{"id":616,"date":"2009-04-01T17:08:05","date_gmt":"2009-04-01T15:08:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=616"},"modified":"2009-04-05T17:12:56","modified_gmt":"2009-04-05T15:12:56","slug":"weimar-deutsches-nationaltheater-turandot","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=616","title":{"rendered":"Weimar, Deutsches Nationaltheater &#8211; TURANDOT"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giacomo Puccini, Dramma lirico in drei Akten, Libretto: Giuseppe Adami und Renato Simoni, Schlu\u00dfduett und Finale komplettiert von Farnco Alfano, UA: 26. April 1926, Mailand<br \/>\nRegie: Andrea Moses, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Christian Wiehle<br \/>\nDirigent: Will Humburg, Staatskapelle Weimar, Opernchor, Philharmonischer Chor Weimar, Einstudierung: Markus Oppeneiger,<br \/>\nSolisten: Catherine Foster (Turandot), Ki-Chun Park (Prinz Calaf), Larissa Krokhina (L\u00ecu), Renatus M\u00e9sz\u00e1r (Timur), Klaus Gerber (Altoum, Kaiser von China), Alexander G\u00fcnther (Ping), Artjom Korotkov (Pang), Friedrich Aurich (Pong)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 28. M\u00e4rz 2009 (Premiere).<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a TITLE=\"weimar-turandot.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/04\/weimar-turandot.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"weimar-turandot.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/04\/weimar-turandot.jpg\" \/><\/a>Die Vereinbarung Prinzessin Turandot mit ihrem Vater Altoum besagt, da\u00df sie nur den Mann heiraten mu\u00df, der drei von ihr gestellte R\u00e4tsel l\u00f6sen kann, ansonsten wird er gek\u00f6pft. W\u00e4hrend der Hinrichtung des Prinzen von Persien trifft Prinz Calaf auf seinen zusammen mit der Sklavin L\u00ecu im Exil lebenden Vater Timur. Obwohl Calaf Turandot anf\u00e4nglich wegen ihrer Grausamkeit verflucht, erliegt er ihrer Sch\u00f6nheit. Trotz flehender Bitten des Vaters und dem Liebesgest\u00e4ndnisses L\u00ecus schl\u00e4gt er den Gong zum Zeichen, da\u00df er sich den R\u00e4tseln der Prinzessin stellen will. Unerwartet kann er alle drei Fragen beantworten, doch Turandot weigert sich ihm zu beugen. Calaf m\u00f6chte sie jedoch nicht unter Zwang zur Frau nehmen, sondern ihre Liebe gewinnen und stellt ihr daher ein Gegenr\u00e4tsel. Wenn es ihr gelingt, bis zum Morgen seinen Namen zu erfahren, dann darf sie ihn t\u00f6ten. Daraufhin befiehlt sie, da\u00df keiner in dieser Nacht schlafen darf, bevor nicht der Name gefunden ist. L\u00ecu und Timur werden gefangen genommen und verh\u00f6rt. Aus Liebe zu Calaf ersticht sich L\u00ecu, um dadurch sein Geheimnis zu sch\u00fctzen. Calaf hat wieder gesiegt und Turandot gibt widerwillig zu, da\u00df sie vom ersten Augenblick an ihn sowohl ha\u00dfte aber auch liebte. Ein erster Ku\u00df besiegelt ihre Liebe.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nDer B\u00fchnenraum wird durch eine halb runde Trib\u00fcne beherrscht, welche zu Beginn der Oper mit der R\u00fcckseite zum Publikum den Blick auf den dahinter liegenden Raum versperrt. Der Chor in wei\u00dfer, Sportbekleidung und mit Sonnenbrillen das anonyme Volk und den Hofstaat verk\u00f6rpernd, betritt bei noch angeschalteter Saalbeleuchtung als quasi zus\u00e4tzliches Publikum den Zuschauerraum zu beiden Seiten und erobert langsam die B\u00fchne. Ein Ausrufer im silbergl\u00e4nzendem \u201eOnkel Sam\u201c-Kost\u00fcm lockt sie in den Innenraum. Die Trib\u00fcne dreht sich langsam und offenbart einen langen Laufsteg, welcher in eine runde B\u00fchne m\u00fcndet. In gro\u00dfen Lettern zu Fu\u00dfe der B\u00fchne steht Turandot&#8217;s Riddlers Club (Turandots R\u00e4tselclub). Die Prinzessin, in schwarzem Hosenanzug, wird durch ein Gruppe Cheerleader in wei\u00df-silbernen Trikots mit dazu passenden Pompoms in das Stadium hereingef\u00fchrt. Das Bild erinnert unwillk\u00fcrlich an die Superbowl-Veranstaltungen in den USA. F\u00fcr die R\u00e4tselzeremonie werden zwei wei\u00dfe Drehsessel auf der B\u00fchne plaziert, so da\u00df sich Turandot und Calaf wie in einer Quizshow gegen\u00fcber sitzen. Der Stimmungswechsel der Beleuchtung verst\u00e4rkt diesen Effekt zus\u00e4tzlich. Immer wieder wird die B\u00fchne gedreht, um unterschiedliche Blickwinkel zu erm\u00f6glichen.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\nPuccinis letzte Oper ist schon allein durch Klangkomposition und Pentatonik, das Lokalkolorit des Morgenlandes verst\u00e4rkend, ein Erlebnis.<br \/>\n<strong>Will Humburg<\/strong> verst\u00e4rkt durch seine stringente Orchesterf\u00fchrung und gezieltes Herausarbeiten einzelner Klanggruppen der <strong>Staatskapelle Weimar<\/strong> die Melodiengewalt der Oper. Vor allem das Blech wird dem H\u00f6rer nicht nur aus dem Orchestergraben pr\u00e4sentiert, sondern auch auf der B\u00fchne. Allein von der Lautst\u00e4rke her w\u00e4re dies, vor allem mit dem durch den <strong>Philharmonischen Chor Weimar<\/strong> verst\u00e4rkten stimmgewaltigen und dynamischen <strong>Opernchor<\/strong> v\u00f6llig ausreichend gewesen, doch wurden zum st\u00f6renden \u00dcberflu\u00df durch Lautsprecher weitere Bl\u00e4ser eingespielt: ein Dolby-Surround-Effekt im sprichw\u00f6rtlichen Sinne.<br \/>\nDie beiden Hauptdarsteller, <strong>Catherine Forster<\/strong> (Turandot) und <strong>Ki-Chun Park<\/strong> (Calaf), beherrschen zwar bravour\u00f6s und mit strahlenden, starken Stimmen ihre \u00fcberaus schwierigen Gesangspartien, aber in der Darstellung ihrer Charaktere k\u00f6nnen beide nicht \u00fcberzeugen. Gerade der dramaturgisch schwierig zu begr\u00fcndende Wechsel Turandots Gef\u00fchle zu Calaf wird in ihrem Ausdruck kaum aufgegriffen. Park erreicht nicht den erwarteten G\u00e4nsehauteffekt im ber\u00fchmten Nessun dorma \u2013 niemand schl\u00e4ft und wirkt allgemein mehr ab- als anwesend. Hingegen begeisterte <strong>Larissa Krokhina<\/strong> (L\u00ecu) sowohl stimmlich als auch darstellerisch. Die weiten Intervallspr\u00fcnge ihrer Arien bew\u00e4ltigte sie ohne Schwierigkeiten und f\u00fchrte ihre Stimme \u00fcberaus leicht und leise in die h\u00f6chsten H\u00f6hen. F\u00fcr ihre gl\u00fchende Liebeserkl\u00e4rung erntete sie den ersten Szeneapplaus des Abends und ihr selbstloser Freitod r\u00fchrte zu Tr\u00e4nen.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nDas gelungene Zusammenspiel von puristischer B\u00fchnenausstattung, intelligenter Regief\u00fchrung und gl\u00e4nzenden S\u00e4ngern macht die Weimarer Turandot zu einem gelungenen Opernerlebnis und ist f\u00fcr alle Puccini-Liebhaber zu empfehlen.<\/p>\n<p>Josephin Wietschel<\/p>\n<p>Bild: Anke Neugebauer<br \/>\nDas Bild zeigt: Larissa Krokhina (L\u00ecu) beschw\u00f6rt Ki-Chun Park (Calaf) Catherine Foster (Turandot) zu vergessen und mit ihr und Renatus M\u00e9sz\u00e0r (Timur) zu fliehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Giacomo Puccini, Dramma lirico in drei Akten, Libretto: Giuseppe Adami und Renato Simoni, Schlu\u00dfduett und Finale komplettiert von Farnco Alfano, UA: 26. 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