{"id":6134,"date":"2015-01-27T17:14:21","date_gmt":"2015-01-27T16:14:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6134"},"modified":"2015-01-30T13:46:16","modified_gmt":"2015-01-30T12:46:16","slug":"pelleas-et-melisande-dresden-semperoper","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6134","title":{"rendered":"PELL\u00c9AS ET M\u00c9LISANDE &#8211; Dresden, Semperoper"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Claude Debussy (1862-1918), Oper in f\u00fcnf Akten, Libretto: Maurice Maeterlinck. UA: 30. April 1902 Paris, Op\u00e9ra-Comique, Salle Favart<\/p>\n<p>Regie: \u00c0lex Oll\u00e9 (La Fura dels Baus), B\u00fchne: Alfons Flores, Kost\u00fcme: Lluc Castells, Licht: Marco Filibeck,<\/p>\n<p>Dirigent: Marc Soustrot, S\u00e4chsische Staatskapelle,\u00a0 Choreinstudierung: Wolfram Tetzner, S\u00e4chsischer Staatsopernchor<\/p>\n<p>Solisten: Camilla Tilling (M\u00e9lisande), Phillip Addis (Pell\u00e9as), Oliver Zwarg (Golaud), Tilmann<\/p>\n<p>R\u00f6nnebeck (K\u00f6nig Arkel), Christa Mayer (Genevi\u00e8ve), Elias M\u00e4dler (Yniold), Tomislav Lucic (Ein<\/p>\n<p>Arzt), Mirko Tuma (Ein Sch\u00e4fer)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 24. Januar 2015 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><b><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Dresden_Pelleas.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-6135\" alt=\"Dresden_Pelleas\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Dresden_Pelleas.jpg\" width=\"602\" height=\"398\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Dresden_Pelleas.jpg 602w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Dresden_Pelleas-300x198.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 602px) 100vw, 602px\" \/><\/a>Kurzinhalt<br \/>\n<\/b>Golaud ist auf der Jagd vom Weg abgekommen und findet im Wald die verst\u00f6rte M\u00e9lisande. Er nimmt das geheimnisvolle M\u00e4dchen zur Frau und bringt sie nach Allemonde, auf das Schlo\u00df seiner Familie. Dort leben sein Gro\u00dfvater, K\u00f6nig Arkel, Golauds Mutter Genevi\u00e8ve, Yniold, sein Sohn aus erster Ehe, und sein Halbbruder Pell\u00e9as mit dessen krankem Vater. Pell\u00e9as und M\u00e9lisande fassen sofort Zuneigung zueinander. Golaud ahnt von der Liebe der beiden und bittet Pell\u00e9as, seine inzwischen schwangere Frau zu meiden. Dieser bereitet die Abreise vor, nachdem sein kranker Vater genesen ist. Golaud wird Zeuge des leidenschaftlichen Abschieds der Liebenden und erschl\u00e4gt den Bruder mit dem Schwert. M\u00e9lisande stirbt im Kindbett, nachdem sie ein M\u00e4dchen zur Welt gebracht hat.<\/p>\n<p><b>Auff\u00fchrung<br \/>\n<\/b>In eine Nebel verhangene, nachtblaue Kulisse kleidet Regisseur \u00c0lex Oll\u00e9 vom katalanischen Inszenierungsteam <i>La Fura des Baus<\/i> den mystisch-zeitlosen Stoff von Pell\u00e9as und M\u00e9lisande. Die gesamte B\u00fchne ist in Wasser getaucht, das als flirrender Spiegel Personen und Handlung reflektiert. Der Wald ist ein Labyrinth aus silbrig gl\u00e4nzendem Ge\u00e4st. Das finstere Schlo\u00df Allemonde thront als riesiger Quader auf einer Drehb\u00fchne wie auf einer Insel. Umh\u00fcllt von einem grauen transparenten Stoff mit einem Faltenwurf in Felsenoptik, offenbart die Beleuchtung R\u00e4ume und Fluchten einer \u00fcberlebten Welt. Vom Knaben bis zum greisen K\u00f6nig \u00e4hneln sich die M\u00e4nner mit grauen langen Haaren zum Verwechseln und suggerieren, ein und dieselbe Person in unterschiedlichen Altersstufen zu sein. Auch M\u00e9lisande ist M\u00e4dchen, Ehefrau, Geliebte und Mutter zugleich. Ihr ellenlanges feuerrotes Haar ist am Anfang und am Ende gestutzt; kreisf\u00f6rmig kehrt sie immer wieder an dieselben Orte zur\u00fcck.<\/p>\n<p><b>S\u00e4nger und Orchester<br \/>\n<\/b>Der Franzose <b>Marc Soustrot<\/b> leitete an diesem Abend die S\u00e4chsische Staatskapelle Dresden und brachte dieses Meisterwerk des Fin de si\u00e8cle zum Leuchten. Pr\u00e4zise und fein akzentuiert verlieh die S\u00e4chsische Staatskapelle dem Geschehen auf der B\u00fchne eine spannungsvolle klangliche Gestalt. Das hervorragende S\u00e4ngerensemble konnte sich vor dem zur\u00fcckhaltenden Spiel des Orchesters entfalten. Als intensiver Charakterdarsteller gab <b>Oliver Zwarg<\/b> sein Deb\u00fct an der Semperoper. Er interpretierte die Rolle des d\u00fcsteren Ehemannes Golaud mit theatralischer Autorit\u00e4t. Sein dunkler voller Bariton, reich an Kolorit und Ausdrucksst\u00e4rke, bot einen attraktiven Kontrast zu der zarten Rolle der M\u00e9lisande. Die Schwedin <b>Camilla Tilling<\/b> sang die nicht besonders virtuose Partie der Titelheldin farbig suggestiv und lockend wie ein Vogel. Ihr bewegend schlichter, klarer Sopran konnte auch in den nicht vom Orchester begleiteten Teilen bestehen. Ebenso wie <b>Phillip Addis<\/b> (Pell\u00e9as) meisterte sie die nicht einfach zu artikulierende, frei gesprochene Metrik des Prosatextes und fokussierte sich auf den Klang. Der junge Kanadier Phillip Addis schw\u00e4rmte mit hellem, tenoral gef\u00e4rbten Bariton von der erotisch aufgeladenen Gesangsstimme seiner Geliebten: <i>Oh, comme tu dis cela! <\/i><i>Ta vois, ta voix! Elle est plus fra\u00eeche et plus franche que l\u2019eau \u2013 Ah, wie du das sagst! <\/i><i>Deine Stimme, deine Stimme! Sie ist k\u00fchler und klarer als Wasser<\/i>. <b>Tilmann R\u00f6nnebeck<\/b> bewegte in der Rolle des alten K\u00f6nigs durch eine sanfte und weiche Ba\u00dfstimme. Seine Partie erfordert kein dr\u00f6hnendes Forte, aber auch bei mittlerer Lautst\u00e4rke b\u00fc\u00dfte die Stimme nichts an Klang und Resonanz ein. Einen kurzen, aber souver\u00e4nen Auftritt hatte Altistin <b>Christa Mayer<\/b> als Mutter Genevi\u00e8ve. Der T\u00f6lzer S\u00e4ngerknabe <b>Elias M\u00e4dels<\/b> konnte seine zarte und zugleich tragf\u00e4hige Stimme eher im zweiten Auftritt, als im Frage- und Antwort-Spiel mit dem Vater entfalten.<\/p>\n<p><b>Fazit<br \/>\n<\/b><i>Pell\u00e9as et M\u00e9lisande<\/i> ist ein fr\u00fches Beispiel f\u00fcr eine Literaturoper; den Text f\u00fcr das Libretto hatte Debussy bis auf wenige \u00c4nderungen dem gleichnamigen Schauspiel von Maurice Maeterlinck entnommen. Ein eher handlungsarmes Drama, das mit unterschwelliger Symbolik arbeitet und vieles unausgesprochen l\u00e4\u00dft: die Frage nach der Bedeutung des Rings, nach der Gestalt M\u00e9lisandes, die keine Entwicklung zeigt und sich im Kreise zu drehen scheint, ebenso wie nach der Rolle der m\u00e4nnlichen Charaktere. Die \u00fcberaus dezente und suggestive Inszenierung stellte diese Fragen in den Raum, ohne sie zu beantworten. Statt dessen entwickelte sie ihre Bilder und Motive phantasievoll aus der Musik, die ebenso virtuos und bezaubernd auf die B\u00fchne gebracht wurde. Insgesamt gab es viel Applaus f\u00fcr Dirigent, Orchester, S\u00e4nger und Regie.<\/p>\n<p>Norma Strunden<\/p>\n<p>Bild: Matthias Creutziger<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Camilla Tilling (M\u00e9lisande), Phillip Addis (Pell\u00e9as)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 24. 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