{"id":614,"date":"2009-04-01T17:02:25","date_gmt":"2009-04-01T15:02:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=614"},"modified":"2009-04-05T17:08:02","modified_gmt":"2009-04-05T15:08:02","slug":"karlsruhe-badisches-staatstheater-der-tod-in-venedig-death-in-venice","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=614","title":{"rendered":"Karlsruhe, Badisches Staatstheater &#8211; DER TOD IN VENEDIG (DEATH IN VENICE)"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Benjamin Britten, Oper in zwei Akten, Libretto: Myfanwy Piper, UA: 16. Januar 1973, Aldeburgh Festival (Snape)<br \/>\nRegie: Georg K\u00f6hl, B\u00fchne und Kost\u00fcme: Florian Etti, Choreographie: Nick Hobbs<br \/>\nDirigent: Jochem Hochstenbach, Badische Staatskapelle, Badischer Staatsopernchor<br \/>\nSolisten: Bernhard Berchtold (Gustav von Aschenbach), Simon Schnorr (Der Reisende, der \u00e4lterliche Geck, der alte Gondoliere, der Hotelmanager, der Friseur, der F\u00fchrer der Stra\u00dfens\u00e4nger, die Stimme des Dionysos), Matthias Lucht (Die Stimme Apollos), Andreas Heideker (Hotelportier), Tibor Brouwer (Schiffs-Steward), Daniela K\u00f6hler (Stra\u00dfens\u00e4ngerin, Spitzenverk\u00e4uferin), Jung-Heyk Cho (Stra\u00dfens\u00e4nger), Lukas Schmid (Restaurantkellner), Sigrun Maria Borntr\u00e4ger (Bettlerin), Mehmet Utku Kuzuluk (Glasbl\u00e4ser), Ks. Tiny Peters (Erdbeerverk\u00e4uferin), \u00d6zge\u00e7an Gen\u00e7er<br \/>\nBallettensemble: Bram Koch (Tadzio), Arman Aslizadyan (Aschenbach 2), Reginaldo Oliveira (Jaschiu), Jason Maison, Maxim Ponomarev, Ronaldo dos Santos, Andrey Shatalin, Zhi Le Xu (5 Jungen), H\u00e9l\u00e8ne Dion a. G. (Tadzios Mutter), Constanze Aymans, Sonja Betsch (Schwestern Tadzios), Tabea Schulz (Gouvernante)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 28. M\u00e4rz 2009 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a TITLE=\"karlsruhe-tod-in-venedig.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/04\/karlsruhe-tod-in-venedig.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"karlsruhe-tod-in-venedig.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/04\/karlsruhe-tod-in-venedig.jpg\" \/><\/a>Der Dichter Aschenbach wird von einer Schaffenskrise heimgesucht. Auf einem Friedhof trifft er einen Wanderer (der als Todesbote in verschiedenen Gestalten wieder auftaucht), welcher ihn auffordert, gen S\u00fcden zu ziehen. Auf seiner Fahrt nach Venedig ist Aschenbach angewidert von einer Gruppe liebeslustiger Jugendlicher, unter denen sich auch ein \u00e4lterer Geck befindet. Angekommen, l\u00e4\u00dft sich der Dichter von einem Gondoliere zum Lido bringen. Im Hotel trifft Aschenbach auf eine polnische Familie, zu welcher der J\u00fcngling Tadzio geh\u00f6rt. Das nahezu g\u00f6ttliche Auftreten des Jungen fasziniert den Dichter. Aschenbach will wegen dr\u00fcckender Hitze nach wenigen Tagen abreisen. In einer Vision gewinnt Tadzio einen F\u00fcnfkampf zu Ehren Apolls. Die Szene endet mit den Worten Aschenbachs: Ich liebe dich. Von seinem Friseur erf\u00e4hrt er zuf\u00e4llig von einer Seuche in der Stadt (Cholera), die von den meisten Bewohnern geleugnet wird. In einem Traum erscheinen dem schon kranken Aschenbach Apoll und Dionysos. Dionysos \u00fcberzeugt den Dichter von seiner Neigung zu Tadzio, w\u00e4hrend Apoll davon abr\u00e4t. Aschenbach l\u00e4\u00dft sich, um Tadzio zu gefallen, von seinem Friseur verj\u00fcngen und \u00e4hnelt nun dem Geck. Die polnische Familie ist im Begriff, abzureisen. Ein letztes Mal beobachtet Aschenbach Tadzio am Strand, als dieser von seinem Kameraden erniedrigt wird. Der Sterbende sieht Tadzio aufs Meer hinausgehen. Der Junge dreht sich winkend um, w\u00e4hrend Aschenbach sein Bewu\u00dftsein verliert.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nDas B\u00fchnenbild des ersten Aktes besteht aus sechs aquarienartigen Kuben, die teils mit B\u00fcchern gef\u00fcllt sind. Die Elemente sind beweglich und werden sp\u00e4ter zu Hotelr\u00e4umen umfunktioniert. Aschenbach wird von einer zweiten Person w\u00e4hrend der gesamten Oper gedoppelt. Zudem wurden der Reisende, der Geck, der Gondoliere, der Hotelmanager, der Friseur, der Stra\u00dfens\u00e4nger und Dionysos mit derselben Rolle (Simon Schnorr) besetzt. In der Ballettgruppe um Tadzio liegt der Schwerpunkt auf dem homoerotischen Aspekt, w\u00e4hrend das eigentliche Spiel der Kinder oft in den Hintergrund r\u00fcckt. Der Wettkampf wird durch Nachahmung entsprechender Sportlergesten vermittelt, wie die Startposition beim Wettlauf oder die K\u00f6rperhaltung beim Diskuswurf. Das Bild des zweiten Aktes gibt den Blick auf die gesamte B\u00fchne frei: man sieht umgeworfene St\u00fchle und einen Kleiderst\u00e4nder. Auf dem Boden liegt eine an den Enden aufgeh\u00e4ngte durchsichtige Folie. Der Scirocco (hei\u00dfer Wind aus Afrika) ist dargestellt durch herabh\u00e4ngende Ventilatoren. Der Ausbruch der Cholera l\u00e4\u00dft sich an der Zeitungsverk\u00e4uferin oder der Bettlerin erkennen, die langsam auf der B\u00fchne vor sich hinsiechen.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\nS\u00e4ngerisch sind vor allem die Leistungen von <strong>Bernhard Berchtold<\/strong> (Aschenbach) und <strong>Simon Schnorr<\/strong> (Reisender) hervorzuheben. Berchtold beeindruckte vor allem auch in der hohen Stimmlage mit Obertonreichtum und Tonsicherheit. Simon Schnorr dagegen bot die ganze Stimmpalette vom d\u00fcster-tragischen als Reisender bis zum kom\u00f6diantenhaften als Stra\u00dfens\u00e4nger. <strong>Matthias Lucht<\/strong> (Apollo) bew\u00e4ltigte seine Counterpartie \u00e4u\u00dfert eindrucksvoll, besonders im Forte-Bereich. Auch das Orchester der Badischen Staatskapelle brachte Brittens Musik wirkungsvoll zum erklingen. So wu\u00dfte beispielsweise die Percussion bei der \u00dcberfahrt nach Venedig den Raum mit nahezu realen Ger\u00e4uschen einer Dampfmaschine zu imitieren.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nDer musikalischen Glanzleistung stand eine verwirrende Inszenierung gegen\u00fcber. Dem B\u00fchnenbild fehlt der handlungsspezifische Bezug, oft sind die Regieeinf\u00e4lle verwirrend und wenig nachvollziehbar: so st\u00f6rt Aschenbachs Doppelg\u00e4ngerperson durch seine Balletteinlagen die Monologe Aschenbachs sowie dessen Beziehung zu Tadzio, dessen pantomimische Rolle dadurch stark an Bedeutung verliert.<br \/>\nDaniel Rilling<br \/>\nBild: Jacqueline Krause-Burberg<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Arman Aslizadyan (Aschenbach 2), Bram Koch (Tadzio), Bernhard Berchtold (Gustav von Aschenbach) v.l.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Benjamin Britten, Oper in zwei Akten, Libretto: Myfanwy Piper, UA: 16. 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