut wurde und im Innenraum bislang gl\u00fccklicherweise keinem gr\u00f6\u00dferen Sanierungswahn zum Opfer gefallen ist, erf\u00e4hrt die musikalische Interpretation ihre volle Entfaltung. Ein Gl\u00fcck also, da\u00df der Bau eines neuen Opernhauses bislang nicht durchgesetzt werden konnte. Die dramaturgischen Schw\u00e4chen der Libretto-Bearbeitung kann leider eine sogenannte Aktualisierung durch die Regie nicht beheben, hier sitzt die Regisseurin ein wenig in der Falle. Weshalb man sich allerdings auf eine nostalgische 1950er Jahre-Ausstattung geeinigt hat, bleibt ein Geheimnis.<\/p>\n<p>Daniel Rilling<\/p>\n<p>Bild: A. KAISER<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Anna Radziejewska (Annio) li, Benjamin Bruns (Tito), St\u00e9phanie d&#8217;Oustrac Sesto, re<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 6. Februar 2015 (Premiere). 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