{"id":6172,"date":"2015-02-02T10:06:42","date_gmt":"2015-02-02T09:06:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6172"},"modified":"2015-02-11T21:11:07","modified_gmt":"2015-02-11T20:11:07","slug":"das-rheingold-dessau-anhaltisches-theater-dessau","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6172","title":{"rendered":"Das Rheingold &#8211; Dessau, Anhaltisches Theater Dessau"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Richard Wagner (1813-1883), Vorabend zum B\u00fchnenfestspiel in vier Szenen, Libretto: Richard Wagner, UA: 1869 M\u00fcnchen<\/p>\n<p>Regie: Andre B\u00fccker, B\u00fchne: Jan Steigert, Kost\u00fcme: Suse Tobisch, Projektionen: Frank Vetter.<a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/Dessau_Rheingold.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-6174\" alt=\"Dessau_Rheingold\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/Dessau_Rheingold.jpg\" width=\"600\" height=\"399\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/Dessau_Rheingold.jpg 600w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/Dessau_Rheingold-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Dirigent: Antony Hermus, Anhaltische Philharmonie Dessau<\/p>\n<p>Solisten: Ulf Paulsen (Wotan), Rita Kapfhammer (Fricka), Angelina Ruzzafante (Freia), Javid Samadov (Donner), David Ameln (Froh), Albrecht Kludszuweit (Loge), Stefan Adam (Alberich), Ivan Tur\u0161i\u0107 (Mime), Stephan Klemm (Fasolt), Dirk Aleschus (Fafner), Anja Schlosser (Erda), Katharina G\u00f6res (Woglinde), Jagna Rotkiewicz (Wellgunde), Anne Weinkauf (Flo\u00dfhilde)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 30. Januar 2015<\/p><\/blockquote>\n<p><b>Kurzinhalt<\/b><\/p>\n<p>Alberich wirbt um die drei Rheint\u00f6chter, die ihn aber nur verspotten. Daraufhin entsagt er der Liebe und stielt ihnen das Rheingold. Aus diesem Gold l\u00e4\u00dft er einen machtvollen Ring schmieden, mit dessen Kraft er sich die Nibelungen untert\u00e4nig macht. Die Riesen Fafner und Fasolt haben f\u00fcr den Gott Wotan die Burg Walhall erbaut, und fordern nun von ihm als ihren Lohn die G\u00f6ttin Freia. Doch Wotan will Freia nicht herausgeben, und der intrigante Gott Loge \u00fcberzeugt ihn davon, als Ersatz Alberich den Ring und das Rheingold wieder zu entrei\u00dfen. Alberich verflucht den Ring, den Wotan den Riesen reicht, um Freia zu l\u00f6sen. Fafner erschl\u00e4gt seinen Bruder, die G\u00f6tter aber ziehen in die Burg Walhall ein.<\/p>\n<p><b>Auff\u00fchrung<\/b><\/p>\n<p>Was ist das \u201eRheingold\u201c? Eine zentrale Frage, die in Dessau an Bedeutung dadurch gewinnt, da\u00df der Ring gem\u00e4\u00df der Entstehungsgeschichte inszeniert wird, also von der G\u00f6tterd\u00e4mmerung r\u00fcckw\u00e4rts. Das Rheingold ist helles Licht aus einem Kubus, aufbewahrt in einer Wundertrommel, die durch Drehung der Seitenwand bewegte Bilder sichtbar macht. Aus dem Licht zeichnen die versklavten Nibelungen Cartoons, denn auf dem Medium Film oder Bild gr\u00fcndet sich die Macht, die alle erstreben. Verdeutlicht wird dies durch Projektionen (in der \u00c4sthetik des Bauhaus-Stils) auf zwei halbkreisf\u00f6rmige Fl\u00e4chen um eine zumeist karge B\u00fchnenfl\u00e4che. Walhall ist die oberste Plattform des Walk\u00fcrenfelsens, ein riesiger Rubik-W\u00fcrfel, der sich horizontal auff\u00e4chern l\u00e4\u00dft. Oben freuen sich die G\u00f6tter <i>falsch und feig<\/i>, ihre unschuldigen rein-wei\u00dfen Kost\u00fcme erinnern an den Beginn des 20.Jahrhunderts.<\/p>\n<p><b>S\u00e4nger und Orchester<\/b><\/p>\n<p>Eine der Vorz\u00fcge dieser Premiere ist ohne Zweifel die Erkenntnis, da\u00df man auch an vermeintlich kleinen H\u00e4usern einen <i>Ring<\/i> auf hohen Niveau besetzen kann, in diesem Fall besonders die drei zentralen Rollen des Rheingolds: An erster Stelle ist <b>Ulf Paulsen <\/b>zu nennen, mit seiner hellen baritonal gef\u00e4rbten Stimme l\u00e4\u00dft er als Wotan viele stimmliche Gestaltungsm\u00f6glichkeiten erkennen \u2013 und verf\u00fcgt \u00fcber gen\u00fcgend Reserven, um besonders in den tiefen Lagen Charakter zu zeigen. Das wird deutlich bei den inneren K\u00e4mpfen, aber auch in der Auseinandersetzung mit Loge oder Alberich. <b>Albrecht Kludszuweit <\/b>(schon als Mime im <i>Siegfried<\/i> aufsehenerregend) singt als lyrischer Tenor mit Saft und Kraft einen tiefsinnigen Loge, singt die Phrasen betont aus, betont wortverst\u00e4ndlich die S\u00e4tze: Es wird deutlich, warum Loge nicht in Walhall einzieht. Das stimmliche Duell mit den G\u00f6ttern kann <b>Stefan Adam<\/b> (Alberich) mit d\u00e4monischer Tiefe offen halten. Hier wird auch deutlich, da\u00df <b>Antony Hermus<\/b> mit den S\u00e4ngern mitf\u00fchlt &#8211; gerade Stefan Adam erh\u00e4lt gen\u00fcgend Zeit und Raum, um die Rolle zu gestalten: Er ist kein Zwerg, sondern agiert auf Augenh\u00f6he mit den G\u00f6ttern. Aber auch die Zusammenarbeit mit der <b>Anhaltischen Philharmonie<\/b> kann mit der Einbindung der S\u00e4nger und auch orchestral \u00fcberzeugen, selten hat man das Anschwellen des Rheins, den ber\u00fchmten Es-Dur-Akkord am Anfang, so feinsinnig gewoben und transparent geh\u00f6rt, beim Einzug der G\u00f6tter h\u00f6rt man die kommenden Probleme heraus. Auch die Nebenrollen k\u00f6nnen sich h\u00f6ren lassen: <b>Rita Kapfhammer <\/b>verf\u00fcgt \u00fcber ein schier unersch\u00f6pfliches Stimmvolumen und Tonummfang und entspricht dem Format der freundlichen G\u00f6ttergattin Fricka. <b>Angelina Ruzzafante<\/b> hat als schwerer Koloratursopran kaum Aufwand mit der kurzen Rolle der Freia, ihre Hilferufe bleiben in Erinnerung.<\/p>\n<p><b>Ivan Tur\u0161i\u0107<\/b> (Mime) und <b>David Ameln<\/b> (Froh) k\u00f6nnen in den Tenorrollen mit sicherer H\u00f6he Aufmerksamkeit erregen, <b>Javid Samadov<\/b> (Donner) und <b>Anja Schlosser<\/b> (Erda) bleiben zu bla\u00df.<\/p>\n<p><b>Fazit<\/b><\/p>\n<p>Mit geradezu frenetischem Beifall feiert das Theater Dessau die letzte <i>Ring<\/i>-Premiere und die letzte Premiere der \u00c4gide, Intendant Andr\u00e9 B\u00fccker (Regie) und GMD Antony Hermus. Beide verlassen das Haus, nachdem wegen rigider Sparma\u00dfnahmen modernes Musiktheater wahrscheinlich nur noch wenig m\u00f6glich ist. Dieser <i>Ring<\/i> zeigt mit farbenpr\u00e4chtigen Bildern (manchmal mit zuviel Farbe und Formen), detailliert durchdachter Personenregie und einer fesselnd, beispielhaften musikalischen Erl\u00e4uterung durch Orchester und Solisten, was eine gute Intendanz leisten kann.<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Claudia Heysel<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Ulf Paulsen (Wotan)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 30. Januar 2015. Mit geradezu frenetischem Beifall feiert das Theater Dessau die letzte Ring-Premiere und die letzte Premiere der \u00c4gide, Intendant Andr\u00e9 B\u00fccker (Regie) und GMD Antony Hermus. Beide verlassen das Haus, nachdem wegen rigider Sparma\u00dfnahmen modernes Musiktheater wahrscheinlich nur noch wenig m\u00f6glich ist.<\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6172\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":6174,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[54,1],"tags":[],"class_list":["post-6172","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-dessau-anhaltisches-staatstheater","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6172","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=6172"}],"version-history":[{"count":4,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6172\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6191,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6172\/revisions\/6191"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/6174"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=6172"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=6172"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=6172"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}