{"id":6163,"date":"2015-01-31T17:58:56","date_gmt":"2015-01-31T16:58:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6163"},"modified":"2015-02-19T22:01:52","modified_gmt":"2015-02-19T21:01:52","slug":"alfonso-und-estrella-mozartwoche-2015-salzburg","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6163","title":{"rendered":"Alfonso und Estrella &#8211; Mozartwoche 2015, Salzburg"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Franz Schubert (1797-1828), Romantische Oper in drei Akten, Libretto: Franz von Schober, UA: 1854, Weimar<\/p>\n<p>Konzertante Auff\u00fchrung<\/p>\n<p>Dirigent: Antonello Manacorda, Mozarteumorchester Salzburg, Salzburger Bachchor, Einstudierung: Alois Glassner<\/p>\n<p>Solisten: Mojca Erdmann (Estrella), Toby Spence (Alfonso), Markus Werba (Froila), Michael Nagy (Mauregato), Alastair Miles (Adolfo), u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 23. Januar 2015 im Haus f\u00fcr Mozart<\/p>\n<p><b>Konzertabend<\/b><\/p>\n<p>Ouvert\u00fcre zum Melodram<i> Die Zauberharfe D 644 , <\/i>Rosamunden-Ouvert\u00fcre (Franz Schubert)<\/p>\n<p>Dialogues II und <i>Two Controversies and a Conversation<\/i> f\u00fcr Klavier und Kammerorchester (Elliot Carter (1908-2012))<\/p>\n<p>Symphonie D-Dur KV 385 (Haffner) (Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791)<\/p>\n<p>Dirigent: Ainars Rubikis, Sinfonieorchester der Universit\u00e4t Mozarteum, Klavier: Luisa Imorde, Schlagzeug: Richard Putz.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 23. Januar 2015 (Gro\u00dfer Saal des Mozarteums)<\/p>\n<p><b>Kammermusikabend<\/b><\/p>\n<p>Mozarts Streichquartette, hier die sechs Haydn-Quartette<\/p>\n<p>Streichquartett G-Dur KV 387, Streichquartett d-Moll KV 421, Streichquartett Es-Dur KV 428<\/p>\n<p>Streichquartett B-Dur KV 458, Streichquartett A-Dur KV 464, Streichquartett C-Dur KV 465<\/p>\n<p>von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791)<\/p>\n<p>Hagen Quartett, Violine: Lukas Hagen und Rainer Schmidt, Viola: Veronika Hagen, Violincello: Clemens Hagen.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrungen: 23. und 24. Januar 2015 (Gro\u00dfer Saal des Mozarteums)<\/p><\/blockquote>\n<p><b><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/memozart.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-6169\" alt=\"memozart\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/memozart.jpg\" width=\"500\" height=\"750\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/memozart.jpg 500w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/memozart-200x300.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a>Vorbemerkung<\/b><\/p>\n<p>Die Mozartwoche in Salzburg ist eigentlich eine Feier, um den Geburtstag von Wolfgang Amadeus Mozart zu w\u00fcrdigen, der sich am 27.Januar 2016 zum 260. Mal j\u00e4hrt. Der Schwerpunkt der einw\u00f6chigen Veranstaltung \u00fcber zwei Wochenenden hinweg liegt auf Konzerten, aber auch ein Opernwerk steht meist zumindest konzertant auf dem Programm. Zentraler Veranstaltungsort ist der Gro\u00dfe Saal des Mozarteums, einer der sch\u00f6nsten Konzerts\u00e4le der Welt, aber auch andere Veranstaltungsr\u00e4ume in der Altstadt kommen zum Zug, wie z.B. die Festspielh\u00e4user.<\/p>\n<p><b>Vorbemerkung zu <i>Alfonso und Estrella<\/i><\/b><\/p>\n<p>Das Haus f\u00fcr Mozart ist eines dieser Festspielh\u00e4user und verf\u00fcgt \u00fcber eine messerscharfe, sehr hellh\u00f6rige Akustik, eine Mischung der einzelnen Stimmen will sich nicht so recht ergeben. Es ist wie geschaffen f\u00fcr eine konzertante Auff\u00fchrung der selten gespielten Oper <i>Alfonso und Estrella<\/i>, denn auch musikalisch stellt das Werk h\u00f6chste Anforderungen an Chor, Orchester und Solisten, dramaturgisch hingegen fiel das St\u00fcck durch. Zun\u00e4chst wollte es niemand auff\u00fchren. Franz Liszt arbeitete das Libretto f\u00fcr die Premiere 26 Jahre nach dem Tod Schuberts um und erg\u00e4nzte; denn die Geschichte der beiden K\u00f6nigskinder, die sich ineinander verlieben und die Feindschaft ihrer V\u00e4ter \u00fcberwinden, gibt als Handlung nicht viel her. Im Libretto werden haupts\u00e4chlich die Beziehungen der Personen untereinander betrachtet, aber nicht als Dialog, sondern mehr als Vortrag, als Ballade \u2013 ein Spannungsbogen entsteht nicht.<\/p>\n<p><b>Auff\u00fchrung, S\u00e4nger und Orchester<\/b><\/p>\n<p>Die Qualit\u00e4t der Komposition Schuberts tr\u00e4gt jedoch die konzertante Auff\u00fchrung. Betrachtet man sie als eine Schubertiade f\u00fcr f\u00fcnf S\u00e4nger, Chor und Orchester, so ergibt sich ein mehr als erf\u00fcllter Abend. Erste Solistin ist die jugendlich klar singende <b>Mojca Erdmann<\/b> als kindliche Estrella, die mit ihrer soliden Technik keine Probleme hat durch die komplexe Notenwand Schuberts zu klettern: <i>Von Fels und Wald umrungen, wer zeigt die Pfade mir<\/i>? <b>Toby Spence<\/b> als ihr Liebhaber Alfonso hat, ausgehend von einer vollmundigen lyrischen Mittellage, eine tr\u00e4umerisch sichere tenorale H\u00f6he <i>So kann ein Traum nicht t\u00e4uschen, nein, das mu\u00df Wahrheit sein<\/i>. <b>Markus Werba<\/b> als offensichtlich \u00e4lterer Vater Froila versucht mit wandlungsreicher Stimme die Komik zu bedienen, klingt jedoch manchmal sehr rauh, in der Tiefe kehlig und in der H\u00f6he unsicher. <b>Michael Nagy<\/b> hingegen ist als Vater Mauregato ein sehr wortverst\u00e4ndlicher, lyrischer Bariton mit sicherer H\u00f6he und solider Tiefe, der auch dramatische Ausbr\u00fcche mitrei\u00dfend vorf\u00fchren kann: <i>Freunde, ja ich will euch f\u00fchren<\/i>! <b>Alastair Miles<\/b> als Estrellas b\u00f6ser Verehrer Adolfo ist ein profunder volumin\u00f6ser Ba\u00df, der etwas mehr Kraft und Schw\u00e4rze in der Tiefe vertragen k\u00f6nnte. Der <b>Chor<\/b>, der fast permanent in vielen Rollen anwesend ist, bew\u00e4ltigt seine gro\u00dfe Aufgabe ohne Fehl und Tadel als einheitlicher, perfekt abgestimmter Stimmenblock. Das <b>Mozarteumorchester<\/b> beweist eindrucksvoll seinen Ruf als eines der f\u00fchrenden Orchester, das Vorspiel zum 3.Akt begeistert besonders durch die tiefsinnige, vielschichtige Gestaltung. <b>Antonello Manacorda<\/b> gelingt es, die F\u00e4den der Solisten aufeinander abzustimmen. Alle bleiben jedoch Solisten, wie in einer Schubertiade: Ein gro\u00dfes Ganzes will sich nicht einstellen \u2013 auch aus akustischen und dramaturgischen Gr\u00fcnden.<\/p>\n<p><b>Konzertabend<\/b><\/p>\n<p>Ganz anders sind die akustischen Verh\u00e4ltnisse im gro\u00dfen Saal des Mozarteums, einem klassischen rechteckigen Konzertsaal mit weicher transparenter Akustik und kurzem Nachhall. Hier kommt durch das <b>Orchester der Universit\u00e4t Mozarteum<\/b> (also durch Studierende der Universit\u00e4t) neben traditioneller mechanischer Musik von <b>Elliot Carter<\/b> und der <b>Haffner-Symphonie<\/b> Mozarts auch die Ouvert\u00fcre zum Melodram<i> Die Zauberharfe<\/i> zur Auff\u00fchrung, die Schubert sp\u00e4ter auch der zweiten Fassung der <i>Rosamunde<\/i> voranstellte. Mit majest\u00e4tischer W\u00fcrde erreicht das Nachwuchs-Orchester unter der Leitung von <b>Ainars Rubikis<\/b> die mitrei\u00dfende orchestrale Wirkung der melodi\u00f6s und menschlich ber\u00fchrenden T\u00f6ne, wird die klangbildende Harmonik Schuberts auf den Punkt gebracht. Auch die Haffner-Symphonie wird mit jugendlichem Elan vorgetragen, das Menuetto ist kein langsamer L\u00e4ndler. Und das Finale ist nicht nur Presto sondern spritzig, l\u00e4\u00dft an knallende Sektkorken denken und erinnert an Parallelen zur Ouvert\u00fcre der Hochzeit des <i>Figaro<\/i>.<\/p>\n<p><b>Kammermusikabend<\/b><\/p>\n<p>Ebenfalls im gro\u00dfen Saal des Mozarteum spielt das <b>Hagen Quartett<\/b> die sechs Haydn<i>&#8211;<\/i>Quartette, die zwischen 1782 und 1785 entstanden sind als Antwort Mozarts auf die Quartette Haydns Opus 33 aus dem Jahr 1782. Ihm sind diese Quartette daher gewidmet. Schon die Verkomplizierung der Harmonik bereits in der Exposition der S\u00e4tze ist auch f\u00fcr das Hagen Quartett eine Herausforderung, dessen sie sich mit gewohnt spielerischer Leichtigkeit entledigen.<\/p>\n<p><b>Fazit<\/b><\/p>\n<p>Die Pflege der Werke Mozarts ist nat\u00fcrlich zentraler Bestandteil der Werkschau, wie eine Auff\u00fchrungsserie der Streichquartette Mozarts durch das Hagen Quartett. Alle Konzerte fanden den ungeteilten, teils heftigen Beifall des Auditoriums. Der H\u00f6hepunkt der n\u00e4chsten Mozartwoche 2016 zur Feier des 260. Geburtstages wird die Gegen\u00fcberstellung von Georg Friedrich H\u00e4ndels <i>Acis und Galatea<\/i> mit der Bearbeitung des Werkes durch Mozart sein.<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Wolfgang Lienbacher<\/p>\n<p>Das Bild zeigt Mojca Erdmann als Estrella in <b><i>Alfonso und Estrella<\/i><\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Franz Schubert (1797-1828), Romantische Oper in drei Akten, Libretto: Franz von Schober, UA: 1854, Weimar Konzertante Auff\u00fchrung Dirigent: Antonello Manacorda, Mozarteumorchester Salzburg, Salzburger Bachchor, Einstudierung: Alois Glassner Solisten: Mojca Erdmann (Estrella), Toby Spence (Alfonso), Markus Werba (Froila), Michael Nagy<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6163\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":6171,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[47,134,116],"tags":[],"class_list":["post-6163","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aktuelles","category-featured","category-musikfestivals"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6163","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=6163"}],"version-history":[{"count":4,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6163\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6195,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6163\/revisions\/6195"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/6171"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=6163"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=6163"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=6163"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}